Schändung von Jussi Adler-Olsen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Fasandræberne, deutsche Ausgabe erstmals 2010 bei dtv.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 2 der Carl-Mørck-Dezernat-Q-Serie.

  • Kopenhagen: Politiken, 2008 unter dem Titel Fasandræberne. ISBN: 978-8756787277. 399 Seiten.
  • München: dtv, 2010. Übersetzt von Hannes Thiess. ISBN: 978-3423247870. 540 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Der Audio Verlag, 2010. Gesprochen von Wolfram Koch. ISBN: 978-3898139908. 6 CDs.

'Schändung' ist erschienen als TaschenbuchHörbuchE-Book

In Kürze:

»Der Blutdurst der Jäger. Wie würden sie es machen? Ein einzelner Schuss? Nein. So gnädig waren die nicht, diese Teufel, so waren sie nicht ...«Ein Leichenfund in einem Sommerhaus in Rørvig. Zwei Geschwister sind brutal ermordet worden. Der Verdacht fällt auf eine Gruppe junger Schüler eines exklusiven Privatinternats, die für ihre Gewaltorgien bekannt sind. Einer von ihnen gesteht. Zwanzig Jahre später. Nachdem Carl Mørck aus dem Urlaub zurückkommt, stößt ihn sein Assistent Assad mit der Nase auf die verstaubte Rørvig-Akte. Doch von oberster Stelle werden ihnen weitere Ermittlungen verboten. Carl und Assad ist klar, dass hier etwas zum Himmel stinkt: die Spuren führen hinauf bis in die höchsten Kreise der Gesellschaft, in die Welt der Aktienhändler, Reeder und Schönheitschirurgen – und sie führen ganz weit nach unten, in die Abgründe der Gesellschaft, zu einer Obdachlosen: äußerlich hart wie Granit, doch mit einer blutenden Seele.

Das meint Krimi-Couch.de: »Tu was du willst, soll sein das ganze Gesetz« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Jochen König

Elf Monate nach der Gründung des Sonderdezernats Q dürfen Vizekommissar Carl Mørck und sein Assistent Assad den zweiten Fall aus einer bewegten Vergangenheit auf Deutsch bearbeiten. Das Duo hat sich um die lautstarke, höchst aktive und ziemlich eigenwillige Bürokraft Rose verstärkt, die Mørck zunächst ziemlich nervt, aber wertvolle Unterstützung leistet. Die kann Mørck gut gebrauchen, denn obwohl der Erfolg des Dezernats Q im vorangegangenen Fall öffentlichkeitswirksam aufbereitet wurde, weht ein scharfer Gegenwind. Nicht ohne Grund, denn die Herrschaften, die im Focus der Ermittlung stehen, sind wohl angesehene Bürger mit Macht, Geld und Einfluss. Doch die Akten, die auf mysteriöse Weise auf Mørcks Schreibtisch auftauchen, lassen den Schluss zu, dass eine sechsköpfige Internatsclique in der Vergangenheit für mehrere Überfälle, Misshandlungen, Folter und Morde verantwortlich war. Aufhänger für die Ermittlung ist der brutale Totschlag an einem jungen Geschwisterpaar. Obwohl ein Mitglied der Clique sich zu der Tat bekannt hat und im Gefängnis sitzt, scheinen seine Freunde genauso schuldig zu sein.

Mehr als zwanzig Jahre nach dieser Tat – und dem Schulabschluss – treffen sich drei der Freunde immer noch zur Jagd – und gelegentlichen anderen Unternehmungen. Der ehemalige Kopf der Clique ist unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen, das einzige weibliche Mitglied ist untergetaucht. Und wird von den verbliebenen Drei verzweifelt gesucht, denn es scheint, dass der ehemalige Blickfang der Gruppe zum erbitterten Gegner geworden ist und Jagd auf die Jäger macht. Mørck und Assad versuchen die Frau namens Kimmie ausfindig zu machen und gleichzeitig ihre Komplizen zu überführen. Was umso gefährlicher wird, je mehr Belastungsmaterial sie finden.

Wohlsituierte Bürger, die sich über Recht und Gesetz hinwegsetzen, denen es Herkunft und Finanzen erlauben den eigenen Willen der Welt aufzuzwingen – kein neues Sujet. Vom Fall »Leopold und Loeb«, den Alfred Hitchcock als »Cocktail für eine Leiche« verfilmte, bis zu zahlreichen Derrick-Folgen, in denen arrogante Bürschchen aus Münchener Villenvierteln den überkorrekten und schlafmützigen deutschen Paradebeamten herausforderten: dieser Kampf um moralische Wertig- und Verantwortlichkeiten wurde vielfach ausgefochten und meist von den lauteren Gesetzesvertretern gewonnen.

Jetzt hat sich Jussi Adler-Olsen des Themas angenommen und schickt seinen eigensinnigen Ermittler – den vom deutschen Derrick Welten trennen – auf die Hatz nach dem Bösen, das sich stets selbst genügt. Während Stephan Derrick den drögen Systembewahrer darstellte, der die eitrigen Pickel am Po der bundesdeutschen Gesellschaft ausdrückte; rückt Adler-Olsen das Bild in eine gänzlich andere Richtung. Etwas holzschnittartig, aber mit aller Konsequenz: Ditlev Pram, Ulrik Dybbøl Jensen und Torsten Florin stehen stellvertretend für eine Gesellschaftsform, in der Missbrauch und Vernichtung nach Lust und Laune praktiziert werden. Warum? Weil es möglich ist …

Denn die Jungs und späteren Männer haben Möglichkeiten, sich Schweigen zu erkaufen und sind gleichzeitig geschickt genug, das ein und andere Mal nahezu unsichtbar zu bleiben. Bis sich die eingesetzte Gewalt gegen sich selbst richtet und aus der anbetungswürdigen (und möglicherweise gnadenlosen Killerin) Kimmie ein schmerzerfüllter Racheengel wird, dessen Lebenssinn nur noch in der Vernichtung der eigenen Vergangenheit besteht.

Als Antipode ist Carl Mørck die beste Besetzung. Der Rebell, der sich von klein auf gegen Autoritäten auflehnte. Ihm etwas zu verbieten, sei der beste Grund ihn zu ausgeprägten Aktivitäten anzustacheln, wird mehrfach betont. Dass er mit Assad und Rose zwei ebenso aufrührerische, wenn auch anders geartete, kleine Geschwisterchen besitzt, macht das Team nicht gerade leicht berechen- und ausschaltbar. Gut für uns.

Wenn ein gewisser »Herbert« in einem Leserkommentar zu Erbarmen schreibt: »Etwas nervig, dass auch dieser Kommissar sich in die Reihe traumatisierter oder ausgebrannter, alkohol- oder sonstig –abhängiger, geschiedener oder zumindest problembehafteter Beziehungen belasteter, zerrissene , grüblerische bis depressive Charaktere skandinavischer Ermittler einreiht. Gibt’s da oben keine halbwegs normalen Kripobeamten?«, hat er etwas grundlegendes nicht verstanden. Carl Mørck ist kein ausgebrannter, zerrissener Charakter. Er wird durch seine Arbeit und seine Mitmenschen mit Problemen konfrontiert, denen er sich immer, manchmal augenrollend und widerwillig, stellt. So ist ein Hauptgrund seine Psychotherapeutin zu sehen, auch der, dass er mit ihr liebend gerne ins Bett steigen würde. Dass es – bislang – nicht geklappt hat, und Mørck in entscheidenden Momenten ernsthafte Gespräche mit Mona Ibsen sucht, zeigt doch jene »Normalität«, die sich Herbert so sehnlich wünscht. Mehr braucht es nicht …

Diesmal dauert es etwas, bis das Dezernat Q ins Zentrum der Erzählung rückt. Zu Beginn wird der obdachlosen Kimmie viel Raum zugestanden, mehr sogar als ihren Ex-Freunden, die sich gerne noch wie die Axt im Walde benehmen. Das ist mitunter etwas klischeehaft und leicht gelangweilt verfasst (Kimmies Straßenleben, Torsten Florin und seine Jagdsklaven, Ditlev Prahms philippinische Hilfsarbeiterinnen, die er im Vorübergehen missbraucht), als würde Adler-Olsen eine Liste abhaken. Glücklicherweise fängt er sich ziemlich schnell wieder, und je weiter die Handlung voran schreitet, um so nachvollziehbarer werden Denkungsart und Aktionen seiner Protagonisten (und vor allem der Protagonistin Kimmie). Wenn auch Übertreibung eines seiner Lieblings-Stilmittel bleibt. Immerhin ist Adler-Olsen auch darin konsequent bis zum Schluss.

Abzüge gibt es für den Showdown, dessen dramaturgische Mittel seiner Entstehung zu dicht am Erstling angesiedelt sind. Aber es knallt ordentlich und eine gewisse Befriedigung niederer Gelüste kann man dem Ende nicht absprechen. Jussi Adler-Olsen weiß, wie man seine Leser da packt, wo es wehtut.

Während Sohn Jesper, Mitbewohner Morten und aufgeregte Ex-Frau Vigga diesmal ein bisschen kurz wegkommen, zeigt sich in kurzen Randbemerkungen zu Assad und in den Gesprächen Carl Mørcks mit seinem querschnittsgelähmten Freund und Ex-Kollegen Hardy, dass bereits einiges an zukünftiger Beschäftigung auf das Dezernat Q wartet. Wir freuen uns drauf.

Dass Jussi Adler-Olsen hierzulande mit Macht in die Rolle eines Stieg Larsson-Nachfolgers gedrückt werden soll, stimmt etwas betrüblich. Denn der dänische Autor hat eine eigene Stimme, eigene Themen und Betrachtungsweisen, die eine Fahrt im Windschatten des erfolgreichen schwedischen Kollegen völlig überflüssig erscheinen lassen. Aber marketingstrategisch ließ es sich wohl nicht vermeiden: nach Verblendung kommt die Schändung, nach Vergebung die Erlösung (wird gemunkelt). Nächstes Jahr.

Dabei besitzt der aktuelle Roman mit »Fasanenmörder« (Fasandræberne sinngemäß übersetzt) einen einprägsamen und originellen Titel, den man nicht hätte zu schänden brauchen. Ändert glücklicherweise nichts am Inhalt, der gelungene, spannende Unterhaltung mit Widerhaken bietet.

Jochen König, August 2010

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Janko zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 01.04.2016
Um es gleich einmal vorweg zu nehmen, an das vielversprechende Debüt „Erbarmen“, kommt das Zweitlingswerk „Schändung“, des völlig überbewerteten dänischen Autors Jussi Adler-Olsen, leider bei weitem nicht heran. Ein zerfahrener, undurchdachter Plot, etwas bizarr und verwirrend am Anfang, zeitweise gar ad absurdum geführt, lesen sich die 459 Seiten bisweilen, wie die ersten Gehversuche eines Kleinkindes. Der Schreibstil ist oftmals holprig, was allerdings auch an der schwachen Übersetzungsleistung liegen kann. Tiefgründigkeit sucht man bei Adler-Olsen vergebens, wobei man ihm zu Gute halten muss, dass es sich bei seiner Carl Mørk Reihe um Kriminalfälle im Trivialliteratur Bereich handelt, die ja nicht zwingend bedeutungsschwangere Inhalte bieten müssen, sondern in erster Linie unterhalten sollen. Einen gewissen Unterhaltungswert möchte ich dem, 2010 hierzulande erschienenen, zweiten Fall für Carl Mørk und seinen Assistent Assad vom Sonderdezernat Q auch gar nicht in Abrede stellen, aber das Storyborad wirkt doch arg konstruiert und nicht zuletzt dadurch stellenweise etwas konfus. Die Hintergründe kommen gelegentlich etwas plump daher, sind leidlich übertrieben, grotesk und unglaubwürdig. Die beiden Haupterzählebenen ranken sich zum einen, in der Vergangenheit, um eine verzogene Internatsclique der achtziger Jahre, die ihre sadistische Ader an Mitschülern, Lehrern aber auch wildfremden, zufällig auserkorenen Opfern auslebt und Spaß am Anderssein hat. Zum anderen in der Gegenwart, in der Carl Mørk und Assad vom Sonderdezernat Q für ungeklärte Mordfälle, mit der Aufklärung eben solcher „Cold Cases“ befasst sind. Der ehemaligen Internatsclique, indes zu eiskalten, gefühlskranken, skrupellosen, widerlichen Bonzen in ihren Mittvierzigern herangewachsen, steht mit Carl Mørk ein grammeliger, rauer, ungenierter und ungehobelter Ermittler gegenüber. Diese durchgeknallten „Yuppies“ sind reich, dekadent, sadistisch und asozial. Sie lieben die Jagd, wobei die Wahl ihrer Opfer keinesfalls von Willkür getrieben und nicht immer ganz legal ist. Aber wen kümmert das, so lange sich mit Geld noch alles regeln lässt. Daneben steht Kirsten-Marie, kurz Kimmie genannt, die als ehemals fester Bestandteil und treibende Kraft der Internatsclique, selbigen mehr oder weniger zur freien sexuellen Verfügung stand, bis es zu einem unheilschwangeren Übergriff auf ihre Würde und Unversehrtheit kam. Auch wenn Carl, dem man mit Rose eine zwar unerwünschte, aber zusätzliche helfende Hand zugeteilt hat, die weiteren Ermittlungen von höchster Ebene untersagt werden, man ihn gar zeitweise suspendiert, schießt der alte Sturkopf mal wieder quer und ermittelt dennoch in dem Fall, gegen die angeblich ausdrückliche Order der Polizeipräsidentin. Da sich vermehrt seltsame Dinge in Carls Umgebung ereignen, wird dieser allmählich hypernervös und wirft sich schon mal vor dem Drehen des Zündschlüssels aus seinem stehenden Dienstwagen, um einem nicht präsenten Bombenanschlag zu entgehen. Adler-Olsen springt in „Schändung“ leider oftmals ohne Punkt und Komma zwischen Handlungsorten und seinen Personal hin und her, was im ersten Moment immer mal ein wenig verwirrt. Vielleicht will er sich damit der Aufmerksamkeit der Leserschaft gewahr werden. Meiner bescheidenen Meinung nach macht es das Verständnis der Kausalitäten zwischen den Ereignissen aber eher schwieriger. Obschon ich den ersten Carl Mørk Fall gar nicht so schlecht fand, werde ich mir den dritten Teil wohl eher nicht antun. Dass ein solches Buch wie „Schändung“ zu einem Bestseller avanciert, macht mich schon irgendwie stutzig und lässt mich an der Integrität und dem ehrlichen Urteilsvermögen so mancher Leser zweifeln. Good bye, Jussi! Du hattest nach den Sternen gegriffen und dabei lediglich ein paar Eintagsfliegen zwischen die Finger bekommen.
Meine Wertung: 67/100
Janine2610 zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 16.09.2015
Ich habe Band zwei der Carl Mørck - Thrillerreihe im Urlaub gelesen und dachte mir davor eigentlich, dass ich mich voll und ganz dem Buch/der Geschichte widmen kann, weil ich den Kopf frei haben würde.
Leider war es dann bis zur Hälfte so, dass ich nicht sehr gebannt oder gefesselt von den Geschehnissen war. - Das lag zum einen daran, dass bis dahin tatsächlich nicht sonderlich viel (Spannendes) geschehen ist, weil für mich im ersten Teil des Buches gefühlsmäßig einfach viel mehr gedacht und spekuliert, sich zurückerinnert und erklärt wird, als im zweiten Teil. Und zum anderen kann es sein, dass ich anfangs wirklich nicht sehr konzentriert war und deswegen das eine oder andere Mal gelesen habe, ohne mir zu merken, was da eigentlich gerade geschrieben stand ...

Mit anderen Worten: ich hatte eine recht lange Einlesezeit - und war deswegen auch heilfroh, diese hinter mich gebracht zu haben, denn dann ging es "Schlag auf Schlag": die anfänglichen, mühsamen Ermittlungen haben schön langsam Früchte getragen, es ist was weitergegangen, richtig interessante, erschreckende Fakten sind bekannt geworden und so hat sich die Spannung immer weiter aufgebaut, sodass ich dann sogar regelrecht an den Seiten geklebt habe, ohne mich davon losreißen zu können oder wollen.

Der Schluss war super! Super im Sinne von spannungsgeladen und erschreckend psycho. Ich mochte die Dramatik am Ende sehr gerne, die hat auf jeden Fall ziemlich gut zum Rest der Geschichte gepasst. Auch der Epilog hat mir gefallen, der war nämlich mit einer gewissen Situationskomik gewürzt, die mich zum Schmunzeln gebracht hat.

Nun möchte ich noch kurz auf die Buchcharaktere eingehen: Carl ist ja das Oberhaupt im Team und mir eigentlich auch immer sehr sympathisch gewesen. Hier waren mir seine Gedanken in manchen Situationen dann aber doch einen Ticken zu oft zu sexuell motiviert, weswegen ich auch zeitweise irritiert war, weil ich es von ihm nicht (in diesem Maße) gewohnt war. - Eine kleine Anmerkung am Rande ...
Assad, der liebe, mysteriöse Assad. Sehr gerne hätte ich in diesem Band mehr über die geheimnisvolle Vergangenheit meines Lieblings-Syrers erfahren. - Das war aber leider nicht. Generell ist mir Assads Charme durch seinen ganz eigenen "unschuldigen" Witz, bedingt durch sein Ausländerdasein (bzw. die Sprache und die Verständigung betreffend), abgegangen. - Was ich wirklich enorm schade fand!
Rose, die Neue, ist in meinen Augen die Strenge, die sich nicht so gerne etwas sagen/vorschreiben lässt. Sie macht ihr Ding, ist direkt und pur, sie verstellt sich nicht, redet ganz unverblümt und ist sich vor allem selbst immer treu. Besonders sympathisch ist mir die Gute ja noch nicht, da sie zusätzlich auch immer etwas kühl auf mich gewirkt hat. Aber wer weiß, die Sympathie wächst in einem der nächsten Bände ja vielleicht noch!?

Bei Carl, Assad und Rose habe ich hier (mal wieder) bemerkt, dass die Teamarbeit nicht nur gut, sondern optimalst funktioniert. - So, wie man sich das vorstellt: des einen Schwäche ist des anderen Stärke - und umgekehrt. Die drei ergänzen sich fantastisch und sind schlicht und einfach ein klasse Team. Das muss ich ihnen wirklich zugute halten!

Ein freier Kopf und eine gewisse Konzentration sind bei diesem Thriller sicher kein Fehler. Wer damit aber sowieso kein Problem hat, dürfte mit diesem Lesestoff gut versorgt sein und an dem kontinuierlichen Spannungsaufbau große Freude haben.
Ich selbst war mit meiner vergleichsweise langen Einlesezeit zwar erst nicht sehr glücklich, im zweiten Teil des Buches bin ich dann aber voll auf meine Kosten gekommen, sodass mein Endurteil folgendermaßen ausfällt: Lest dieses Buch! ;)
Robert zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 31.08.2014
Ich hatte mir "Schändung" als Hörbuch in der örtlichen Bibliothek ausgeliehen. Nach
3 Minuten war ich völlig bedient und entfernte die CD aus dem Player.
Jussi Adler-Olsen?
Megaschlecht!

"Waren die Schüsse über den Baumwipfeln zu hören"...eine immer wieder gern genommene Redewendung, die sich der Physik völlig entzieht, es sei denn, man sitzt
in einem Baumhaus.

Woran erkennt ein Beobachter die Strumpfhose? Waren es es nicht doch Strümpfe?

Wie gesagt, nach drei Minuten hatte sich für mich die schlechte "Hausfrauenliteratur"
erledigt.
Martina zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 06.08.2014
Ich finde den ersten Teil um einiges besser gelungen. Leider verstehe ich einfach nicht, wieso in einem Krimi/Thriller so oft auch Tiere getötet werden müssen, das lese ich nämlich ganz und gar nicht gerne. Allein deshalb gibt es schon Abzüge...
Die Charaktere sind schwach, die Spannung nicht sonderlich gut aufgebaut und im Allgemeinen ist das Buch voll von langweiligen Passagen.
herbstmeier1806 zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 21.04.2014
Auch ich muss mich hier leider anschließen: der erste Fall von Carl Morck war - was die Handlung betrifft - um Längen besser als in diesem Buch.
Das Thema "eine Gruppe, die sich für die Elite hält, macht Jagd auf Menschen" gab es ja schon in den unterschiedlichsten Ausprägungen. Diese Art von Geschichten, bei denen es um eine Art Verschwörung geht, mag ich persönlich überhaupt nicht.
Trotzdem erhält das Buch von mir eine recht gute Bewertung, da ich die Erzählweise sowie die Beschreibung der Charaktere und die Nebenhandlungen (welches Geheimnis hat Assad? Wie geht es weiter mit Hardy?) sehr spannend finde.
Mein Fazit: sollte man gelesen haben
Kathi zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 06.03.2014
Ich schließe mich ebenfalls an.
Ich war von "Erbarmen" vollkommen gefesselt.
"Schändung" reichte bei Weitem nicht an das erste Werk der Reihe heran, da die Erzählweise zu diffus war und die Hintergründe der Psyche der Hauptpersonen nicht ausreichend beleuchtet wurden. Schade :(

Trotzdem habe ich mit dem dritten Teil begonnen und finde ihn derzeit zumindest genauso fesselnd wie "Erbarmen".
Hupfdidue zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 24.02.2014
Ich möchte mich mit meiner Meinung voll und ganz "Jossele" anschließen. Ich war total begeistert vom ersten Band und musste mich hier komplett zusammen reißen, das Hörbuch zu Ende zu hören. Die bösartigen Charaktere haben hoffen lassen, aber mir fehlte irgendwie der rote Faden. Hätte ich das Buch gelesen, nicht gehört, hätte ich sicherlich einige Stellen nochmals nachgelesen und dann vielleicht die fehlenden Puzzelteile zusammenfügen können, so aber fehlte einige Stücke.

Und auch mir ist die Ähnlichkeit zwischen Kimmie und Lisbeth Sallander ist mir aufgefallen...

Ich möchte diesem Band eigentlich nicht mehr als 50° geben. Eher weniger. Schade. Ich hoffe, ich traue mich nun noch an einen weiteren Teil von ihm heran.
Jossele zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 05.07.2013
Auch der zweite Band um Carl Mork ist wieder sehr spannend zu lesen. Er ist wegen der stark überzeichneten Charaktere jedoch deutlich schlechter gelungen, als der erste, in dem die Überzeichnung sehr gelungen war. Diesmal scheint es nur ein Stilmittel ohne innere Logik zu sein. Die Charaktere werden in ihrer Bösartigkeit zwar beschrieben, aber der Grund hierfür wird nur angerissen. Die Verbindung, die suggeriert wird, nämlich reich = bösartig, ist reichlich platt. Und die Ähnlichkeit zwischen Kimmie und Stieg Larssons Lisbeth Salander macht einen ein wenig stutzig. Wegen der Spannung: 60°.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
der-K zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 31.12.2012
Ein gelungener zweiter Teil aus der Reihe um Carl Mørck. Spannend, effektvoll, mitreizend.

Die Machenschaften und "Hobbys" der gehobenen Gesellschaft, wie sie in Schändung vorkommt, lässt einen nachdenklich stimmen.
"Ist so etwas vielleicht auch im realen möglich?"
Grauenhafte Vorstellung.

Gerade deshalb ist dieses Buch so schaurig schön mit Gänsehaut-Effekt zu lesen.
Weiter so.
tedesca zu »Jussi Adler-Olsen: Schändung« 01.08.2012
Der zweite Teil der Carl-Moerk-Reihe hat mir um einiges besser gefallen als der erste, "Erbarmen". Vor allem auch deshalb, weil er bis zum Schluss spannend war. Auch wenn man im Grunde immer weiß, wer die Täter sind, ist es Adler-Olsen gut gelungen, ein paar Geheimnisse und Wendungen so lange aufzusparen, dass es immer wieder kleine Aha-Effekte gibt und man gerne weiterliest.

Die Hauptfiguren entwickeln sich stimmig weiter und werden durch die schrullige Rose ergänzt, die perfekt ins Team passt. Dass Assad ein Geheimnis hütet, wird auch immer klarer, und auch der Mordfall, durch den Carls Kollege Harry so schwer verletzt wurde, ist noch nicht geklärt - für Teil 3 bleibt also noch einiges offen.

"Schändung" ist sicher nicht der originellste Thriller, den ich je gelesen habe, und auch er bewegt sich für mich nur im Mittelfeld, was die Gesamtqualität angeht, aber für anspruchslose Thrillerunterhaltung ist er gut und solide genug, und mehr muss es ja manchmal auch nicht sein.

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