Mary, Mary von Julie Parsons

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1998 unter dem Titel Mary, Mary, deutsche Ausgabe erstmals 1998 bei Lichtenberg.
Ort & Zeit der Handlung: Irland & Neuseeland, 1990 - 2009.
Folge 1 der Michael-McLoughlin-Serie.

  • London: Macmillan, 1998 unter dem Titel Mary, Mary. 376 Seiten.
  • München: Lichtenberg, 1998. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 3785281218. 381 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2000. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 3-426-61686-6. 381 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2002. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 3-426-62096-0. 381 Seiten.
  • München: Droemer Knaur, 2004. Übersetzt von Doris Styron. ISBN: 3-426-62707-8. 381 Seiten.

'Mary, Mary' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Mit dem gewaltsamen Tod ihrer Tochter Mary beginnt für Margaret eine qualvolle Reise in die eigene Vergangenheit. Was hat sie falsch gemacht in ihrem Leben, und welche Geheimnisse hat ihre Tochter vor ihr verborgen? Als der Mörder ihrer Tochter versucht, Kontakt mit ihr aufzunehmen, hat sie nur ein Ziel: Rache.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Erstling mit Hoffnung auf Steigerung« 60°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Jimmy Fitzsimons entführt Mary Mitchell, die Tochter der Ärztin Margaret Mitchell. Brutal foltert und vergewaltigt er das Mädchen bis zum Tod. Aber der Sinn steht ihm nach der Mutter.

Margaret Mitchell tut alles, um erst das Verschwinden und dann den Tod ihrer Tochter zu klären. Parallel dazu nimmt der irische Inspektor McLoughlin die Suche nach dem Mörder auf und sowohl Mrs. Mitchell, als auch der Polizist entlarven Jimmy Fitzsimons und er wird vor Gericht gestellt, wo ihn kein anderer als der leibliche Vater Mary Mitchells verteidigt.

So weit der erste Teil von Julie Parsons Erstlingswerk »Mary, Mary«. Im zweiten Teil geht dann Dr. Margaret Mitchell auf die Jagd nach Jimmy Fitzsimons, denn sie will Rache für den Mord an ihrer Tochter.

Über 380 Seiten hat sich die irische Schriftstellerin Julie Parsons ausgedacht, die adäquat zu ihrer eigenen Lebensgeschichte nicht nur in Irland und Neuseeland spielt, sondern auch Parallelen zu ihrem sonstigen Leben aufweist, wie etwa dem frühen Tod ihres Vaters.

»Mary, Mary« kann eigentlich nicht als Kriminalroman durchgehen, viel eher könnte man ihn als Spannungsroman hinnehmen, der jedoch das Interesse weniger aus dem eigentlichen Kriminalfall zieht, sondern durch das Psychogramm dreier Personen entsteht, deren Wege sich in diesem Buch kreuzen.

Sowohl Margaret Mitchell, als auch der Ermittler McLoughlin, sind genau wie der Täer Jimmy Fitzsimons eigentlich ziemlich verkorkste Typen, die alle mit mindestens einer Lebenslüge im irischen Alltag vegetieren. Julie Parsons versucht in sehr ausschweifenden Wortkaskaden die Charaktere auszubauen, wobei keiner der Hauptakteure so richtig sympathisch wird. Man fühlt und leidet mit der Mutter zwar mit und man empfindet die Trostlosigkeit des Bullenalltags, aber die Reaktionen und Handlungen der Personen verursachen viel zu oft nur ein Kopfschütteln.

Ganz besonders der Schluss des Buches macht einen sehr zwiespältigen Eindruck. Ohne jetzt das Ende vorweg zu nehmen, muss doch ganz deutlich Kritik an der Idee der Selbstjustiz angebracht werden, genauso wie am Ende von Teil 1 berechtigte Zweifel an der Sinnhaftigkeit von Justitiae auftreten.

Julie Parsons Umgang mit der Sprache ist gepflegt und die Übersetzung von Doris Styron liest sich angenehm flüssig und leicht. Aber der Spannungsaufbau ist zu wellenförmig, als das man dieses Buch gerne in einem Zug durchlesen möchte. Viel mehr hat man immer wieder das Gefühl der Unzufriedenheit an der Handlung, genau so, wie auch die Akteure im Wesentlichen ständig mit ihrer Lebensweise in Konflikt geraten und sich Schuldgefühlen hingeben. Obwohl durch die wiederholten Rückblenden in das Leben der handelnden Personen viele Vorgehensweisen plausibel werden, ist die Konsequenz aus ihrem Handeln nicht zu rechtfertigen. Dabei verzettelt sich Frau Parsons in viel zu viele nebensächliche Details, wo man eigentlich erwartet, dass sie ihre Personen endlich handeln lässt. Kaum wird Spannung aufgebaut, zieht sich der Faden auch schon wieder auf ein Nebengleis zurück unter dem Motto: Ich will, aber ich kann nicht.

»Mary, Mary« kann man lesen, muss man aber nicht gelesen haben. Auch wenn die Presse über diesen Erstling wieder mal in Entzücken ausbricht, sollte man doch die Qualität deutlich relativieren. Schreibstil und Originalität liegen durchwegs über dem Durchschnitt, aber was Frau Parsons daraus gemacht hat, verträgt in jedem Fall noch eine Steigerung.

Ihre Meinung zu »Julie Parsons: Mary, Mary«

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Daisy Brachmann zu »Julie Parsons: Mary, Mary« 27.07.2015
Ich habe das Buch innerhalb einiger Tage gelesen,ich fand es sehr spannend und wesentlich interessanter als die meisten Krimis,die ich kenne,da hier die Lebensgeschichten verschiedener Menschen im Mittelpunkt stehen.
Die Schreibweise finde ich sehr ansprechend und das Buch realistisch.
Sehr zu empfehlen.
Jürgen zu »Julie Parsons: Mary, Mary« 29.04.2015
Ein ganz tolles Buch.Die hier zu Worte kommenden negativen Kritiker verstehe ich absolut nicht. Plot, Spannungsbogen Stil-alles super! Wenn überhaupt Kritik, dann m.E.nur an der Klarheit über den Zeitpunkt mancher Geschehnisse (Vergangenheit od. Gegenwart).Bin sehr gespannt auf die nächste J.Parson-Lektüre.
OTTER zu »Julie Parsons: Mary, Mary« 24.10.2008
Ich habe "Mary,Mary" nicht gelesen, aber den Fortsetzungsband ""Marys Schatten". Durch ein Drittel des Buches habe ich mich gekämpft und es dann gelassen.Ich habe nicht einmal Lust, "Mary, Mary" zu lesen, da mir der Erzählstil von Julie Parsons zu ausschweifend und langatmig ist.Schade, die Thematik ist sehr spannend, aber es wurde nichts daraus gemacht.
cinx zu »Julie Parsons: Mary, Mary« 17.09.2007
ich war überrascht , das es so gut war. Ich glaube ich halte es sogar für das beste buch von Parson. Spannend und gut geschrieben, Verständlich und orginell. sie wird immer besser. bin auf das nächste gespannt.
patwelli zu »Julie Parsons: Mary, Mary« 23.08.2004
einfach nur langweilig, habe die ersten und die letzten Seiten gelesen und nicht das Gefühl gehabt, viel verpasst zu haben. Kann ich nicht empfehlen, nicht mal ansatzweise. Ich hatte vorher "Rache kennt kein Gebot" gelesen und wollte mehr von ihr lesen, aber das lasse ich jetzt lieber bleiben.
Anja Schade zu »Julie Parsons: Mary, Mary« 08.07.2003
Maessig spannend, sehr frauenfeindlich (und von einer Frau geschrieben!).
Lese keine weiteren Buecher dieser Autorin mehr.
10 grad
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