Die stumme Bruderschaft von Julia Navarro

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel La Hermandad de la Sábana Santa, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Limes.

  • Barcelona: Plaza & Janés, 2004 unter dem Titel La Hermandad de la Sábana Santa. 526 Seiten.
  • München: Limes, 2005. Übersetzt von Sabine Giersberg. ISBN: 3-8090-2499-6. 411 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2006. Übersetzt von Sabine Giersberg. ISBN: 978-3828978928. 411 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2006. Übersetzt von Sabine Giersberg. ungekürzte Taschenbuchausgabe. ISBN: 978-3-442-36655-2. 411 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2010. Übersetzt von Sabine Giersberg. ISBN: 978-3-442-37499-1. 411 Seiten.
  • [Hörbuch] Freiburg im Breisgau: Audiobuch, 2005. Gesprochen von Johannes Steck. ISBN: 3899641353. 6 CDs.

'Die stumme Bruderschaft' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Auf den Turiner Dom wird ein Brandanschlag verübt. Nicht zum ersten Mal und glücklicherweise kommt die Feuerwehr auch diesmal gerade noch rechtzeitig, um das Schlimmste zu verhindern. Der größte Schatz des Doms – das Grabtuch Christi – ist unversehrt. Allerdings wird im rauchgeschwängerten Kirchenschiff die Leiche eines Mannes entdeckt, dem die Zunge herausgeschnitten wurde …Besteht ein Zusammenhang zwischen ihm und einem Turiner Inhaftierten, dem ebenfalls die Zunge fehlt? Kommissar Valoni vermutet es. Bei seinen Ermittlungen unterstützen ihn u.a. die Archäologin Sofia Galloni und die Journalistin Ana Jiménez . Die Spur führt sie zu zwei rivalisierenden Geheimbünden, deren Konflikt tief verwurzelt in der christlichen Vergangenheit liegt und sie auch heute noch vor Mord nicht zurückschrecken lässt …

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »Eine historische Geschichte mit ganz laaangem Atem« 72°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Der Dom im italienischen Turin beherbergt eine der bedeutendsten Reliqien der katholischen Kirche – das Grabtuch Jesu Christi. Nicht zum ersten Mal wird ein Anschlag darauf verübt und nicht zum ersten Mal wird dieser vereitelt. Doch fordert der Brand im Turiner Gotteshaus diesmal ein Opfer. Und wieder – gerade das lässt die Ermittler um Marco Valoni grübeln – ist der Tote nicht zu identifizieren. Die Finger verätzt, die Zunge entfernt. So wie der Insasse im Gefängnis, der vor einigen Jahren in einem ähnlichen Zusammenhang gefasst worden ist und von dem die Polizei nichtmals weiß, ob er sie versteht. Für Valoni und Co. ist die Sache trotz fehlender Beweise klar: Eine im Untergrund operierende Gruppierung will ans Grabtuch oder es gar zerstören. Doch wer? Und warum gelingt es nie?

Der Erstling der Spanierin Julia Navarro »Die Stumme Bruderschaft« schlägt in die gleiche Kerbe wie Dan Brown mit seinen Mystery-Kirchen-Thrillern, vor allem wie mit Sakrileg. Doch ist nur das Thema, das die Spanierin und der US-Amerikaner ihren Romanen zu Grunde legen, vergleichbar. Zwar gelang es Senora Navarro Dan Brown vom Bestseller-Thron in Spanien zu verdrängen, doch geht sie das die biblische Geschichte als Motiv für aktuelle Verbrechen komplett anders an. Weitaus weniger reisserisch, weniger auf den Kino-Erfolg schielend und vielleicht sogar etwas fundierter. Zu Lasten der Spannung. Denn »Die Stumme Bruderschaft« überzeugt eher als Historien-Epos denn als atemberaubender Thriller.

Ein Historien-Epos über 2000 Jahre

Nicht dass »Die Stumme Bruderschaft« nicht mitzureissen vermag. Aber der Roman tut dies auf eine komplett andere Art und Weise. Im Vordergrund stehen nicht wie offensichtlich ein Ermittlerteam aus Turin sondern ganz und gar die Geschichte des Grabtuches. Julia Navarro nimmt den Leser dazu mit auf eine Zeitreise und fängt zu Zeiten Jesu an und folglich mit dem erstmaligen »Auftreten« des Grabtuches an.

Im heute türkischen Edessa regiert ein schwer erkrankter König, der in Jesus seine letzte Hoffnung sieht. Diese schwindet ihm jedoch bei Jesus´ Kreuzigung, findet aber neuen Auftrieb, als sein Schreiber Josar, ein bekehrter Christ, das Grabtuch nach Edessa bringt. Und tatsächlich: König Abgarus wird durch das Tuch geheilt, woraufhin Edessa eine der ersten christlichen Bastionen der Geschichte wird. Und die lange Geschichte des Grabtuches ihren Anfang nimmt. Abgarus´ Sohn Maanu ist dem neuen Glauben und vollzieht nach seines Vaters Tod ein blutiges Gemetzel in Edessa, vor allem mit dem Ziel das Grabtuch zu zerstören. Wären ihm da nur nicht die Jünger Josar, Thaddäus sowie Abgarus´ Hofarchitekt zuvor gekommen. In weiser Voraussicht versteckten sie es und schützten das Geheimnis dadurch, dass sie sich selbst die Zunge entfernten, um selbst unter ärgster Folter nichts zu verraten. Sollte daraus etwa ein Geheimbund entstanden sein, der 2000 Jahre überdauert hat und sich immer noch als einzig legitimierter Aufbewahrer des Grabtuches auffasst?

Welche Rolle spielen die Templer?

Von dieser Vorgeschichte ahnen die Ermittler in Turin jedoch noch gar nichts. Auch nichts davon, dass zur Zeit der Kreuzzüge die Tempelritter das Grabtuch in Besitz nehmen und über lange Zeit behalten sollten. Spätestens wenn Autorin Navarro die biblische Geschichte verlässt und ins junge Mittelalter springt um dem Grabtuch auf seiner Reise durch Europa zu folgen wird dem Leser klar, was in Turin wirklich gespielt wird. Und er fragt sich: Ist diese Geschichte nicht ein wenig zu abenteuerlich, zu sehr an den Haaren herbeigezogen? Wo und wie scharf ist die Grenze zwischen historischen Überlieferungen und Fiktion?

Trotz dieser Zweifel können vor allem die historischen Kapitel, die Julia Navarro mehr als gleichberechtigt in den Plot um die Anschläge auf den Turiner Dom einwebt, fesseln. Ihre Schilderung von mittelalterlichen Intrigen, Verfolgungen und Schlachten drängen allerdings das »aktuelle« Geschehen in den Hintergrund. Zwar muss man der Autorin zu Gute halten, dass sie sich um ihre Figuren wie Kommissar Marco Valoni oder insbesondere dessen überqualifizierte Kollegin Sofia Galloni und die junge Journalistin Aná Jiménez bemüht und sie im Gegensatz zu Dan Brown sogar recht plastisch zeichnet. Auch das dass sie beim Finale weitaus weniger übertreibt als der Amerikaner und auf ein Hollywood-Happy-End verzichtet, wird den etwas anspruchsvolleren Leser erfreuen.

Der rote Faden zu lang und zu schlaff gespannt

Unterm Strich ist »Die Stumme Bruderschaft« allerdings nicht der Thriller, als der sich der Roman anfänglich ausgibt. Dafür sind die Rückblenden zu ausführlich – wenn auch nicht langatmig! – und der rote Faden ist mit einem Lauf über 2000 Jahre dann doch etwas zu lang und zu schlaff gespannt. Weniger Thriller, dafür viel historischer Hintergrund mit einer gehörigen Prise Abenteuer. Julia Navarro wird damit durchaus ihre Leser finden, die sie über mehr als 400 Seiten gut und lehrreich ohne zu belehren unterhält. Fans von Dan Brown werden »Die Stumme Bruderschaft« aber weniger abgewinnen können. Was, seien wir ehrlich, kein Kriterium dafür sein kann, ob Julia Navarro ein guter Roman geglückt ist. Das ist ihr nämlich durchaus – wenn auch nicht der Thriller, den viele Leser erwarten, wenn sie das Buch in die Hand nehmen.

Ihre Meinung zu »Julia Navarro: Die stumme Bruderschaft«

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Andrea zu »Julia Navarro: Die stumme Bruderschaft« 23.06.2010
Ich muss zugeben, ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen. Nicht, dass die Story langweilig wäre, aber ich kann diesen öden, furztrockenen Schreibstil einfach nicht ertragen. Der Text besteht zu einem Großteil aus direkter Rede, und damit auch noch der dümmste Leser weiß, wer gerade mit wem spricht, kommt in fast jedem Satz eine direkte Anrpache der Person vor, so nach dem Strickmuster: "Weißt du, Marco...", sagte Sofia "Ja, Sofia,..." erwiderte Marco. Man hätte das Thema einem Autor überlassen sollte, der es versteht, aus einer spannenden Geschichte auch einen spannenden Text zu machen. Von Julia Navarro jedenfalls werde ich mir kein Buch mehr kaufen.
Gerhard Stauber zu »Julia Navarro: Die stumme Bruderschaft« 13.12.2007
Ich habe das Buch auch gelesen, zwar nicht so schnell, aber immerhinbis zumEnde:).

Es ist ein sehr interessantes und informatives Buch, falls man alles glauben kann. Anfangs verwirrend, löst sich das ganze Rätsel stückchenweise auf. Die Rückblenden in die Vergangeneit finde ich nötig für das ganze, um die Hintergründe für dieVerschwörung aufzudecken. Vom Ende hätte ich mir einigs mehr erwartet. Das einzig negative an diesem Buch. Ich kann es auch auf jeden Fall weiterempfehlen.
Richard Aschmoneit zu »Julia Navarro: Die stumme Bruderschaft« 14.04.2007
Hallo,
ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen und ich finde es nicht unbedingt langatmig, obwohl ich auch ein großer Fan von Dan Brown bin. Die Rückblenden bilden eine Einheit für sich, ergänzen natürlich die Handlung der Gegenwart und sind ebenfalls interessant und spannend.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen (auch wenn ich mir ein anderes Ende für einige Personen gewünscht hätte), und ich kann es auf jeden Fall weiter empfehlen!
Torrjelen zu »Julia Navarro: Die stumme Bruderschaft« 01.06.2006
ich lese sehr gerne krimis in verbindung mit geheimbünden und nun überlege ich, ob ich mir dieses Buch hole...ihr könnt mir gern beratend zur seite stehen...tipps, meinungen und ratschläge sind erwünscht...kaufen oder lieber geld sparen???
Ciao!!1
dino zu »Julia Navarro: Die stumme Bruderschaft« 10.05.2006
Das Buch ist schon spannend und auch von der Thematik her sehr interessant. Allerdings finde ich, daß einfach zu viele Personen eine Rolle spielen, wodurch die Story (jedenfalls mir) teilweise zu kompliziert wird. Auch sind die geschichtlichen Ausführungen teilweise zu langatmig und hätten m. E. anders gekennzeichnet werden sollen, damit man weiß, jetzt kommt wieder Vergangenheit, jetzt geht es wieder um die stumme Bruderschaft in Urfa usw.
Ansonsten bin ich schon sehr gespannt auf "Die Bibelverschwörung".
Jorik der Weise zu »Julia Navarro: Die stumme Bruderschaft« 14.12.2005
Dieses Buch kombiniert auf beeindruckende Weise Realität und Fiktion und lässt dennoch offen, ob das real existierende Grabtuch nun echt oder "unecht" ist. Dieses Buch ist spannend und bietet eine Vielzahl von Plots. Allerdings, vielleicht auch zu viele Charaktere, ohne sich auf einen Hauptcharakter zu konzentrieren. Einige Handlungsverläufe sind unrealistisch und das Ende etwas enttäuschend (für mich persönlich). Der letzte Satz ist mysteriös - philosophisch gehalten (weshalb ich ihn nicht verstand). Das Buch hat ein paar Schwächen, aber seine Stärken sind ebenso zu würdigen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Schotte zu »Julia Navarro: Die stumme Bruderschaft« 23.04.2005
hallo
diese Buch die stumme Bruderschaft
ist klasse geschrieben
und die Story hat es in sich wie ich finde nur es könne etwas schneller von statten gehen nicht so gemächlich
würde mich freuen über eine 2 teil
Suche nach könnte das heißen
so richtung Indiana Jones
Vorschläge
Suche nach dem Garten Eden oder so
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