Die Bibel-Verschwörung von Julia Navarro

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel La Biblia de Barro, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Limes.
Ort & Zeit der Handlung: Irak, 1990 - 2009.

  • Barcelona: Plaza & Janés, 2005 unter dem Titel La Biblia de Barro. 766 Seiten.
  • München: Limes, 2006. Übersetzt von K. Schatzhauser. ISBN: 978-3-8090-2513-9. 640 Seiten.
  • München: Blanvalet, 2008. Übersetzt von K. Schatzhauser. ISBN: 978-3-442-36835-8. 636 Seiten.
  • [Hörbuch] Freiburg im Breisgau: Audiobuch, 2006. Gesprochen von Johannes Steck. gekürzt. ISBN: 3899641809. 6 CDs.

'Die Bibel-Verschwörung' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Jahrtausende alte Tontafeln locken wagemutige Archäologen, skrupellose Kunsträuber und Berufskiller in das Land zwischen Euphrat und Tigris …Tannenberg! Allein schon der Name auf der Teilnehmerliste eines archäologischen Kongresses in Rom elektrisiert eine betagte Frau und drei alte Männer. Nach Jahrzehnten der erfolglosen Suche sehen sich die vier ihrem Ziel plötzlich ganz nah: der tödlichen Rache an einem Mann, der dramatisch in ihr Leben eingegriffen und sie einst auf schicksalhafte Weise miteinander verbunden hat. Als sie erkennen, dass es sich bei dem Kongressteilnehmer um die Enkelin des Gesuchten handelt, heuern sie einen Killer an, der sich an die Fersen der jungen Wissenschaftlerin heftet, um so an ihren Großvater Alfred Tannenberg heranzukommen. Doch nicht nur die vier Alten sind hinter den beiden her. Eine international verflochtene, auf Kunstraub spezialisierte Organisation hat es auf einen sensationellen archäologischen Fund der Tannenbergs im Irak abgesehen: Tontafeln, die die biblische Schöpfungsgeschichte in ihrer Urfassung enthalten. Und den Verschwörern ist jedes Mittel recht, um ihre Interessen durchzusetzen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Konspirative Komplotte en masse« 37°

Krimi-Rezension von Eva Bergschneider

Dem erste Roman der ehemaligen spanischen Journalistin Julia Navarro Die stumme Bruderschaft ist es in den spanischen Bestsellerlisten gelungen, Dan Browns Sakrileg zu entthronen. Etwas weniger Hollywood-mäßig, als der amerikanische Kollege, kreierte sie einen Thriller rund um Religionsgeschichte und Geheimbünde und konnte damit Kritiker und Leser überzeugen. Wird es Julia Navarro auch in ihrem Nachfolgeroman gelingen, eine historische Epoche lebendig werden zu lassen und sie in einem zeitgenössischen Thriller glaubwürdig und unterhaltsam einzubinden?

Ein archäologischer Traum im Irak kurz vor dem Ende Saddam Husseins

Auf einem Pariser Kongress stellt die unbekannte Archäologin Clara Tannenberg ein geplantes Grabungsprojekt in der Wüste des Irak vor. Sie möchte nach so genannten Tonbibeln, nach Tontafeln aus biblischer Zeit, auf denen die Schöpfungsgeschichte eingraviert wurde, suchen. Clara Tannenbergs Großvater, Alfred Tannenberg, hat angeblich in der Nähe von Haran zwei Tontafeln gefunden, auf denen sich Teile der alttestamentarischen Geschichte befinden, die Abraham einem jungen Schreiber namens Shamas diktiert hat. Durch einen Bombenangriff wurden in der Nähe des Ortes Safran die Überreste eines Bauwerks und einer Umfassungsmauer freigelegt, Alfred und Clara Tannenberg sind fest davon überzeugt, dass hier die restlichen Tafeln verborgen sind. Clara versucht, Kollegen für ihr Projekt anzuwerben, wird allerdings nicht besonders ernst genommen, da sie keinerlei Beweise für das Vorhandensein der zwei gefundenen Tafeln präsentieren kann.

Außerdem hat sich die politische Situation bereits dramatisch zugespitzt, die Welt rechnet damit, dass der amerikanische Präsident George W. Bush dem anhaltenden Säbelrasseln Taten folgen lässt und in den Irak einmarschiert. Wer würde wohl an einer archäologischen Expedition in einem Kriegsgebiet teilnehmen wollen?

Etliche Verschwörungen und eine Mission

Dennoch stößt Clara Tannenbergs Kongressteilnahme bei vier gut situierten älteren Menschen aus Rom, Madrid, Wien und Bonn auf sehr reges Interesse. Carlo Cipriami entdeckt zufällig den Namen Tannenberg in der Zeitung und sieht sich endlich in der Lage, sein lebenslanges Verlangen nach Rache zu stillen. Diesen brennenden Wunsch nach Vergeltung teilt Carlo mit seinen Freunden Hans, Bruno und Mercedes, gemeinsam schmieden sie den Plan, die ganze Familie Tannenberg auszulöschen.

Der junger Priester Gian Maria, erfährt im Beichtstuhl, dass ein Mord geschehen soll und findet in einer Zeitung, die der Beichtende zurückgelassen hat, den Namen Tannenberg rot markiert vor. Wie kann er diesen Mord vereiteln, ohne sein Beichtgeheimnis zu offenbaren?

Alfred Tannenbergs zwielichtige Geschäfte haben ihn zu einem reichen und mächtigen Mann im Irak gemacht. Gute Beziehungen zum herrschenden Hussein-Regime und die Teilhaberschaft an einem internationalen Konsortium sorgen dafür, dass er seiner Enkelin ihren großen Traum erfüllen kann; ein Aufsehen erregender Fund soll sie zu einer großen und angesehenen Archäologin machen. Doch Tannebergs Geschäftspartner haben ihre eigenen Pläne mit den Tonbibeln. Ein unermesslich lukrativer Coup wird militärisch-präzise geplant, die Urheber dieses Vorhabens sind bereit, sein Gelingen mit allen erforderlichen Mitteln sicher zu stellen.

Eine brisante Expedition im Wettlauf gegen die Zeit

Clara Tannenbergs kann mit ihrer naiven aber unerschrockenen Überzeugung schließlich den Pariser Kollegen Yves Picot zur Teilnahme an der Expedition bewegen. Dieser stellt ein Team aus international tätigen Wissenschaftlern, Mitarbeitern und Studenten zusammen, die das riskante aber Prestige trächtige Abenteuer wagen wollen.

Und so machen sich unmittelbar vor Kriegsausbruch eine Reihe von Leuten auf den Weg nach Safran, um eine Ausgrabung auf die Beine zu stellen: Clara Tanneberg mit zahlreichen Begleitern, Picot und eine ambitionierte Gruppe von Archäologen, sowie zwei Berufskiller mit unterschiedlichen Aufträgen und ein Priester, der um jeden Preis einen Mord verhindern will.

Ansätze zu einem außergewöhnlichen Thriller, aber …

Julia Navarro stellt einen sehr aufwendig konstruierten Thriller vor, der eine komplexe Geschichte erzählt, die unter anderem die politische Situation und ihre Hintergründe unmittelbar vor der amerikanischen Invasion des Irak mit einfließen lässt. Die Autorin beschreibt darüber hinaus ein durch finstere Verbrechen in Gegenwart und Vergangenheit geprägtes Familienportrait, dessen unmenschliche Züge immer mehr in den Vordergrund treten. Dazu gesellt sich noch etwas alttestamentarische Historie, die Julia Navarro vielleicht nicht gerade originalgetreu, aber stimmungsvoll und anschaulich erzählt.

...zuviel der geheimen Konspirationen, zuwenig Tiefe

Ein Thriller, in dem es von Ränken und Intrigen nur so wimmelt, ist in erster Linie dann spannend zu lesen, wenn der Leser gerade soviel Information erhält, dass er glaubt, die Geheimnisse und Hintergründe erahnen zu können. In »Die Bibel-Veschwörung« werden so einige Intrigen gesponnen und Komplotte geschmiedet, als Leser kann man sie allerdings kaum in den Zusammenhang einordnen, denn sie werden zu rudimentär erzählt und immer wieder durch andere Handlungsstränge unterbrochen. Vor allem zu Anfang werden eine Reihe paralleler Ereignisse mit einer Unmenge an Protagonisten vorgestellt. Durch diese bruchstückhafte Erzählweise, wird dem Leser der Zugang zur Story erschwert.

Viel zu lange hält sich die Autorin mit der Entstehung des drohenden Unheils auf, ohne das die Handlung entscheidend weiter gebracht wird. Die Charakterisierung der handelnden Personen hilft da ebenfalls nicht weiter, denn sie fällt so oberflächlich aus, dass sich viele der Protagonisten kaum unterscheiden lassen. Auch die Hauptfiguren wirken eindimensional und klischeehaft. Dazu kommen einige logische Unstimmigkeiten, die unangenehm auffallen. Lediglich die Flashback-Passagen erzählen ihre Geschichte abgerundet, gut nachvollziehbar und dadurch interessant.

Am Ende endlich spannend und doch bleibt ein fader Nachgeschmack

Das Ende versöhnt den Gesamteindruck etwas, denn endlich kann die Autorin den Plot überzeugend und mit viel Spannung zu Ende bringen und mit einem Überraschungseffekt abschließen.

Es bleibt jedoch ein unbefriedigendes Gefühl zurück, Julia Navarro hat offensichtlich versucht, ihren zweiten Roman mehr dem auf Spektakel ausgelegten Erzählstil Dan Browns anzupassen – ohne wirklich überzeugen zu können.
Alles in allem kann auch Julia Navarros »Die Bibel-Verschwörung« in der Erfolgs-Bugwelle der so genannten Religionsthriller durchaus mit schwimmen und wird die Liebhaber dieses Subgenre überzeugen. Um eine breitere Zielgruppe anzusprechen, wäre mehr Substanz und weniger Geheimniskrämerei angebracht gewesen.

Ihre Meinung zu »Julia Navarro: Die Bibel-Verschwörung«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Anonym zu »Julia Navarro: Die Bibel-Verschwörung« 02.03.2009
Also ich lese das buch zurzeit ebenfalls, weil mich beim kaufen des buches das cover dazu verleitet hat es zu kaufen. momentan bin ich erst auf seite 378 um bisdahin finde ich das buch schon ganz gut -auch wenn ich bisher nicht erfahren habe was Alfred Tannenberg getan hat. Natürlich habt ihr zwar auch recht mit den ständigen droh wiederholungen, aber was solls? der rest des buches macht es wieder wet.

Vielleicht liegt diese meinungverschiedenheit auch daran, das ich erst Fünfzehn bin.
MarkusEMH zu »Julia Navarro: Die Bibel-Verschwörung« 31.01.2009
LANWEILIG!!! ALTPAPIER!!! Ich habe auf Seite 330 aufgegeben, mich durch lauter neue Verschwörungstheorien zu kämpfen und wollte mir nicht zum hundertstenmal anhören, wie schlimm das ist, was Alfred Tannenberg gemacht hat (ausgesprochen wurde es aber bis dahin nicht) oder wie böse Georg W. Bush und seine Amerikaner sind.

Klare Empfehlung: Im Bücherregal im Laden lassen.
K.-G.Beck-Ewe zu »Julia Navarro: Die Bibel-Verschwörung« 05.10.2007
Die Wiederholungen beziehen sich auch leider nicht nur auf die Bedrohungen, sondern die Verschwörer erzählen ständig irgendwelchen Leuten immer wieder die gleichen Dinge. Zum Einschlafen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Erwin Wieser zu »Julia Navarro: Die Bibel-Verschwörung« 15.04.2006
Die alttestamentarische Thriller-Welle wogt weiter; hier in dem zweiten derartigen Schinken von Julia Navarro. Die Geschichte ist deutlich zu lang; störend sind ständigen Bedrohungsszenarien, da zu häufig wiederholt. Die endlosen immer um die gleichen Vorgänge sich drehenden Dialoge sind hölzern (liegt`s auch an der Übersetzung?) und sind der Spannung, wenn sie denn endlich aufkommen wollte, eher hinderlich. Allein der Plot zum Schluss versöhnt etwas, aber das ist zu wenig. Was hätte wohlein Eric Ambler aus so einem Stoff gemacht??!!
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Die Bibel-Verschwörung

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: