Wilsberg und die Schloss-Vandalen von Jürgen Kehrer

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.
Folge 12 der Wilsberg-Serie.

  • Dortmund: Grafit, 2000. ISBN: 3-89425-237-5. 159 Seiten.

'Wilsberg und die Schloss-Vandalen' ist erschienen als Taschenbuch

Das meint Krimi-Couch.de: »Kurzweilig geschrieben, die Story durchdacht«

Krimi-Rezension von Manfred Heeke

Der Münsteraner Privatdetektiv Georg Wilsberg wird vom Grafen Josef zu Schwelm-Legden engagiert. In letzer Zeit werden Anschläge auf sein Schoß in Isselburg verübt und der Schloßherr erpresst. Wilsberg gefällt dieser Auftrag, scheint er doch relativ leicht zu sein und es springt eine ansehnliches Honarar dabei heraus. Außerdem kann er im konfortablen schloßeigenen Hotel residieren.

Der Detektiv ist schnell davon überzeugt, dass hinter den Anschlägen Jungendliche stecken. Er legt sich also auf die Lauer, endeckt zunächst aber nichts. Plötzlich nimmt der Fall eine Wendung. Dem Grafen werden menschliche Knochen zugesandt mit der Bemerkung »Wir haben die Leiche gefunden«. Nun ermittelt auch die münsteraner Mordkommission unter Leitung von Wilsbergs jahrelangen Weggefährten Hauptkommissar Stürzenbacher. Ganz so einfach, wie Wilsberg es sich vorgestellt hat, scheint der Fall dann doch nicht zu lösen zu sein.

Wilsberg findet jedoch heraus, dass es viele Menschen gibt, die dem Grafen Böses gönnen. Er hält beispielsweise illegal exotische Vögel in seinem Schloßpark, verkauft ein unter Naturschutz stehendes Stück Land, damit dort eine Umgehungsstraße gebaut werden kann und hat seine Tochter verstoßen, nur weil sie einen handwerklichen Beruf ausübt. Außerdem ist da noch der homosexuelle Sohn des Hotel-Geschäftsführers, der sich merkwürdig benimmt und ein Reporter der Lokalzeitung, der mehr zu wissen scheint, als er preisgibt. Ein vergnüglicher und spannender Krimi mit überraschenden Wendungen.

Wie bisher alle Wilsberg-Romane spielt auch dieser in Münster bzw. seiner Umgebung. Die Menschen dieser Region werden äußerst amüsant beschrieben, häufig geht Autor Jürgen Kehrer auf den Ort des Geschehens näher ein: »Wilsberg und die Schloß-Vandalen« ist also ein Krimi mit ordentlich Lokalkolorit. Und dann ist da natürlich noch die interessante Figur des Georg Wilsberg:

Wilsberg hat ein abwechselungsreiches Leben hinter sich. Er war Anwalt, dem jedoch seine Lizenz entzogen wurde, da er Mandantengelder veruntreut hat. Später dann führte er eine Münzhandlung und war gleichzeitig als Privatdetektiv tätig. Dieses Detektivbüro hat dann seiner ehemaligen Mitarbeiterin überschrieben, die daraus eine florierende Firma machte, in der er ab und zu aushalf. Jetzt hat er wieder ein eigenes Büro und wird dabei unterstützt von der Studentin Franka.

Er war kurze Zeit verheiratet mit einer jungen Frau, die er in einem seiner vorhergehenden Fälle kennengelernt hatte. Aus dieser Ehe stammt eine Tochter, die er jedoch nur unregelmäßig an Wochenenden sieht. Wilsberg ist also ein Verlierertyp mit chronischen Geldschwierigkeiten, der zudem noch unter Neurodermitis leidet. Er ist aber ein symphatischer Mensch, wenn auch häufig etwas chaotisch.

»Wilsberg und die Schloß-Vandalen« ist trotz allem Lokalkolorit auch für alle Nicht-Münsteraner absolut lesenswert – kurzweilig geschrieben, die Story ist gut durchdacht und hält gut bei der Stange. Tja, und den Protagonisten Wilsberg muß man einfach gerne haben.

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andrepolis zu »Jürgen Kehrer: Wilsberg und die Schloss-Vandalen« 07.06.2012
Wenn Du kein Geld hast, kaum noch weißt, wie Du Deine Rechnungen oder Deine Mitarbeiter bezahlen sollst, was gibt es da Schöneres als an einem anderen Ort zu arbeiten und neben her eine Menge Geld zu verdienen.
Wilsberg steht kurz vor der endgültigen Pleite. Nicht zum ersten und bestimmt nicht zum letzten Mal. Da kommt ihm ein Anruf eines Grafen, der Probleme mit einigen Schloßvandalen hat gerade recht. Verpflegung im schlosseigenen Hotel, saubere Unterkunft. Was will man mehr?
Weniger Probleme, die sich an den Fall dranhängen wäre nur da nur eine Idee. Wilsberg recherchiert und kommt nach und nach zu einigen Schlüssen, die nicht nur den Grafen aufschrecken...
Koslowski, der Partner Wilsbergs ist tot, und als ob das nicht schon schlimm genug wäre sieht auch die finanzielle Zukunft Wilsbergs auch nicht gerade super aus. Kehrer spielt hier mit verschiedenen Motiven und irgendwie schafft er es, dass Wilsberg wenigstens am Ende wie der sichere moralische Sieger aussieht.
Sandra van Thiel zu »Jürgen Kehrer: Wilsberg und die Schloss-Vandalen« 02.01.2009
Der Recherche-Fehler ist gar nicht so gross, da Anholt ein Stadtteil von Isselburg ist (auch wenn das die Anholter nicht gerne hören). Für mich als "Einheimische" war das Buch echt interessant zu lesen, man sieht die verschiedene Orte mal aus einem anderen Blickwinkel. Da rückt der eigentliche Fall schon mal in den Hintergrund.
Lena zu »Jürgen Kehrer: Wilsberg und die Schloss-Vandalen« 08.01.2005
Super buch! Wie alle wilsberg bücher. nur weiter zu empfehlen!
ich habe es echt gerne gelesen, nur war es leider viel zu kurz. Das buch kann man echt super empfehlen. ist doch egal wenn da ein recherche fehler unterlaufenm ist. das hindert nichts am lesen des buches.
SGrothues zu »Jürgen Kehrer: Wilsberg und die Schloss-Vandalen« 25.10.2004
Wilsberg und die Schloss Vandalen ist ein super Buch. Es hat alles was ein Wilsberg-Buch braucht. der Autor hat auch so viele schöne Sprüche eingebaut, das macht das Buch noch lustiger. Dieses Buch ist echt weiter zuempehlen sonst hätte es ja auch nicht 94% erhalten.
Jan Vijkt van Achtern zu »Jürgen Kehrer: Wilsberg und die Schloss-Vandalen« 14.06.2004
Mein lieber Schwan... da ist dem Autor ja ein schwerer Recherche-Fehler unterlaufen... Isselburg hat doch gar kein Schloß, dieses steht nämlich in Anholt. Aber was solls, sehr lesenswert ist das Buch auf jeden Fall, wie auch die übrigen aus der Reihe...
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