Die Akte Einbeck von Jürgen Ebertowski

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 bei KBV.

  • Hillesheim: KBV, 2005. ISBN: 3937001654. 200 Seiten.
  • [Hörbuch] Daun: TechniSat Digital, Radioropa Hörbuch, 2006. Gesprochen von Jürgen Ebertowski. ISBN: 3866672535. 5 CDs.

'Die Akte Einbeck' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Der japanische Banker Ken Tadayama kommt anlässlich eines Manageraustauschprogramms für ein Jahr nach Einbeck. Im »Brodhaus« am Marktplatz lernt er die Vorzüge des bekannten Einbecker Biers zu schätzen. Zu einer geselligen Runde, die sich dort immer wieder zusammenfindet, gehört auch Rudolph Schulz, Speditionsunternehmer und Sparkassenkunde, dessen Firma seit Monaten vor dem Bankrott steht. Als kurz nach Tadayamas Eintreffen Schulz von einem Tag auf den anderen statt drückender Schulden das Problem hat, wie er zweihunderttausend Euro gewinnbringend anlegen soll, beginnt das große Rätseln über den plötzlichen Geldsegen. Willem van Graat, ein holländischer Geschäftsmann, ist bei Schulz eingestiegen. Der Landkreis und die Stadt Einbeck, immer auf der Suche nach potenten Investoren, lassen die bürokratischen Mühlen im Schnellgang rotieren. Mit der Kapitalspritze des Holländers kann Schulz sein Unternehmen grundlegend modernisieren und in atemberaubendem Tempo umstrukturieren. An dem Tag, an dem Rudolph Schulz erneut eine größere Geldsumme anlegen will und van Graat die Arbeitserlaubnis für mehrere Lebensmittelspezialisten aus Japan beantragt, findet man in einem Wassergraben hinter dem Diekturm die Leiche des stadtbekannten Raufbolds Heinz Krekel, eines Fahrers der Firma Schulz. Der Mörder ist kein Risiko eingegangen. Die ballistischen Untersuchungen ergeben, dass die beiden Schüsse in den Hinterkopf aus etwa zwei Meter Entfernung abfeuert wurden …

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein weiter Bogen vom Drogenhandel über Falschgeld bis hin zum organisierten Verbrechen« 65°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Rudolph Schulz steht mit seiner Speditionsfirma vor dem Bankrott und so nimmt er höchst dankbar ein Angebot des holländischen Geschäftsmannes Willem van Graat an, der ihm für die Übernahme seiner Firma immerhin satte 200.000 Euro anbietet. Doch es kommt noch besser: Alle Arbeitsplätze bleiben erhalten, in den Standort werden 5 Mio. Euro gesteckt um den Firmensitz aufzupeppen und Schulz bekommt einen lukrativ bezahlten Job als Leiter des Fuhrparks. Im Ergebnis entsteht die neu gegründete Firma Asian Premium Food (APF), welche von der kleinen Stadt Einbeck asiatische Luxuslebensmittel europaweit vertreiben will.

Ken Tadayama, ein japanischer Banker, kommt im Rahmen eines Manageraustausch-programmes ebenfalls nach Einbeck, wo ihm zusammen mit seinem Kollegen Ulrich Öztürk und seinem Bankchef Heinrich Benten recht bald einige Ungereimtheiten im Zusammenhang mit den Kontenbewegungen der Firma APF auffallen. So beliefert APF laut Firmenprospekt mit hochwertigen Produkten »europaweit« fast ausschließlich japanische Spitzenrestaurants, kann aber Einnahmen in sechsstelliger Höhe aus zahlreichen Ländern verbuchen, die sodann an den Mutterkonzern in Rotterdam weiter fließen.

Außerdem tauchen in Einbeck vermehrt Blüten falscher Euroscheine auf und auch der Drogenkonsum steigt merklich an. Da wird eines Tages der Kleindealer Heinz Krekel erschossen aufgefunden, der zuletzt als »Mädchen für alles« für APF arbeitete und erst vor kurzem die Entdeckung machte, dass an Stelle der Beifahrer-Airbags in den Transportern der APF gut getarnte Geheimfächer angebracht sind …

Jürgen Ebertowski hat mit dem KBV-Verlag einmal mehr einen neuen Verlag gefunden (bisher u. a. Ullstein) und wer alleine einen Blick auf die Titel seines bisherigen Schaffens wirft (z. B. Aikido Speed), der ahnt bereits vorab, dass der Japanexperte und Aikido-Lehrer Ebertowski in seinem aktuellen Werk erneut zahlreiche fundierte Details aus seinen diesbezüglich reichhaltigen Erfahrungen einfließen lässt.

Doch Achtung! An dieser Stelle muss vor den Nebenwirkungen des Romans ausdrücklich gewarnt werden. Wer dieses Buch liest läuft nämlich Gefahr, seinen nächsten Urlaub in Einbeck und dort jeden Abend im Restaurant »Brodhaus« zu verbringen. Außerdem erscheint eine Mitgliedschaft in einem Aikido-Club unumgänglich, denn von Ulrich Öztürk über Ken Tadayama bis hin zur Reporterin der Einbecker Morgenpost Iris Veltheim ist für auffällig viele Personen das Training offenbar der Lebensmittelpunkt, um nicht zu sagen, der Sinn des Lebens. Eine Ehrenmitgliedschaft im Deutschen Aikido-Bund oder der Aikido-Union Deutschlands dürften dem Autor in naher Zukunft somit gewiss sein.

Auch wenn das Buch mit gerade einmal 197 Seiten recht dünn ausfällt, schafft es Ebertowski dennoch, einen ebenso gut lesbaren wie authentischen Wirtschaftskrimi vorzulegen, der mit Elementen des fernöstlichen Lebensstils gespickt ist (Aikido, japanisches Essen, Yakuza) und – wie oben angerissen – den Bogen vom Drogenhandel über Falschgeld bis hin zum organisierten Verbrechen spannt.

Leider hat es der Autor vor lauter Leidenschaft für seine vorgenannten Interessensgebiete versäumt einen Spannungsbogen aufzubauen, der den Leser in irgendeiner Form mitfiebern lässt. Der in der Inhaltsangabe des Buches bereits vorweg genommene Mord an Heinz Krekel erfolgt auf Seite 131, wobei der Leser sich nicht die Mühe machen muss, den Täter zu erraten, da dieser bereits vorweggenommen wird.

Dazu passend kommt die Polizei lediglich marginal, also (fast) gar nicht, in dem Buch vor, denn die Aufklärungsarbeit leisten ausschließlich die drei Banker (Tadayama, Öztürk, Benten) und die Journalistin der Morgenpost.

Wer sich für Regional- oder Wirtschaftskrimis sowie für die Faszination des Fernen Ostens interessiert, findet mit dem vorliegenden Roman eine kurzweilige und atmosphärisch gut umgesetzte, wenngleich leider recht vorhersehbare Geschichte. Der Roman gibt zudem einen guten Einblick in die Arbeitsweise (Organisation) des internationalen Verbrechens. Daher eine Empfehlung für einen verregneten Herbsttag.

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frank zu »Jürgen Ebertowski: Die Akte Einbeck« 17.05.2010
finde ich sehrscheiße sowas
jajajajajajajajajaja ich kann das buch nicht entfehlen weil es einfach nicht so guuut isrt und der autor es nicht gut beschrieben hat!!!Man kann es nicht gut verstehen weil es ziemlich schwer geschrieben ist.ja uund es st viel zu teuer so was dann zu kaufen ganze 8,90€
Brigitte Finck zu »Jürgen Ebertowski: Die Akte Einbeck« 21.11.2008
Da ich selber "alte" Einbeckerin bin, hat mich natürlich sofort der Titel fasziniert, als ich es auf dem Flohmarkt als Hörbuch entdeckte. Meine Spannung stieg, als ich mitbekam, dass auch Aikido ein zentrales Thema des Buches ist.
Ich selbst habe in jungen Jahren intensiv Aikido und Judo trainiert.
Ich habe dann auf meiner Fahrt nach Holland das Vergnügen gehabt, das Hörbuch in einem Stück zu genießen.
Es ist spannend, unterhaltsam, und macht wirklich Lust darauf, Einbeck und Umgebung mal zu erleben.
Danke dafür
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