Am seidenen Faden von Joy Fielding

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel Missing pieces, deutsche Ausgabe erstmals 1997 bei Goldmann.

  • New York: Doubleday, 1997 unter dem Titel Missing pieces. 368 Seiten.
  • München: Goldmann, 1997. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-30718-X. 411 Seiten.
  • München: Goldmann, 1999. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-44370-9. 411 Seiten.
  • München: Goldmann, 2000. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-44797-6. 411 Seiten.
  • München: Goldmann, 2001. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-44929-4. 411 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2003. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3828972705. 411 Seiten.
  • München: Goldmann, 2003. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-05498-2. 411 Seiten.
  • München: Goldmann, 2004. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 3-442-45780-7. 411 Seiten.
  • München: Goldmann, 2008. Übersetzt von Mechtild Sandberg-Ciletti. ISBN: 978-3-442-46751-8. 411 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Random House Audio, 2009. Gesprochen von Simone Thomalla. ISBN: 3837100928. 4 CDs.

'Am seidenen Faden' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Wie schön könnte das Leben für Kate Sinclair in ihrem Traumhaus in Palm Beach sein. Doch die wohlgeordnete Welt der erfolgreichen Familientherapeutin zeigt Risse: Ihre ältere Tochter rebelliert, ihre Mutter terrorisiert die Umwelt. Und ihre exzentrische Halbschwester Jo Lynn verkündet öffentlich, sie wolle einen Mann heiraten, dem die Ermordung von dreizehn Frauen zur Last gelegt wird. Plötzlich sieht Kate sich und ihre Familie hineingezogen in die nachtschwarze Welt eines unberechenbaren Psychopathen.

Das meint Krimi-Couch.de: »30 Kapitel warten auf ein Kapitel Spannung« 39°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Kate Sinclair führt ein geregeltes Leben mit einer glücklichen Familie. Sie hat eine gutgehende Praxis als Familientherapeutin, führt eine intakte Ehe mit ihrem Mann, dem Bauunternehmer Larry und hat zwei jugendliche Töchter, Sara und Michelle. Zusammen bewohnen sie ein schönes Haus in Palm Beach in Florida. Kate zog vor einigen Jahren von Pittsburgh nach Florida, um sich von ihrer Mutter und ihrer Schwester Jo Lynn zu lösen, doch mittlerweile leben auch diese in Palm Beach.

Und plötzlich läuft nichts mehr so, wie es sein soll. Kates beginnende Wechseljahre sorgen dafür, dass sie unausgeglichen und nervös ist. Mit ihrer Tochter Sara kommt sie einfach nicht mehr klar. Sara lehnt sich gegen ihre Eltern auf, schwänzt die Schule, schwindelt und kommt nachts nicht nach Hause.

Kates Mutter, die in einem Seniorenheim lebt, macht ebenfalls Probleme. Sie fühlt sich verfolgt, backt für ihre Mitbewohner Kuchen mit Spülmittel und löst schließlich fast eine Brandkatastrophe aus. Kate will es nicht wahr haben, erkennt aber, dass ihre Mutter vermutlich an der Alzheimerschen Krankheit leidet. Da ihre Mutter für das Seniorenheim nicht mehr tragbar ist, nimmt Kate sie bei sich zu Hause auf, bis sie ein Pflegeheim gefunden hat.

Der Alptraum beginnt für Kate aber so richtig, als ihre Schwester in der Zeitung das Bild von Colin Friendly sieht, der des Mordes an 13 Frauen angeklagt ist. Jo Lynn beschließt sofort, den mutmaßlichen Massenmörder zu heiraten. Von seiner Unschuld ist sie natürlich überzeugt. Als die Gerichtsverhandlung beginnt, ist Jo Lynn täglich im Gerichtssaal anzutreffen. In aufreizender Aufmachung lenkt sie die Aufmerksamkeit aller auf sich. Jo Lynn überredet ihre Schwester, sie zur Verhandlung zu begleiten. Dort trifft Kate ihren alten Schulfreund Robert wieder. Als dieser sie zum Essen einlädt, willigt sie widerstrebend ein. Robert macht ihr das Angebot, bei seinem Radiosender eine Sendung zu moderieren. Kate ist drauf und dran, Roberts Avancen zu verfallen und ihre Ehe aufs Spiel zu setzen.

Als Colin Friendly schließlich zum Tode verurteilt wird, ist Kate zumindest in dieser Hinsicht erleichtert, doch ihre Schwester setzt ihren Willen durch und heiratet ihn trotzdem im Gefängnis. Nicht nur das: sie nimmt gegen Kates Einwilligung deren Tochter Sara als Trauzeugin mit.

Joy Fielding hat diesen Roman in der Ich-Form geschrieben. Nach einem einleitenden Kapitel, aus dem sich noch nicht viel ersehen lässt, das aber als mißglückter Versuch, Vorab-Spannung zu erzeugen, zu erkennen ist, erzählt die Therapeutin Kate Sinclair rückblickend chronologisch einen Teil ihres Lebens, in dem sich für sie einiges grundlegend veränderte. Diese Erzählung ist dabei in annähernd gleichlange meist 12 Seiten umfassende Kapitel-Häppchen eingeteilt.

Kate Sinclair steht am Beginn der Wechseljahre. Infolge dessen ist sie leicht reizbar und unausgeglichen. Diesen Zustand bringt die Autorin zwar sehr gut rüber, als positiv kann ich das jedoch nicht beurteilen, denn das Geschehen aus Sicht dieser reizbaren Frau zu verfolgen, war für mich kein Lesevergnügen. Während des Lesens denkt man bei sich ständig »Frau, bleib ruhig« oder »Jetzt handle mal überlegt«, doch wird man dabei in die hektische Atmosphäre hineingezogen. Was sicher beabsichtigt war, doch nicht jedermanns Sache ist.

386 Seiten lang plätschert das Geschehen so vor sich hin, ohne daß wirklich etwas Spannendes passiert. Ein wenig Humor hätte diesen Seiten sicherlich gut getan und sie akzeptabler gemacht. Dann passiert natürlich genau das, was der Leser schon die ganze Zeit erwartet hat. Und dies wird dann in insgesamt 19 Seiten Ruck-zuck abgehandelt, um das Buch dann mit dem Schlußkapitel ausklingen zu lassen. Einzig und alleine der Schlußgag versöhnt ein wenig für die vertane Zeit.

Der Roman ist eine Mischung aus realem Familienleben, wie es sich wenig aufregend in zahlreichen Familien abgespielt haben könnte sowie einer sehr unrealistischen Handlung, die den Verbrecher ins Spiel bringt. Die ganze Mischung dann als Psychothriller zu bezeichnen, finde ich ziemlich überzogen. Für mich ist »Am seidenen Faden« ein Buch, in dem alles daneben gegangen ist: eine Handlung, in der die Probleme der Protagonistin einfach nur nervig sind mit dem mißglückten konstruierten Versuch, Spannung hineinzubringen. Das Argument »Die Autorin baut durch das Warten auf ein Ereignis eine ungeheure Spannung auf«, wie es gerne benutzt wird, ist hier absolut nicht nachzuvollziehen.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr einfach und leicht und flüssig lesbar mit vielen kurzen Absätzen und sehr viel direkter Rede. Einzig störend wirken die Stellen, in denen die Fantasie etwas mit der Erzählerin durchgeht oder in denen sie träumt. So ist das Buch trotz fehlender Spannung leicht in wenigen Tagen zu lesen. Die Darstellung der Charaktere ist recht gut gelungen, wenn auch an einigen Stellen etwas oberflächlich.

Ich würde ja gerne dem Buch etwas Positives abgewinnen, mir fällt jedoch einfach nichts ein. Leider kann man dem Werk auch nicht den Hauch von Anspruch zubilligen, obwohl es da beim Thema Massenmörder und Todesstrafe doch gute Ansatzpunkte gegeben hätte.

Obwohl ich bisher meist Positives über Joy Fielding gehört habe, kann ich mich diesem Urteil nicht anschließen. Wer gerne Psychothriller liest, findet leicht spannendere Bücher. Als unterhaltsamer Familienroman ist das Werk einfach nur nervig. Auch, wenn dies mein erster Fielding-Roman war, kann ich schon jetzt behaupten, dass Joy Fielding für mich nicht zu den Top-Autoren gehört.

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lilalu zu »Joy Fielding: Am seidenen Faden« 12.06.2010
Lange her, dass ich "Am seidenen Faden" zuletzt gelesen habe. Ich erinnere mich, dass ich es damals eigentlich ganz gut fand - obwohl ich noch sehr jung war und deshalb mit den Midlife-Crisis-Gedanken der Protagonistin eigentlich noch wenig anfangen konnte. Das ist mir heute wesentlich näher...
Insgesamt finde ich es eines der besseren Bücher der Autorin: Sie lässt sich Zeit mit Beschreibungen und gibt ihren Figuren die Chance, zu "wachsen", indem sie sie vielschichtiger und mit mehr Mühe zeichnet. Erfreulich ist, dass ihre Hauptperson Kate endlich mal keine "Supermom" und "Superwoman" ist - das macht sie ja sonst sehr gerne mit ihren Hauptpersonen - sondern ein normaler Mensch mit normalen Reaktionen, wenngleich insgesamt doch etwas einfältig-naiv und damit auch leicht nervtötend. Positiv auch, dass die Dialoge nicht ganz so hölzern sind wie in anderen Romanen der Autorin! Was Joy Fielding kaum oder eigentlich gar nicht beschreiben kann, sind Männer! Männer sind bei ihr entweder mörderisch-lynchend wie Colin Friendly, zwielichtig-verführerisch wie Robert oder golfspielend-langweilig wie Larry. Auffällig auch, dass Joy Fieldings weibliche Hauptpersonen eigentlich nie Söhne als Kinder haben, sondern meistens Töchter - Männer kann sie nicht!
Das Buch ist kein "echter Krimi", das stimmt, und für eine Charakterstudie wiederum ist es zu seicht, das stimmt auch. Trotzdem ist es nicht ganz schlecht, es ist halt die Beschreibung einer mittelalten Frau, die an einem Wendepunkt in ihrem Leben angekommen ist. Und diese Beschreibung gelingt der Autorin nicht gänzlich talentfrei! Die Bluttat am Ende - naja, die braucht Joy Fielding halt immer, und ob sie sich damit einen Gefallen tut, sei mal dahin gestellt. Auch ihre Ausführungen zur Todesstrafe lassen mich immer recht fassungslos zurück.
Fazit: Kein echter Krimi, kein echtes Psychogramm, einfach ein gut lesbarer Roman für einen faulen Nachmittag! Und dafür ist er nicht übel!
Sunshine zu »Joy Fielding: Am seidenen Faden« 17.03.2009
Ich fand das Buch bis zu ersten Drittel noch relativ spannend. Danach wird es ziemlich mühsam und man weiss gar nicht wohin will die Autorin eigentlich? Man denkt, es wird sicher gleich spannend, aber man wartet vergeblich. Ganz zum Schluss wird es wieder etwas spannender, wobei man dann schon weiss, dass jetzt nichts mehr weltbewegend Unvorhergesehenes kommen wird, da nur noch ein paar seiten übrig sind. Alles in allem nicht wirklich ein Thriller, da Buch weicht sehr vom Thema ab. Ein etwas mühsames Problem-Buch.
vivi zu »Joy Fielding: Am seidenen Faden« 01.10.2008
Ich persönlich bin ein großer Fan von Joy Fielding und ihren Büchern! Dieses Buch habe ich schon mindestens 8 mal gelesen und finde es immer noch spannend! Es ist zwar nicht mein Lieblingsbuch, ich finde aber dass ihr mit diesem Buch eins fesselnde, wenn auch etwas unrealistische Geschichte gelungen ist!
kitty zu »Joy Fielding: Am seidenen Faden« 03.06.2008
ich fand dieses buch sehr gut da es die gefühle von kate sehr gut beschreibt. ich bin ein sehr großer fan von joy fielding und liebe ihre bücher, muss aber auch sagen das es echt bessere gibt
Brigitte Hoffmann zu »Joy Fielding: Am seidenen Faden« 09.02.2008
es wird zuviel auf die Schwester eingegangen. Es ist richtig nervig deren Dummheit nachzuvollziehen. Ich kenne solche Leute, denen man mit rationalen Argumenten nicht beikommt, das nervt mich schon im realen Leben und ist eine Qual, dies auch noch so ausfehrlich zu lesen. Es werden ihr einfach zu viele Seiten gewidmet. So schnell werde ich kein Buch mehr von Joy Fielding lesen
Ann-Christin zu »Joy Fielding: Am seidenen Faden« 18.09.2007
Als ich das Buch "Am seidenen Faden" anfing, dacht ich mir "das wird sicher richtig spannend!". Falsch gedacht. ABER es ist eine wahre Kunst(!) für eine Autorin oder einen Autor ein Familienleben so zu beschreiben das es den Leser einfach nur fesselt! Ohne jegliche Action (abgesehen vom Überfall) ist man trotzdem dermaßen mitgerissen! Kate versucht naive Schwester, Töchter und Ehemann unter einen Hut zu bekommen!
Dieses Buch kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen und zwar an alle, denn ich bin mir sicher, dass dieses Buch jeden anspricht, egal wie alt.
ikram zu »Joy Fielding: Am seidenen Faden« 02.05.2007
also ich ahbe alle bücher von joy fielding und muss sagen das ist ziemlich schlecht . das buch ist langweilig und überhaupt nicht spannend es ist einfach nur ne lahme geschicht über ne frau mittlerem alters die probleme mit isch slebst und ihrer fasmilie hat also ich muss dagen joy fielding kann das besser
Krimilotte zu »Joy Fielding: Am seidenen Faden« 16.02.2007
Tja auch eher enttäuscht, wenn auch nicht zu sehr.
Zum Anfang der typische Spannungsaufbau, aber dann eher doch zäh und langamtmig.

Schade eigendlich den Joy Fielding kann es ja bewiesener Weise viel besser.
tini zu »Joy Fielding: Am seidenen Faden« 12.02.2006
Ich fand das nicht besonders spannend, mußte es nach ca. 10 Seiten wieder aus der Hand legen, es ist wie oben schon beschrieben wurde einfach lahm
und dahin geplätschert da hätte auch jeder x beliebige Groschenroman mithalten können, einfach nur schlecht....
Jennifer Faber zu »Joy Fielding: Am seidenen Faden« 27.10.2005
dieses buch ist wie jedes andere von ihr zwar sehr spannend und fesselnd, aber das ihre schwester so in diesen massenmörder "verschossen" ist und ihn dann auch heiratet und so naiv ist...ist einfach ein wenig übertrieben und schwer vorstellbar!!!es ist von vornherein klar, dass dieser mann gefährlich und nichts gutes im schilde führt, doch finde ich die geschichte gut geschrieben und einfach großartig!!!

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