Josephine Tey

Josephine Tey wurde 1897 als Elizabeth Mackintosh im schottischen Inverness geboren. Sie besuchte dort die Royal Academy sowie das Anstey Physical Training College in Birmingham, eine typische »Frauenschule” dieser Epoche, die «damengemäße» Grundkenntnisse in Medizin und Physik vermittelte sowie viel Wert auf Gymnastik und Tanz legte.

Mackintosh, die echtes Talent als Leichtathletin an den Tag legte, lehrte nach ihrem Abschluss 1918 Sport an diversen Colleges in England. Als 1926 ihre Mutter starb, kehrte sie nach Inverness zurück, um den invaliden Vater zu pflegen. In dieser Zeit begann Mackintosh, die schon immer gern geschrieben hatte, Kurzgeschichten und Gedichte in verschiedenen Zeitschriften zu veröffentlichen. Als der Verlag Methuen in London 1929 einen Wettbewerb ausschrieb, verfasste Mackintosh angeblich binnen zweier Wochen ihren Romanerstling «The Man in the Queue», der unter dem Pseudonyme «Gordon Daviot» erschien.

Es dauerte knapp acht Jahre, bis die Autorin einen weiteren Roman vorlegte: «A Shilling for Candles», wieder ein Krimi mit Inspektor Grant, trug auf dem Titel den Verfassernamen «Josephine Tey»: Mackintosh, die stets die Öffentlichkeit mied, verwendete den Vornamen der Mutter und den Nachnamen der englischen Großmutter. Bei diesem Pseudonym blieb sie. «Gordon Daviot» lebte aber weiter und verfasste seit den 1930er Jahren Theaterstücke. Mit «Richard of Bordeaux» verhalf Mackintosh 1932 dem Schauspieler (Sir) John Gielgud (1904-2000) zum Durchbruch. Ihre späteren Werke konnten diesen Erfolg nicht wiederholen. Die intime Kenntnis des englischen Theaterlebens floss indessen positiv in die Kriminalromane der Josephine Tey ein.

Diese schrieb sie erst nach dem II. Weltkrieg regelmäßig. Kolportiert wird, dass sie dies als «Brotarbeit" betrachtete, mit der sie freilich außerordentlich gut verdiente: Die Romane der Autorin – die nicht nur Thriller verfasste – waren bei Kritikern und Lesern gleichermaßen beliebt. Tey komponierte nicht nur ausgeklügelte Plots, sondern verfügte über die Gabe einer vielschichtigen Figurenzeichnung. Alan Grant ist weit entfernt von der Eindimensionalität zahlreicher zeitgenössischer Krimi-Detektive.

Teys Werk blieb schmal. Anfang der 1950er Jahre erkrankte sie an Krebs. Sie, die niemals geheiratet hatte, verschwieg ihren Freunden die Krankheit und starb daher überraschend am 13. Februar 1952 in Streatham, London. An ihrem Grab trauerten viele Theaterfreunde, darunter auch John Gielgud.

Krimis von Josephine Tey:

Alan Grant-Reihe
Warten auf den Tod (Der Mann in der Schlange) Rezension
(1929)
The Man in the Queue (Killer in the Crowd)
Klippen des Todes
(1936)
A Shilling for Candles
Die verfolgte Unschuld (Der große Verdacht)
(1948)
The Franchise Affair
Wie ein Hauch im Wind
(1950)
To Love and Be Wise
Alibi für einen König (Richard der Verleumdete)
(1951)
The Daughter of Time
Der singende Sand
(1952)
The Singing Sands
Tod im College
(1946)
Miss Pym Disposes
Der Erbe von Latchetts 
(1949)
Brat Farrar (Come and Kill Me)
Weitere Werke:
Kif, an Unvamished History
(1929)
Claverhouse: The Biography of John Graham of Claverhouse
(1937)
The Privateer
(1952)

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