Angstspiel von Jonathan Nasaw

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel Fear itself, deutsche Ausgabe erstmals 2004 bei Heyne.
Folge 2 der E.L.-Pender-Serie.

  • New York: Atria Books, 2003 unter dem Titel Fear itself. ISBN: 0743446518. 327 Seiten.
  • München: Heyne, 2004. Übersetzt von Sepp Leeb. ISBN: 3-453-87756-X. 430 Seiten.
  • München: Heyne, 2006. Übersetzt von Sepp Leeb. ISBN: 978-3-453-43201-7. 430 Seiten.

'Angstspiel' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch E-Book

In Kürze:

Ein Serienmörder hat sich darauf spezialisiert, seine Opfer buchstäblich zu Tode zu erschrecken. Er nutzt die Kenntnis über deren Phobien und treibt sie in den Tod, indem er das s ogenannte »Angstspiel« mit ihnen spielt. FBI-Agent E.L. Pender ist dem Täter auf der Spur, doch er ahnt nicht, dass auch seine Freundin ins Visier des Killers geraten ist.

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »Eine lieblose Fortsetzung« 40°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Das Spiel mit der menschlichen Angst ist schlimm, mitunter pervers. Das wissen nicht nur Thriller-Autoren, sondern auch Simon Childs, Serienkiller in Jonathan Nasaws Nachfolger von Die Geduld der Spinne . Den Namen an dieser Stelle bereits zu verraten, ist angesichts dieses zusammengeschusterten Romans kein Spannungskiller. Nasaw selbst tötet schon auf den ersten Seiten jede Miträtsellust im Keim, schöpft vielmehr die Spannung daraus – ähnlich wie im Vorgänger – wie nun FBI-Special Agent Pender dem Killer das Handwerk legen kann. Ein »Page-Turner« wird daraus leider nur auf den ersten 180 Seiten. Da hat das Buch seinen Bruch und man wäre trotz der in der Tat originellen Idee nicht enttäuscht, endete es bereits an dieser Stelle.

Konfrontation mit den schlimmsten Alpträumen

Doch kurz zum Inhalt: Ed Pender steht als Serial-Killer-Experte vor dem Ende seiner Laufbahn, die an multipler Sklerose erkrankte Linda Abruzzi ist als seine Nachfolgerin auserkoren. Pender, des FBIs schlechtgekleidetster Ermittler, nimmt jedoch noch ein letztes Mal die Spur auf, als er von merkwürdigen »Selbstmorden« in Kalifornien erfährt. Bereits jetzt weiß der Leser, was gespielt wird, bzw. was Simon Childs, spielt: das Angstspiel. Childs kidnappt seine Opfer und foltert sie, indem er sie mit ihren schlimmsten Alpträumen konfrontiert. Ein unter Flugangst Leidender stürzt ab, ein Schwuler mit einer Phobie vor Vögeln wird in einer Art Voliere eingesperrt. Childs ergötzt sich an der Angst seiner Opfer, die er nach dem »Angstspiel« natürlich nicht weiterleben lassen kann. Das Perfide daran: Childs hat auf eigene Faust eine Selbsthilfe-Website für Phobiker im Internet auf die Beine gestellt – die ihn freilich mit »Nachschub« bestens versorgt …

Soweit die Originalität. Dass eine nahestehende Person des Fahnders und er schließlich selbst ins Visier des Mörders gerät, hat man schon fast erahnt. Auch dass die Morde sich an Brutalität übertrumpfen, gehört zum Handwerk des Thriller-Autors. Das ist aber auch nicht das Störende am »Angstspiel«, denn an sich liest es sich genau so gut (oder schlecht, je nach Gusto) wie jeder andere 08/15-Thriller. Bis auf die Tatsache, dass »Angstspiel« im Vergleich zum fulminanten Auftakt der Ed Pender-Reihe einen schalen Eindruck hinterlasst, ja man fast meinen könnten, dem Autor wäre die Lust am eigenen Roman vergangen.

Flapsige Sprache – nur ein Abklatsch

Schon von Anfang irritiert die flapsige Sprache Nasaws. Zwei Hemdknöpfe am Gegenüber offen? Drei? Nein, doch zwei. Hin und wieder ein paar Äußerungen Penders, der sich auch als Verbal-Rambo gut machen würde.

»Die Geduld der Spinne« war psychologisch hochklassig, »Angstspiel« hingegen nicht mal ein Abklatsch. Die Figur Simon Childs´ ist unter den zahlreichen Killern im Thriller-Genre wirklich keine Bereicherung – Motiv, Werdegang und Rachlust kennt der Leser aus zig Hannibal & Co.-Romanen. Warum Jonathan Nasaw nun auch noch eine Schwester mit Down-Syndrom und eine FBI-Agentin mit MS einbauen musste, wird nur er wissen.

Auch wird nur er wissen, warum er den Spannungsbogen nach 180 Seiten auf 0 sinken lässt. Dann steigt das Adrenalin, Seite um Seite, Mord um Mord um in einem sowas von einfallslosem, unbefriedigendem Finale zu gipfeln, wo nur noch die Frage bleibt: Das war´s? Mehr nicht? Und nun?

Schlussendlich stimmt gar nichts mehr

Man wird den Eindruck nicht los, dass Nasaw eine gute Idee hatte (den Phobiker-Hasser), dann aber unter Zeitdruck (oder Verlagsdruck) schnell einen Nachfolger von »Die Geduld der Spinne« stricken musste, wo bis auf das beabsichtigte Muster schlussendlich gar nichts mehr stimmte.

So sehr, wie ich von »Die Geduld der Spinne« gepackt war, lässt mich »Angstspiel« kalt. Und so überraschend, wie Nasaw sich auf die Liste der Must-Read-Thriller katapultiert hat, ist er nun im Riesenkessel der B-Autoren versunken. Schade um die Idee, schade um die Figur Ed Pender und schade um den Autor Jonathan Nasaw, von dem man viel mehr erwarten durfte als diese lieblose Fortsetzung.

Ihre Meinung zu »Jonathan Nasaw: Angstspiel«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Anne H zu »Jonathan Nasaw: Angstspiel« 17.03.2014
Also ich finde auf keinen Fall, dass das Buch auf Seite 180 hätte enden können, im Gegenteil. Ab da steigt die Spannung mit jedem Angstspiel weiter. Dazwischen seine Angst geschnappt zu werden, seinen Konsum an Tabletten und Rauschmitteln, der ständige Fahrzeugwechsel seinerseits, dann am Ende glaubt man es kaum, dass die arme Dorie wieder dran glauben muss. Schade um die arme Linda, die erst beim FBI angefangen hat. Das hat mir nicht so gefallen, sie hatte MS und nicht die Kraft, das alles durchzustehen. Das Ende ist dann ein Triumph, als Agent Pender und Dorie diesen mordlüstigen Tyrannen niederstrecken.
Jennifer L. zu »Jonathan Nasaw: Angstspiel« 08.11.2010
Ich habe das Buch in 3 Tagen druchgelesen.
Es ist sehr spannend und fesselnd. Ich konnte gar nicht auhören. Zudem ist es sehr interessant, so wie ich finde. Es gehört unter anderem zu meinen Lieblingsbüchern und kann es auch nur weiterempfehlen.
Es ist interessant, wie der Täter in dem Buch seine Opfer mit ihren größten Ängsten konfrontiert. Auch wenn es teilweise auf eine recht brutale Art und Weise geschieht.
Wirklich ein geniales Werk.


Mfg, Jenni.
ABaum71 zu »Jonathan Nasaw: Angstspiel« 30.03.2009
Der zweite Streich von Jonathan Nasaw kommt meiner Meinung nach nicht ganz an den ersten Teil der E.L. Pender-Reihe ran.
Wer im ersten Teil mit den Psychologischen Fachbegriffen schon zu kämpfen hatte, wird hier an den Rand einer Niederlage kommen, (vielleicht ein bißchen zuviel des Guten an Fachwissen), wenn auch wohl gut recherchiert.
Die Spannung wird in diesem Buch durch die häufigen Szenenwechsel zwischen den Protagonisten hoch gehalten. Die Spannung bleibt meiner Meinung nach auch dann noch erhalten, als klar ist, wer der Täter ist. Wie im ersten Teil bschränkt sich Nasaw darauf, zu beschreiben wie es Pender gelingt, den Killer zu schnappen. Garniert ist die ganze Story wie auch schon beim Vorgänger, mit lockeren Sprüchen der Darsteller vor allem von E.L. Pender.
Das Buch kommt wie schon oben erwähnt nicht ganz an den Vorgänger ran, ist aber durchaus lesenswert und spannend geschrieben, man sollte allerdings nicht zu zart besaitet sein.
theili zu »Jonathan Nasaw: Angstspiel« 16.08.2008
Das Buch war mir zu oberflächlich. Der Sprachstil passte mir auch nicht recht. Die Idee mit den Phobien fand ich ganz gut. Ich hätte echt mehr erwartet. Das ist für mich wieder einmal ein Beweis dafür, dass nicht wer möglichst viele und grausame Morde in seine Story packt, auch automatisch ein spannendes Buch herausbringt. Schade.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
chrissy zu »Jonathan Nasaw: Angstspiel« 03.03.2008
selten wurd ich so enttäuscht ... habs im dezember 2006 gekauft und es war so langweilig habs bis heute nicht mehr weiter gelesen kam auch gerade so bis zur hälfte
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Heaven23 zu »Jonathan Nasaw: Angstspiel« 14.01.2008
Nasaw- ein sehr umstrittener Autor. ich würde auch sagen mit Recht. Jeder hat, was ihn betrifft, eine eigene Meinung.
Ich finde ihn fesselnd. Seine Bücher lassen mich einfcah nicht los. Ich habe ALLE. Auch die Vampirbücher.
Angstspiel habe ich als erstes gelesen und hatte es an einem Abend und in einer sehr schlaflosen Nacht durch. Alle anderen Bücher waren natürlcih nachfolgend das absolute Muss ;)
Ich empfehle die Bücher absolut JEDEM, bildet euch eure eigene Meinung und Angstspiel bietet den besten Einstieg !
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Melanie zu »Jonathan Nasaw: Angstspiel« 13.01.2008
Nach dem Klappentext habe ich ein super Buch erwartet, war aber wirklich enttäuscht, als ich es ausgelesen habe. Noch ein Buch von Nasaw werde ich mir bestimmt nicht kaufen, nach dieser Pleite.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Boettchi zu »Jonathan Nasaw: Angstspiel« 11.01.2008
Ich habs in Englisch gelesen und fand es gar nicht so schlecht. Vor allem, dass man hier und da zu einem Schmuzler hingerissen wird und die Charaktere nicht so geschwollen reden, hat mir gefallen.
Vielleicht wurde das in der deutschen Übersetzung schlecht umgesetzt, so das es zu der kritisierten "flapsigen Sprache" kam.
Auch dass man von der ersten Seite an ins Geschehen hineingestoßen wird, ohne große Vorgeplänkel, ist ein großer Pluspunkt für mich.
Allerdings habe ich den Vorgänger noch nicht gelesen und bin deshalb nicht mit zu großen Erwartungen herangegangen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Michi zu »Jonathan Nasaw: Angstspiel« 15.11.2007
Also ich musste mich auch so ein bisschen da durch quälen. Von "die geduld der spinne" war ich total angetan, und hab mir dementsprechend auch das nächste buch von ihm so toll vorgestellt, aber als ich dann endlich durch war dachte ich mir auch: "toll, und nu??"
Ich werde mir aber die nächsten von Nasaw auch "reinziehn" ^^
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Chris. zu »Jonathan Nasaw: Angstspiel« 28.09.2007
J. Nasaw ist es leider wie vielen anderen Autoren ergangen, ihm ist nur ein wirklich gutes Buch gelungen und das war sein erstes. Die Nachfolger reichen nicht an den Erfolg an "Die Gedult der Spinne heran" - Schade! Um bei Analogien zu bleiben, in der Musik würde man von einem One-Hit-Wonder sprechen nur verschwindet J. Nasaw leider nicht in der Versenkung, sondern bemüht sich weiter. Man kann nur hoffen, dass er zu seiner alten Form zurückfindet oder die Leser verschont.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 50.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Angstspiel

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: