Der Pathologe von Jonathan Kellerman

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2003 unter dem Titel The Conspiracy Club, deutsche Ausgabe erstmals 2005 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 1990 - 2009.

  • London: Headline, 2003 unter dem Titel The Conspiracy Club. 377 Seiten.
  • New York: Ballantine Books, 2003. 377 Seiten.
  • München: Goldmann, 2005. Übersetzt von Jochen Stremmel. 377 Seiten.
  • München: Goldmann, 2007. Übersetzt von Jochen Stremmel. 377 Seiten.

'Der Pathologe' ist erschienen als

In Kürze:

Nachdem seine Freundin Jocelyn ermordet wurde, versucht der Psychologe Jeremy Carrier sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und beginnt eine Beziehung mit der jungen Angela. Dann erhält er mysteriöse Botschaften, die ihn auf die Spur von Jocelyns Mörder bringen sollen. Als Jeremy das Rätselgelöst zu haben glaubt, verschwindet Angela spurlos …

Das meint Krimi-Couch.de: »Friss oder gähn« 65°

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

Doktor Jeremy Carrier arbeitet als Krankenhauspsychologe und versucht verzweifelte Patienten aufzurichten, was ihm ausnehmend gut gelingt. Nur an sich selbst muss er noch arbeiten, denn nach dem bestialischen Mord an seiner Freundin Jocelyn, für den er bei der Polizei noch immer als Verdächtiger gilt, muss er das grauenhafte Geschehen erst aufarbeiten. Und so versucht er zu ergründen, was damals geschah und wer der Täter war. Vor Allem weil der perverse Killer erneut zugeschlagen hat.

In seiner Post findet der Arzt immer wieder anonyme Hinweise, die nur aus dem Umfeld des Krankenhauses stammen können. Jeremy glaubt in dem alten Pathologen Dr. Chess einen geheimnisvollen Mitstreiter bei seiner Jagd nach dem Mörder bekommen zu haben. Dr. Chess, der ihn in einer seltsamen Gemeinschaft, dem Conspiracy Club, eingeführt hat, hat sich auf eine Reise nach Europa begeben und immer wieder erreichen Dr. Carrier seltsame Botschaften auf Ansichtskarten, aber auch weitere anonyme Hinweise in seinem ärztlichen Postfach an der Klinik versuchen ihn auf die Spur des Killers zu bringen.

Gleichzeitig macht unser wackerer Psychologe die Bekanntschaft mit der bezaubernden Ärztin Dr. Angela Rios und zwischen den beiden entspinnt sich eine Affäre. Dr. Carrier, hin und her gerissen zwischen seiner Arbeit, seinen (sexuellen) Empfindungen und seinem Drang nach Lösung des Kriminalfalles, folgt den unterschiedlichsten Fährten, die aber alle nicht Erfolg versprechend sind. Erst als seine neue Liebe Angela offenbar dem Mörder in die Hände gefallen ist, beginnt er im Kampf um ihr Leben die Zeichen an der Wand richtig zu lesen …

Schon 2003 hat Jonathan Kellerman den »Conspiracy Club« veröffentlicht, der 2005 als Goldmann Taschenbuch unter dem irreführenden Titel »Der Pathologe« auf dem deutschsprachigen Buchmarkt landete. Wer glaubt, damit einen forensischen Krimi zu ergattern, wie sie zur Zeit en vogue sind, der hat sich gründlich getäuscht, denn der Pathologe selbst ist nur ein im Hintergrund als Hinweisgeber für die Fuchsjagd nach dem Mörder auftauchendes Sprachrohr des seltsamen Conspiracy Clubs.

Jochen Stremmel hat die 378 Seiten aus dem Amerikanischen übersetzt und dabei klar gemacht, wo die Wurzeln Jonathan Kellermans liegen. Der Kriminalautor, der mit der Krimikönigin Faye Kellerman verheirat ist, kann seine Herkunft aus dem Facharztmilieu nicht verleugnen. Somit wimmelt dieses Buch von medizinischen Fachausdrücken, die dem ohnehin reichlich langatmigen Stoff nicht unbedingt zur flüssigen Lesbarkeit verhelfen.

Die Klinikatmosphäre und das Leben der Ärzte und Patienten sind passend für einen Arztroman verdichtet, für einen Krimi fehlen allerdings die nötigen Spannungsmomente bis zum kurz gefassten und überraschenden Ende quer durch die ganze Lektüre. Die psychologischen Momente kommen bei den handelnden Personen absolut nicht zu kurz. Jeder Einzelne hat seine umständlich beschriebenen Macken, die zwar samt und sonders aus Geschehnissen der Vergangenheit rühren und ihn deshalb hindern, ein normales Leben zu führen.

Der Kriminalfall selbst ist reichlich verworren. Kellerman verflicht eine Spur nach der anderen und lässt sie wieder ins Leere laufen, hat dabei aber zu viel und zu langatmig konstruiert, so dass Akteure und Leser nicht immer seinen Gedankengängen folgen können. Somit ergibt sich aus dem Lesegefühl heraus ein sehr zwiespältig zu beurteilender Kriminalroman.

Liebhaber von Arztromanen mit Hang zum Psychologischen und Theatralischen werden diesen Roman fressen, alle Anderen wohl eher ein Gähnen nicht unterdrücken können.

 

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iwtumn zu »Jonathan Kellerman: Der Pathologe« 02.06.2011
Mein erster Kellerman. Mein letzter Kellerman.

Das Buch ist... Äußerst verworren. Nur abschnittsweise wirklich packend. Das Ende- überraschend, aber meiner Meinung nach nicht ganz passend.

Der Titel ist meiner Meinung nach sehr irreführend (allerdings kann Kellerman selbst wahrscheinlich nichts für den deutschen Titel... Trotzdem). Ich habe mindestens ein Viertel des Buches vor allem damit verbracht, herauszufinden ob der Protagonist nun Psychologe oder Pathologe ist, bzw ob nur eine oder beide Berufsgruppen irgendwie eine Rolle spielen.

Das Buch ist... lesbar, wenn man gerade nichts anderes und kein Geld für etwas anderes hat, ansonsten jedoch leider eer nicht zu empfehlen.
Coco zu »Jonathan Kellerman: Der Pathologe« 05.06.2008
Mehr als den Klappentext muss man von diesem Buch nicht lesen.

Ich mag Jonathan Kellerman als Autor sehr gerne, seine Alex-Delaware-Reihe ist immer ein schönes Lesevergnügen. Aber dieses Buch ist so langweilig und die Geschichte teilweise sehr abstrus. Es kommt keine Spannung auf, die Charaktere bleiben farblos, die Dialoge nichtssagend.

Ein Kommentar der Los Angeles Times lautet: "Jonathan Kellerman hat den psychologischen Thriller zur Kunstform erhoben."
Erstsemester-Psychologie, nicht der leiseste Anflug von Thrill und schon gar keine Kunst!
Ein Fehlkauf und selbst für Kellerman-Fans nicht empfehlenswert.
Kat zu »Jonathan Kellerman: Der Pathologe« 22.04.2008
Das bis jetzt einzige Buch von Jonathan Kellerman, das mich nicht ganz überzeugt. Es hat mich einfach nicht richtig gepackt und es fehlte etwas an Spannung. Viellecht liegt es auch daran, dass in diesem Buch Sturgis und Delaware nicht vorkommen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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