Der Pathologe von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2003
unter dem Titel The Conspiracy Club,
deutsche Ausgabe erstmals 2005
bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 1990 - 2009.
- London: Headline, 2003 unter dem Titel The Conspiracy Club. 377 Seiten.
- New York: Ballantine Books, 2003. 377 Seiten.
- München: Goldmann, 2005. Übersetzt von Jochen Stremmel. 377 Seiten.
- München: Goldmann, 2007. Übersetzt von Jochen Stremmel. 377 Seiten.
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In Kürze:
Nachdem seine Freundin Jocelyn ermordet wurde, versucht der Psychologe Jeremy Carrier sein Leben wieder in den Griff zu bekommen und beginnt eine Beziehung mit der jungen Angela. Dann erhält er mysteriöse Botschaften, die ihn auf die Spur von Jocelyns Mörder bringen sollen. Als Jeremy das Rätselgelöst zu haben glaubt, verschwindet Angela spurlos …
Doktor Jeremy Carrier arbeitet als Krankenhauspsychologe und versucht verzweifelte Patienten aufzurichten, was ihm ausnehmend gut gelingt. Nur an sich selbst muss er noch arbeiten, denn nach dem bestialischen Mord an seiner Freundin Jocelyn, für den er bei der Polizei noch immer als Verdächtiger gilt, muss er das grauenhafte Geschehen erst aufarbeiten. Und so versucht er zu ergründen, was damals geschah und wer der Täter war. Vor Allem weil der perverse Killer erneut zugeschlagen hat.
In seiner Post findet der Arzt immer wieder anonyme Hinweise, die nur aus dem Umfeld des Krankenhauses stammen können. Jeremy glaubt in dem alten Pathologen Dr. Chess einen geheimnisvollen Mitstreiter bei seiner Jagd nach dem Mörder bekommen zu haben. Dr. Chess, der ihn in einer seltsamen Gemeinschaft, dem Conspiracy Club, eingeführt hat, hat sich auf eine Reise nach Europa begeben und immer wieder erreichen Dr. Carrier seltsame Botschaften auf Ansichtskarten, aber auch weitere anonyme Hinweise in seinem ärztlichen Postfach an der Klinik versuchen ihn auf die Spur des Killers zu bringen.
Gleichzeitig macht unser wackerer Psychologe die Bekanntschaft mit der bezaubernden Ärztin Dr. Angela Rios und zwischen den beiden entspinnt sich eine Affäre. Dr. Carrier, hin und her gerissen zwischen seiner Arbeit, seinen (sexuellen) Empfindungen und seinem Drang nach Lösung des Kriminalfalles, folgt den unterschiedlichsten Fährten, die aber alle nicht Erfolg versprechend sind. Erst als seine neue Liebe Angela offenbar dem Mörder in die Hände gefallen ist, beginnt er im Kampf um ihr Leben die Zeichen an der Wand richtig zu lesen …
Schon 2003 hat Jonathan Kellerman den »Conspiracy Club« veröffentlicht, der 2005 als Goldmann Taschenbuch unter dem irreführenden Titel »Der Pathologe« auf dem deutschsprachigen Buchmarkt landete. Wer glaubt, damit einen forensischen Krimi zu ergattern, wie sie zur Zeit en vogue sind, der hat sich gründlich getäuscht, denn der Pathologe selbst ist nur ein im Hintergrund als Hinweisgeber für die Fuchsjagd nach dem Mörder auftauchendes Sprachrohr des seltsamen Conspiracy Clubs.
Jochen Stremmel hat die 378 Seiten aus dem Amerikanischen übersetzt und dabei klar gemacht, wo die Wurzeln Jonathan Kellermans liegen. Der Kriminalautor, der mit der Krimikönigin Faye Kellerman verheirat ist, kann seine Herkunft aus dem Facharztmilieu nicht verleugnen. Somit wimmelt dieses Buch von medizinischen Fachausdrücken, die dem ohnehin reichlich langatmigen Stoff nicht unbedingt zur flüssigen Lesbarkeit verhelfen.
Die Klinikatmosphäre und das Leben der Ärzte und Patienten sind passend für einen Arztroman verdichtet, für einen Krimi fehlen allerdings die nötigen Spannungsmomente bis zum kurz gefassten und überraschenden Ende quer durch die ganze Lektüre. Die psychologischen Momente kommen bei den handelnden Personen absolut nicht zu kurz. Jeder Einzelne hat seine umständlich beschriebenen Macken, die zwar samt und sonders aus Geschehnissen der Vergangenheit rühren und ihn deshalb hindern, ein normales Leben zu führen.
Der Kriminalfall selbst ist reichlich verworren. Kellerman verflicht eine Spur nach der anderen und lässt sie wieder ins Leere laufen, hat dabei aber zu viel und zu langatmig konstruiert, so dass Akteure und Leser nicht immer seinen Gedankengängen folgen können. Somit ergibt sich aus dem Lesegefühl heraus ein sehr zwiespältig zu beurteilender Kriminalroman.
Liebhaber von Arztromanen mit Hang zum Psychologischen und Theatralischen werden diesen Roman fressen, alle Anderen wohl eher ein Gähnen nicht unterdrücken können.
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| iwtumn zu »Jonathan Kellerman: Der Pathologe« | 02.06.2011 |
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| Coco zu »Jonathan Kellerman: Der Pathologe« | 05.06.2008 |
| Kat zu »Jonathan Kellerman: Der Pathologe« | 22.04.2008 |

