Murder Park von Jonas Winner

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel Murder Park, bei Heyne.

  • --: Heyne, 2017 unter dem Titel Murder Park. ISBN: 978-3-453-42176-9. 416 Seiten.

'Murder Park' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Zodiac Island vor der Ostküste der USA: ein beliebter Freizeitpark bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. Der Täter Jeff Bohner wird schnell gefasst, der Park aber geschlossen. Die Schreie der Opfer scheinen vergessen zu sein. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Und dann beginnen die Morde. Ein Killer ist auf der Insel & keiner kann dem anderen trauen & die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Der vermutlich schrägste Thriller des Jahres« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Vor der amerikanischen Ostküste liegt Zodiac Island, die Insel der Sternzeichen, einst ein florierender Vergnügungspark. Jeffrey Bohner ermordete zwischen 1996 und 1997 drei Frauen auf der Insel, allesamt alleinstehende Mütter kleiner Kinder. Die ersten beiden Morde wurden noch vertuscht, mit dem dritten ging man an die Öffentlichkeit, der Park musste schließen. Später wurde Bohner verhaftet und hingerichtet.

Jetzt, zwanzig Jahre später, hat der Geschäftsmann Rupert Levin eine makabre Idee. Er möchte die Insel unter dem Namen Murder Park neu eröffnen, mit einem Erlebnispark für Singles, die bei ihrem Aufenthalt von einem Mörder gejagt werden. Das Leben und Werk von Bohner soll dabei im Mittelpunkt stehen, ein erster Testlauf des Mörderspiels mit zwölf Personen führt die Gruppe für ein Wochenende auf die Insel. Alle hatten mehr oder weniger mit Zodiac Island und den damaligen Ereignissen zu tun, allen voran der vierundzwanzigjährige Paul Greenblatt, dessen Mutter das dritte und letzte Opfer Bohners war.

Für Greenblatt wird der Aufenthalt schnell zu einer Odyssee, die Kindheitserinnerungen drängen wieder hoch. Doch es gibt kein Zurück, erst in drei Tagen wird die Fähre wieder anlegen. Kontakt zur Außenwelt gibt es nicht, da der einzige Funkmast stark beschädigt ist. Das »Mörderspiel« kann also beginnen, doch schon bald ist das erste Mitglied der Gruppe tot. Das Morden geht weiter und offenbar scheint der Mörder aus der kleinen Gruppe zu stammen …

Bekannte Komponenten, hohes Tempo und ein verblüffendes Finale

Jonas Winner legt mit »Murder Park« den wohl schrägsten Thriller dieses Jahres vor. Freunde von Sebastian Fitzek und Co. können hier bedenkenlos zugreifen und müssen zunächst mal den düsteren Einstieg verkraften; ein Vergnügungspark, spezialisiert auf die großen Serienmörder, sozusagen auf die »Stars der Szene«. Geschickt hat der Autor seinen ungewöhnlichen Plot zusammengesetzt. Nach und nach lernt man die einzelnen Figuren kennen und erfährt, was diese mit der Insel verbindet beziehungsweise was sie vor zwanzig Jahren erlebt haben.

Bald stellt sich heraus, dass ein Mörder sein Unwesen treibt, der offenbar aus der Gruppe selber stammt. Nach dem bekannten Prinzip »Zehn kleine Negerlein«, dezimiert sich die Gruppe dann bis hin zu einem verblüffenden Finale.

Den Verstand sollte man gelegentlich außen vor lassen

Bis dahin geht es turbulent und blutig zur Sache. Dass das Thema »Serienmörder« naturgemäß mehr mit Wahnsinn denn mit Verstand zu tun hat ist klar. Daher sollte man auch seinen eigenen Verstand gelegentlich außen vor lassen und alles einfach so hinnehmen wie es erzählt wird. Denn was macht man, wenn ein Mörder umgeht und erst in drei Tagen die rettende Fähre zurückkommt? Richtig, man bleibt in der Gruppe zusammen. Dann funktioniert aber der Plot nicht mehr, also laufen alle schön getrennt voneinander über die Insel. Sich vorab womöglich aus der Hotelküche mit einem Messer oder ähnlichem Gegenstand auszurüsten, würde ebenfalls Sinn machen; also besser unbewaffnet. Dennoch, der Plot hat eine gewaltige Sogkraft und wird Fans dieses speziellen Genres viel Spaß bereiten.

Neben der Aufklärung der aktuellen Morde gibt es aber noch eine mindestens genau so spannende Side-Story, die von Paul Greenblatt mehr und mehr Besitz ergreift. Er geht dabei dem Gerücht nach, wonach damals gar nicht der echte Jeffrey Bohner verhaftet wurde. Sollte der Mörder seiner Mutter noch leben? Womöglich gerade hier und jetzt auf Murder Island?

Jörg Kijanski, August 2017

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dorli zu »Jonas Winner: Murder Park« 22.08.2017
Zodiac Island - eine kleine Insel vor der Ostküste der USA - soll nach 20 Jahren wieder einen Freizeitpark bekommen. Unternehmer Rupert Levin plant eine Vergnügungsstätte der besonderen Art - einen Park, der den Grund für die damalige Schließung aufgreift: Levine will einen Erlebnispark eröffnen, in dem sich thematisch alles um Serienkiller dreht, ganz besonders um Jeff Bohner, der in den 1990er Jahren auf der Insel drei Frauen brutal ermordet hat…

Um sein Programm vorzustellen und die neue Attraktion bekannt zu manchen, hat Levin eine Gruppe aus Journalisten, Helfern und Sachverständigen eingeladen, vor der eigentlichen Eröffnung ein Wochenende mit ihm auf der Insel zu verbringen. Unter den Gästen ist auch der Reporter Paul Greenblatt, dessen Mutter eines von Bohners Opfern war…

Was als informative Pressereise beginnt, wird für die elf Besucher und ihren Gastgeber schnell zu einem mörderischen Albtraum, als ein Teilnehmer nach dem anderen ermordet wird…

Jonas Winner hat mich mit seinem Thriller „Murder Park“ von der ersten bis zur letzten Seite fest im Griff gehabt. Schnell ist man mittendrin im Geschehen und begibt sich gemeinsam mit Paul auf eine spannende Mörderjagd. Jonas Winner gelingt es dabei hervorragend, Pauls Gedanken und Gefühle darzustellen und auf den Leser zu übertragen. Man wird mitgerissen von einer wahren Flut an Emotionen und erlebt alle Höhen und Tiefen, die der Reporter im Verlauf der Handlung durchmacht, äußerst intensiv mit.

Der Aufbau des Thrillers hat mir besonders gut gefallen. Die eigentliche Handlung wird immer wieder von Interviews unterbrochen, die mit den Teilnehmern vor dem Event geführt wurden. Hier lernt man die einzelnen Akteure gut kennen, erfährt etwas über ihre Verbindungen zum alten Park und zu den anderen Gästen, bekommt einen Überblick über die Ereignisse von vor 20 Jahren und erhält Informationen zur damaligen Mordserie. Diese Gespräche, die ein Psychiater geführt hat, der ebenfalls von Levine zu der Veranstaltung eingeladen wurde, unterstreichen nicht nur die aktuelle Handlung, sondern lassen die Vorkommnisse im Murder Park immer wieder in einem neuen Licht erscheinen.

„Murder Park“ hat mir sehr gut gefallen. Ein ausgefeilter, gut durchdachter Thriller – ich konnte durchweg prima über Täter, Hintergründe und Zusammenhänge mitgrübeln und miträtseln und wurde am Ende von einer zu keiner Zeit vorhersehbaren Auflösung überrascht.
Mrs.Rabes_Bookaccount zu »Jonas Winner: Murder Park« 22.07.2017
„Jetzt ist er hier bei uns, ging es ihm durch den Kopf, jetzt sind wir alle hier.“
Zodiac Island war einst ein Freizeitpark, bis ein Mörder sein Unwesen trieb. Jeff Bohner tötete dort drei junge Frauen, alleinerziehende Mütter im Beisein ihrer kleinen Kinder, bis ihm das Handwerk gelegt werden konnte und er zum Tode verurteilt wurde.
20 Jahre später soll auf der Insel Murder Park eröffnet werden, ein recht dubioses Vergnügen für Singles, alles unter dem Motto Serienkiller.
12 handverlesene Personen werden vorab zu einem Presseevent mit einer Fähre auf die Insel gebracht, der Eigentümer und die Erfinderin von Murder Park, seine Pressesprecherin, Reporter mit ihrem Team, die ehemalige Fallermittlerin, ein Psychiater und das Hauspersonal. Die meisten von ihnen verbindet etwas mit den Ereignissen aus der Vergangenheit der Insel, allen voran der junge Polizeireporter Paul, dem ein besonderes Trauma aus Zodiac Island anhaftet.
Ein Wochenende lang sollen sich diese Personen nun auf der Insel aufhalten, abgeschnitten von der Außenwelt, denn die Fähre kommt erst wieder montags. Bis die ersten seltsamen Dinge passieren und letztlich die Situation eskaliert….
Ganz unbekannt ist so ein Setting ja nicht, bekannt aus Filmen oder Serien wie Mindhunt, Identity oder Harpers Island. Eine Hand voll Personen in einem geschlossen System, einer von ihnen ein Mörder, oder gibt es doch noch jemanden anderen. Gekonnt spielt der Autor auch mit der eigentümlichen Faszination zu Serienkillern, streut immer wieder bekannte Namen, wie Jeff Dahmer, Ed Gein, David Berkowitz.. ein. Die Darstellung der Morde ist explizit und grausig, aber für versierte KrimeleserInnen immer noch gut aushaltbar.
So wie Paul immer wieder neue Theorien anstellt, was die Identität des Mörders anbelangt und dies ihn nahezu an den Rand des Irrsinns treibt, beginnt man beim Lesen immer wieder neue Ideen zu entwickeln und wieder zu verwerfen. Immer wieder dreht und wendet sich die Situation, es bleibt bis zum Ende spannend. Von der Auflösung, die für meinen Geschmack zu konstruiert war, war ich dann doch ein kleines bisschen enttäuscht.
Nichtsdestotrotz hatte ich mit diesem Buch angeregte Lesestunden.
leseratte1310 zu »Jonas Winner: Murder Park« 17.06.2017
Rupert Levin will eine ganz spezielle Attraktion in Kürze eröffnen - „Murder Park“. Dafür nutzt er den ehemals beliebten Freizeitpark Zodiac Island vor der Ostküste der USA, der geschlossen wurde, nachdem Jeff Bohner dort drei junge Frauen bestialisch tötete. Der Reporter Paul Greenblatt wird mit einigen anderen Leute zu einer Info-Veranstaltung dorthin eingeladen. Drei Tage auf der Insel, in denen dieser illustre Kreis schon mal erleben kann, wie mit den Ängsten der Menschen gespielt wird. Doch aus dem Spiel wird Ernst als es tatsächlich Morde gibt, denen niemand entfliehen kann, denn die Fähre wird erst in drei Tagen wiederkommen.Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd. Unterbrochen wird die Geschichte immer wieder von Interviews, die der Psychiater Sheldon Lazarus mit jedem der Gäste im Auftrag von Levin führt. Dadurch lernt man den die Personen und ihre Beziehung zu Zodiac Island sehr gut kennen und so nach und nach erschließt sich, warum gerade sie zu dieser Veranstaltung eingeladen wurden. Ich fand es schon sehr bedenklich, wenn man um an dieser Werbeveranstaltung teilnehmen zu können, sein Leben vor einem Psychiater ausbreiten muss. Aber keiner der Protagonisten scheint damit ein Problem zu haben. So lernte ich die Personen also kennen, aber kaum jemand war mir wirklich sympathisch. Damit aber konnte ich auch keinen als Täter ausschließen, als es zu den Morden kommt.
Ich fand die ganze Atmosphäre von Anfang an sehr düster und unbehaglich und könnte mir nicht vorstellen, einen solche Park mit dem eigenwilligen Konzept von Levin zu besuchen. Aber dieses bedrohliche Szenario wird von Mord zu Mord immer schlimmer und ich konnte die Ängste gut nachfühlen.Der Spannungsbogen bleibt die ganze Zeit über erhalten und die Wendung zum Schluss ist dann wirklich ein Knaller, mit dem ich nie gerechnet hätte.Ein sehr spannender Thriller mit Gruselfaktor.
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