Der Architekt von Jonas Winner

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 unter dem Titel Der Architekt, bei Knaur-Taschenbuchverlag.

  • Berlin: Knaur-Taschenbuchverlag, 2012 unter dem Titel Der Architekt. 384 Seiten.

'Der Architekt' ist erschienen als

In Kürze:

Ein aufsehenerregender Mordfall, eine Mediensensation: Der Berliner Stararchitekt Julian Götz ist angeklagt, seine Frau und seine beiden kleinen Töchter bestialisch ermordet zu haben. Nachts, im Schlaf. Alle Indizien deuten auf ihn als Täter, doch er beschafft sich ein Alibi. Der junge Drehbuchautor und Journalist Ben Lindenberger wittert seine Chance, mit einem spektakulären Buch über den Fall zu Bestseller-Ruhm zu gelangen, und stellt Nachforschungen an. Doch bald schon ist er nicht mehr Herr des Geschehens und gerät in einen Sog aus Machtgier, Intrigen, dunklen Geheimnissen und Begierden.

Das meint Krimi-Couch.de: »Psycho-Duell mit ungewissem Ausgang« 70°

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Julian Götz ist ein Architekt, der mit seinen Bauten über die Jahre das Bild der deutschen Hauptstadt mitgeprägt hat. Seine Bauten haben Berlin verändert, und er selbst ist überzeugt, dass Architektur auch den Menschen prägen und verändern kann. Als seine Frau Christine und seine beide Töchter eines Nachts ermordet werden, hat Götz kein Alibi und landet im Gefängnis. Der Prozess gegen den bekannten Architekten ist ein gefundenes Fressen für die Medien, und auch der junge Drehbuchautor und Journalist Ben Lindenberger sitzt tagelang im Gerichtssaal, um die Vernehmungen zu verfolgen. Er sieht in dem Verfahren eine große Chance für seine Karriere. Mit einem Buch über Götz und den Mord an seiner Familie will er in die Riege der Bestseller-Autoren aufsteigen. Seine Nachforschungen führen ihn zu Familie von Julian Götz und in ihm völlig unbekannte Kreise. Er gerät schnell in einen Kreislauf von Geheimnissen, Machtgier und perfiden Intrigen. Zeitgleich erfährt der Leser in eingestreuten Erzähl-Stücken, wie Mia, eine junge Frau, in ein Gebäude gelockt wurde, aus dem sie nicht mehr entkommen kann. Rätselhafte Menschen und undurchschaubare Vorgänge machen das fensterlose Haus zu einer Hölle für sie – und es scheint keinen Ausweg aus diesem Labyrinth zu geben, das offensichtlich die Menschen verändert.

Wer Der Architekt von Jonas Winner zur Hand nimmt, muss Geduld mitbringen und sich auf ein ungewöhnliches Buch einlassen. Der Autor braucht so einige Seiten, bis er sein Szenario komplett aufgebaut hat, aber dann geht eine eigentümliche Faszination von der Geschichte aus. Eindringlich schildert der Autor die merkwürdige Atmosphäre im Gerichtssaal. Durch die Befragungen des Angeklagten und der Zeugen erlebt der Leser den Dreifach-Mord nachträglich mit, wodurch sich erst ganz langsam ein Bild von den blutigen Ereignissen im Haus von Julian Götz zusammenfügt. Ebenso wie Ben Lindenberger ist man sich als Leser lange Zeit völlig unsicher, was man von dieser Geschichte halten soll. Es läuft darauf hinaus, ob man dem gefeierten Architekten einen derart brutalen Mord zutraut – oder eher nicht.

Und dann prägen die Gespräche zwischen Götz und Lindenberger die Handlung. Hier treffen zwei völlig unterschiedliche Charaktere aufeinander, und schnell wird deutlich, dass die Frage, wer hier wen instrumentalisieren könnte, lange Zeit unentschieden bleiben wird. Der Architekt ist besessen von seiner Arbeit, und man erfährt, dass er schon früh mit extremen Formen der Architektur und der Gestaltung experimentiert hat. Er will Menschen durch seine Bauten beeindrucken, manipulieren, formen. Das geht so weit, dass es pathologische Züge annimmt. Ist so jemand auch bereit und in der Lage, in einem Blutrausch seine komplette Familie auszulöschen? Eine Frage, die den jungen Drehbuchautoren und den Leser gleichermaßen beschäftigt.

Und Lindenberger. Zweifellos auch eine außergewöhnliche Figur. Scheinbar leicht zu beeinflussen, vor allem von Frauen. Und doch in seinen Handlungen zielorientiert. Seine Gespräche mit Götz sind durchaus ein Lesegenuss, auch wenn es irgendwann vorhersehbar wird. Aber auch die sonstigen Psycho-Spielchen, denen der ehrgeizige Journalist ausgesetzt ist, haben hohen Unterhaltungswert.

Irgendwann taucht die Frage auf, wer in diesem ganzen Szenario eigentlich Akteur und wer nur Mitläufer ist. Die Frage bleibt lange unbeantwortet, und ich werde sie sicherlich nicht auflösen. Zum Finale hin, also im letzten Drittel, wird das Buch enorm spannend. Die Geister bei Lesern und Rezensenten dürften sich an zwei Dingen scheiden. Zum einen ist es wirklich gewöhnungsbedürftig, die Erlebnisse der Mia zu verfolgen und einzuordnen, weil bis kurz vor Schluss der Zusammenhang nicht mal im Ansatz deutlich wird. Aber das ist wohl von Jonas Winner durchaus so gewollt.

Zum anderen ist der Schluss des Romans derart ungewöhnlich, dass ich auch erst darüber nachdenken musste, wie ich das eigentlich finde. Da muss wohl jeder die Geduld aufbringen, und das Buch bis zum Ende lesen, um zu einer abschließenden Meinung zu kommen. Der Architekt ist in jedem Fall unterhaltsam und lesenswert, auch wenn es phasenweise anstrengend war. Ob ich diese Art von Plot häufiger lesen möchte – darüber muss ich noch länger nachdenken.

Andreas Kurth, Oktober 2012

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Sylvia Amstadt zu »Jonas Winner: Der Architekt« 30.06.2015
Dieses Buch steckt voller Tiefsinn, Konflikt, Spannung und Emotionalität. Eines meiner Lieblingsbücher im Genre Thriller. Zudem habe ich den Eindruck dass der Autor zu den wenigen gehört, die nicht nach irgendwelchen Mustern schreiben und somit liest sich das Werk auch nicht wie eine Kopie von einer Kopie die bereits schon mal kopiert wurde usw. Jonas Winner schreibt m.E. auf sehr hohem intellektuellen Niveau und präsentiert dem Leser seinen ganz eigenen Stil in Sachen Spannungsaufbau. Etwas für anspruchsvolle Leser. Wer auf seichtere Unterhaltung steht, sollte eher zu Nicholas Sparks greifen. ;-)
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re zu »Jonas Winner: Der Architekt« 29.01.2014
Mich hat diesed buch überhauptnicht gepackt. habe es trotzdem fertiggelesen, mich dabei aber immer gefragt wann es wohl "richtig beginnt". vor allem die darstellung des architekten und der bauten hätten mich, architektin, einige male beinahe dazu gebracht das buch beiseite zu legen. die schilderungen besitzen weder hand noch fuss.

ich kann das buch nicht empfehlen.
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Trinity zu »Jonas Winner: Der Architekt« 31.10.2012
Viele Psychos, wenig Thrill...

*Optik*
Das Cover gefällt mir. Es ist zwar eher schlicht gehalten mit den schwarzen und weißen Streifen. Aber irgendwie hat es etwas Anziehendes. Es macht den Eindruck es wolle den Leser in das Buch hineinziehen. Leider prangt in riesigen Lettern der Name des Autors auf dem Cover und dem Titel wurde nur ein bedeutend kleiner Platz eingeräumt. Das finde ich generell etwas schade, ich mag es eher anders herum. Noch kleiner unter dem Titel steht es sei ein Psychothriller. Hier hätte man durchaus die Schrift noch kleiner und kleiner bis zur Unerkenntlichkeit werden lassen können, denn das war es für mich definitiv nicht. Aber dazu später mehr.

*Inhalt*
Julian Götz, Stararchitekt in Berlin, ist angeklagt, seine Frau und seine beiden kleinen Töchter nachts im Schlaf ermordet zu haben.
Ben Lindenberger ist Autor und auf der Suche nach DER Idee überhaupt, die ihm endlich den nötigen Erfolg beschert. Er bekommt Wind von dem Prozess und ist sofort Feuer und Flamme, diesen für ein Buch auszuschlachten. Immer mehr hängt er sich hinein, nimmt Kontakt zum Angeklagten und der Familie auf und wird immer weiter hinter die Kulissen gezogen.

*Meinung*
Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht und für Psychothriller bin ich immer zu haben. Leider hat es der Autor mit diesem Buch nicht geschafft, mich zu überzeugen. Zu Anfang beginnt die Geschichte viel versprechend, die Grundidee hat mich angesprochen und ich war interessiert wie es weiter gehen wird. Die Geschichte wird einer Seits aus der Sicht von Ben erzählt und es gibt einen zweiten Handlungsstrang, in dem Mia die Person ist, um die es sich dreht. Lange (gut 3/4 des Buches) ist ungewiss in wie weit beide Stränge miteinander zu tun haben.
Allerdings kam für mich an keiner Stelle diese kribbelige Spannung auf, die ich sonst bei Psychothrillern verspüre. Es war mehr ein zur Kenntnis nehmen, besonders je weiter die Story fortgeschritten ist. Es wurde immer verwirrender und kurioser. Der Protagonist erleidet aus heiterem Himmel ständig Halluzinationen und für mich war es schwer aus einander zu halten, was ist jetzt wahr und was bildet er sich nur ein. Keiner der Charaktere konnte mich für sich einnehmen, sie sind zum Teil recht unsympathisch, bleiben nur flach beleuchtet und handeln vor allem in manchen Situationen total realitätsfern. Natürlich ist es eine fiktive Geschichte aber bei bestimmten Sachen kann man einfach nur den Kopf schütteln.
Die Aufklärung des Falls war dann noch ein wenig überraschend aber konnte es für mich leider auch nicht rausreißen.
Der Schreibstil des Autors war im Übrigen flüssig zu lesen, allerdings waren einige Textstellen so verwirrend geschrieben, dass ein nachmaliges Lesen selbiger angebracht war.

*Fazit*
Gute Grundidee die Potenzial gehabt hätte, wurde leider nicht gut genug umgesetzt. Es beginnt viel versprechend verliert sich aber dann in Kuriositäten und Verwirrungen. Mit keinem der Charaktere konnte ich viel anfangen, alle haben in irgendeiner Weise "einen an der Pfanne".
Für mich war das kein Psychothriller, ich habe keinen Moment in irgendeiner Weise für irgendwen mitfiebern können. Schade, ich hatte mir wesentlich mehr erhofft.
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justitia zu »Jonas Winner: Der Architekt« 29.10.2012
Die Leseprobe machte mich richtig neugierig auf den neuen Roman von Jonas Winner "Der Architekt". Es baute eine Spannung auf, die mich nicht mehr losgelassen hatte. Umso begeisterter war ich, als ich das Buch endlich in den Händen hielt. Schon das Cover hatte mich von Anfang an in seinen Bann gezogen. Die schwarz-weißen Streifen verschwommen vor den Augen und wenn man das Cover länger betrachtet ist es wie ein Sog, in den man automatisch hineingezogen wird. Einfach klasse...
Jonas Winner erzählt in seinem Buch gleich mehrere Geschichten. Zunächst baut er in einer Ich-Erzählform eine Rahmenhandlung auf: Ein Rechtsanwalt erhält von einem unbekannten Mann ein Manuskript mit dem Titel "Der Architekt". Der Mann bittet ihn dieses bis zum nächsten Tag zu lesen, dann würde er wieder kommen. Im Anschluss daran beginnt die eigentliche Handlung: Der Prozess gegen den Architekten Julian Götz, der seine Frau und seine Kinder auf brutale Weise ermordet haben soll. Besonders spannend an diesem Erzählstrang fand ich immer wieder mit welcher Detailtreue der Autor die Geschehnisse im Hause Götz zum Zeitpunk des Mordes und die Tat an sich darstellte. Der Leser hatte das Gefühl sich in dieser Situation zu befinden. In diesem Erzählstrang spielt eigentlich der Filmetexter Ben Lindenberg die Hauptrolle. Er entscheidet sich nach dem erfolglosem Versuch einen neuen Film zu veröffentlichen dazu, die Geschichte des Architekten Julian Götz nieder zu schreiben und als Buch zu veröffentlichen. So ist er von Beginn an bei dem Prozess dabei und hegt auch sonst engen Kontakt zu Julian Götz - doch das ist das Gefährliche. Plötzlich bekommt Ben Wahnvorstellungen. Warum erfährt der Leser leider nicht genau, doch man kann erahnen, dass es etwas mit seiner Nähe zu Julian Götz zu tun haben könnte. Der dritte Erzählstrang handelt von der jungen Mia, die gemeinsam mit ihrer Freundin Dunja und dessen Freund nach einer Autotour in einer Tiefgarage landet. Von dieser aus gelangen sie in einen Wohntrakt, in welchem sie auf maskierte Menschen treffen. Dieser Wohntrakt entwickelt sich allerdings nach und nach immer mehr zu einem Labyrinth, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Mia ist zunehmend psychisch angeschlagen und will nur noch eins: RAUS. Diese Idee der Manipulation von Menschen durch die Architektur hat mich besonders beeindruckt - Psychosen erzeugen durch einen bestimmten Baustil... Eine faszinierende, aber auch gleichzeitig unheimliche Vorstellung.
Der Ansatz der gesamten Geschichte hat mich vollkommen überzeugt und mich auch dazu angeregt das Buch überhaupt zu lesen. Doch je mehr ich las, desto enttäuschter wurde ich. Die drei Handlungsstränge wechseln teilweise viel zu schnell, sodass der Leser gezwungen sehr häufig in seinen Gedankengängen hin und her zu springen. Kaum hat man sich wieder in ein Geschehen eingedacht wechselt schon die Handlung. Der Erzählstil des Autors macht es dabei nicht gerade einfacher. Häufig sind mir einige Situationen zu umständlich und langwierig dargestellt. Er verliert sich teilweise an unwichtigen Stellen zu sehr in Details, so dass die Handlung lange braucht um richtig voranzukommen. Das verlangt dem Leser einiges an Durchhaltevermögen ab. Auch die Umsetzung der einzelnen Charaktere war nicht immer nach meinem Geschmack. Die Psychosen der einzelnen Hauptpersonen und auch die Wahnvorstellungen von Ben war mir zu realitätsfern. Kein "normaler" Mensch weit und breit in der gesamten Handlung - das ist doch nicht möglich. Sicherlich kann ich verstehen, dass ein einzelner Mensch viele andere in seine Vorstellungen und Psychosen mit hineinziehen kann. Doch kann ich mir in keiner Weise vorstellen, dass sich sämtliche Menschen im Umfeld davon beeinflussen lassen. Auch die Reaktionen und Handlungen waren nicht immer nachvollziehbar und häufig äußerst rätselhaft - leider. Dadurch ist es mir nicht gelungen eine Beziehung zu den Figuren aufzubauen. Dies wirkte sich wiederum auf die gesamte Handlung aus, die Erklärungen blieben oft sehr lückenhaft - und so auch meine Vorstellungen und Phantasien. Es lag klar etwas Psychose und Wahn in der Luft, doch greifen konnte ich es nicht. Eigentlich schade, denn die Grundhandlung lieferte soviel Potential, das der Autor allerdings nur bedingt umzusetzen vermag. Daher auch "nur" 3 von 5 Sternen - und diese auch nur weil der Ansatz einfach genial ist und das Cover einen in seinen Bann zieht.
Marius zu »Jonas Winner: Der Architekt« 29.10.2012
Das Haus, das Verrückte macht

Wer kennt ihn nicht, den alten Klassiker aus „Asterix und Obelix gegen Cäsar“ - die Parodie jeder Behörde, in der die beiden Helden auf der Suche nach dem blauen Passierschein A 38 fast zugrunde gehen, im „Haus, das Verrückte macht“.
Scheinbar hat sich Jonas Winner bei diesem Film seine Inspiration geholt, denn stellenweise fühlte ich mich wieder in diesen Film zurückversetzt. In seinem neuen Roman, der erstmals bei Knaur erscheint, stellt der Autor aber zunächst ein etwas waghalsiges Romankonstrukt in den Vordergrund.
Auf der ersten Seiten bricht Winner in bester Tradition des epischen Theater Bertolt Brechts mit der Distanz zum Zuschauer, ohne hier zu viel verraten zu wollen. Er konstruiert eine Rahmenhandlung, die er schon nach wenigen Seiten fallen lässt, um die eigene Erzählung zu beginnen. In weiteren Strängen erzählt er von einem mysteriösen Mädchen, das in einem Gebäude gefangen ist und vom Berliner Journalisten Ben Lindenberger, der den Prozess gegen den wegen Mordes angeklagten Stararchitekten Julian Götz verfolgt. Angereichert wird diese Melange aus Mord und verwirrten Personen noch durch skurrile Wendungen, weitere wirre Gestalten und einen Plot, der sich nicht so richtig entscheiden kann, wohin er will.
Zwar bin ich mit gutem Willen an das Buch herangegangen (das faszinierend gestaltete Cover tat sein Übriges dazu), doch die Neugier flachte schon nach einigen Seiten ab. Der Erzählstil Winners ist auf subtile Weise unfertig und ungelenk und mehrmals stolperte ich über die schiefen Sprachbilder, die den Text durchsetzen. Neben der Handlung und der Sprache sind auch seine Protagonisten durch die Bank weg gestört. Kein normal und rational handlender Mensch, soweit das Auge reicht. Stets schreien die Menschen oder verhalten sich auf eine Weise, die man auch mit sehr viel Fantasie nicht billigen kann.

Gut gemeint ist nicht automatisch gut gemacht. Erneut bestätigt sich diese Binsenweisheit bei Jonas Winners „Der Archtitekt“. Ambitionierte Erzählstruktur, allerdings sehr schlecht gemacht. Deshalb kann ich dem Buch auch nur zwei Gnadenpunkte zusprechen, da es für mehr nicht reichen wird!
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bones007 zu »Jonas Winner: Der Architekt« 29.10.2012
Das Buch ist sterbenslangweilig, unübersichtlich, frustrierend und eines der wenigen Bücher, die ich vor dem Beenden beiseite gelegt habe. Eine Investition die sich für mich nicht gelohnt hat.
Man sollte sich wirklich nicht von dem ansprechenden Layout und den Vorschusslorbeeren beinflussen lassen.
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Heike zu »Jonas Winner: Der Architekt« 23.10.2012
Ich fand dieses Buch einfach grottenschlecht und sterbenslangweilig! Ich weiß nicht, ob die gute Bewertung von Andreas Kurth daher rührt, dass er selber architektonisch interessiert ist, und sich daher nicht über die schier endlosen Beschreibungen diverser Bauten nicht zu Tode gelangweilt hat, aber ich persönlich war nachher so genervt, dass ich richtig wütend wurde. Ich habe mich dennoch bis zum Ende durchgequält, weil ich auf ein furioses Ende spekuliert habe...war wohl nichts!
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Andre Walter zu »Jonas Winner: Der Architekt« 20.10.2012
Ein überaus angesehener Architekt hat angeblich, seine Frau und seine zwei Kinder, auf blutige Weise ermordet. Dieses Ereignis weckt in dem mäßig erfolgreichen Drehbuchautor, Ben Lindenberger, die Inspiration und die Leidenschaft für einen eventuellen Neuanfang. Mit vollem Elan und Tatendrang startet er in sein neues Projekt, dass nur in Zusammenarbeit mit dem in Untersuchungshaft sitzenden Architekten, Julian Götz, fruchten kann. Allerdings scheint Ben einige Situationen zu unterschätzen, denn plötzlich ist er in Gegebenheiten verstrickt, die so gar nicht zu Ben und seinem Vorhaben passen.

Der Debütroman von Jonas Winner, “Davids letzter Film”, konnte mich nicht wirklich überzeugen, obwohl die Idee sehr interessant war, die Umsätzung aber leider nicht. Daher war ich bei seinem zweiten Buch etwas skeptisch, was zu Beginn des Thrillers auch berechtigt war. Erst die zweite Hälfte, beziehungsweise das letzte Drittel, kann mit relativ gut durchdachten Handlungssträngen trumpfen. Wenn auch ab und zu gewisse Teile die Spannung dämpfen oder den Lesefluss schmälern.

Ziemlich lange fragte ich mich, beim lesen der Lektüre, wann denn nun die Merkmale eines Psychothrillers erkennbar werden, da man eher den Eindruck hat, einen Krimi in den Händen zu halten. Doch im laufe der Geschichte kristallisiert sich der “Psycho”-Faktor heraus. Dabei werden die eigenen Gedankengänge ebenso psychisch gefordert, denn das Buch ist von Anfang an äußerst verwirrend. Die Verwirrungen mindern das Lesevergnügen ungemein. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich diesen Punkt als negativ empfinde, da man so gezwungen ist Dinge ständig zu hinterfragen.
Hinzu kommt der wenig literarische Schreibstil, der schon im Debütroman mein Hauptmangel war. Jedoch kann ich nicht genau beschreiben, was mich an dem Stil eigentlich stört. Auf jeden Fall empfand ich den Satzbau oft recht gezwungen und wenig gelungen, die Dialoge sind selten bis nie herausragend.
Desweiteren kommen mir einige Handlungen sehr übertrieben vor, ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass Menschen Dinge tun, die sie im Buch tun. Andererseits machen Menschen in emotional und nervlich belastenden Situationen komische und kritische Dinge.

Die Gestaltung des Umschlags ist sehr gelungen. Als erstes könnte man denken, es handelt sich um ein SciFi Roman. Die zwei "Säulen" wecken bei mir irgendwie Erinnerungen an Metropolis. Doch dann leist man "Der Architekt" und assoziiert die zwei schwarz-weiß gestreiften, sich zum Zentrum hin verjüngenden Streifen, zu zwei großen Gebäudekomplexen. Das schwarz-weiß in Verbindung mit der doch recht dramatischen Gestaltung suggeriert auf jeden Fall, eine nervenaufreibende und düstere Geschichte. Hinzukommt das Rot des Satzes "Der Architekt", dass eine gewisse Portion "Psycho" in das Design legt und natürlich gleich eine blutige Handlung erahnen lässt.
Sehr angenehm ist auch die Art wie die Anordnung der Typografie umgesetzt wurde.

Im Großen und Ganzen sagt mir “Der Architekt” eher zu, als das Debüt von Jonas Winner. Ein Buch das lesenswert ist, aber man verpasst auch nichts, wenn man es nicht in die Hand nimmt. Eine ganze weile säuselt die Lektüre so dahin. Erst zum Ende werden die Zusammenhänge klarer und doch bleibt vieles ziemlich verwirrend. Doch gerade der letzte Teil hat mich positiv überrascht, da man richtig mitfiebern und miträtseln kann. Einwandfrei sind auch die Beschreibungen, Ideen und Überlegungen zu Architektur.

Das passende Musikstück zum Buch, wäre: “Outside Plum” von Clark. Einfach weil es die Unruhe und das Durcheinander, im Buch, wunderbar wiederspiegelt.
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Kerstin Thieme zu »Jonas Winner: Der Architekt« 16.10.2012
Der Berliner Stararchitekt Julian Götz wird des brutalen Mordes an seiner Frau und seinen beiden kleinen Töchtern angeklagt. Alle Indizien weisen auf ihn als Einzeltäter. Auf den Prozess aufmerksam wird der durch mehrere Misserfolge frustrierte Drehbuchautor Ben Lindenberger. Er beschließt ein Buch über den Fall Götz zu schreiben und bekommt wider Erwarten die Unterstützung des Angeklagten und seiner Familie. Zunehmend gerät er jedoch in einen Strudel aus Lügen, Intrigen und Geheimnissen. Hat er das Heft noch in der Hand oder wird er selbst zum Spielball seiner Begierden?

Meine Meinung:

Der erste Roman des durch seinen siebenteiligen Fortsetzungsthriller „Berlin Gothic“ im Netz bereits bekannten Jonas Winner ist ohne Frage ein raffiniert strukturiertes Psychopuzzle, dass durch seinen Aufbau ständig zum Weiterlesen auffordert und deshalb auch kaum Längen aufweist.

Dennoch hatte ich meine Schwierigkeiten damit. Es gibt zwei Handlungsstränge, die kontinuierlich aufeinander zulaufen. Einmal der bei der Inhaltsbeschreibung bereits erwähnte um den Drehbuchautor Ben und dann einen, in dem eine gewisse Mia sich nichts ahnend auf ein Abenteuer einlässt und schließlich als Sklavin endet. Diese zweite Handlungsebene ist allerdings so unklar und verschwommen beschrieben, dass man sich schlicht keinen Reim drauf machen kann, was da eigentlich abgeht. Auch erfolgt die Auflösung, was beides miteinander zu tun hat, sehr spät.

Die Hauptfigur Ben selbst ist mir auch bis zum Schluss sehr fremd geblieben und ich frage mich, worin seine Attraktivität bestand, dass sich gleich zwei außergewöhnlich schöne Frauen veranlasst sahen, sich mit ihm einlassen zu wollen. Seine Gedankenwelt wird zunehmend wirr, was es schwer macht zu entscheiden, was nun Realität und was Einbildung ist. Aber gut, das war ja der Sinn und das Ergebnis seiner Handlungsweisen.

Am Ende blieben für mich viel zu viele Fragen offen und der Knackpunkt der Geschichte, nämlich inwieweit eine Umgebung einen Menschen beeinflussen und verändern kann, konnte von mir nicht wirklich nachvollzogen werden. Sehr wahrscheinlich fehlt mir hier einfach das, was ein Architekt im Überfluss besitzen muss, nämlich ein ungeheures Vorstellungs- und Einfühlungsvermögen.
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