Kill your Friends von John Niven

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Kill Your Friends, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: , 1990 - 2009.

  • London: Heinemann, 2008 unter dem Titel Kill Your Friends. 380 Seiten.
  • München: Heyne, 2008. Übersetzt von Stephan Glietsch. ISBN: 978-3-453-67544-5. 380 Seiten.

'Kill your Friends' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Nur Erfolg zählt im Musikbusiness. Als ein bisher erfolgreicher Manager nicht mehr mithalten kann, beginnt er die Konkurrenten umzubringen. Was zunächst funktioniert, entwickelt eine verhängnisvolle Eigendynamik mit verheerenden Folgen ... – Eher Gesellschafts-Thriller als Krimi, besticht »Kill Your Friends« durch das Insiderwissen des Verfassers und die brutale Konsequenz der Handlung, die sich bar jeglicher Illusionen in nackter Gier und Bösartigkeit wälzt: eine niederschmetternde Lektüre, die man einfach nicht aus der Hand legen mag.

Das meint Krimi-Couch.de: »Musik & Mord – die Symbiose des Erfolgs« 95°Treffer

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

London im Jahre 1997. Die Musikindustrie schwebt im Dauerhoch. Das Internet (und die damit verbundenen Raubkopiermöglichkeiten) ist noch eine vage technische Möglichkeit, die CD ein Medium mit rekordverdächtigen Verkaufszahlen bei minimalen Fertigungskosten. Die Plattenfirmen scheffeln das Geld in solchen Mengen, dass es nicht einmal ihren unfähigen Angestellten gelingt, es vollständig aus dem Fenster zu werfen.

Steven Steelfox ist ein zynischer Talentscout und Manager, dem Musik rein gar nichts bedeutet. Sein stolzes Gehalt gibt er für Drogen, Alkohol, Nutten und andere Laster aus und ist ständig in Geldschwierigkeiten. Den Job sieht er als Selbstbedienungsladen, seine Kollegen sind ausschließlich Konkurrenten, die es klein zu halten oder auszuschalten gilt.

Als in seiner Abteilung die Leiterstelle neu zu besetzen ist, macht sich Steelfox große Hoffnungen. Doch obwohl er es tunlichst vermeidet, Entscheidungen zu treffen, hat er in der letzten Zeit diverse Deals verpatzt, sodass man ihn übergeht. Steelfox ist entsetzt und wird vom Neid zerfressen, der ihn jegliche Zurückhaltung vergessen lässt. Er ermordet seinen Chef, stellt die Tat als fehlgeschlagenen Einbruch dar und macht sich bereit, in dessen Sessel Platz zu nehmen.

Aber Steelfox hat sich gleich mehrfach verrechnet. Die Firma wirbt einen seiner ärgsten Konkurrenten ab und setzt ihm diesen vor die Nase. Für Steelfox brechen harten Zeiten an, denn der neue Mann fordert echte Leistung. Außerdem hat er als Mörder diverse Spuren hinterlassen und eine Zeugin übersehen. Von allen Seiten bedrängt, flüchtet Steelfox in Drogenkonsum und Suff. Sein Ehrgeiz und seine kriminelle Energie leiden nicht darunter. Im Gegenteil: Was schon einmal fast geklappt hätte, lässt sich sicherlich mit mehr Erfolg wiederholen; man lernt schließlich aus seinen Fehlern …

Wo man singt, lass dich ruhig nieder …

»Kunst kommt von Können«, sprach einst Maler Max Liebermann (1847-1935), der es wohl einfach noch nicht besser wusste. Im 21. Jahrhundert wird Kunst jedenfalls gemacht, wenn wir Steven Steelfox Glauben schenken möchten, der leider schrecklich überzeugend ist. Der Blick auf die Hitparaden dieser Welt gibt ihm zusätzlich Recht. Zufall, Geld und Manipulation bilden die unheilige Dreifaltigkeit der modernen Musikwelt, die sich dort, wo der große Reibach gemacht wird, längst in eine Industrie verwandelt hat.

So wird Musik denn auch gesehen – als Produkt, das möglichst billig hergestellt und möglichst teuer verkauft werden soll. Künstlerische Ambitionen seitens der Musiker sind ungern gesehen, und das Publikum zählt nur als breite Masse, die gefälligst zu fressen hat, was man ihr vorsetzt. Man darf davon ausgehen, dass dies heute noch so aktuell ist wie 1997.

Ein wahres Pandämonium ist die Welt des Steven Steelfox. Pardon wird weder gegeben noch erwartet. Folgerichtig könnte John Niven auf die mörderischen Attacken seiner Hauptfigur verzichten. Bis der erste Mord geschieht, hat er uns schon bis zum Erbrechen mit Zynismus und blanker Bösartigkeit abgefüllt. Jeder Satz transportiert eine neue Gemeinheit, bis Fassungslosigkeit in Faszination umschlägt. In seiner schamlosen Übertreibung ist Kill Your Friends (wie Bret Easton Ellis‘ American Psycho) auch Komödie, zumal der Verfasser seine generell absurde Story immer wieder in Richtungen treibt, mit denen man wirklich nicht gerechnet hätte.

Das tröstet darüber hinweg, dass Kill Your Friends keinem besonders ausgeprägten roten Faden folgt. So konzentriert sich Niven keineswegs auf die Folgen, die Steelfox‘ Mord nach sich zieht, und erfüllt nur annähernd die Konventionen eines »richtigen« Kriminalromans, sondern schweift wieder ab und liefert weitere Episoden aus dem Irrenhaus Musikindustrie. Nun, auch literarische Genregrenzen sind dazu da, durchbrochen zu werden, und dies von beiden Seiten.

 …denn böse Menschen kennen keine Lieder!

Wie könnte man Kill Your Friends auch in das Korsett eines Krimis zwängen, wo alle Regeln einer zivilisierten Gesellschaft aufgehoben sind? Steelfox hat den Mord wie seine übrigen Ausfälle problemlos abgehakt. Ohnehin fühlt er sich über Gesetz und Moral erhaben, die nur für den Nine-to-Five-Pöbel gelten, den er zutiefst verachtet. Den Rest erledigen Kokain und Alkohol; wie soll sich Steelfox also mit seiner Tat auseinandersetzen, wenn er sich schon abends nicht mehr an den Mittag erinnern kann?

Er macht deshalb einfach weiter und darf sich bestätigt fühlen, denn der Tanz auf dem Vulkan geht um ihn herum fröhlich weiter. Die traditionellen Strukturen des Musikgeschäfts sind 1997 noch intakt: Große Konzerne bestimmen den Ton, während die unabhängigen Labels belächelt werden. Nur wenige Jahre später liegt diese Welt in Scherben – kein Verlust, sollte sie wirklich von lauter Steven Steelfoxes geprägt worden sein.

Wie »echt« ist das Milieu, in dem sich Steelfox so wohl fühlt wie die Wildsau in ihrer Suhle? In einem Interview berichtet John Niven, dass dem zukünftigen Verleger von Kill Your Friends das Manuskript ausnehmend gut gefiel. Der einzige Einwand sei als Frage formuliert worden: Habe Niven nicht gar zu sehr übertrieben? Ein Einwand, der diesen zum Lachen brachte, denn Steven Steelfox ist eine Kreatur, die Niven aus eigenen Erfahrungen schuf. In den 1990er Jahren war er selbst ein Steelfox gewesen.

Regeln gelten nur für Loser

Im wahren Leben verfluchen wir die Kotzbrocken, denen wir manchmal ausgeliefert sind. Als Figuren in einem Film oder wie in unserem Fall in einem Buch finden wir sie dagegen vergnüglich. Dieser Widerspruch muss wohl mit einem heimlich empfundenen Neid zu begründen sein: Tief in unserem Inneren wären wir zumindest manchmal gern das Schwein, das unverdrossen alle vor den Kopf stößt. Schadenfreude spielt natürlich ebenfalls mit.

Steven Steelfox führt sich stellvertretend für uns Leser auf wie die Axt im Walde (auch wenn er einen Baseballschläger bevorzugt). Er ist ein moralfreier Mistkerl durch und durch – nicht dumm aber verlogen, intrigant, rassistisch, frauen- und männerfeindlich und vor allem immer – und ausschließlich – auf den eigenen Vorteil bedacht. Wahrscheinlich könnte er seinen Job durchaus zur Zufriedenheit aller Betroffenen erledigen, doch daran denkt er keine Sekunde. Faul ist er nicht, dieser Steelfox, sondern unermüdlich in seinem Bemühen, der Arbeit aus dem Weg zu gehen und seine Kollegen schlecht dastehen zu lassen.

Falls er jemals Skrupel besaß, so sind sie unter einem wahren Schneesturm diverser Modedrogen begraben und von Alkoholfluten ertränkt worden. Nur so kann Steelfox die notwendige Kraft aufbringen, sich vor der Konkurrenz zu hüten, die ebenso gierig und heimtückisch wie er ist. Mord ist in diesem Pfuhl der logische nächste Schritt – womöglich ist es eher Zufall, dass ausgerechnet Steelfox der erste ist, der zu diesem Mittel greift.

Steelfox´ Höllenfahrt ist äußerst unterhaltsam. Zartbesaitete Leser werden sich in Abscheu winden, zumal die »gerechte Strafe« und damit die beruhigende (und scheinheilige) Sicherheit, dass Verbrechen sich nicht lohnt, ausbleibt. Ihr Pech, denn da wir seinen Untaten nicht ausgesetzt sind, empfinden wir ein diebisches Vergnügen zu verfolgen, wie bei Steelfox eine Sicherung nach der anderen durchbrennt und er Amok läuft.

Die Welt verdient, was sie bekommt

Außerdem trifft es ja keine Unschuldigen. Die Musikindustrie, die Autor Niven uns hier vorstellt, bringt ausschließlich Stevens und Stephanies hervor. Aber auch außerhalb dieses ganz und gar nicht erlauchten Zirkels hält sich der Schaden in Grenzen. Steelfox & Co. vernachlässigen ihre Pflicht, die darin besteht, junge Künstler aufzubauen? Nein, tun sie nicht, denn diese Künstler sind in 999 von 1000 Fällen unfähige Schwachköpfe, die Niven in zum Schreien komischen Szenen vorführt.

Auch ihr Publikum verdient kein Mitleid. Es tanzt mit ums goldene Kalb und hofft irgendwann selbst zum »Star« zu werden. Dafür lässt es sich alles gefallen und mit massenkompatiblem Musikmüll abfüttern. In gewisser Weise ist »Kill Your Friends« auch ein Blick hinter die Kulissen der aktuell erfolgreichen Casting-Shows à la »Deutschland sucht den Superstar« – Wieso man diesen dort sicherlich nicht finden wird (und will), erklärt uns Niven mit schonungsloser Deutlichkeit. Dummheit muss bestraft werden, so argumentiert das kulturbeflissene Establishment. Die Musikindustrie erspart sich solche fruchtlosen Diskussionen. Sie ändert höchstens ihre Taktik, nie aber ihre Menschenverachtung.

Am Ende steht Steelfox am Anfang eines Karriereflugs, der ihm die Realisierung quasi globaler Gemeinheiten ermöglichen wird. Als wir ihn auf S. 380 verlassen, ist seine Geschichte zu keinem echten Ende gekommen. Sie geht weiter wie bisher, aber wir müssen sie nicht länger verfolgen, da wir ihren Verlauf kennen. Zu sagen bleibt nichts mehr. Niven blendet deshalb einfach ab. Benommen greifen wir blindlings zu einem Roman von Agatha Christie oder Co., denn jetzt können wir den Trost einer heilen, wohlgeordneten Krimiwelt gut brauchen …

Michael Drewniok, April 2008

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meni77 zu »John Niven: Kill your friends« 09.01.2014
Sicher, Niven ist nicht jedermanns Sache, aber wer sich vorher ein bisschen schlau macht und vielleicht mit seiner Schreibweise nicht zurecht kommt, sollte auf andere Autoren zurückgreifen, Irvine Welsh ist auch nicht für jeden so hammergut, wie ich ihn finde. Kill your friends überfährt einen wie Drecksau von Welsh, vielleicht nicht ganz so heftig. Cujo31 muss ich recht geben, wenn er schreibt das Buch ist Hardcore, meiner Meinung sind die Stories von Niven ideale Drehbücher für Tarantino, würd sogar wetten, dass die Zusammenarbeit bald zustande kommen wird. Wer sich nicht damit anfreunden kann, sollte vielleicht künftig auf schottische Autoren verzichten, die sind eben ein bisschen härter;) Starke 90 Grad von mir
sAms3miLLa zu »John Niven: Kill your friends« 06.10.2011
Inhaltlich hat sich das Backcover genau nach meinem Ding angehört, da ich ja großer Musik-Fan bin.

Ich musste aber leider schnell feststellen, dass ich mich mit Niven's Art zu schreiben einfach nicht anfreunden konnte.

Dementsprechend habe ich das Buch zwar durchgelesen, sehe es aber nicht als den Meilenstein an zu dem es gemacht wurde.

Schade eigentlich.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Fabian P. zu »John Niven: Kill your friends« 25.08.2011
Ich muss sagen, dass es mir das Buch teils großes Vergnügen, aber auch andersrum eine große Last war, zu Ende zu lesen. Während man anfangs, den Charakter Steven einfach nur hasst, so kommt es mit der Zeit, dass man den egoistischen Typen nach und nach immer lieber zuhört und mit Freude liest, wie weit Man(N) geht.
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Allen ernstes und um es mit Stevens Worten auszudrücken, ich hätte schon eine Wahnsinnslust, JETZT Türkenzucker auf den Tisch zu legen und einen Escortservice anzurufen!!!
detno zu »John Niven: Kill your friends« 05.11.2010
Als "Treffer" mit 95° bedacht, von den Usern der Couch ebenso hoch beurteilt. Da musste der Lesespaß ja vorprogrammiert sein.

Denkste, nach langer Zeit das erste Buch, das ich nach der Hälfte entnervt in die Ecke geworfen habe. Nur total ausgeflippte, durchgeknallte Typen, Drogen, Sex, hemmungslose Gewalt und eine Sprache, die sich auf alle Variationen der Worte "fi.ken", "pis.en" und "schei.en" beschränkt. Für Kids aus Nord-Neukölln vielleicht der Stoff, aus dem die Träume sind.

Ich für meinen Teil habe mir da schon ein kleines bisschen mehr Inhalt erhofft.

"Coma" werde ich demnächst als Hörbuch beginnen. Mal sehen, was mich da erwartet.

1° (für entnervten Abbruch)
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Schrodo zu »John Niven: Kill your friends« 29.08.2010
Das erste Buch (Coma) des lieben Herrn Niven war außerordentlich amüsant…ein richtiger Brüller. Was man von „Kill your Friends“ nicht unbedingt behaupten kann. Auf dem Buchrücken steht geschrieben: Erfolg um jeden Preis. Steven Stelfox ist A&R-Manager in einer großen Plattenfirma, immer auf der Suche nach dem nächsten Hit, immer am oberen Level. Doch als die Erfolge ausbleiben, greift er zu radikalen Mitteln. Plötzlich verwandeln sich die guten Freunde in Todfeinde. In einer Welt, in der sich die Protagonisten krampfhaft über Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll definieren, gerät sein Leben zunehmend außer Kontrolle. Die Folgen sind verheerend.

Was für ein Buch…die Bullen sind doof, die Künstler talentfreie Dilletanten, die Frauen ausschließlich notgeile Fickware, die Manager allesamt Drogensüchtig! Streicht man alle Sex und Drogenexzesse, sehr viel bleibt dann wirklich nicht übrig.
Die Figuren sind wenig interessant, Spannung war für mich einfach nicht vorhanden. Die Story plätschert so vor sich hin, oft unterbrochen durch Sauf-, Koks-, oder Sexorgien die immer mit einem Filmriss des Hauptprotagonisten enden. Dieser versucht in seinen halbwegs lichten Momenten seine beruflichen Widersacher aus dem Weg zu räumen, natürlich mit allerlei illegalen Mitteln.
Die gemeuchelten Rivalen werden dann auch noch unter gütiger Mithilfe des reichlich bescheuerten Kommissars entsorgt. Insgesamt eine reichlich dünne Story. Erinnert doch sehr an American Psycho. Vielleicht ja ganz nett für die Kenner des Musikbusiness, für den Rest…na ja…
3 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Buboter zu »John Niven: Kill your friends« 14.03.2010
1997, das ist das Jahr, in das uns der Autor in diesem Buch zurückversetzt. John Niven wirft den Leser mitten in ein Haifischbecken aus intriganten Kollegen, die den Anderen mit einem Lächeln im Gesicht ins offene Messer laufen lassen. Wer das noch nicht erleben „durfte“, aber wissen möchte wie es anfühlt, sollte einfach mal mit vollem Tempo gegen ein Brett laufen und dabei nicht vergessen die Haltung zu wahren. Eine weniger schmerzvolle, aber durch und durch unterhaltsame Methode ist, dieses Buch zu lesen.

Der Hauptprotagonist, Steven Stelfox, ist ein gewissenloser, erfolgsgeiler, kokainsüchtiger, analsexbessener, äußerst unmoralischer Mensch, der für den beruflichen Erfolg im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen geht. Das ist auch nötig! Da er seine Umwelt immer durch den Nebel des Drogenrausches der vorherigen Nacht wahrnimmt und den „Attacken“ seiner Kollegen ausgeliefert ist, befindet er sich auf dem absteigenden Ast.

Geschildert wird die Geschichte in einer, hier schon angesprochenen, derben und vulgären Sprache. Aber das muss auch so sein. Jede gewähltere Ausdrucksweise hätte die Atmosphäre des Buches zerstört. Die Intensität und der Hergang der Ereignisse wird dadurch, dass die Dinge schonungslos beim Namen genannt, auch ohne ausschweifende Erklärungen, ziemlich klar.

Zugegeben, ich musste mehr als einmal angewidert das Gesicht verziehen, allerdings musste ich auch mehr als einmal schallend loslachen. Unterhalten hat mich das Buch von Anfang bis Ende, daher bekommt es auch 95° von mir. Abzüge gibt’s nur weil ein ganz klein wenig mehr Handlung nicht geschadet hätte.
koepper zu »John Niven: Kill your friends« 10.01.2010
Das Buch hat einen ambivalenten Eindruck bei mir hinterlassen. Die obszöne, harte Ausdrucksweise, die Frauen- und Ausländerfeindlichkeit, diese absolut zynische, bösartige Haltung des Ich Erzählers, haben mir anfangs Schwierigkeiten bereitet. Der ständige Konsum Unmengen von Alkohol und Koks, die Sexexzesse, das alles ist so überdreht dargestellt, dass es wie eine völlig überzogene Groteske wirkt. Dennoch, oder gerade deshalb hat mich "kill your friends" gepackt. Sehr aufschlussreich und lesenswert fand ich Nivens ausführliche Darstellung der Musikindustrie. Hier gelangen ihm Schilderungen, die an den abgedrehten Humor von "Coma", seinem zweiten Roman erinnern. Ein Buch, das völlig moralfrei ist. Das Motto lautet: Der Zweck heiligt die Mittel. Einerseits fies und hart andererseits sehr unterhaltend und z.T. wirklich witzig.
Speisequark zu »John Niven: Kill your friends« 06.05.2009
Ein Klassebuch! brutal, fies und einfach nur super! im übrigen noch an Herrn Drewniok, der das Buch ja anscheinend sehr aufmerksam gelesen hat, der Hauptptrotagonist heißt STELFOX! (Sehr witzig ist dieser Patzer, weil eben dieser Protagonist in den ersten 50 Seiten bereits seinem Ärger über Verunglimpfungen seines Namens luftmacht.) Dieses Buch kann ich nur sehr empfehlen, es ist wirklich voll mit Hass und erfrischender Misanthropie. Natürlich ist dieses Buch nichts für weiche Gemüter, aber hey, nicht umsonst erscheint dieses Buch in der Hardcore-Sparte von Heyne! Unbedingt lesen!
sue82 zu »John Niven: Kill your friends« 09.02.2009
Ich fand dieses Buch grauenhaft langweilig und absolut Nichtssagend. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich nach ungefähr 200 Seiten nur noch quer gelesen habe, da auf jeder Seite das Gleiche vorkommt, es gibt hier keine Story der man hätte folgen müssen. Eher nur eine Aneinanderreihung von Drogenkonsum und haufenweise Sex ( in allem Möglichen Stellungen ) oder beides gleichzeitig und das auf so gut wie jeder Seite. Keine Empfehlung meinerseits.
2 von 3 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
cujo31 zu »John Niven: Kill your friends« 14.12.2008
Wie soll man dieses Buch beschreiben, wenn nicht mit dem Begriff "Hardcore"? Hardcore durch und durch, egal ob auf den ständigen Konsum von Drogen und Alkohol bezogen oder die (manchmal sehr ausführlich beschriebenen) Sexorgien der entsprechenden Hauptpersonen. Anfangs war ich über die doch sehr laxe Schreibe entsetzt, aber von Seite zu Seite wurde mir klar, dass man dieses Buch nicht anders hätte schreiben können.
Ob sich das Musikbusiness wirklich so verhält und inwieweit die persönlichen Erfahrungen von John Niven miteingewirkt haben, wäre schon interessant zu wissen. Nichts desto trotz hat mich das Buch immer mehr und mehr in seinen Bann gezogen und ich konnte es irgendwann einfach nicht mehr weglegen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht und welches Ende die Hauptperson nimmt.
Nach Beendigung des Buches muß ich sagen, dass ich doch relativ begeistert war, auch oder vielleicht, weil es so "Hardcore" war und die entsprechenden Szenen einfach direkt und geradeaus beschrieben wurden.
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