Der Vampir von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2007
unter dem Titel Fangland,
bei Aufbau.
Ort & Zeit der Handlung: Rumänien, 1990 - 2009.
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New York: Penguiin Press HC, 2007 unter dem Titel Fangland.
ISBN:
978-1594201172. 400 Seiten.
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Berlin: Aufbau, Wolfgang Thon.
ISBN:
3-7466-2528-9. 494 Seiten.
'Der Vampir' ist erschienen als
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In Kürze:
Eigentlich will sie ihre Hochzeit vorbereiten. Doch dann wird die New Yorker Fernsehproduzentin Evangeline Harker nach Rumänien geschickt, um einen weltweit gesuchten Waffenhändler zu interviewen. Als sie den mysteriösen Torgu in den transsilvanischen Bergen aufspürt, häufen sich die unheimlichen Vorkommnisse. Evangeline spürt, dass Böses mit ihr geschieht – bis sie den Kampf gegen Torgu aufnimmt.
Das meint Krimi-Couch.de: »Zwischen Krimi und Horror: Ein Grenzgänger mit stumpfen Zähnen«
Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger überspringen
Vergessen Sie alles, was ihnen Bram Stoker über Graf Vlad und seine transsylvanischen Blutsauger erzählt hat und auch die Geschichten einer Stephenie Meyer sind ein harmloses Twilight-Beißen gegen das, was der Journalist John Marks seinem rumänischen »Titelhelden« in »Der Vampir« an Fähigkeiten andichtet.
»Fangland«, das Land der Reißzähne, wie der Originaltitel lautet, ist kaum als Krimi zu bezeichnen, aber in der Übersetzung von Wolfgang Thon, wird aus der Reportage einer gewissen Evangeline Harker, die den rumänischen Unterweltkönig Ion Torgu für die alles überragende Abendshow »The Hour« interviewen soll, eine reißerische Auseinandersetzung zwischen mediengeilen Amerikanern und rachsüchtigem Vampir.
Dieser Ion Torgu ist allerdings gänzlich anders gepolt, als es seine Vorfahren aus der Walachei waren, jene Söhne der Drachen, die auf Schloss Bran hausten.
Ion Torgu ist mit Knoblauch und Kreuzen nicht zu beeindrucken, er ist nicht lichtscheu und er beißt seine Opfer nicht, obwohl er ganz blaue Zähne hat, gemeinhin ein Zeichen für Drogensucht und nicht so sehr vom Konsum des Blutes seiner Opfer. Da läuft er also mit seinem Eimerchen und einem Messer durch das verlassene Hotel in den Bergen und wartet darauf, dass er jemandem die Kehle durchschneiden kann und dabei singt er ein Lied, dessen Text aus den Namen von Ortschaften besteht, in denen der Mensch seine Gräueltaten an seinesgleichen verübte. »Thessaoni, Treblinka, Golgotha, Solferino, Lepanto, Kalawao, Kilkis … «Und es ist nicht der Biss seiner blauen Zähne, sondern dieses Lied des Grauens, das seine Opfer zu verrückten Bestien macht …
Dieser Ion Torgu will ins Fernsehen und zwar zur besten Sendezeit und bei Amerikas bestem Sender. Evangeline Harker soll die Reportage vorbereiten, aber nichts läuft wie geplant und sie ekelt sich vor Ion Torgu, als dieser sich zum Teil offenbart. Mit nackter Haut widersteht sie dem Scheusal und seinen Kumpanen und flüchtet …
Hätte John Marks die 500 Seiten um die Hälfte gekürzt und nur die Lebens- und Leidensgeschichte sowie die Flucht der Evangeline Harker erzählt, wäre ihm ein Spannungsroman gelungen, dessen Handlung den Leser in seinen Bann gezogen hätte. Doch der Autor musste unbedingt ein literarisches Highlight aus der Geschichte machen und diese von verschiedenen Betroffenen in Tagebuchauszügen und sonstigen Reminiszenzen als Episodenroman gestalten und das ist der Story nicht gut bekommen.
Jedes Mal, wenn der Spannungsbogen ein gewisses Level erreicht hat, schneidet Marks die Handlung radikal ab und es beginnen wieder langwierige Erläuterungen des nächsten Erzählers, die dem Roman die Spannung völlig rauben. Abgesehen von der ohnehin unglaubwürdigen Geschichte, die eher ins Reich der Phantastik-Couch gehört, zieht sich der Teil, bei dem Ion Torgu seinen Einfluss auf den Sender und die Produktionsteams nimmt, ins Unermessliche, ohne dass wirklich etwas passiert. Der Psychokrieg der handelnden Fernsehschaffenden und ihre Verwandlung zu willenlosen Objekten, sowie solchen, die sich dem widersetzen, artet in eine Schlacht aus, die vom Selbstmörder bis zum New-Age-Terroristen alles beinhaltet, was an Hysterikern auf dem amerikanischen Buchmarkt für Leserzahlen sorgen kann. Dass dabei die Vernunft völlig auf der Strecke bleibt und die Vampiristi mit Bajonett und Sprengstoff in ihre Schranken gewissen werden müssen, gehört unter Anderem zu den lächerlichen Lösungselementen, die John Marks den Kämpfernaturen als Mittel zum Zweck andichtet.
Wolfgang Weninger, November 2009
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| Kim S. zu »John Marks: Der Vampir« | 17.10.2010 |
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| Michelle zu »John Marks: Der Vampir« | 15.05.2010 |

