SPQR von John Maddox Roberts

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1990 unter dem Titel SPQR, deutsche Ausgabe erstmals 1992 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Italien, -800 - 699 (Antike).
Folge 1 der SPQR-Serie.

  • New York: Avon, 1990 unter dem Titel SPQR. 229 Seiten.
  • München: Goldmann, 1992. Übersetzt von Kristian Lutze. ISBN: 3-442-41306-0. 280 Seiten.
  • München: Goldmann, 1996. Übersetzt von Kristian Lutze. ISBN: 3-442-43289-8. 280 Seiten.
  • München: Goldmann, 2001. Übersetzt von Kristian Lutze. ISBN: 3-442-55224-9. 280 Seiten.

'SPQR' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Schlechte Zeiten im alten Rom, 70 v. Chr. – gewalttätige Gangs beherrschen die Straßen, sie plündern, morden und brandschatzen ohne dass ihnen jemand einhalt gebietet. Das Leben ist gefährlich und nicht selten kurz. Da findet man eines Morgens einen ehemaligen Gladiatoren tot auf der Straße. Decius Caecilius Metellus der Jüngere, Kommandant der örtlichen Polizei, nimmt die Ermittlungen auf. Trotz der allgemeinen Gleichgültigkeit, schamlosen Bestechungsversuchen und finsteren Drohungen folgt Metellus unbeirrt seiner Spur. Sie führt ihn direkt zur römischen Oberschicht – und damit mitten hinein in einen Sumpf aus Korruption und Intrigen auf höchster Ebene.

Das meint Krimi-Couch.de: »Es lebe die politische Intrige!« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Der Tag fängt nicht gut an für Decius Caecilius Metellus, der seit einiger Zeit Mitglied der Kommission der Sechsundzwanzig ist und vom Hauptmann der örtlichen Vigilien (nächtlicher Wachdienst) über den Mord an Markus Ager, besser bekannt als Dolchkämpfer Sinistrus, informiert wird. Da Sinistrus ein Freigelassener ist und auf der Liste der staatlichen Getreideversorgung steht, muss Metellus den Fall untersuchen und zunächst herausfinden, wer sein früherer Besitzer war, da dieser womöglich Ansprüche auf seinen Leichnam geltend macht.

Doch damit nicht genug. Metellus wird im Laufe des Tages zu einer Sondersitzung der Kommission der Drei einberufen und soll für den Senat den Mord an dem Griechen Paramedes untersuchen, besser gesagt vertuschen, denn Paramedes werden enge Kontakte zum König von Pontos, Mithridates, nachgesagt, wodurch sich außenpolitische Komplikationen einstellen könnten. Paramedes Geschäftspartner ist der einflussreiche Sergius Paulus, einer der reichsten Männer Roms. Als Metellus ihn über Paramedes befragt wird er von diesem nicht nur hervorragend beköstigt, sondern erhält auch zum Abschluss ihres Gespräches einen wertvollen Silberkrug. Soll Metellus bestochen werden?

Ein scharfsinniger Arzt »diagnostiziert« die Tatwaffe

Bei der Untersuchung der Leiche des Paramedes kommt Metellus eine seiner Wunden seltsam vor und so zieht er entgegen den üblichen Gepflogenheiten den Arzt Asklepiodes hinzu. Dieser erkennt anhand des Wundverlaufes nicht nur die Tatwaffe, sondern sieht auch, dass es sich bei dem Täter um einen Linkshändler handeln muss. Bemerkenswert, bedeutet doch der Name Sinistrus nichts anderes als linkshändig. Gibt es zwischen den beiden Morden eine Verbindung?

In der folgenden Nacht wird Metellus in seiner eigenen Wohnung überfallen und niedergeschlagen. Gestohlen wird jedoch nur ein kleines Amulett aus dem Nachlass von Paramedes und während Metellus in der darauf folgenden Nacht ein kleines Schäferstündchen hält wird Sergius Paulus in seinem Schlafgemach auf die gleiche Art erwürgt wie tags zuvor Sinistrus.

Auch außenpolitisch gibt es Neuigkeiten: Feldherr Lucullus gelingt ein wichtiger Sieg gegen Mithridates, dem nur die Flucht zum Könighaus von Armenien bleibt. Lucullus plant daraufhin gegen Armenien vorzustoßen, doch Lucullus ist nicht nur bei seinen eigenen Soldaten angesichts seines strengen Regiments unbeliebt, sondern hat auch im fernen Rom einflussreiche Feinde. So pflegt sein Schwager Publius Claudius, der sich im nächsten März Lucullus’ Armee anschließen will, enge Kontakte zu dessen Gegnern. Lucullus denkt jedoch nicht daran, bis März zu warten. Er will schon im Januar angreifen …

Patrizier, Plebejer, und Praetoren

Das Debüt von Roberts mit seinem über alles pflichtbewussten Helden Metellus ist nichts für Gelegenheits- oder Urlaubsleser. Abgesehen von den zahlreichen lateinischen Begriffen setzt insbesondere die historische Rahmenhandlung einiges an Vorkenntnissen, zumindest aber höchste Konzentration des Lesers voraus. Patrizier, Plebejer, Konsuln, Praetoren, Freigelassene, Freigeborene und viele andere Bezeichnungen rufen die noch rudimentär vorhandenen Geschichtskenntnisse aus dem lange zurückliegenden Schulunterricht ins Gedächtnis zurück. Ein ausführliches Glossar am Ende des Buches liefert immerhin die wichtigsten Begriffserläuterungen. Wer sich von dieser »harten«, aber durchweg anspruchsvollen Kost nicht abschrecken lässt, findet einen sehr lesenswerten Roman über Macht und Gier, Intrigen und Korruption im alten Rom. Die angesprochenen Morde dienen mehr als Aufhänger, um die Zusammenhänge einer grandiosen Verschwörung bis hinein in die höchsten Kreise aufzuzeigen.

Mit Metellus, der unten anderem davon träumt, eines Tages ein so »komfortables Transportmittel« wie eine Sänfte sein eigen zu nennen, hat Roberts einen ebenso unbestechlichen wie sympathischen Helden geschaffen, der sich durch seine Geradlinigkeit ein ums andere Mal in höchste Gefahr begibt. Mitunter bildgewaltig und detailverliebt wird der Leser in die für ihn unbekannte Zeit entführt und darf mitunter auch an einem ausschweifenden Mahl teilnehmen, bei welchem eingelegte Pfauenzungen und frittierte, mit lybischen Mäusen gefüllte Saueuter aufgetragen werden.

Bei der Untersuchung der Mordfälle kommt Metellus eher langsam einer riesigen Verschwörung auf die Spur und während er noch herauszufinden versucht, wer in diesem großen Verwirrspiel auf wessen Seite steht, nähern sich die Handlanger der Drahtzieher um ihn bei seinen Ermittlungen zu behindern. Da sich Metellus hiervon wenig beeindruckt zeigt, ist schließlich sein eigenes Leben bedroht. Am Ende des Romans gelingt es dem Helden (selbstredend), nicht nur die Mordfälle, sondern auch die Zusammenhänge der Verschwörung aufzuklären. Allerdings zu einem denkbar hohen Preis, denn seine mächtigen Gegner sind keineswegs tatenlos geblieben. Der Ausgang der Geschichte ist zwar enttäuschend (juristisch betrachtet), aber letztendlich konsequent, da andere denkbare Varianten gerade für die damalige Zeit denn wohl doch zu unglaubwürdig gewesen wären. Es lebe die politische Intrige! – und die Vorfreude auf weitere Metellus-Romane. Für alle Freunde anspruchsvoller historischer Krimis Pflicht!

Ihre Meinung zu »John Maddox Roberts: SPQR - ein Krimi aus dem alten Rom«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Mofritz zu »John Maddox Roberts: SPQR - ein Krimi aus dem alten Rom« 30.04.2011
Mir gefällt das buch auch gut, allerdings ist er gleich nicht mehr so schön, wenn man als schulaufgabe eine Inhaltsangebe darüber schreiben muss. Da ist der Graf von monte christo einfacher zusammen zufassen. Ihr braucht nicht zu antworten, da ich wahrscheinlich nicht mehr auf diese seite finde bzw. schauen werde.
Günther zu »John Maddox Roberts: SPQR - ein Krimi aus dem alten Rom« 15.02.2011
Ich bin eher durch Zufall auf das Buch aufmerksam geworden und habe es gelesen, weil mich eigentlich alles interessiert, was mit der Geschichte der späten römischen Republik zu tun hat. Und ich war wirklich begeistert! Für den Leser mit ausreichenden Vorkenntnissen zur römischen Geschichte ist das Buch in einem Rutsch mit großem Vergnügen zu lesen. Aber ich denke, dass auch jeder andere interessierte Leser viel Spaß daran haben wird. Ich jedenfalls werde in nächster Zeit weniger Biographien und Geschichtsbücher lesen und habe mir vorgenommen, die ganze Serie zu lesen. Ich hoffe, dass die später geschriebenen Bücher von gleicher Qualität sind.
mylo zu »John Maddox Roberts: SPQR - ein Krimi aus dem alten Rom« 17.09.2010
Es ist ja schon viel zum Buch hier gesagt und ich kann mich nur anschließen, ein Buch dass sich Dank seiner angenehmen Erzählweise, die einem hin und wieder das Schmunzeln ins Gesicht treibt, zügig liest. Nebenbei Geschichtsunterricht als leichte Kost verpackt und eine nicht unspannende Kriminalgeschichte aus dem alten Rom mit Antiken Größen in Ihren Anfangsjahren.
Hat bei mir auf jeden Fall Lust auf weitere Bücher dieser Reihe ausgelöst, ansich die richtige Urlaubslektüre die sich mit einer Leichtigkeit lesen läßt, unterhält und amüsiert. Von mir 80 Punkte.
dantap zu »John Maddox Roberts: SPQR - ein Krimi aus dem alten Rom« 13.08.2010
Ich kann mich da nur anschließen. Habe das Buch und die gesamte SPQR-Reihe als Jugendlicher verschlungen. Eine gute und vor allem plastische und realistische Ergänzung zum Geschichtsunterricht, gut geschrieben und recherchiert.
Besonders begeistert mich gerade, dass es das Buch nun auch als Hörbuch gibt. Die Bücher habe ich aus Platzgründen vor einiger Zeit verkauft, aber als Hörbuch ist dies bestimmt ein ebenso gutes Eintauchen in die römische Geschichte.
mylo zu »John Maddox Roberts: SPQR - ein Krimi aus dem alten Rom« 12.08.2010
Da der Inhalt schon sehr oft hier dargestellt wurde begnüge ich mich darzustellen wie ich das Buch empfand. Es ist eine angenehme und von der Sprache auch amüsante Lektüre. Kurzweilig, und interessant eine sehr interessante Hauptfigur mit Decius Caecilius Metellus und eine gute Einführung in das alte Rom.
Auch die "Krimihandlung" selbst, wobei man nie so den Eindruck dass sie so im Vordergrund steht, ist gut aufgebaut, hat eine gewisse Spannung und einen unerwarteten Ausgang. Also alles was einen interessanten Krimi ausmacht ist vorhanden und hat bei mir Lust auf mehr aus der Reihe gemacht.
Sind gute 80 Punkte
tedesca zu »John Maddox Roberts: SPQR - ein Krimi aus dem alten Rom« 11.01.2010
Natürlich nicht 20 nach Christus, sondern ca. 70 VOR - ich weiß auch nicht, was mir da eingefallen ist, wie ich das geschrieben hab. Sorry! Aber alles andere bleibt wie's ist :-)


(ist ganz schön mühsam, 300 Zeichen zusammenzukriegen, wenn man nur einen kleinen Fehler korrigieren will und eine Reihe von Punkten nicht als Zeichen akzeptiert wird)
tedesca zu »John Maddox Roberts: SPQR - ein Krimi aus dem alten Rom« 30.11.2009
Eine spannende Geschichte im alten Rom, ca. 20 nach Christus. Julius Caesar ist noch ein unbedeutender Emporkömmling, Lucullus kämpft seine Schlachten in Kleinasien, und Decius Caecilius Metellus ermittelt als Präfekt in drei Morden, die auf geheimnisvolle Weise zusammenhängen. Bei seinen Untersuchungen sticht er in ein Wespennest nach dem anderen, sodass ihm seine Neugier und Unbestechlichkeit bald zum Verhängnis werden.

Mit Decius Caecilius Metellus hat Roberts eine äußerst sympathische Figur geschaffen, die einerseits mit den selben Problemen konfrontiert ist, wie ein moderner Ermittler, aber andererseits ständig mit den zahlreichen, fast undurchschaubaren Traditionen der alten Römer zu kämpfen hat. Historisch dürfte die Geschichte wohl sehr gut recherchiert sein, auf jeden Fall ist sie nicht nur amüsant und spannend, sondern auch ausgesprochen informativ und lehrreich. Für mich eine Neuentdeckung, über die ich mich sehr freue, weitere Bücher der Reihe liegen ganz oben auf meinem SUB.

Das Hörbuch gibt es exklusiv und ungekürzt bei audibel.de. Erich Räuker liest mit angenehmer Stimme und genau dem richtigen Maß an Humor und Ironie - ein feines Hörbucherlebnis!
Susannah zu »John Maddox Roberts: SPQR - ein Krimi aus dem alten Rom« 23.10.2008
Rom, im Jahre 70 vor Christus. Es ist keine gute Zeit in Rom. Die Morde auf den Straßen häufen sich, die Politik ist stark wie eh und je von Korruption und Intrigen durchdrungen, und die beiden Consulen Pompeius und Claudius üben ihre Macht unbegrenzt aus. Und mitten in dieser Zeit will Decius Caecilius Metellus der Jüngere, Kommandant der 26 in einem besonders verufenen Viertel von Rom, einen Mord an einem ehemaligen Sklaven und einen Brand bei einem Griechen klären. Nicht ahnend, dass er damit an Intrigen in den höchsten Kreisen rührt und mehr als nur seine Karriere in Gefahr bringt. Denn wer Macchtliebt, scheut nicht, für sie zu morden ...

Fantastisch! Gedanklich bin ich immer noch im alten Rom, streife durch die Gassen bis zum Forum und begegne unterwegs historischen Figuren wie dem genialen Juristen und Bücherfreund Cicero und keinem geringeren als Gaius Julius Caesar, der dereins der Mächtigste der Mächtigen werden sollte. Der Autor versteht es sehr gut, uns in diese versunkene Zeit eintauchen zu lassen: an der Seite von Decius, der seine Geschichte erzählt, durchleben wir nebenbei auch noch einen spannenden Polit-Krimi - und lernen eine Menge. Von historischen Persönlichkeiten über die politische und militärische Situation bis hin zu römischen Bräuchen lässt Decius nichts aus, wenn er uns das alte Rom näher bringt. Sarkastisch, mit trockenem Humor, aber ehrenhaft und trotzdem ein echter Römer, wächst einem Decius sehr schnell ans Herz - ich freue mich auf weitere Krimis mit ihm!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
nananana zu »John Maddox Roberts: SPQR - ein Krimi aus dem alten Rom« 08.08.2008
Meine Vorrednerin/Schreiberin hat recht. Das Buch ist wirklich eine Einstiegsdroge. Habe mir nachdem ich es ausgelesen hatte gleich noch Band zwei, drei, vier und fünf angeschafft. Der Erzählton ist wirklich gut und besonders nett finde ich, dass die Hauptperson des Buches sich auch mal direkt an den Leser wendet. Sehr witzig! Ansonsten sind die historischen Fakten ganz gut recherchiert und überhaupt nicht trocken und öde.
Wirklich ein super Buch. Ich gebe 100%.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
anath zu »John Maddox Roberts: SPQR - ein Krimi aus dem alten Rom« 30.07.2007
Eine Einstiegsdroge,ohne Zweifel.Ich habe das Buch vor Jahren erstmals gelesen,mittlerweile wohl schon drei Mal,der Krimi spielt jetzt nicht mehr die Hauptrolle sondern der amüsante Erzählton,die geschichtlichen Informationen,der Spaß am Lesen...Ich glaube,ich muß das Buch noch mal kaufen,denn mittlerweile haben es mein Bruder(2x),mein Sohn(2x),drei Kollegen und mein Freund zerlesen - und keiner konnte aufhören bevor der letzte Band beendet war.Einstiegsdroge-sag ich doch !

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 25.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu SPQR

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: