Die Catilina-Verschwörung von John Maddox Roberts

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1991 unter dem Titel The Catiline Conspiracy, deutsche Ausgabe erstmals 1993 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: Italien / Rom, -800 - 699 (Antike).
Folge 2 der SPQR-Serie.

  • New York: Avon, 1991 unter dem Titel The Catiline Conspiracy. 216 Seiten.
  • München: Goldmann, 1993. Übersetzt von Kristian Lutze. ISBN: 3-442-41307-9. 251 Seiten.
  • München: Goldmann, 2003. Übersetzt von Kristian Lutze. ISBN: 3-442-55313-X. 250 Seiten.

'Die Catilina-Verschwörung' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

In der mächtigen Römischen Republik herrscht Friede, nur in den Straßen Roms fließt das Blut. Als ein Bankier und ein Bauunternehmer ermordet aufgefunden werden, erkennt Decius Caecilius Metellus, der Kommandeur der hauptstädtischen Polizei, die bedrohlichen Zeichen einer Verschwörung, die ihre Wurzeln im Zentrum der Macht hat …

Das meint Krimi-Couch.de: »Mehr davon!« 75°

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Mithridates, König von Pontus, der zäheste Widersacher Roms ist tot und auch Tigranes, König von Armenien, wurde von Feldherr Lucullus vernichtend geschlagen. So gewährt der Senat Lucullus seinen Triumphzug, obwohl der einflussreiche Pompeius zuvor versucht hat, die Tribunen zu einer Blockade von Lucullus Ansinnen zu bewegen. Während des Festbanketts sitzt Decius Caecilius Metellus, der nach seiner Rückkehr aus dem Exil jetzt als Quaestor für die finanziellen Angelegenheiten Roms zuständig ist, neben Lucius Sergius Catilina, einem Patrizier, der sich mit der zunehmenden Bevorzugung aufsteigender Plebejer bei der Vergabe öffentlicher Posten nicht abfinden mag. Als sich auch noch Publius Clodius (vormals Claudius) Pulcher bei den Festlichkeiten einfindet, drohen die alten Feindschaften wieder auszubrechen, war es doch Clodius, der während der Kämpfe von Lucullus in dessen Armeen einen Aufstand anzuzetteln versuchte.

Einige Zeit später stößt Metellus auf seinem Weg zur Arbeit auf eine Menschenmenge, die sich um einen Leichnam drängt. Bei dem Toten handelt es sich um den Bankier Manius Oppius, der mit einem Dolch erstochen wurde. Das besondere an der Tatwaffe ist sein Schlangengriff, wie er in Afrika nach dem Krieg gegen Jugurtha üblich war. Doch dieser Krieg fand bereits vor über 50 Jahren statt.

Kurze Zeit später wird auch der Bauunternehmer Sextus Calenius vor seiner Haustür erstochen aufgefunden. Als Metellus, der einen mit ihm verwandten Praetor bittet, ihn mit den Ermittlungen der Morde zu beauftragen, in einem abgelegenen Raum des Saturn-Tempels auf ein geheimes Waffenlager stößt, wo er unter anderem Schwerter mit dem Schlangenmotiv findet, glaubt er einer großen Verschwörung auf die Spur gekommen zu sein. Einer der Wortführer, so stellt sich bald heraus, ist Catilina, doch kann er mangels ausreichendem Intellekt und Einfluss nicht der eigentliche Drahtzieher sein. An Verdächtigen mangelt es Metellus nicht und auch die nächsten Morde kommen schneller als erwartet …

»Die Catilina-Verschwörung« geht dort weiter, wo das Debüt »SPQR« aufhört, allerdings zwei Jahre später, da der Protagonist Metellus nach der Lösung seines ersten Falles vor-rübergehend ins Exil verbannt wurde. Sofern nicht in »SPQR« verstorben, sind wieder alle namhaften Nebendarsteller mit dabei und so treffen wir erneut auf Caesar, Cicero, Pompeius, Crassus und dergleichen mehr. Leider ähnelt »Die Catilina-Verschwörung« ein bisschen sehr stark dem Debütroman, frei nach dem Motto, was einmal funktioniert klappt auch ein zweites Mal. In der Tat ist der vorliegende Band wieder ein lesenswerter Ausflug in die Geschichte, in dem nebenbei wieder einige Mordfälle aufgeklärt werden und darüber hinaus wieder eine Verschwörung verhindert wird. Wer »SPQR« kennt wird wohl im Ergebnis enttäuscht sein, ein nahezu identisches Handlungsschema vorzufinden. Zumindest sollte man die beiden Bände nicht unmittelbar hintereinander lesen, da dann nur noch die historische Rahmenhandlung von Interesse ist, welche aber ohnehin die Hauptrolle einnimmt. Allein der Austausch der Gespielinnen des Helden reicht eben nicht, um den Leser zu überzeugen.

Betrachtet man den vorliegenden Roman ohne Vorkenntnisse von »SPQR«, so findet man sich schnell im alten Rom wieder. Zahlreiche lateinische »Fachausdrücke« machen die Story sehr authentisch und wer den ein oder anderen Begriff nicht zuordnen bzw. übersetzen kann, dem steht im Zweifelsfall ein über 15 Seiten langes Glossar zur Verfügung. Mit detailgetreuen Figurenzeichnungen hält sich der Autor nicht lange auf und dennoch kann man das Buch nicht zügig durchlesen. Zu anspruchsvoll gestaltet sich die mit hinterhältigen Intrigen und Verschwörungen gespickte Rahmenhandlung. Die zahlreichen Figuren, die teilweise nur namentlich erwähnt werden, den jeweiligen Gruppierungen zuzuordnen ist mitunter Schwerstarbeit, sofern überhaupt möglich, denn so richtig weiß man ja bei politischen Verschwörungen meist nie, wer letztendlich und wenn in welcher Form daran beteiligt ist.

Wer einen anspruchsvollen historischen Roman mit Krimihandlung sucht, wird mit »Die Catilina-Verschwörung« bestens bedient. Ansonsten gilt, was auch schon in der Rezension zu »SPQR« geschrieben wurde. Tendenz: Mehr davon!

Ihre Meinung zu »John Maddox Roberts: Die Catilina-Verschwörung«

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cs zu »John Maddox Roberts: Die Catilina-Verschwörung« 12.12.2011
Decius Caecilius Metellus war in diesem Band nicht der Kommandant der römischen Polizei (die es so auch nicht gab) sondern ein einfacher römischer Beamter (Quaestor) ohne Polizeibefugnisse. Als solcher kam er der Intrige auf die Spur und ermittelte weiter, teilweise im Auftrag von höheren beamten, teilweise auch auf eigene Faust.
Absolut lesenswert.
tedesca zu »John Maddox Roberts: Die Catilina-Verschwörung« 11.01.2010
Einmal mehr gerät Decius Caecilius Metellus zwischen die Fronten der Machtgieriegen. Schon bald wird einmal mehr sein Leben bedroht, und natürlich spielt dabei wieder einmal eine schöne Frau eine unwesentliche Rolle. Etwas verwirrend sind die vielen lateinischen Namen, vor allem, wenn man sich in der römischen Geschichte nicht so besonders gut auskennt (wie ich z.B.). Wie auch immer, die Geschichte wird mit einem Augenzwinkern erzählt, und abgesehen davon, dass man viel über das Leben im alten Rom erfährt, ist sie auch noch so spannend, dass man das Buch ungern aus der Hand legt, bevor man nicht weiß, wie sich dieser scheinbar unlösbare Knoten um Decius' Hals wieder entwirrt.



Erich Räuker liest souverän und macht dieses Buch erneut zu einem großen Hörvergnügen.
Susannah zu »John Maddox Roberts: Die Catilina-Verschwörung« 18.10.2009
Rom, im letzten jahrhundert vor Christus: Mithridates, der ärgste Feind Roms, ist tot, und Lucullus kann einen großen Sieg in Roms Straßen feiern. Das Imperium scheint befriedet, doch in den Straßen Roms fließt Blut: wohlhabende Bürger werden ermordet, scheinbar ohne Zusammenhang. Nur Decius Caecilius Metellus, aus dem Exil heimgekehrt, wittert mehr: eine Verschwörung, aufgebaut rund um Catilina, der die alte Macht wiederherstellen will. Decius begibt sich als verdeckter Ermittler in die Höhle des Löwen und muss dabei nicht nur mit neuen, sondern auch mit alten Feinden fertig werden ...

TOLL! Genau richtig für ein kaltes, vorwinterliches Wochenende, wo man Zeit zum lesen hat. Decius ist wieder da, so charmant, so intelligent, so ehrlich und unterhaltsam wie im ersten Band. Und wie im ersten band begegnen uns zahlreiche Figuren, allen voran Caesar, dessen Rolle in der Verschwörung ungeklärt bleibt, und Cicero, der es als Emporkömmling weit gebracht hat und nun im Visier der Verschwörer steht. Wieder versteht es Roberts, durch liebevoll gezeichnete Figuren und eine spannende Krimihandlung zu fesseln. Ein ausführliches Glossar erleichtert den Einstieg in die Welt des römischen Weltreiches. Fazit: ein spannender Krimi, vor dessen Genuss man aber unbedingt Band eins der SPQR-Reihe gelesen haben sollte.
nananana zu »John Maddox Roberts: Die Catilina-Verschwörung« 08.08.2008
Wirklich sehr spannend,schließt leider aber nicht direkt an den ersten Band an und spielt auch nicht wie wie ich glaube 2 Jahre sondern ca 7 Jahr später.
Ein echt guter Roman. Mal was ganz anderes. Und auch der Humor gefällt mir gut. Der Autor beschreibt die Personen der Zeit sehr anschaulich und die eine oder andere kennt man heute noch ziemlich gut. Wer kennt nicht Lucullus und seine Gelage!
anath zu »John Maddox Roberts: Die Catilina-Verschwörung« 05.11.2007
Man muß schon aufpassen und sich zunächst einmal mit den zahlreichen Promis in dem Buch vertraut machen. Aber Decius in seiner sehr direkten Art wirft uns ins kalte Wasser ,pfeift auf evtl. vorhandene Berührungsängste mit den Berühmtheiten der Historie und los geht's mit einer rasanten,sehr verschlungenen Exkursion in die römische Geschichte - und spannend ist das Ganze zum Glück auch noch.
Einmal angefangen muß man durch ! Das Beste für ein kaltes ,nasses Wochenende an dem man nichts vor hat und einem nichts beim Lesen dazwischen kommen kann.
Vlad Tepes zu »John Maddox Roberts: Die Catilina-Verschwörung« 20.04.2004
Die Fortsetzung erfüllt nicht so ganz, den hohen Anspruch des ersten Teiles, jedoch fehlt es auch diesmal nicht an Spannung und Lesefreude! Einmal begonnen, wird es schwer aufzuhören - Suchtgefahr!
3 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Swen Piper zu »John Maddox Roberts: Die Catilina-Verschwörung« 22.03.2004
Deutliche Steigerung im Vergleich zum ersten Roman SPQR, insbesondere werden die Intrigen, das Machtgeplänkel und auch die Dekadenz des römischen Imperiums, innerhalb einer recht spannenden Geschichte, aufgezeigt
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
pat zu »John Maddox Roberts: Die Catilina-Verschwörung« 16.12.2003
Sehr spannend, unterhaltsam. Empfehlenswert
Michael zu »John Maddox Roberts: Die Catilina-Verschwörung« 21.10.2003
Der zweite Teil der genialen Krimiserie.
Unterhaltsam, spannend - absolut lesenswert!
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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