Die Farm von John Grisham

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 unter dem Titel A Painted House, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Heyne. 462 Seiten. ISBN-10: 3-453-86478-6, ISBN-13: 978-3-453-86478-8. Übersetzt von Anette Grube.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Arkansas, 1950 - 1969.

'Die Farm' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

In der staubigen Hitze von Arkansas wird ein neugieriger Siebenjähriger plötzlich mit den harten Realitäten des Lebens konfrontiert. Während Luke noch von Baseball träumt und heimlich die Erwachsenen belauscht, gerät er unvermutet in ein Drama um Liebe und Tod, in dem er selbst eine entscheidende Rolle spielt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Überraschender Ausflug in andere Gefilde« 68°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Das war die beste Idee, die John Grisham jemals hatte. Nachdem in seinen letzten Romanen die Ideenlosigkeit deutlich zu Tage trat, hat der amerikanische Bestsellerautor mit »Die Farm« einen Roman gänzlich ohne Anwälte, Richter oder sonstige Juristen veröffentlicht, sondern eigene Kindheitserrinerungen verarbeitet.

Aus der Sicht des 7-jährigen Luke Chandler erzählt Grisham die Geschichte einer Farmerfamilie in Arkansas.

Es ist nur ein kurzer Abschnitt im Leben eines kleinen Jungen, die Zeit der Baumwollernte von August bis Oktober 1952. Und es ist eine harte Zeit. Denn Luke muß täglich ebenso schwer arbeiten und von früh bis spät Baumwolle pflücken wie sein Vater und sein Großvater und ebenso wie die angeworbenen Saisonarbeiter aus den Bergen und aus Mexiko.

Ein Kampf ums Überleben für die Farmer

Für die Farmer ist es Jahr für Jahr ein Kampf ums Überleben. Das Ziel jeder Erntesaison kann nur lauten, kostendeckend zu arbeiten. Die Arbeiter, die angeheuert werden müssen, sorgen dabei zusätzlich für reichlich Konflktpotential. Insbesondere Hank, der brutale Sohn der Familie Spruill, geht keinem Streit aus dem Weg. Dies führt soweit, dass er in der Stadt einen anderen Raufbold totschlägt. Luke hat die Schlägerei beobachtet und gesehen, dass es sich bei dem Totschlag nicht um Notwehr gehandelt hat, doch aus Angst vor Hank schweigt er.

Das weitere Leben der Farmer dreht sich hauptsächlich um Baseball, Kirche und Korea. Die ganze Familie sitzt zusammen, wenn abends die Spiele aus der Baseball-Liga im Radio übertragen werden. Baseball bildet außer den samstäglichen Ausflügen in die Stadt die einzige Abwechslung im Leben eines kleinen Jungen auf einer Baumwollfarm. Und Luke weiß bereits jetzt, dass er später Baseball-Profi wird. Die Chandlers sind Baptisten und der sonntägliche Kirchgang ist ebenso wichtig wie das jährliche Baseballspiel der Baptisten gegen die Methodisten.

Vermisst wird auf der Chandler-Farm der 19-jährige Ricky, der jüngere Bruder von Lukes Vater und für Luke eher ein Freund als ein Onkel. Ricky kämpft für sein Land in Korea und die Familie ist in ständiger Sorge um ihn. Auch, wenn Ricky als handelnder Charakter zwar nicht im Roman auftaucht, hat er doch eine tragende Rolle.

Die Baumwollernte 1952 wird zu einer ereignisreichen Zeit

Für Luke wird die Baumwollernte des Jahres 1952 zu einer ereignisreichen Zeit, beobachtet er doch nicht nur heimlich die Geburt eines Kindes, sondern sogar einen Mord. Doch selbst dieses Verbrechen nimmt in der Handlung nur eine Nebenrolle ein, denn wichtig ist allein die Ernte, alles andere ist nebensächlich. »Die Farm« ist kein Kriminalroman, sondern erinnert mit all seinen kindlichen Geheimnissen eher an Stephen Kings unter dem Titel »Stand by me« verfilmte Kurzgeschichte »Die Leiche«.

Grisham zeigt hier völlig unerwartet, dass er durchaus das Zeug zu einem Geschichtenerzähler hat. Man spürt, dass er aus eigener Erfahrung weiß, wovon er schreibt, denn er beschreibt die Erlebnisse von Luke wirklich aus kindlicher Sicht etwas naiv und sehr sensibel und bringt auch die Atmosphäre sehr gut zur Geltung. Kleine Episoden lassen einen schmunzeln, andere wiederum sind eher erschreckend. Die festgelegten Rollen der einzelnen Familienmitglieder sind faszinierend dargestellt.

Grishams neue Stärken

Grishams gewohnter sehr einfach gehaltener Schreibstil sorgt dafür, dass sich das Buch auch ohne großartige Spannungsmomente fließend herunter lesen lässt, was allemal als Zeichen für gute Unterhaltung gesehen werden kann. Auch seine Charaktere wirken nicht so stereotyp wie gewohnt, der kleine Luke wirkt sehr lebensecht.

Grisham zeigt, dass er mit Steinbeck mehr als nur den Vornamen gemein hat, auch wenn er wohl nie dessen Klasse erreichen wird, doch lässt er mit diesem überraschenden Ausflug in eine etwas andere Literaturgattung zumindest seine beiden letzten Flops »Die Bruderschaft« und »Der Richter« etwas vergessen. Bleibt zu hoffen, dass Grisham selber seine neuen Stärken erkennt und nicht zwanghaft dort versucht weiter zu machen, wo ihm längst die Ideen ausgegangen sind.

Ihre Meinung zu »John Grisham: Die Farm«

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Doris R. zu »John Grisham: Die Farm« 05.03.2006
Eine Spannende und faszinierende Geschichte aus der Sicht des kleinen Luke Chandler.
Schade das die spannende Lebensgeschichte so schnell zu Ende ging. Habe viele neue Einsichten gewinnen können über das Farmer leben in den 50er Jahren. Einfach nur schön!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
pitty zu »John Grisham: Die Farm« 03.03.2006
Kein typischer, aber ein überragender Grisham Roman. In meinen Augen eher kein Thriller oder Krimi, sondern eine großartige Geschichte: die Entwicklung eines Jungen in einer faszinierenden Umgebung mit lebendigen, glaubwürdigen Charakteren. Der Autor hat sich mit diesem Buch in eine interessante Richtung weiterentwickelt.
Blank zu »John Grisham: Die Farm« 09.02.2006
12.06.2005
"Die Farm" war das erste Buch, was ich von John Grisham gelesen habe. Als ich den Titel gelesen hatte, habe ich erst gedacht, dass dieses ein langweiliger "Bauernroman" ist...Meine Meinung hat sich aber gewendet..."Die Farm" ist sehr interessant und mitreißend. Man möchte den Roman gar nicht mehr zurSeite legen...Eine sehr gute
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Bettina86 zu »John Grisham: Die Farm« 14.01.2006
Die ersten paar Seiten erschienen mir zwar etwas langweilig, weil es nicht das war, was man sonst vielleicht von Grisham gewohnt ist, nachdem ich mich aber eingelesen hatte hat mich dieses Buch so gepackt und ich war wirklich fasziniert. Grisham schreibt so anschaulich und mit so viel Einfühlungsvermögen, dass mich sich sofort mitten im Geschehen wiederfindet. Mal etwas anderes, aber unbedingt lesenswert und irre spannend!
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Susi zu »John Grisham: Die Farm« 19.10.2005
Die Farm war mein allererstes Buch (ich war vorher nie Lese-begeistert). Seit ich dieses Buch gelesen habe verschlinge ich alle Grisham-Bücher.
Ich konnte mich richtig in diese Zeit und Welt hinein versetzen, diese Buch hat mich fasziniert. Das Ende war etwas aprupt aber ansonsten ein gutes Buch.

Susi
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Minchen zu »John Grisham: Die Farm« 16.08.2005
Ich habe das Buch noch nicht zuende gelesen, allerdings finde ich es schon jetzt sehr gut und spannend. Ich finde allerdings, dass er die Sicht eines 7-jährigen nicht ganz getroffen hat. Dennoch, verpasst es nicht! Kauft euch das Buch und lest was die Augen her halten!!!
Nadine zu »John Grisham: Die Farm« 13.07.2005
Nachdem ich schon "The Testament" auf englisch gelesen hatte, kam ich auch diesmal nicht drum herum auch "A painted house" auf englisch zu lesen. Ich muss zugeben, dass die ersten Kapitel vll. etwas langweilig sind, jedoch steigt die Spannung später und man kann sich sehr gut in die damalige Situation der Familie hinein versetzen.
Das Grisham aus der Sicht eines 7-jährigen diese Geschichte erzählt, macht das Buch noch besser.
Allerdings fand ich das Ende doch etwas plötzlich, ich hatte mehr erwartet.
Dennoch: Auf jeden Fall lesenswert!
Martin H zu »John Grisham: Die Farm« 21.06.2005
Der Schauplatz der Geschichte ist äusserst langweilig: eine verstaubte Farm im Süden der USA, wo die Zeit stehen geblieben scheint. Zweifelsohne gelingt es Grisham, den Leser in diese harte, oft vergessene Zeit zurückzuversetzen. Interessante Charaktere mit unterschiedlichsten Ideologien machen "die Farm" zum süffigen Roman. Diese Geschichte fesselt, macht traurig und entspannt zugleich. Fazit: lesenswert
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Kathrin zu »John Grisham: Die Farm« 12.06.2005
"Die Farm" war das erste Buch, was ich von John Grisham gelesen habe. Als ich den Titel gelesen hatte, habe ich erst gedacht, dass dieses ein langweiliger "Bauernroman" ist...Meine Meinung hat sich aber gewendet..."Die Farm" ist sehr interessant und mitreißend. Man möchte den Roman gar nicht mehr zurSeite legen...Eine sehr gute Schreibweise!
axelp zu »John Grisham: Die Farm« 20.05.2005
Nach Bruderschaft/Fest/Richter war ich enttäuscht, daß es wiedereinmal kein Gerichtsthriller war, was ich von Grisham in die Hand bekam. Doch dann habe ich dieses Buch innerhalb von ein paar Tagen durchgelesen und finde es große Klasse, wie er das Leben dieser Leute auf der Farm darstellt. Ich lese fast ausschließlich Thriller und bin über diese Abwechslung sehr angetan.
Ich finde es faszinierend, wie man von Grisham an einen Roman gefesselt wird, in dem eigentlich kaum etwas passiert.
Leider war das Ende für mich zu aprupt. Evtl. hätte er einen Epilog anfügen sollen.

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