Der brennende Engel von John Connolly

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2005 unter dem Titel The Black Angel, deutsche Ausgabe erstmals 2008 bei List.
Folge 5 der Charlie-\"Bird\"-Parker-Serie.

  • London: Hodder & Stoughton, 2005 unter dem Titel The Black Angel. 512 Seiten.
  • Berlin: List, 2008. Übersetzt von Georg Schmidt. ISBN: 978-3-471-30006-0. 512 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2009. Übersetzt von Georg Schmidt. ISBN: 978-3-548-28048-6. 507 Seiten.

'Der brennende Engel' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Die Anhänger eines Totenkultes, die sich selbst die »Gläubigen« nennen, wollen einem gefallenen Engel aus vorbiblischer Zeit wieder zur Herrschaft verhelfen. Sie huldigen ihrem Herrn mit aus Gebeinen gefertigten Kunstwerken, und ihre Blutspur zieht sich durch Amerika. Auch die verschwundene junge Frau wurde ihr Opfer. In Charlie Parker vermuten sie einen der Ihren, einen abtrünnigen Engel. Trotz ihres religiösen Wahns haben die »Gläubigen« sehr weltliche Methoden, und unvermittelt werden Parker, seine Frau und kleine Tochter zu Gejagten. Der brennende Engel öffnet mit seiner unheimlichen, fantastischen Spannung die Tür in ein Reich des Schreckens.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Detektiv im Kampf mit Höllenengeln« 90°Treffer

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Seit ihn der irre »Prediger« Aaron Faulkner zeichnete (siehe Die weiße Straße), sind für Charlie »Bird« Parker die Barrieren zwischen Realität und Jenseits zusammengebrochen. Er ´sieht´ die Welt jenseits der bekannten Gegenwart – und ihre schrecklichen Bewohner sehen ihn. Der Kampf gegen das Böse ist für Parker zur privaten Bewährungsprobe geworden, seit er Frau und Kind hat. Rachel, seine Gattin, weiß um seine Gabe, und sie hasst sie, weil die kleine Familie in ständiger Gefahr schwebt, von dem vernichtet zu werden, was Parker immer wieder heraufbeschwört.

Dieses Mal ist dies der abscheuliche Mr. Brightwell, einer der rebellischen Engel um Luzifer, die von Gott einst aus dem Himmel vertrieben und auf die Erde gestürzt wurden, wo sie voller Wut auf die Gelegenheit zur Rache lauern. Brightwell tritt in menschlicher Gestalt auf, um diesen Plan voranzutreiben. Ein uraltes Dokument wäre ihm und seinem teuflischen Auftraggeber von großem Nutzen. Leider wurde es vor Jahrhunderten zerteilt und über die ganze Welt verteilt. Aktuell jagt Brightwell die Prostituierten Alice und Sereta, die zufällig ein Fragment fanden, und hinterlässt dabei eine breite Blutspur.

Wie der Zufall manchmal spielt, ist Alice die verlorene Tochter von Martha Temple, die aktuell nach ihr fahnden lässt. Louis, ihr Neffe, ist nicht nur ein psychopathischer Killer mit ausgeprägtem Familiensinn sondern auch ein enger Freund von Charlie Parker, der ihm helfen wird, nach der Vermissten zu fahnden.

Parker ahnt, dass Brightwell kein Mensch ist, doch auch dieser ist völlig überrascht, als er seinen Gegner trifft: Er kennt und hasst ihn aus der Zeit, als die Engel sich gegen Gott erhoben; ein Vorleben, das Parker völlig unbekannt ist. Brightwell will Parker strafen, aber er verliert darüber nicht das eigentliche Ziel aus den Augen: die Erweckung des »Schwarzen Engels« Immael, der seit Jahrhunderten in Gefangenschaft schmachtet und auf den Tag der Rache wartet …

Himmel & Hölle und ihr Kampf auf Erden

Die Hölle öffnet endgültig ihre Pforten, um Charlie Parker willkommen zu heißen: Mit dem fünften Teil der Serie verabschiedet sich die Handlung vom halbwegs »realistisch« geerdeten Thriller, dessen stilistische Mittel der Verfasser Connolly zwar beibehält, um sie jedoch für eine lupenreine Mystery-Story einzusetzen.

Das Ergebnis ist ein weiteres Highlight der an Überraschungen ohnehin nicht armen Parker-Serie. Angesichts der Thematik ist das trotz des Talents, das der Autor einmal mehr unter Beweis stellt, keine Selbstverständlichkeit: Viel zu abgegrast ist die einst fruchtbare Weide, die Dan Brown mit The Da Vinci Code (2003; dt. Sakrileg) stürmte, nachdem ihm, der selbst kein besonders raffinierter Schriftsteller vor dem Herrn ist, viel zu viele hungrige Schreib-Schafe hinterher stürmten, die nur marginal variiert widerkäuten, was ihnen der Meister als Erfolgsrezept vorgegeben hatte: Der Vatikan ist eigentlich eine geheime Weltmacht, die einerseits spinnerte Häretiker-Sekten in Schach hält, während sie andererseits um der eigenen Vorherrschaft willen eigene Geheimbünde ausschickt oder den Christen dieser Welt diverse wahre aber der Kirche unwillkommene Botschaften der Bibel vorenthält.

Auch John Connolly hält sich in gewisser Weise an die Vorgabe: Die »Gläubigen« bilden eine streng geheime Gruppe, die in einem gewaltigen aber den Normalmenschen unbekannten Krieg zwischen Gut & Böse aus dem Verborgenen ihre Fäden zieht. Sie haben ihre Widersacher, zu denen in der Tat ein Rollkommando der Kirche gehört, das den »Gläubigen« seit auf die Finger sieht und klopft.

Connolly wagt sich auf noch dünneres Eis: Er setzt eine Weltgeschichte voraus, die zumindest die Fundamentalchristen und Verschwörungstheoretiker unter seinen Lesern entzücken müsste: Die Bibel hat doch recht bzw. jene Teile der Bibel – die »Apokryphen« -, die von der bösen Kirche (s. o.) unterdrückt wurden. In diesem Fall geht es um das »Buch Enoch«, in dem u. a. ausführlich über den Krieg der Engel gegen Gott, ihre Niederlage und ihren Sturz auf die Erde berichtet wird.

Was wurde aus Luzifers Höllenengeln?

An dieser Stelle ist es müßig, eine Diskussion über die Apokryphen zu führen; kluge Köpfe werden seit vielen Jahren in Serie über ihre Herkunft und ihre Bedeutung zerbrochen. Connelly greift Enochs Schilderung auf und arbeitet sie als »authentische« Vergangenheit in seine Geschichte ein. Dabei vereinfacht er die Vorlage, die ein Gleichnis mit vielen im Text verschlüsselten Bedeutungen ist: Connellys gestürzte Engel haben zum einen die Hölle eingerichtet und sich zum anderen unter die Menschen gemischt, die sie als von Gott ihnen vorgezogene Geschöpfe hassen und deshalb so ausgiebig piesacken wie möglich. Außerdem arbeiten sie an einer Art Masterplan, mit dem sie den Krieg gegen Gott wieder aufleben lassen und gewinnen wollen.

Liest man diese in dürren Worte skizzierte Hintergrundsituation, so klingt sie ausgesprochen lächerlich. Für die Geschichte, der Connolly den Titel Der brennende Engel gab, funktioniert sie freilich prächtig – als gut umgesetzte Phantastik nämlich, die keinerlei Anspruch auf Glaubhaftigkeit erhebt und mit den Fakten spielt, um sie der Handlung anzupassen.

Die schmale Kluft zwischen Schrecken & Possenspiel

Denn obwohl Connolly vor allem mit historischen »Fakten« nicht spart, sollte man ihn lieber nicht wörtlich nehmen. Besonders seine Sicht der nazideutschen Vergangenheit ist ausgesprochen angloamerikanisch und basiert auf oberflächlicher Recherche sowie Kino- und TV-Filmen. Die von ihm eingestreuten Informationen über Institution und Wesen der SS sind nicht nur auf den Effekt getrimmt, sondern zum Teil lachhaft oder schlicht falsch, und zu allem Überfluss konservieren sie das Bild vom dämonisch genialen Nazi, der doch tatsächlich ein brutal banaler Fließbandarbeiter des Todes war.

Auch die Fabulierkunst eines guten Geschichtenerzählers kann eben nicht mit der Realität Schritt halten. Auf sicherem Boden bewegt sich Connolly dort, wo er seine bösen Engel ausschwärmen lässt; über die gibt es keine gesicherten Fakten, die den Verfasser ad absurdum führen könnten. Deshalb irritiert die Frage, wieso denn so mächtige Geschöpfe sich die Erde nicht längst untertan gemacht haben, nur kurz: Es geht nicht, weil sie menschliche Gestalt annehmen und sich den Naturgesetzen unterwerfen müssen.

Geisterbahn-Grusel kommt ins Spiel, wenn Connolly erneut das in seinen Parker-Romanen bewährte Prinzip aufgreift, Bösewichter erstens körperlich missgestaltet und zweitens als Duo auftreten zu lassen. Hier sind es der abnorm feiste Brightwell und die sadistische Hope Zahn, die sich herrlich schurkisch aufführen. Man kann über sie lachen oder sie ernst nehmen, aber ihre völlig überzogenen Ränken verfolgt der Leser gern, weil Connolly bei aller Übertreibung an der Klippe über dem bodenlosen Meer der Lächerlichkeit stets das Gleichgewicht wahrt. Vor allem Brightwell ist ein Monstrum mit Persönlichkeit. Nicht ohne Grund ist er interessanter als der eigentliche Schuft, die übliche Graue Eminenz im Hintergrund, die erst im Finale die Bühne betritt.

Allerdings ist die Eindringlichkeit, mit der Connolly das Böse in den frühen Parker-Romanen in Gestalt des »Fahrenden Mannes« als unbekannte aber manifeste Kraft darzustellen wusste, kaum mehr spürbar – das Grauen kommt nun drastisch daher: Menschen werden gefoltert und ermordet, ihre Knochen als Rohstoff für absonderliche »Kunstwerke« missbraucht; das Blut spritzt und die Schreie gellen. Nur selten findet Connolly zur alten, leisen, wahrlich erschreckenden Form zurück, wenn er z. B. einen »Sammler« schildert, der Menschenschädel aus China bezieht: Es sind die Köpfe hingerichteter Regimegegner, die ausgeweidet und stückweise verhökert werden. DAS ist echte Bosheit, die schaudern lässt!

Der »Gute« unter den Gefallenen

Fraglich bleibt Connollys Entscheidung, Parker selbst eine prominente Stellung in seinem sich allmählich entfaltenden Kosmos zuzuweisen. Gestartet ist er als Polizist, dem ein unheimlicher Serienmörder die Familie nahm. Später wurde er Detektiv mit der Fähigkeit, buchstäblich Gespenster zu sehen. Jetzt ist er die Inkarnation eines rebellischen Engels, der zwar mit Luzifers Brut auf die Erde geschleudert wurde, aber Gottes Vergebung sucht: ein Rebell gegen die Rebellen. Das ist starker Tobak, denn wie soll ein Mensch mit solchem Wissen noch Mensch bleiben? Was bedeutet es für die Romanfigur Parker? Wie weit kann Connolly noch gehen, ohne sein Konzept von Himmel, Hölle und Erde in ein Passionsspiel auf Kasperle-Theater-Niveau zu verwandeln?

Zumal der inkarnierte Engel nach dem Willen Connollys nicht nur mit Dämonen, sondern auch mit sehr weltlichen Problemen kämpfen muss: Gattin Rachel klammert; sie will einen Mann, der einer friedlichen Tätigkeit nachgeht und abends pünktlich daheim bei Frau und Kind ist. Das klappt natürlich nicht, wenn man die Welt vor dem Erzbösen retten muss. Leider weigert sich Rachel das zu verstehen; sie besteht auf ihre kleine, heile Welt, setzt sich mit Töchterlein Sam zur Mutter ab und sorgt für viele Seiten literarischen Herzeleids, wenn sie Parkers Anrufe ungnädig zur Kenntnis nimmt.

Connolly möchte mit dieser Seifenoper die Tragik betonen, zu der Parker per Schicksal verdammt wurde. Quäkende Babys und saure Mütter sind freilich ein wenig zu viel der Klischees. Ein in Silber getauchter Engel wirkt im Vergleich dazu wesentlich unterhaltsamer!

»Memento mori« – Gedenke des Todes

Zu den Realitäten, auf die sich Connolly in Der brennende Engel immer wieder stützt, gehört die Existenz der Allerheiligenkirche zu Sedlec (früher Sedletz), gelegen ca. 70 km östlich von Prag. Hier und im Beinhaus ruhen die Gebeine von 40.000 Menschen. Die eigentliche Faszination dieses Ortes beruht auf der Ausgestaltung der Kirche, die Connolly, der Sedlec besucht hat, sehr akkurat beschreibt: Hier wurden ab 1870 in jahrelanger Arbeit die Knochen von 10.000 Leichen zu aberwitzigen Ornamenten und Skulpturen zusammengefügt, die den Besucher an seine Sterblichkeit erinnern sollen.

Wer sich ein Bild von der »Knochenkirche« und ihrer Einrichtung verschaffen möchte, sei auf folgende Websites verwiesen:

Man wird bei dieser digitalen Rundreise immer wieder auf Motive stoßen, die Connolly für sein Buch aufgegriffen hat.

Michael Drewniok, Mai 2008

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Samoa zu »John Connolly: Der brennende Engel« 03.11.2010
Charlie "Bird" Parker entpuppt sich nun tatsächlich als gefallener rebellischer Engel, der im Verbund mit anderen aufständischen Engeln vor Urzeiten Krieg gegen Gott führte und dafür zur Strafe (ohne bewußte Erinnerung daran) auf die Erde geschleudert wurde. Aha.

Rückblickend auf die vorangegangenen vier Bände, erscheint nun all seine dort vorherrschende mörderische Wut, seine gesamte spannungsgeladene Hilflosigkeit, seine empfindsam-zornige Zerrissenheit und sein todbringender Wunsch nach "Gerechtigkeit" in einem gänzlich anderen Licht: Er versuchte damit (bislang unbewußt), Gottes Vergebung zu erlangen…

Ein durchaus ansprechendes Thema – jedoch - es gelang Connolly diesmal nicht, in gewohnt gänsehauterzeugender Manier in grausam-finstere Abgründigkeiten vorzudringen.
Birds Reaktion auf die spektakuläre Erkenntnis seines gefallenen Engeltums stellt sich beispielsweise seltsam blaß und nahezu emotionsfrei dar.

Mit phasenweise platt wirkenden Dialogen (Schwiegermutters Moralpredigt), einer nervig-launischen Gattin, den vergleichsweise wenig humorigen Debatten zwischen Angel & Louis und äußerst reduziert beklemmend-grauenvoll wirkenden "Bösen", strebt die Geschichte einem nur mäßig überzeugenden Ende entgegen.

Trotz der gut recherchierten und hervorragend dargestellten Geschichte um das Beinhaus zu Sedlec, sowie der wiederholt aufblitzenden bildreichen Sprachgewalt für mich der bislang schwächste Band der Reihe. 81°
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Krimi-Tina zu »John Connolly: Der brennende Engel« 04.12.2009
Die Heerscharen Satans, die gefallenen Engel sind unterwegs. Auf der Suche nach einem der Ihren, der vor 500? Jahren besiegt wurde und seither verschwunden ist. Dazu müssen sie die Teile eines alten Dokuments wiederfinden. Und sind wenig zimperlich in ihren Methoden.
Was hat das alles mit Charly Bird“ Parker zu tun. Nun natürlich jede Menge. Zum einen ist die Prostituierte Alice, der ein Fragment in die Hände fiel und die darum ermordet wird, eine Nichte von Louis, der sich prompt auf Rachefeldzug begibt, zum anderen ist Bird ja nie weit, wenn es um die Mächte des Finsteren geht.
Kein Krimi, aber ein astreiner Horrorroman, mit jeder Menge schauriger Elemente. Zum einn die gefallenen Engel selbst, mit Mr. Brightwell hat Connolly eine Gestalt geschaffen, die sein bisheriges Panoptikum das an gruseligen Figuren nicht arm war, noch überbietet. Zum anderen haben wir es im Umfeld der „Gläubigen“ wie sich selbst nennen mit jeder Menge merkwürdiger Gestalten zu tun. Auch der Austragungsort des Finales könnte nicht unheimlicher gewählt sein.
Klar bei näherer Betrachtung ist die ganze „Philosophie“ hinter dieser Geschichte relativ krude und auch ziemlich wirr. Aber wen stört das groß bei einem Horrorroman? Da erwartet man doch üblicherweise eh keine Logik.
In sich ist die Geschichte stimmig und die Stimmung die erzeugt wird wie immer unnachahmlich.
Die in obiger Besprechung erwähnten Konflikte mit Freundin Rachel sind tatsächlich ein wenig überflüssig und haben mit der Story an sich wenig zu tun, müssen aber wohl der Kontinuität halber sein.
Wieder deutlich besser als der Vorgänger.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
sue82 zu »John Connolly: Der brennende Engel« 09.06.2009
Es geht noch ausführlicher! Das Buch besticht durch ausführliche Beschriebungen der "Gläubigen", dazu noch schöne Beschreibungen wie aus einem Reiseführer und nicht zu vergessen die etwas zu ausführlichen Vorstellungen der Personen - voila ist das Buch fertig. Das ganze dämpfte aber etwas das Lesevergnügen, man sollte da schon konzentriert lesen um auch nichts zu verpassen bzw. zu überlesen.
Ein Pluspunkt sind auf jedenfall wieder die Hauptprotagonisten und deren Wortwitz. Ich habe mir das eine oder andere Grinsen verneifen müssen.
Mir hat es, bis auf die extreme Ausführlichkeit, wobei die einfach zu Connolly gehört, gut gefallen. Das Ende war spannend. Insgesamt ein gut strukturierter und sicherlich auch gut recherchierte Story, mit kleinen Highlights. 85° meinerseits.
Todo zu »John Connolly: Der brennende Engel« 17.02.2009
Wow! John Connolly hat es mal wieder geschafft! Mit "Der brennende Engel" ist ihm wieder ein origineller und fesselnder Roman um Charlie "Bird" Parker gelungen.
Die Handlung um die "Gläubigen" vereint Mystik mit Thriller ohne ins Banale abzugleiten. Die Hintegrundgeschichte mit u.a. dem Beinhaus in Sedlec ist faszinierend und man möchte sofort mehr Hintergründe wissen. Hier sei auch die Homepage von John Connolly empfohlen. Dort kann ein Video über das Beinhaus in Sedlec angesehen werden. Sehr interessant!
Durch die gelungene Darstellung der Protagonisten identifiziert man sich sehr schnell mit der Handlung und verfolgt gebannt den weiteren Verlauf.
Ich habe das Buch in zwei Tagen gelesen und nur ungern beiseite gelegt.
Als Einsteiger ist auch dieses Buch nur bedingt tauglich. Das Lesevergnügen ist sicher am Größten, wenn man die Reihe von Beginn an liest. Da alle Bücher in der Reihe absolut gelungen sind, kann man nichts verkehrt machen.
Jetzt hoffe ich nur, dass die zwei Nachfolger "The Unquiet" und "The Reapers" ganz schnell übersetzt werden .
BeGo zu »John Connolly: Der brennende Engel« 24.12.2008
Man muss wohl so etwas mögen, um über die vielen, vielen Seiten ohne Lachanfälle zu kommen. Vielleicht bin ich auch etwas zu sehr Realist, um von diesem Budenzauber "gefangen" genommen zu werden. Wirklich einfach lächerlich. Mit etwas weniger Blutrunst durchaus etwas für die gelangweilte Hausfrau, der der letzte Arztroman zu öde war. Der Roman sollte wohl eher in der Sparte Fantasy unter gebracht werden. Ich bitte alle Fans von Connolly um Entschuldigung, war nicht so gemeint.
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
mase zu »John Connolly: Der brennende Engel« 14.07.2008
Ein gutes Buch, ein interessantes Thema und gefühlsmässig sehr gut recherchiert. Aber für mich kein würdiger Nachfolgeroman seiner Vorgänger.

Wenig finstere Atmosphäre, die Bösen haben keinen Gänsehaut-Effekt mehr, wenig lustige Dialoge zwischen Angel, Louis und Charlie - dafür werden seitenweise Personen vorgestellt, obwohl klar ist, dass Sie im nächsten Kapitel sowieso keine Rolle mehr spielen.

Geschichte und Mythen werden haarklein erzählt, aber wo war der Kampf zwischen Gut und Böse, der die Vorgängerromane in meinen Augen zu etwas Besonderem gemacht hat?

Klasse mythischer Indiana Jones Thriller, aber eine kleine Entschäuschung für mich.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Jochen zu »John Connolly: Der brennende Engel« 07.07.2008
Auch auf die Gefahr hin, als Spielverderber zu gelten: mir geht das esoterische Geschwurbel Connollys zunehmend auf den Geist. Der Mann ist ein hervorragender Autor, stilistisch und inhaltlich eigenständig, er weiß seine Geschichten spannend zu erzählen. Aber gerade, weil er in den vorigen Parker-Büchern offen ließ, ob die Antipoden des düsteren Protagonisten Figuren aus der Phantatstik waren oder schlicht fanatische Gläubige, machte einen Reiz seiner Bücher aus. Das Einschwenken in das Reich des himmlischen und höllischen Humbugs, bekommt dem Roman nicht und macht ihn, gerade da, wo es um die ach-so-höllisch-böse Gegenerschar geht, ziemlich langweilig. Außerdem nerven die endlose Sorgenfalte, die Partnerin Rachels Gesicht eigentlich durchziehen müsste, und die ständigen Ermahnungen Parkers durch die Umstehenden ziemlich. Wo doch jedem Leser klar ist : ohne Ermittlungen gäbe es keine Charlie Parker-Bücher. Connolly hat sich mit dem brennenden Engel auf einen illuminierten Mystery-Acker begeben, von dem es schwer sein dürfte, wieder runter zu kommen. Ich bin gespannt, ob er's schafft, aber eher skeptisch.
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Kallisto73 zu »John Connolly: Der brennende Engel« 06.05.2008
71%. John Connolly ist immer noch spannend, aber seine immer blutigeren Exzesse gehen langsam auf die Nerven.
Ja, die "anderen" sind böse, wirklich, wirklich böse. Wir haben es verstanden. Sie sind ja auch gefallene Engel.
Aber dennoch... Weniger wäre hier mehr gewesen, denn die Geschichte an sich (wenn auch bibelfesten Zeitgenossen wahrscheinlich zu frei an der Doktrin vorbei) ist sehr spannend, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen.
Man muß nicht immer mit Blut schocken. Zu wissen, daß die "anderen" da sind, das reicht schon.
Würde er versuchen, sich ein wenig zurückzunehmen und den "gore" eindämmen, es wären 90% geworden.
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Carline zu »John Connolly: Der brennende Engel« 24.04.2008
Es war ein schwerwiegender Fehler, den sich „die Gläubigen“ geleistet haben, als sie Alice zum Opfer nahmen. Alice ist von seinem Blut, nämlich dem von Louis. So begibt sich Charlie Parker mit seinen Freunden Angel & Louis auf die Suche nach dem verschwundenen Mädchen und kommen einem Totenkult auf die Spur.

Die Geschichte ist wieder einmal sehr außergewöhnlich und die Protagonisten bizarre Gestalten - John Connolly at his best.

Er ist ein großartiger Erzähler mit phantastischem Stil.
Keiner verwebt in seinen Romanen so einzigartig Mystik, Historie und Realität zu einem knallharten Thriller, wie Connolly. Auch begeistert mich immer wieder die bildhafte Sprache mit der er einen zu den Handlungsschauplätzen mitnimmt. Ganz stark.

Ein Buch von John Connolly ist wie ein schönes Essen mit guten Freunden. Satt und zufrieden lehnt man sich zurück, lässt den Genuss nachwirken und freut sich schon auf das nächste Mal.
Volle 100°
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Christian Wilkens zu »John Connolly: Der brennende Engel« 22.04.2008
Das isses doch, und das Tor zur Hölle wurde tatsächlich angebohrt(siehe Einleitung, welche grandios ist). In einem Bergwerk soll man die Stimmen der Dämonen gehört haben. Connolly ist einer der grossen Schriftsteller unserer Tage. Obwohl mir Bird hier leid tut, da er einen besonders herben Rückschlag erleben muss. Ansonsten kann ich mich nur Todo anschliessen und auf die Nachfolgebände hoffen. Ein Highlight des noch jungen Jahres, vielleicht sogar des ganzen Jahres. Wieder ein Meilenstein vom Meister des (Horror) Thrillers.
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