So finster die Nacht von John Ajvide Lindqvist

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 unter dem Titel Låt den rätte komma in, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Bastei Lübbe.

  • Stockholm: Ordfront, 2004 unter dem Titel Låt den rätte komma in. 637 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2007. Übersetzt von Paul Berf. ISBN: 978-3-404-15755-6. 637 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2007. Gesprochen von Stefan Rotermund. ISBN: 3-7857-3277-5. 5 CDs.

'So finster die Nacht' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Wenn das Unfassbare Einzug hält, nimmt es anfangs niemand wahr …In dem Stockholmer Vorort Blackeberg wird die Leiche eines Jungen gefunden. Sein Körper enthält keinen Tropfen Blut mehr. Alles deutet auf einen Ritualmörder hin. Noch ahnt niemand, was tatsächlich geschehen ist. Auch der zwölfjährige Oskar verfolgt fasziniert die Nachrichten. Wer könnte der Mörder sein? Und warum sind in der Nachbarwohnung die Fenster stets verhangen …

Das meint Krimi-Couch.de: »Das Heranreifen einer sonderbaren Beziehung« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Wolfgang Weninger

John Ajvide Lindqvist ist in Blackeberg, einem Vorort von Stockholm aufgewachsen. Die Tristesse solcher am Reißtisch entworfener Satellitensiedlungen bietet folgerichtig den lokalen Background für seinen Erstlingsroman Låt den rätte komma in, den der Autor bereits 2004 geschrieben hat, der aber erst im Oktober 2007 als Taschenbuch und Hörbuch bei Bastei Lübbe aus dem Schwedischen übersetzt von Paul Berf als So finster die Nacht auf den deutschsprachigen Buchmarkt gekommen ist.

Lindqvist lässt seine Geschichte rund um das Schicksal von drei Figuren ablaufen. Oskar ist ein Schuljunge, der von den anderen Mitschülern drangsaliert wird, wo es nur geht. Der Einzelgänger, dessen Eltern getrennt leben, wächst in Blackeberg auf und hat praktisch keine Freunde. In seiner Freizeit legt er sich aus Zeitungsberichten eine Chronik spektakulärer Morde an und träumt davon, seine Widersacher mit dem Messer aufzuschlitzen. Er weiß aber nicht, dass sein Nachbar Håkan Bengtsson soeben im naheliegenden Wald einen Jungen seines Alters an den Beinen aufgehängt und bei lebendigen Leib den Kopf abgetrennt hat. Das Blut des Unglückseligen fängt er in einem Kanister auf, denn er braucht es für Eli.

Oskar lernt Eli auf dem Spielplatz kennen. Zwischen den beiden entwickeln sich zarte Bande, denn Eli hat, wie Oskar, keine Freunde. Eli riecht ein wenig muffig und kommt immer nur im Finstern auf den Spielplatz. Kein Wunder, denn Eli ist nicht das kleine Mädchen, das Oskar in ihr sieht, sondern ein waschechter zweihundert Jahre alter Vampir, der zum Überleben Blut braucht. Aber davon hat Oskar keine Ahnung.

Eli benötigt Blut. Håkan wird auf frischer Tat ertappt, verstümmelt sich mit Salzsäure und landet im Krankenhaus. Jetzt muss sich Eli selbst um den Blutnachschub kümmern, aber nicht nur die Polizei begreift langsam, dass hier Unglaubliches passiert, auch Oskar erkennt die Wahrheit über seine Freundin …

In typisch skandinavischer Melancholie und knappen, oft rätselhaften Dialogen vollzieht sich vor dem Leser die Wandlung des pubertierenden Oskar zu einem Menschen, der Liebe empfindet und Liebe bekommt, auch wenn es eine Liebe der anderen Art ist. Dennoch findet der Autor gerade in diesen Momenten des Erwachsenwerdens und der gefühlvollen Empfindsamkeit seine besten Worte, die sich auf Grund der Handlung zwar in rascher Folge mit brutalen, bizarren und perversen Sequenzen abwechseln, aber in einem stetig steigenden Spannungsbogen das Heranreifen einer sonderbaren Beziehung schildern.

Als reinrassigen Krimi kann man dieses Buch mit Sicherheit nicht bezeichnen, auch wenn sich die Polizei auf den 637 Seiten des Öfteren mit den Aufklärungsarbeiten zu den Serienmorden beschäftigt. So finster die Nacht ist eine astreine Horrorgeschichte, die ihren besonderen Reiz in der Charakterisierung der einzelnen Personen und ihrem Werdegang findet, wobei Lindqvist die einzelnen Lebensstränge geschickt verknüpft. In kleinen Häppchen serviert er mal grausig, dann wieder schaurig romantisch eine komplexe Geschichte, die den Leser in ihren Bann schlägt.

Lindqvist versteht es blendend, sprachlich Bilder zu erschaffen, die kontinuierlich neue spannende Räume auftun, in denen sich der Leser mit Gruseln verlieren kann. Man fühlt sich in einem schwedischen Dungeon-&-Dragon-Spiel, in dem man alles erforschen muss, bis die spannende Wahrheit auf den Tisch kommt. Dem Autor ist mit diesem Werk ein Debüt gelungen, das zu berechtigten Hoffnungen Anlass gibt, von ihm noch mehr lesen zu dürfen. Deshalb eine klare Leseempfehlung meinerseits!

Wolfgang Weninger, Dezember 2007

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klein_my zu »John Ajvide Lindqvist: So finster die Nacht« 16.03.2010
Ich muss sagen, dass ich ein wenig enttäuscht war. Als ich das Buch erworben hatte, habe ich geglaubt es handelt sich um einen Thriller. Auch aus dem Plot ging nichts derartig anderes hervor.
Aber als mir nach den ersten Kapiteln klargeworden ist, dass es sich eher um einen Horror/Gruselroman handelt, habe ich mich ganz schön durchquälen müssen. Auch ist mir nie richtig klar geworden, ob sich der kleine Oskar das alles "zusammenspinnt" oder nicht.
Für Horror- und Gruselfans ist das Buch absolut empfehlenswert. Aber ich war leider wirklich ein wenig enttäuscht...
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Pantalaimon221 zu »John Ajvide Lindqvist: So finster die Nacht« 02.12.2009
Ein Krimi-Leser bin ich überhaupt nicht, und ein dicklicher, ungepflegter, herumschlurfender Inspektor, der hier und da nach Informationen sucht und gelegentlich in gefährliche Situationen gerät, kann mich nicht hinterm Ofen hervorlocken. Was mich hingegen anspricht, sind Geschichten mit Figuren, die einem ans Herz wachsen können, solche wie Oskar und Eli. Denen folge ich dann überall hin, selbst wenn die Handlung irgendwann an Fahrt verliert – wie ich es etwa bei Philip Pullmans „Bernstein-Teleskop“ erleben musste. Doch in „So finster die Nacht“ ist von derartiger Langatmigkeit keine Spur. Noch nie habe ich ein 600-Seiten-Buch so schnell ausgelesen. Trotz mancher weniger interessanter Nebenschauplätze bleibt die Geschichte spannend, was wohl teilweise auch durch den Cliffhangerstil der einzelnen Handlungsstränge sichergestellt wird.ACHTUNG SPOILER!!!
Doch es ist gerade die Liebesgeschichte, die wirklich mitreißt und berührt, ohne kitschig zu werden. Das junge Alter der Protagonisten und ihre Begleitumstände spielen dabei eine wesentliche Rolle. Beide sind scheinbar unschuldige Kinder, die aber bereits mit ihren eigenen Abgründen Bekanntschaft gemacht haben. Eli, das sich in ein Monster verwandeln muss, um am Leben zu bleiben, aber gleichzeitig eine tiefe Zuneigung zu einem Menschen entwickelt. Oskar, der zeitweise zwischen seinen morbiden Rachephantasien, seiner Angst vor Monstern und seiner Sorge um Eli hin- und hergerissen ist. Das schafft Spannungen und Widersprüche, die nach einer Auf- oder vielmehr einer Er-lösung verlangen.
SPOILER ENDE!
Oft fühlte ich mich beim Lesen an Stephen King erinnert, wobei ich aber einräumen kann, dass Lindquist erheblich besser schreibt: Er besitzt ein außergewöhnliches Gespür für Stimmungen und das Innenleben seiner Figuren, kreiert zielgenaue Metaphern und bringt hin und wieder Ironie ein. Inzwischen gewinne ich den Eindruck, dass sich der Autor gerne bei klassischen Horrormotiven bedient, um etwas völlig Neues daraus zu entwickeln. Dass dies nicht immer den Geschmack altgedienter Horrorfans trifft, ist durchaus verständlich. Und der Verlagsaufdruck „Thriller“ richtet sich ohnehin an das falsche Zielpublikum.
Ohne die faszinierende Verfilmung hätte ich das Buch selbst vermutlich gar nicht wahrgenommen. Gleichzeitig stellte sich erst dadurch für mich erst heraus, wie komplex und wie gut durchdacht die Vorlage wirklich ist. Daher bin ich nahezu uneingeschränkt zufrieden.
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Frank zu »John Ajvide Lindqvist: So finster die Nacht« 16.04.2009
Nicht zu fassen. Tatsächlich mal ein Roman aus Skandinavien den ich nicht nach knapp 100 Seiten abgebrochen habe. Natürlich herrscht auch hier wieder eine depressive Grundstimmung, niemand hat auch nur einmal ansatzweise gute Laune etc..
Werbung machen die entsprechenden Autoren nun wirklich nicht für diese Breitengrade.
Allerdings handelt es sich ja auch (trotz des "Thriller" Aufdruckes auf dem Cover) hier um einen Grusel/Horrorroman. Und um keinen schlechten.
Erzählt wird im groben die Geschichte eines Jungen (Oskar) der, gemobbt in der Schule, sich in Tagträume und Gewaltphantasien flüchtet. Als dann ein mysteriöser Mord in seinem Ort geschieht und er ein eigenartiges "Mädchen" aus der Nachbarschaft kennen lernt, fügen sich nach und nach die Puzzlestücke zusammen. Der ganz große Wurf (wie auf dem Buch angekündigt) ist die Geschichte zwar nicht, aber sie hat durchaus ihr Potenzial. Leider verliert sich der Autor mM nach zu häufig in den (eher nebensächlichen) Handlungssträngen seiner Geschichte, so dass der Roman durchaus seine Längen hat.
Insgesamt bleibt eine zum Teil melancholische Geschichte über Leben, Liebe, Tod und die Unfähigkeit von ersterem loszulassen, die durchaus zu unterhalten weiß.
Von mir gibt es 75%.
I
Krimibraut zu »John Ajvide Lindqvist: So finster die Nacht« 15.04.2009
Dieses Buch ist kein Krimi, sicher, ich habe es auch nicht als solches bekommen, eher unter dem Genre Thriller, wo es ja schon hinpasst, denn als Horrorbuch würde es ebenfalls nicht durchgehen, da es ja wie schon gesagt viele Dinge in sich vereint, Liebesbeziehungen, Partnerschaftsprobleme, Freund- und Feindschaften unter Kindern und Jugendlichen und so weiter und eigentlich nicht das typische Blutsaugermetzeltallesniederbuch ist.
Was man eigentlich von Anfang an oder recht schnell erahnen kann ist die Sache mit der Vampirstory. Dies wird sehr schnell klar, nicht erst zu Ende.
Allerdings wird wohl so mancher, der diesen Roman gut findet vom zweiten Band enttäuscht sein, der auf der Schiene gar nicht mitfährt, der zwar von "Zombies" handelt, aber so gar nichts mit der klassischen Zombieliteratur zu tun hat sondern eher etwas philosophisch mit dem Leben nach dem Tod umgeht.
Für So finster die Nacht von mir aber Daumen hoch.
Angie zu »John Ajvide Lindqvist: So finster die Nacht« 15.04.2009
Also ich bin wirklich kein häufiger leser, aber dieses Buch hat mich so in seinen Bann gezogen.
Ich kann im großen und ganzen nur sagen, dass es ein super Buch ist.
Ich würde es jedem empfehlen, der gerne mal etwas mit spannung liest.
Für schwache gemühter ist es aber vielleich nicht unbedingt das richtige, denn bei mir gab es auch ein paar szenen, nachdenen ich schlecht schlafen konte :-)
Aber ich wünsche jedem weiteren der dieses Buch iest, viel spaß..
Von mir also Daumen hoch für "So finster die Nacht"
Und bei mir gehts jetzt weiter mir "So ruhet in Frieden"
Petra zu »John Ajvide Lindqvist: So finster die Nacht« 16.02.2009
Dieses Buch wie der zweite Band des Autors landen in der Altpapiertonne.
Was ich als Krimis gekauft habe, sind simple Horrorromane und nicht einmal spannend, sondern sehr vorhersehbar.
Enttäuschend!
Da ist der uralte Roman von Bram Stoker DRACULA heute immer noch besser!
Da würde ich sogar noch Stephen King vorziehen.
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KurtMankell zu »John Ajvide Lindqvist: So finster die Nacht« 01.02.2009
Ich war durch die überwiegend positiven Meinungen über dieses Buch extrem neugierig geworden. Um es vorweg zu nehmen: Enttäuscht worden bin ich nicht!

Eine ungewöhnliche Beziehung zwischen einem ewig gehänselten Jungen und einem scheinbar gleichaltrigen Vampir entwickelt sich.
Ich muss gestehen, dass ich während des Lesens mich das eine oder andere Mal gefragt habe, ob es nicht vielleicht doch Vampire zwischen uns gibt. Ich meine, dass Lindqvist da wirklich eine Horror-Story geschrieben hat, die zum Nachdenken anregt.
Thrill - Horror - Tragik - Humor, es ist alles vorhanden.
Was mich schließlich dazu bewegt hat, nur 66 Punkte zu geben ist, dass mir einíge Dialoge oder Gedanken zu philosophisch dargestellt wurden. Etwas zu langatmig möchte ich auch meinen.
Insgesamt aber gelungen, ich werden mehr von Lindqvist lesen.
Sonny zu »John Ajvide Lindqvist: So finster die Nacht« 25.01.2009
Das es sich hierbei nicht um einen Krimi handelt, ist inzwischen bekannt. Aber als Horrorbuch würde ich es auch nicht bezeichnen. Eher ein Roman mit phantastischen Elementen. Denn, es dreht sich nicht in erster Linie um Vampirismus, sondern um ganz alltägliche Probleme. Sei es der Dauer gehänselte Junge, der andere Junge, der sich mit der neuen Liebe der Mutter nicht arrangieren kann, einer Gruppe Hoffnungsloser, und Vieler mehr. Erst im letzten Drittel des Buches führt Lindquist diese Protagonisten mit Hilfe der Vampirelemente zusammen.
Ja, streckenweise ist dieses Buch brutal, aber das bezieht sich nicht ausschließlich auf die Zustandsbeschreibungen von Leichen. Lindquists Brutalität ist eine Andere.
Ich muss gestehen, dass ich ungewöhnlich lange an diesem Buch gesessen habe. Das lag zum Einen an dem eigenwilligen Stil, zum Anderen an dem Plot an sich. Das ist kein Buch, wo man mal eben ein paar Seiten nebenher lesen kann. Letztlich würde ich sagen das gute 100 Seiten weniger nicht geschadet hätten und ich würde es auch nicht uneingeschränkt empfehlen. „Leseneulingen“ rate ich ab. Allen „Suchtlesern“, die mal etwas völlig Neues probieren möchten, rate ich zu.
Gibt 85° von mir.
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Kallisto73 zu »John Ajvide Lindqvist: So finster die Nacht« 28.12.2008
Dies ist kein Krimi, es ist eine Vampirgeschichte. Das sollte jedem klar sein, bevor er das Buch kauft. Wenn man jedoch diese Art von Geschichten mag, dann ist dies sicherlich einer der ungewöhnlichsten Romane über Vampire, der je geschrieben wurde.
Das Buch ist extrem spannend geschrieben und sehr kurzweilig. Manche Szenen erinnern ein wenig an John Connelly (nichts für zu zartbesaitete Naturen).
Obwohl dieses Buch vermutlich besser auf der Phantastikcouch aufgehoben wäre, vergebe ich 95 Grad.
Steffi zu »John Ajvide Lindqvist: So finster die Nacht« 13.10.2008
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Lindqvist hat dieses Buch auf eine unglaubliche Art und Weise geschrieben. Das Thema ist ungewöhnlich genau wie seine Beschreibungen und seine präzisen Äußerungen. Es ist auf eine Art erschreckend und auf die andere faszinierend. Ich würde jedem empfehlen einen Blick in dieses Buch zu werfen. Normalerweise lese ich solche Bücher nicht. Da ich vom ersten Buch so begeistert war, habe ich mir jetzt das zweite gekauft und bin schon gespannt dieses zu lesen. Ich freue mich auf weitere gute Bücher!!

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