Öland von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2007
unter dem Titel Skumtimmen,
deutsche Ausgabe erstmals 2008
bei Piper.
Ort & Zeit der Handlung: Schweden / Öland, 1990 - 2009.
- Stockholm : Wahlström & Widstrand, 2007 unter dem Titel Skumtimmen. 396 Seiten.
-
München; Zürich: Piper, 2008.
Übersetzt von Kerstin Schöps.
ISBN:
978-3-492-05089-0. 446 Seiten. -
München; Zürich: Piper, 2009.
Übersetzt von Kerstin Schöps.
ISBN:
978-3-492-25368-0. 446 Seiten.
'Öland' ist erschienen als
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In Kürze:
Ein dunstig-kühler Spätsommertag. Vorsichtig klettert ein kleiner Junge über die Steinmauer eines einsamen Hauses und blickt auf die grasbewachsene Ebene Ölands. Er tritt in den Nebel hinaus und verschwindet ohne jede Spur. Niemand, nicht die Familie, nicht die Polizei und kein Helfer aus dem Suchtrupp, sieht ihn je wieder. Zwanzig Jahre später erhält Julia, die Mutter des Jungen, einen ungeheuerlichen Anruf von ihrem Vater: Es gibt einen Hinweis, sie soll nach Öland zurückkehren und ihm bei der Suche nach ihrem verschwundenen Sohn helfen. Es geht das Gerücht, der unheilbringende Nils Kant sei der Mörder. Aber Nils Kant liegt seit vielen Jahren begraben, er ist gestorben, lange bevor der Junge verschwand. Manch einer dagegen behauptet, er wandere noch immer über die weite Kalkebene von Öland.
Das meint Krimi-Couch.de: »Der Titel mag täuschen, aber dieses Debüt ist hervorragend!«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
Julia Davidsson kann die Ereignisse der Vergangenheit nicht überwinden und hat sich völlig isoliert von der Außenwelt zurückgezogen. Rotwein, Schlaftabletten und die vergebliche Hoffnung, dass ihr Sohn Jens zu ihr zurückkommt, sind ihre täglichen Begleiter. Jens, damals fünf Jahre alt, verließ vor über zwanzig Jahren in einem unbeobachteten Moment das großelterliche Gehöft auf der schwedischen Insel Öland und kehrte nie zurück. Für die Polizei handelte es sich alsbald um einen Unfall (vermutlich im Meer ertrunken), der zu den Akten gelegt wurde. Aber einige Inselbewohner glauben hartnäckig daran, dass Nils Kant, der ständige Sündenbock der Insel, den kleinen Jungen damals umgebracht haben muss. Dumm nur, dass diese Theorie einen kleinen, aber entscheidenden Haken hat, denn Nils Kant war zum Zeitpunkt von Jens Verschwinden im Jahr 1972 bereits seit neun Jahren tot.
Nun, zwanzig Jahre nach Jens Verschwinden, erhält Julia einen Anruf ihres Vaters Gerlof, dem eine Sandale von Jens anonym per Post zugeschickt wurde. Gemeinsam mit seinem Freund Ernst Adolfsson recherchiert er schon seit einiger Zeit, was damals passiert sein könnte. Auch die beiden mehr oder weniger rüstigen Senioren glauben daran, dass Nils Kant damals gar nicht gestorben ist, sondern vielmehr ein leerer Sarg in die Erde gelassen wurde. Julia fährt nach Öland in der Hoffnung, neue Erkenntnisse über ihren Sohn zu gewinnen und macht am Tag ihrer Anreise Bekanntschaft mit Ernst. Als sie ihn am nächsten Tag an dessen Arbeitsplatz besuchen will, wo er als Steinmetz seine Figuren bearbeitet, findet sie Ernst nur noch tot vor. Erschlagen von einer seiner eigenen Skulpturen…
Öland, was für ein Titel für einen Krimi, noch dazu für einen Debütroman! Doch trotz des hierzulande eher nichts sagenden Titels – oder kennen Sie die gleichnamige schwedische Insel, auf der die Geschichte spielt? – heißt es hier »Augen auf!«. Dieser von der Schwedischen Krimi-Akademie als bestes Debüt ausgezeichnete Roman hat es wahrlich in sich. An dieser Stelle ein kurzer Hinweis zwischendurch für alle Action-Fans: Hier endet für Sie leider diese Rezension!
Einer der heimlichen Hauptdarsteller dieses Romans ist die Große Alvar, eine mit vorwiegend Gras bewachsene Kalksteppe, welche weite Teile Ölands bedeckt. Hier verschwand vor zwanzig Jahren ein fünfjähriges Kind spurlos. Nun sucht vor allem dessen Großvater Gerlof den Täter und erfährt von seinem Freund Ernst, dass die Lösung wohl im Krieg zu finden sei. Gemeint ist der Zweite Weltkrieg, in dem einige deutsche Soldaten nach Öland zu fliehen versuchten. Zwei davon liefen damals Nils Kant in die Arme, der schon immer für Unheil auf Öland zuständig war. Ein Foto der damaligen Zeit soll nun einen Hinweis auf die Lösung liefern, doch noch bevor Gerlof erfährt, was sein Freund Ernst ihm mitteilen wollte, ist dieser bereits tot. Ein Unfall, urteilt die Polizei und so versucht Gerlof mit Hilfe seiner Tochter Julia, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen.
Beide besuchen zahlreiche Inselbewohner, wobei selbst Julia zunehmend verzweifelt, da sich der Sinn dieser Besuche zumeist nicht erkennen lässt. Es scheint, als wüsste Gerlof bereits alles und müsste nur noch ein paar kleine Puzzleteile zusammen tragen. So geht es äußerst langsam voran, weil man eben nicht erfahren darf, warum Gerlof dieses oder jenes tut. Darauf von Julia angesprochen erwidert Gerlof an einer Stelle:
Ich will mich nicht wichtig machen. Ich bin nur der Meinung, dass man Geschichten in ihrem eigenen Tempo erzählen muss.
Dank dieser Einstellung schafft es das Buch dann auch auf 445 Seiten bis hin zu einem respektablen Finale. Die Geschichte wird in zwei Erzählstränge aufgeteilt. Die aktuellen Recherchen Gerlofs einerseits und den Lebensverlauf von Nils Kant andererseits. Dies ist spannend und der Ausgang in all seinen Facetten so nicht vorhersehbar. Dazu erfreut sich der Leser an der intensiven Landschaftsbeschreibung Ölands, dem angenehm ruhigen Erzählstil des Autors und der Schilderung der Gefühlswelt eines Mannes, der mit dem Altwerden und seinen damit verbundenen Gebrechlichkeiten ein ums andere Mal hadert. Den hervorragenden Gesamteindruck vermögen ein paar wenige Ungereimtheiten kaum zu trüben. Wunderbar!
Jörg Kijanski, Januar 2010
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| K.S. zu »Johan Theorin: Öland« | 22.12.2011 |
|---|---|
| mylo zu »Johan Theorin: Öland« | 25.09.2011 |
| rosicosy zu »Johan Theorin: Öland« | 20.09.2011 |
| mg11 zu »Johan Theorin: Öland« | 08.08.2011 |
| Torsten zu »Johan Theorin: Öland« | 17.03.2011 |
| CRI zu »Johan Theorin: Öland« | 06.03.2011 |
| soko83 zu »Johan Theorin: Öland« | 23.01.2011 |
| Anette zu »Johan Theorin: Öland« | 10.08.2010 |
| J. Berndt zu »Johan Theorin: Öland« | 12.07.2010 |
| Birgit zu »Johan Theorin: Öland« | 27.06.2010 |
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