Oberwasser von Jörg Maurer

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2012 bei Fischer.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Bayern, 2010 - heute.

  • Frankfurt am Main: Fischer, 2012. ISBN: 978-3-596-18895-6. 400 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2012. Gesprochen von Jörg Maurer. ISBN: 3839811406.

'Oberwasser' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Nachts in einem idyllischen alpenländischen Kurort: Dunkle Gestalten schleppen eine leblose Person zur Höllentalklamm. Kommissar Jennerwein erhält einen heiklen Auftrag. Er muss einen verschwundenen BKA-Ermittler finden, aber niemand darf wissen, dass er nach ihm sucht. Während er mit seinem bewährten Team offiziell einem Wilderer nachstellt, forscht er in Gumpen und Schluchten nach dem Vermissten. Derweil erzählen die Einheimischen düstere Legenden von Flößern, die einst das Wildwasser in eine Höhle sog, ein neugieriger Numismatiker entdeckt kryptische Zeichen auf einer alten Goldmünze, und ein Scharfschütze lauert am Bergbach. Kommissar Jennerwein gerät beinahe ins Strudeln.

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tom_ate zu »Jörg Maurer: Oberwasser« 24.04.2012
Das HÖRBUCH wird von Jörg Maurer gelesen. Gelesen ist eigentlich das falsche Wort, denn der Autor "spielt" regelrecht alle Charaktere in einer Art und Weise, die großes Hörvergnügen bereitet.

Zugegeben, man muss Spaß und Freude an den bayerischen Ausdrücke und Dialogen haben, sonst fühlt man sich fremd in dem alpenländischen "Kurort mit Bindestrich".

Fünf CDs, die einem das Werdenfelser Land und seine Menschen näher bringen und belegen, dass es auch dort knallharte Kriminalität gibt. Dank eines Hubertus Jennerwein und seines Teams haben aber die lichtscheuen Elemente letztlich keine Chance.

Einiger Minuspunkt, der nur für das Hörbuch gilt: Einige Szenen, Ortswechsel und Kapitel werden so nahtlos ohne Pause vorgetragen, dass man mit dem gedanklichen Umschalten immer etwas hinterher hinkt. Eine Sekunde Pause würde reichen.

Sehr hörenswert.
89°
mithrandir zu »Jörg Maurer: Oberwasser« 31.03.2012
Ein neuer Fall für Kommissar Jennerwein: Ein BKA-Ermittler ist verschwunden. Sein Vorgesetzter setzt Jennerwein und seine Truppe darauf an. Um die laufenden Ermittlungen des BKA nicht zu gefährden, muss ein Alibi-Fall konstruiert werden um das Erscheinen der Polizistengruppe zu erklären und zu verschleiern: Ein Wilderer muss her. Dieser "erschießt" vor breitem Publikum einen Mann und setzt sich dann ab. Herhalten für den Wilderer muss der Ehemann einer Teamkollegin, der als Bayer im Austauschprogramm in Westfalen gelandet ist. Der Plan geht auf und der Wilderer ist nunmehr Thema Nr. 1 im Dorf. Die Truppe beginnt zu ermitteln.
In weiteren Erzählsträngen macht der Leser Bekanntschaft mit einem Kanubesessenen Manager, einem hyperintelligenten Ex-Abiturienten in medienloser Daseinserfahrung, der unter die Numismatiker gegangen ist, dem Opfer, den Tätern und alten Bekannten aus dem ehemaligen Bestattungsgewerbe.
Ist die Vielzahl der skurillen Handlungsstränge zunächst verwirrend, zeigt sich im Laufe der Geschichte jedoch die Genialität des Autors, indem er die einzelnen Fäden gekonnt miteinander verwebt. Trotz der wunderbaren Komik, derer sich der Autor sich des öfteren bedient, ist "Oberwasser" aber dennoch ein spannender Kriminalroman, der den Leser gekonnt am Lesestoff festhält. Ich freue mich schon auf den nächsten Roman von Jörg Maurer.
seemann zu »Jörg Maurer: Oberwasser« 31.03.2012
Jennerwein und sein Ermittlungsteam machen sich bei ihrem neuesten Fall auf die Suche nach zwei verschwundenen BKA-Agenten, die in geheimer Mission unterwegs waren. Dabei müssen sie möglichst unauffällig bleiben um die laufenden Ermittlungen nicht zu stören. Unter einem Vorwand ermitteln sie verdeckt nach den beiden. Zunächst tappen sie im Dunkeln und laufen falschen Fährten hinterher, doch ausgerechnet alte kriminelle Bekannte liefern den entscheidenen Hinweis, der sie weiterbringt. Aber nicht nur Jennerwein verfolgt die Verbrecher, sondern auch diverse außenstehende Personen kommen ihnen versehentlich auf die Spur - einfach herrlich.
Hat man die diveren Erzählstränge erst einmal voreinandergebracht, eröffnet sich dem Leser ein spannender Krimi, der viele niveauvolle Pointen und Anspielungen aufweist. Ein wirklich gelungener Roman.
lenchen_196 zu »Jörg Maurer: Oberwasser« 29.03.2012
Kein schöner (für Mafia) Land


„Wie lebst du in New York, wo es gar keine blühenden Orangenbäume gibt?“, sagte einmal ein alter sizilianischer Mafia-Don seinem kosmopolitischen Sohn. In Höllentalklamm gibt es auch keine blühenden Orangenbäume, trotzdem ist das Bergland von der Mafia auserwählt und einbelebt. Die Mafialeute führen hier ihre dunklen Geschäfte, verstecken die Leichen ihrer Feinde, lassen ihre verletzten Gangster in einer geheimen Klinik mitten in der Kurortlandschaft genesen und sich erholen. Kurz: Kein schöner Land in Mafiazeit.
Genau so erklärt uns Jörg Maurer die Sachlage in seinem neuen Alpenkrimi. Anhaltspunkt: Die Verschwendung von zwei BKA Coveragenten, die der Mafia auf der Spur waren. Die Suche nach den Verschwundenen wurde jedoch nicht den G-Männern, sondern dem Dorfpolizisten Hubertus Jennerwein beauftragt, der „mit ungewöhnlichen Methoden“ arbeitet, „aber er ist ein guter Mann“. Na ja, die Mafia alleine zu überlisten ist so gut wie unmöglich. Darum wird Kommissar Jennerwein durch ein Team der örtlichen Polizeibeamten verstärkt. Und um die Deckung der BKA-Aktivitäten zu erhalten, ist die Suchaktion getarnt als Jagd nach einem Gewaltlustigen Wilderer. Also, die ganze Sache wird zu einer Zwiebel: Schicht über Schicht. Und um den Lesern die kleinste Langseilensmöglichkeit hinterzulassen, Angesichts der Vermutung, dass nicht jeder oberbayrische Redensspezialitäten mag, ist die Alpenkrimigeschichte in noch eine Schicht eingehüllt: Das Geheimnis einer urseltenen Goldmünze mit kryptischen Zeichen, die irgendwo jenseits der Alpen (in Marokko) gefunden wurde und einen Numismatiker in die Kette unglaublicher Ereignisse verwickelt. Und dann kommen noch die Überraschungen.
Das Buch entsteht mit Witz und Spitz, wie ein Berg lächerlicher und dramatischer Missverständnisse, die zu einer logischen (welcher denn?!) Schlusslösung führen sollen. Aber bevor die Leser die Schlusserklärungen erfahren, sollen sie sich genug mit Bergbachsaroma sättigen und nicht wenig Adrenalin aus der Drüse herausspritzen lassen, weil Bergbach nicht nur schön, sondern auch extrem gefährlich sein kann.
Und dazu noch die Auftragskiller, die ihrem Opfer statt fünftausend Milligramm des tödlichen Gifts aus Versehen fünfhundert verabreichen können – oder aber auch genau umgekehrt.
Jedem, der die Erzählungsmanier von Jörg Maurer akzeptiert, bringt das Lesen pures Vergnügen. Die Manier ist jedoch nicht traditionell. Das liegt nicht unbedingt an den Dialektsätzen, die der Autor eher sparsam durchsetzt, sondern eher auf die Grenze zwischen Lächerlichem und Seriösem. Die Grenze ist nicht immer spürbar. Deswegen geraten die Leser ab und zu in die Fallen der Verarsche oder sogar in echte Fallen.
Interessant ist die Art der Psychologisierung der Handlung. Der Autor verrät uns niemals, wie Sinn und Seele der Personen funktioniert. Aber das das „Stillleben“ drumherum wird durch die persönliche Sicht der Personen gezeigt. So ragen die Berge über dem Kopf von einem Manager empor wie eine Graphik des Einkommens eines boomenden aber nicht stabilen Unternehmens. Dieselben Berge hinter dem Fenster einer Klinik scheinen wie die Temperaturgraphik eines Kranken mit galoppierendem Fieber. Weil die Sache mit dem gesuchten Wilderer als bayrische Komödie scheint, steckt der Autor (da er eigentlich Musikkabarettist ist) zwischen manchen Kapiteln die Textfetzen echter bayrischen Musikkomödie (echt witzig). Solche Kleinigkeiten machen das Buch noch frischer und origineller.
Ich vergebe dem Buch fünf Sterne und eine Leseempfehlung.
Tinka95 zu »Jörg Maurer: Oberwasser« 27.03.2012
Ganz nach dem Motto „ Sterben, wo andere Urlaub machen“ schreibt Jörg Maurer über Provinzkommissare in der Nähe von Garmischparten-Kirchen. In seinem neusten Alpenkrimi „Oberwasser“ geht es um das Kriminalteam IV von Kommissar Jennerwein, die vom BKA den Auftrag bekommen haben zwei entführte Ermittler zu finden, möglichst lebendig natürlich. Um die eigentlichen Ermittlungen des BKA nicht zu stören, müssen die Kommissare verdeckt arbeiten. Den urbayrischen Einwohnern des Kurorts machen sie weiß, einen gefährlichen Wilderer zu suchen. Neben dieser Haupthandlung wird auch die Geschichte eines Managers, eines Liebespaares, eines Schülers und eines ehemaligen Bestatterehepaares erzählt, deren Handlungen alle mit dem Fall zu tun haben scheinen. Alle haben ein Ziel: Der Höllentalklamm.
Mit viel Witz und bayrischem Charme schreibt Jörg Maurer über witzige Personen, bayrischem Essen und Traditionen aus Oberbayern. Besonders die Dialoge zwischen den misstrauischen Einwohnern sind urkomisch und mit Wortwitzen wie „Der Mond hing über der Alpspitze wie ein frisch geschmiertes, ganz leicht angebissenes Schmalzbrot“ haut er den Leser vom Sessel.
Nachdem man die Zusammenhänge zwischen den Personen drin hat, lässt sich das Buch locker flockig lesen und macht Lust auf mehr Alpenkomik.
FlawlessPoison zu »Jörg Maurer: Oberwasser« 25.03.2012
Meine Meinung :Ehrlichgesagt habe ich so gut wie gar nichts von Oberwasser erwartet. Das Cover war zwar alles andere als Mainstream ,aber gefallen tut es mir nicht.
Das besondere an diesem Buch ist, dass es nicht wie viele Krimis, von Spannung oder ,ich nenne es jetzt mal psychischen Abgründen, voran getrieben wurde , sondern von den sonderbaren Charakteren. Jeder von ihnen ist auf eine ganz eigene Art etwas besonderes.
Der Schreibstil ist ziemlich angenehm zu lesen und sehr humorvoll. Außerdem versteht Maurer es Bilder im Kopf entstehen zu lassen. Aber trotzdem bin ich nicht ganz überzeugt. Ich denke, diese Art Krimi ist nicht wirklich was für mich.Fazit :
3 von 5 Sternen. Für mich ist Oberwasser kein Buch das gelesen werden muss,aber einen netten Zeitvertreib bietet.
Sabine zu »Jörg Maurer: Oberwasser« 09.03.2012
Was habe ich gelacht!
Auch dieser Maurer ist einfach klasse. Kann es sein, dass er noch eine Schippe draufgelegt hat in puncto Skurrilität?
Ich konnte das Buch jedenfalls kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, welche irre Wendung als nächstes kommt.
Und dann all die schönen Beobachtungen des Wahnsinns des täglichen Lebens, den jeder kennt - auf Maurersche Weise unvergleichlich aufbereitet.
Und jetzt fängt das Warten an - auf den nächsten Alpenkrimi. Hoffentlich dauert es nicht zu lange!!
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
ForeverAngel zu »Jörg Maurer: Oberwasser« 01.03.2012
Kommissar Jennerwein soll sich heimlich auf die Suche nach einem verschwundenen BKA-Beamten machen, denn niemand soll wissen, dass er nach ihm sucht. In einer Großstadt kein Problem, doch in einem so kleinen Dörfchen wie das, das Jennerwein sein zu Hause nennt, ist das leichter gesagt als getan. Hier verbreitet sich der Klatsch und Tratsch schneller als Regen bei einem Sturm.
Jennerwein überlegt sich einen Plan, um die neugierigen Nachbarn auszutricksen, und erfindet einen Wilderer, den er jagen kann. Doch nach und nach entpuppt sich sein Auftrag als noch schwieriger, denn bei seinen Ermittlungen stößt er auf geheimnisvolle Orte und Gegenstände und trifft seltsame Leute: Schmuggler, die Mafia, echte Wilderer und und und. Schon erstaunlich was in einem so kleinen Kurort plötzlich für kriminelle Energie auftaucht. Und das alles nur wegen dem verschwundenen Beamten? Oder steckt mehr dahinter?

Oberwasser ist ein äußert amüsanter Alpenkrimi voller überdrehter und skurriler Charaktere und einer überspitzten verrückten Handlung. Die Geschichte lebt nicht von Spannung oder den psychischen Abgründen von Menschen sondern von seiner Skurrilität und seiner Humor. Er ist erheiternd und macht Spaß, zu lesen und ich denke, es lohnt sich, auch die anderen Bücher dieser Reihe zu lesen.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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