Hochsaison von Jörg Maurer

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2010 bei Fischer Taschenbuchverlag.

  • Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuchverlag, 2010. 390 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2010. Gesprochen von Jörg Maurer. 4 CDs.

'Hochsaison' ist erschienen als Hörbuch

In Kürze:

Sterben, wo andere Urlaub machen.
Beim Neujahrsspringen in einem alpenländischen Kurort stürzt ein Skispringer schwer und das, wo Olympia-Funktionäre zur Vergabe zukünftiger Winterspiele zuschauen. Wurde der Springer etwa beschossen? Kommissar Jennerwein ermittelt bei Schützenvereinen und Olympia-Konkurrenten. Als ausgerechnet in einem Gipfelbuch per Bekennerbrief weitere Anschläge angedroht werden, kocht die Empörung im Ort hoch: Jennerwein muss den Täter fassen, sonst ist die Hochsaison in Gefahr.

Das meint Krimi-Couch.de: »Auf der Alm, da gibt’s koa Sünd – außer in der Hochsaison. Und die ist immer...« 86°Treffer

Krimi-Rezension von Jochen König

Eigentlich ein glücklicher Tag für den dänischen Skispringer Åge Sørensen. Als einziger Teilnehmer seines Landes hat er es geschafft beim jährlichen Neujahrsspringen des »Kurortes« (Garmisch-Partenkirchen, ick hör dir trappsen) dabei zu sein. Zunächt läuft alles wunderbar, er schafft den perfekten Absprung, fliegt sauber, bis ihn etwas aus der Flugbahn wirft, er ins Trudeln gerät und schließlich vor den Augen der versammelten Prominenz und sonstigen Zuschauer abstürzt. Schwer verletzt überlebt er zwar zunächst, doch im Krankenhaus hat man wenig Hoffnung. Und so steht Åge die ganze Hochsaison mit einem Bein in Valhalla.

Derweil hat der Leibwächter Jusuf in der VIP-Lounge alle Hände voll zu tun, Scheich Kalim al-Hasid vor einem Anschlag zu bewahren. Er verletzt einen Attentäter, der jedoch nahezu unbemerkt entkommen kann. Erst später stellt sich heraus, Ziel des Anschlages war gar nicht der Scheich, sondern IOC Präsident Jacques Rogge, der von all dem Trubel nichts bekommen hat.

Als die ersten Vermutungen laut werden, dass der Sturz des Dänen mittels Gewehrschuss gezielt herbeigeführt wurde, stürzt sich das Team um Hauptkommissar Hubertus Jennerwein auf die kaum vorhandenen Spuren.
Und steht bald vor der Frage, ob der Neujahrsanschlag mit den Bekennerschreiben des »Marder« genannten Alpenanarchisten zu tun hat, der mit kleinen, gemeinen Anschlägen das Leben im so beschaulichen wir skurrilen »Kurort« massiv durcheinander wirbelt.
Oder sollte es etwa verschiedene Urheber des alpenländischen Chaos mit anschließendem Mord und Totschlag geben?

Jörg Maurer macht von Anfang an keinen Hehl daraus, wer hinter den tödlichen Anschlägen steckt. Das Killerpärchen Shan und Wong, das durch die Bedrohung des IOC Präsidenten erreichen will, dass die Olympischen Winterspiele 2018 nach »Chayoang« kommen, wo man für die Sicherheit der Offiziellen garantieren kann, im Gegensatz zu bayrischen Kurorten.

Doch Interesse an diesen Spielen haben auch andere, wie Scheich Kalim al-Hasid, der bereits dabei ist, die größte Sprungschanze der Welt zu bauen – in Dubai. Pläne für Schneefall sind ebenfalls in der Mache.

 Man könnte seitenweise Absurditäten, Skurrilitäten und kleine ironische Schmankerl aufzählen, die Jörg Maurer in seinem zweiten Kriminalroman auffährt. Von der »Barack-Obama-Semmel« in der Bäckerei Krusti (ähnlich erfindungsreiche Kreationen folgen quer durch’s Buch) über das »Highway-To-Hell« auf der Zither spielenden Unikum »Fischer Beppi« bis hin zu der gymnasialen Arbeitsgruppe, die im Geiste und gemeinschaftlicher Arbeit Verbrechen plant und perfektioniert. Und den ultimativen Plan in der Tasche hat, wie man ein Fußballspiel einfach gewinnen muss!

Doch das würde zu sehr den Blick auf’s Anekdotische fokussieren und davon ablenken, dass Hochsaison nicht nur urkomsich, sondern auch ein spannender und klug durchkonstruierter Kriminalroman ist, der seine Geschichte(n) nicht an die Albernheit verrät. Die Ermittler um Hubertus Jennerwein bekommen individuelles Profil, und arbeiten ernsthaft und weitgehend kompetent an den mysteriösen Fällen um den »Marder«, der mehr für Aufregung, als für Schrecken sorgt, und das tödliche Duo Shan und Wong. Das ergänzt wird um den österreichischen »Problemlöser« Karl Swoboda, nachdem der ursprüngliche Dritte im Bunde, der virtuose Killer Xun Yü unsanft das Zeitliche segnete.

 Maurer zieht die Polizeiarbeit nicht ins Lächerliche, er macht aus seinen Protagonisten keine Slapstick-Hampelmänner, was ein leichtes wäre. Stattdessen zieht er Witz und Charme aus genauer Beobachtung und Überspitzung des Alltäglichen. Seine Auslassungen zur Event-Kultur, die ihre Fans und Bemüßigte ohne Rücksicht auf Verluste in die Hölle der eigenen Absurdität schickt; wo einem schon mal Winnetou als Ludwig der II. begegnen kann, bevor eine Lawine ins Tal rauscht.

Ebenso amüsant ist Maurers Spiel mit literarischen und filmischen Topoi. Der Marder weiß genau Bescheid um seine medialen Vorbilder, und spielt mit den Mechanismen, die ihm Fantomas (obwohl hier Verwandlungskünstler Karl Swoboda noch näher ist), James Bond oder Hannibal Lecter vorgeführt haben. Wie fast jedem von uns. Jörg Maurer kennt sich aus zwischen CSI und Chinatown, dessen Untiefen sich auch im Kurort finden lassen. Dass die »Großkopferten« natürlich auch ihr Fett weg bekommen, versteht sich von selbst. Im Großen wie im Kleinen, getrieben von Sensations- und Profitgier offenbart sich ein ganz normaler Irrsinn, der sich in seinen harmlosen Varianten sogar einer gewissen Gelassenheit und toleranten Wohlwollens erfreut.

So funktioniert Hochsaison sowohl als satirischer Krisengipfel wie spannender Thriller, der eine Menge Reiz aus der alpinen Landschaft bezieht, in der er spielt, aber nirgendwo in sprachlicher wie inhaltlicher Provinzialität versumpft. Eine Fülle von Ideen, Gags, kleinen Episoden und Betrachtungen am Rande, die Jörg Maurer nie zur zusammenhanglosen Nummernrevue ausarten lässt. Seine Witze sind gut, die Toten (fast) echt, und dass er sich nicht einmal scheut, Sympathieträger über den Jordan, bzw. die Alpspitze zu schicken, wenn es die Handlung erfordert, zeugt vom Respekt, den er dem Genre entgegenbringt.

 Und wenn es am Ende in Dubai schneit, wird es kaum jemand geben, den das verwundert. In der Hochsaison ist halt alles möglich.

PS.: Mittlerweile (Dezember 2010) hat sich Hochsaison ja als geradezu prophetisch heraus gestellt. Olympische Winterspiele in Dubai wird es zwar (vorerst) nicht geben, aber die Fußball-WM in Katar kommt diesem absurden Szenario schon verdammt nahe.

Jochen König, März 2010

Ihre Meinung zu »Jörg Maurer: Hochsaison«

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RyanMalloy zu »Jörg Maurer: Hochsaison« 10.07.2011
Passende Lektüre zur gerade getroffenen Entscheidung des IOC, die Olympischen Winterspiele 2018 im südkoreanischen Pyeongchang stattfinden zu lassen.

Maurers zweiter Jennerwein-Krimi ist ein gut aufgebauter und gut erzählter Krimi. Trotz der vermeintlichen Nähe zu Kluftinger und Co. rutscht "Hochsaison" nicht in das lächerliche Slapstick-Festival ab, sondern hält den (durchaus vorhandene) Holzhammer-Humor auf einem verträglichen Niveau.
Kinsey zu »Jörg Maurer: Hochsaison« 23.02.2011
"Föhnlage" habe ich mit viel Vergnügen gelesen. Vielleicht war daher meine Erwartungshaltung an den Nachfolger einfach zu groß.
So richtige Spannung wollte partout nicht aufkommen. Der Humor, der leider bei weitem nicht so schräg war wie bei "Föhlage", konnte das nicht wettmachen.
Dazu Unlogik und ein allzu offensichtlicher Täter.

Nee, ich war enttäuscht. Von mir gibt's allenfalls 70 Grad. Und das auch nur wegen ein paar wirklich witziger Einfälle.
stjerneskud zu »Jörg Maurer: Hochsaison« 05.01.2011
Kriminalistische Hochsaison

Es ist mal wieder der große Tag für das Neujahrsskispringen gekommen, an dem die Wintersportwelt auf Garmisch-Partenkirchen schaut. Aber ganz so wie immer scheint es nicht zu sein. Der Ort bewirbt sich neben Dubai und Chaoyang um die Austragung der Olympischen Winterspiele im Jahr 2018 und es sind nicht nur die üblichen V.I.P.s anwesend, sondern auch Repräsenten der Bewerberstädte und der Präsident des IOC. Noch ist die Entscheidung nicht gefallen. Als der einzigste Teilnehmer der dänischen Nationalmannschaft im Finale schwer stürzt, kommt die Frage auf, ob es ein Unfall oder ein Anschlag war. Kommissar Jennerwein will den Fall schon zu den Akten legen, als Bekennerschreiben auftauchen, die an ihn gerichtet sind. In dem sonst beschaulichen Ort ist es mit einem Mal mit der Ruhe vorbei.

Es war gute Unterhaltung und ich hatte viele vergnügliche Lesestunden. Der Schreibstil gefiel mir sehr gut und die ironische Art und Weise wie die vorherrschenden Trends und Verhaltensweisen der Menschen auf die Schippe genommen werden. Außerdem hält er einen dazu an weiterzulesen, denn man ist gespannt darauf zu erfahren, wie es weitergeht und welche witzigen Ideen der Autor sich noch ausgedacht hat. Und als ich es dann doch einmal aus der Hand legen mußte, schließlich hat man auch noch etwas anderes zu tun, dachte ich weiterhin an die Geschichte und konnte es gar nicht abwarten endlich weiterlesen zu können. Immer mal wieder mußte ich herzhaft lachen. Manchmal weiß man im Vorhinein, wie es weitergehen wird, aber der Schwarze Humor an manchen Stellen ist einfach zu köstlich. Nervenkitzel und große Spannung muß nicht in jedem Krimi stecken, wenn einem ein so wunderbarer Ersatz geboten wird.

Was wird aber nicht auch alles getan, um die einen schlecht zu machen, damit man selber aus dem Rennen als Sieger hervorgeht. Jetzt sind wir natürlich gespannt darauf zu erfahren, wer im wirklichen Leben die Olympischen Winterspiele 2018 ausrichten darf.
lenchen_196 zu »Jörg Maurer: Hochsaison« 03.11.2010
Hochsaison und HochspannungEs gibt eine Menge Bekennerbriefe von einem (angeblichen) Täter. Es wird eine Straftat vorbereitet, nur ist bis jetzt unklar, welche und von wem. Oder ist es nur ein Witz? Ob es mit weiteren Geschehnissen zu tun hat?An einem Wintersportkurort stürzte ein Skispringer. War es ein Attentat? Es scheint Schwierigkeiten zu geben, weil der Ort sich gerade für die Olympischen Spiele bewirbt. In der VIP-Loge geht auch etwas vor. Verdächtige Leute zwischen Prominenten, verdächtige Schüsse, die keiner bemerkt...Ein Pärchen „fernöstlicher Herkunft“ hält sich in dem Ort auf und bereitet auch etwas Schreckliches vor.Alle parallelen Fäden sehen wie selbständig aus, müssen aber von dem Kommissar Jennerwein und seinem Team zusammengezogen werden, weil es sich um ein echtes Verbrechen von weltlichen Maßstäben handelt. Ja-ja, im Ernst.Also wer hinter was steht, wer welche Ziele verfolgt und was im Endeffekt wohl rauskommt?Dem Leser sind alle „schlechten“ Hauptfiguren und ihre bösen Taten praktisch von Anfang an bekannt, allerdings bleibt der Zusammenhang bis zum Ende rätselhaft und somit die Handlung sehr spannend.Die Geschichte selber kommt einem fast verrückt vor. Viele Stränge sehen irreal aus, wurden aber vom Autor als ernsthaft erklärt. Zum Schluss wird alles ans Licht gebracht, keine Fragen bleiben offen.Feines Lokalkolorit und der sehr witzige und präzise Schreibstil des Autors machen das Lesen zu einem Vergnügen. Das fesselnde Buch lässt sich schnell und flüssig lesen. Die Kuhabbildung auf dem Cover und auf jeder Seite, wo der neue Abschnitt beginnt, ist ganz sympathisch und verleiht dem Roman eine besondere Note aus dem Bergen. Man lernt sogar a bißl von den bayrischen Dialektausdrücken und einige seltsame Bräuche aus dem Region ;-)Diesen Alpenkrimi würde ich gerne weiterempfehlen.
anyways zu »Jörg Maurer: Hochsaison« 10.08.2010
Im Loisachtal verunglückte der dänische Skispringer Age Sorensen beim Neujahrsspringen. Dieser Unfall entpuppt sich als feiger Anschlag, und schon rückt Jennerweins Team samt Spusi an ,denn dieser Ort kämpft um den Olympiazuschlag 2018. Auf der Suche nach Täter, Motiv und Indizien kommen die Kriminalisten aber nicht weiter, keine Waffe oder Kugel , kein Tatmotiv oder Verdächtiger lässt sich ermitteln. Ernüchternd ziehen sie wieder ab. Erst als im Frühjahr ein Bekennerschreiben durch Zufall entdeckt wird, fangen die Ermittlungen von vorne an. Nun bekommt Jennerwein es mit der Urbevölkerung, Dorfpolizisten, Gymnasiasten mit einer Vorliebe für Serientäter und merkwürdigen Koreanern zu tun.


Ein urkomischer Krimi. Maurer versteht es ausgezeichnet seine Leser zu unterhalten.
Er zeichnet die bayrische Landschaft, deren Bewohnern und ihre Eigentümlichkeiten humorvoll und treffend, flicht lustige Anekdoten der nordischen Göttergestalten gekonnt ein, um am Ende in einem furiosen Finale zu enden. Es ist halt Hochsaison.

Ich habe selten bei einem Krimi soviel gelacht.
koepper zu »Jörg Maurer: Hochsaison« 20.05.2010
Mit seiner Absicht einen orginellen Krimi zu schreiben hat sich Maurer gründlich vertan. Heraus gekommen ist ein abstruses, wirres Werk, das mich sehr enttäuscht hat. Die Geschichte ist einfach zu verworren und unübersichtlich und enthält auch einige Passagen, die einfach unlogisch sind. Schade, denn Maurer hat gute Einfälle, zwischendurch ist das Buch sehr humorvoll und hat sehr witzige Passagen. Das macht allerdíngs die Schwächen des Buches nicht wett. Nachdem mit Föhnlage noch ganz gut gefallen hat, kann ich Maurers zweites Werk nicht empfehlen.
Lady X zu »Jörg Maurer: Hochsaison« 16.05.2010
Mir gefällt der Stil Maurers noch besser als der seiner "alpinen" Mitstreiter in Sachen skurril-/humorvoller Krimi, wie Haas oder Steinfest. Die Fülle von Ideen machen das Lesen zu einer rasanten Abfahrt.

Klar, dass ich mich nach Ende der Hochsaison auch noch in die (in)stabile Föhnlage bringen werde!
Verena zu »Jörg Maurer: Hochsaison« 07.04.2010
Beim Neujahrsspringen stürzt der Skispringer Åge Sørensen schwer. Und das ausgerechnet, als Olympia-Funktionäre zuschauen. Wurde der Springer etwa beschossen? Kommissar Jennerwein muss jedoch nicht nur dieses Verbrechen aufklären, nein, eine ganze Reihe von Zwischenfällen erschüttert die kleine Stadt...

Das Buch beginnt mit einem Brief vom zukünftigen Täter an den Kommissar, wo er schreibt, dass er eine Tat begehen werde, er wisse aber noch nicht welche, und wobei er sich scheinbar immer wieder über den Kommissar lustig macht.

Dann ist ein Sprung zum Neujahrsspringen in Österreich. Zuerst wird vom dänischen Schispringer Åge Sørensen berichtet, der es das erste Mal ins Finale geschafft hat. Dann aber schockiert sein schrecklicher Sturz die Zuschauer.
Dazwischen werden einige, teils etwas skurille, Geschehnisse der Geschichte des Schispringens erzählt, was das Ganze etwas auflockert. Unterbrochen wird die Geschichte immer wieder von zahlreichen weiteren Briefen vom Täter an den Kommissar.
Die Geschichte wird aus der Sicht mehrerer Personen erzählt, was das Buch meiner Meinung nach sehr vielfältig macht.
Das Buch wird sehr spannend erzählt und auch die Lachmuskeln werden gut trainiert! =))

Ich kann dieses Buch wirklich mit guten Gewissen an alle Leseratten weiter empfehlen!
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sandra zu »Jörg Maurer: Hochsaison« 06.04.2010
„Der Berg ruft …!“

Im schönen Bayrischen Land geschieht beim Neujahrsspringen vor den Augen der Masse der alljährlich anwesenden Skisprung-Fans und der Haute Couture des Sportes sowie des prominenten öffentlichen Lebens ein „Unfall“: Der Skispringer Ake Sorensen kommt kurz nach dem Absprung ins Trudeln und stürzt schwer. Schwer verletzt wird er ins Krankenhaus gebracht – seine Überlebenschancen sind sehr gering. Die Skisprung-Elite und die Bewohner der austragenden Gemeinde sind entsetzt. Schließlich sollen doch die olympischen Spiele 2018 hier ausgetragen werden … Doch handelt es sich bei dem Sturz wirklich um einen unglücklichen Unfall oder sind hier fremde Finger im Spiel? Kommissar Jennerwein wird mit der Klärung beauftragt. Schnell kommt man zu dem Schluss, dass Sorensen rein gar nicht aus eigenem Unvermögen gestürzt ist, sondern dass auf ihn geschossen worden ist und er somit das Gleichgewicht verlor. Und dessen nicht genug kommt es im Verlauf der nächsten Tage und Wochen sogar zu noch mehr Anschlägen, die die Truppe um Jennerwein vor allerhand Rätsel stellt. Was bezweckt der Attentäter und stammen die Anschläge aus ein und derselben Hand? Es sieht danach aus, da der mutmaßliche Täter Briefe an Jennerwein schreibt und seine Taten ankündigt. Allerdings gibt es da noch die 2 bzw. zunächst 3 mysteriösen Gestalten mit asiatischem Aussehen: Wong und Shan. Denn der Anschlag auf der Ski-Schanze geht auf deren Konto. Sie haben einen Auftrag: Die olympischen Winterspiele sollen in Choyang stattfinden – koste es was es wolle … Na, das kann ja heiter werden … Kommissar Hubertus Jennerwein und seine Kollegen von der Ortspolizei stehen vor einiger äußerst kniffligen Aufgabe.


Mensch, dieses Buch ist mal wirklich als herzerfrischend zu bezeichnen. Zunächst war ich ja etwas skeptisch aufgrund der vielen bayrischen Ausdrücke und typischen Namen. Jedoch kam ich dann im Verlaufe des Buches gar nicht mehr aus dem Schmunzeln heraus. Der Schreibstil ist super witzig und doch ist immer für Spannung gesorgt und ein doch ernst zunehmender Handlungsstrang deutlich geworden. Man fühlt sich mitten in der Geschichte zwischen urtypischen Gestalten und bösen asiatischen Meuchelmördern. Ganz toll. Ich vergebe volle Punktzahl und werde mir auf jeden Fall den 1. Fall von Jennerwein zu Gemüte führen müssen.
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tassieteufel zu »Jörg Maurer: Hochsaison« 03.04.2010
Im namentlich nicht erwähnten bayrischen Kurort geschieht beim Neujahrspringen ein tragischer Unfall, ein Skispringer verunglückt beim Sprung schwer, oder wurde der Sportler etwa beschossen? Kommissar Jennerwein und sein altbewährtes Team beginnen zu ermitteln und kommen zunächst nicht sonderlich gut voran, bis in einem Gipfelbuch per Bekennerbrief weitere Anschläge angekündigt werden.
Wie schon der Vorgänger ist das Buch in einem locker humorigen Stil geschrieben, meine liebste Wortkreation war ja "barock-fleischiger Bajuware" und auch so mußte ich recht häufig schmunzeln. Die agierenden Personen kann man unter schräg bis skuril einordnen, das bereitet
doch viel Freude. Der Plot hat mich allerdings weniger überzeugt, denn der wird nach dem ersten Drittel zunehmend verworren und unübersichtlich, denn obwohl von Anfang an klar ist, wer hinter dem Anschlag auf den Skispringer steckt und warum der verübt wurde, bleibt völlig
unklar, was es mit den anderen Anschlägen auf sich hat, als Leser behält man da genauso wenig den Überblick wie Kommissar Jennerwein u. so fällt das Ende auch entsprechend dürftig aus, der Fall wird eigentlich nur teilweise und per Zufall vom Kommissar gelöst.

Fazit: der amüsante Schreibstil und die schrägen Figuren bieten einen hohen Unterhaltungswert, schmunzeln kann man hier recht häufig, im Gegensatz zum Vorgänger war mir der Plot zu verworren, aber das ist sicher Geschmackssache. 75°

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