Im Schatten von Notre-Dame von Jörg Kastner

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1999 bei Scherz.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich / Paris, 700 - 1500 (Mittelalter).

  • Bern; München; Wien: Scherz, 1999. ISBN: 3-502-11355-6. 539 Seiten.
  • München: Knaur, 2000. ISBN: 3-426-61735-8. 713 Seiten.
  • München: Knaur, 2003. ISBN: 3-426-62519-9. 713 Seiten.
  • München: Knaur, 2007. ISBN: 978-3-426-63691-6. 713 Seiten.

'Im Schatten von Notre-Dame' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Paris anno 1483. Der Kopist Armand Sauveur kommt auf der Suche nach Arbeit an die Seine. Aber die Druckerpresse des Johannes Gutenberg hat in Paris bereits Einzug gehalten. Armands Lage ist verzweifelt: Von der Druckerperesse um Lohn und Brot gebracht, vom Bettlervolk überfallen, sieht er keinen Ausweg mehr. Plötzlich wendet sich sein Schicksal, als Claude Frollo, der Archidiakon von Notre-Dame, ihm eine Stellung, Kost und Logis anbietet. Der Auftrag, den ihm der unnahbare Frollo erteilt, erscheint Armand höchst ungewöhnlich – er soll ein Buch über den Kometen von 1465 kopieren. Frollo ist auch sonst ein geheimnisvoller Mann, der Armands Neugier erregt. Als er dem Archidiakon durch einen geheimen Gang in eine unterirdische Kapelle folgt, wird er Zeuge einer mysteriösen Zusammenkunft und gerät ins Zentrum einer dunklen Verschwörung. Die Kathedrale von Notre-Dame, die feurige Zigeunerin Esmeralda und der bucklige Glöckner Quasimodo, die wir aus Victor Hugos großartigem Roman kennen, scheinen dabei wichtige Rollen zu spielen.

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Stefan83 zu »Jörg Kastner: Im Schatten von Notre-Dame« 13.07.2008
Schon der Titel dieses Buches macht deutlich, welches Werk hier als Vorlage gedient hat. Autor Jörg Kastner hat sich aber in „Im Schatten von Notre-Dame“ nicht nur vieler Figuren und stilistischer Elemente aus Hugos „Notre-Dame de Paris“ bedient, sondern versucht auch vielmehr beide miteinander in Kontext zu bringen. So wurden im Jahre 1927 Aufzeichnungen in einem Versteck von Hugos Haus gefunden, die belegen wollen, was in den dunklen Gassen des mittelalterlichen Paris wirklich geschehen ist. Als Verfasser zeichnet sich ein junger Kopist namens Armand Sauveur de Sablé verantwortlich. Aus Sicht dieses Ich-Erzählers verfolgt nun der Leser die Geschichte, in der nicht nur aufgezeigt wird, was Hugo in seinem Roman bewusst verschwiegen oder anders dargestellt haben soll, sondern die gleichzeitig auch ein weitaus düsteres Bild des damaligen Paris malt. Sauveur gerät ungewollt in ein Netz aus Intrigen und Mord, in dem alle Beteiligten ein doppeltes Spiel zu spielen scheinen und nichts so ist, wie es zu sein scheint. Dabei begegnet man natürlich auch den allseits bekannten Figuren, wie Dom Frollo, Quasimodo oder Esmeralda, die sich jedoch in der Art und Weise ihrer Darstellung oftmals wesentlich von der originalen Vorlage unterscheiden. Die Story fesselt, trotz einiger dialoglastiger Szenen, fast durchgehend, was unter anderem auch daran liegt, dass die Motive und Hintergründe vieler Figuren bis kurz vor Schluss im Dunkeln bleiben. Immer wieder gelingt es Kastner hier den Leser mithilfe unerwarteter Wendungen innerhalb des Plots zu überraschen. Einzig und allein die Zahl der Charaktere, insbesondere die der historischen Berühmtheiten wie Leonardo oder Villon, hätte der Autor ein wenig kleiner gestalten können. Insgesamt ein guter, trotz seiner Länge, kurzweiliger, historischer Thriller, an dem besonders Liebhaber von Verschwörungstheorien und Templer-Geschichten ihre Freude haben werden.
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