Die Farbe Blau von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2005
bei Knaur.
Ort & Zeit der Handlung: Niederlande / Amsterdam, 1701 - 1800.
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München: Knaur, 2005.
ISBN:
3-426-66169-1. 414 Seiten. -
Augsburg: Weltbild, 2006.
ISBN:
978-3828978898. 414 Seiten. -
München: Knaur, 2006.
ISBN:
978-3-426-63348-9. 414 Seiten. -
München: Knaur, 2007.
ISBN:
978-3-426-63924-5. 414 Seiten.
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[Hörbuch] Berg: AME hören, 2005.
Gesprochen von Achim Höppner.
ISBN:
3938046139. 6 CDs.
'Die Farbe Blau' ist erschienen als
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In Kürze:
Amsterdam im Jahr 1669, es ist die Epoche Rembrandts. In der Stadt herrscht große Aufregung: Zwei angesehene Bürger haben bestialische Morde begangen. Und beide Male war ein Gemälde im Spiel ? ein harmloses Familienbild wie von Rembrandts Hand, dabei aber von einem intensiven Blau dominiert. Als das »Todesbild« auf rätselhafte Weise verschwindet, schwört der junge Maler Cornelis Suythof, der Sache auf den Grund zu gehen ? war doch einer der Mörder sein bester Freund. Cornelis heuert als Schüler beim alten, verbitterten Rembrandt an und knüpft zarte Bande zu dessen Tochter Cornelia. Sein Geld verdient er mit sinnlichen Porträts, die, wie er bald entsetzt feststellt, in einem Freudenhaus Verwendung finden. Ganz Amsterdam ist aus den Fugen, so scheint es Cornelis, denn die Mordserie reißt nicht ab. Etwas Ungreifbares bemächtigt sich der Stadt und ihrer Menschen, verwirrt ihre Sinne – und die Farbe des Dämons ist Blau …
Das meint Krimi-Couch.de: »Sex & Drugs & fast kein Rembrandt«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
Nach »Mozartzauber« (als Taschenbuch unter dem Titel Sonnenkreis erschienen; ein Schelm, der finanzielle Absichten unterstellt) versucht es Kastner jetzt also mit Rembrandt als Aufhänger für sein neues Werk. Ein historischer Roman, im Amsterdam des 17. Jahrhunderts spielend, mit einem Schuss an Mystery-Elementen.
Als der Blaufärbermeister Melchers das Rasphuis, Amsterdams Besserungsanstalt, eingeliefert wird, ist er völlig apathisch, hat er doch seine eigene Familie brutal ermordet. Lediglich den Zuchtmeister Ossel Jeuken fleht er an, ihm aus seiner Wohnung ein Gemälde zu besorgen. Kaum ist das Bild in seiner Zelle begeht Melchers Selbstmord und Ossel nimmt das Gemälde mit nach Hause, wo er es seinem Arbeitskollegen und Freund Cornelis Suythof zeigt. Das Gemälde zeigt die Familie Melchers und ähnelt in seinem Licht- und Schattenspiel den Gemälden Rembrandts, wäre da nicht ein dominierender bläulicher Farbton, jener Farbe, die Rembrandt nie benutzte. Als Cornelis am nächsten Tag ins Rasphuis kommt, findet er Ossel eingesperrt vor, da dieser in der Nacht seine Lebensgefährtin grausam umgebracht hat. Cornelis schwört der Sache auf den Grund zu gehen und stellt fest, dass das »Todesgemälde« verschwunden ist.
Auf Spurensuche wird Cornelis zum Schüler Rembrandts …
Cornelis verliert seine Arbeit und versucht sich fortan als Maler seinen Lebensunterhalt zu verdienen. So nimmt er ein Angebot des Kunsthändlers Van der Meulen an für diesen Portraits zu malen. Diese stellen sich als Aktportraits heraus und sollen, wie Cornelis entsetzt herausfindet, in dem Freudenhaus »Musico« die Kundschaft anlocken. Um dem rätselhaften Gemälde auf die Spur zu kommen, bittet Cornelis derweil den mittlerweile in Vergessenheit geratenen Rembrandt, ihn als Schüler aufzunehmen.
Bei seinen Recherchen entdeckt Cornelis die wahre Identität seines ersten Aktmodells. Es handelt sich um Louisa, die Tochter des angesehenen Geschäftsmannes van Riebeeck. Wie sie werden mehrere junge Frauen aus wohlhabenden Familien gezwungen, zur Linderung der Finanznöte ihrer Eltern sich im »Musico« Geld als Freudenmädchen zu verdienen. Als Cornelis eine vermeintliche Einladung von Louisa erhält, läuft er geradewegs in eine Falle und wird in ein Verlies gesperrt. Hier entpuppt sich Van der Meulen als Drahtzieher der dubiosen Ereignisse. Als Cornelis ihn fragt, was wohl Louisas Vater von dem Doppelleben seiner Tochter hält, antwortet ihm Van der Meulen, dass sich dieses Problem kurzfristig lösen wird, da er ihm bereits ein Gemälde habe zukommen lassen, in dem der Maler ein bestimmtes Blau verwendet.
…welcher plötzlich wiederum spurlos verschwindet
Cornelis kann sich aus seinem Gefängnis befreien, findet das Haus von Louisa und ihren Eltern jedoch nur noch in Flammen stehend vor. Damit nicht genug: Cornelis wird wegen Brandstiftung und Mordes festgenommen. Währenddessen verschwindet Rembrandt spurlos …
Da hat sich Jörg Kastner mächtig etwas einfallen lassen: Der Ich-Erzähler Cornelis Suythof verliert binnen weniger Tage nicht nur seinen väterlichen Freund Ossel, sondern entgeht selber nur dreimal knapp dem Tode. Dabei lernt er selbstredend seine Herzdame kennen (eigentlich sind es derer ebenfalls drei) und löst das Rätsel um das mysteriöse »Todesbild«, von dessen Blauton die Menschen zu unglaublichen Greueltaten angeregt werden, fast im Alleingang. Lediglich beim furiosen Finale stehen ihm zahlreiche Helfer zur Seite.
Dabei spannt Kastner den erzählerischen Bogen von den Aktivitäten der weltumspannenden Ostindischen Kompanie, über die Ringerschule des Robbert Cors bis hin zu den Auseinandersetzungen zwischen den vorherrschenden Calvinisten und fanatischen Katholiken (hier Gerardisten), die sich auf Balthasar Gerard, den Mörder von Wilhelm, Prinz von Oranien, berufen. Und Rembrandt? Richtig, der spielt auch eine (Neben-)Rolle.
Mistery-Thriller? Schauer-Roman? Oder doch eher Drehbuch?
Den eigentlichen Krimi-Plot und den umfangreichen historischen Hintergrund auf rund 400 Seiten unterzubringen erfordert natürlich große Zugeständnisse und so vermisst man leidlich die Recherchen, die der Autor im Vorfeld angestellt hat. So erfährt der Leser über Rembrandt – abgesehen vom fiktiven Gehalt des Romans – nicht viel mehr, als er jedem handelsüblichen Nachschlagewerk entnehmen kann. Das historische Amsterdam findet sich in erster Linie durch die Verwendung zahlreicher Straßennamen sowie einiger auserwählter Gebäude (z. B. dem angesprochenen Rasphuis) wieder. Personen und Gebäude werden weitestgehend nur namentlich vorgestellt und so kommt man sich über weite Strecken vor, als habe man ein Drehbuch, aber eben keinen Roman in der Hand. Atmosphärische Dichte? Fehlanzeige.
Dafür geht Kastner beim Plot enorm hohes Tempo und setzt sehr geschickt zahlreiche Cliffhanger, die einen kaum das Buch aus der Hand legen lassen. Das Ganze erinnert vom Aufbau an Werke wie Illuminati und Co.
Rembrandt-Fans sollten die Finger von diesem Buch lassen. Wer einen historischen Roman sucht wird ebenfalls besseres finden (z. B. »Anno 1074« vom gleichen Autor). Alle anderen können sich mit diesem Werk möglicherweise anfreunden und sehen einem sehr, sehr kurzweiligem Lesevergnügen entgegen.
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| tassieteufel zu »Jörg Kastner: Die Farbe Blau« | 28.01.2010 |
|---|---|
| stefanz zu »Jörg Kastner: Die Farbe Blau« | 28.01.2010 |
| stefanz zu »Jörg Kastner: Die Farbe Blau« | 28.01.2010 |
| ceegee zu »Jörg Kastner: Die Farbe Blau« | 30.10.2008 |
| Kasia zu »Jörg Kastner: Die Farbe Blau« | 12.03.2008 |
| H. zu »Jörg Kastner: Die Farbe Blau« | 30.09.2007 |
| Alex. zu »Jörg Kastner: Die Farbe Blau« | 01.01.2007 |
| Barbara zu »Jörg Kastner: Die Farbe Blau« | 21.10.2006 |
| Jürgen zu »Jörg Kastner: Die Farbe Blau« | 18.11.2005 |
| Der, der nicht gerne liest zu »Jörg Kastner: Die Farbe Blau« | 14.09.2005 |




