Und nie sollst du vergessen sein von Jörg Böhm

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2013 bei Braun.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Baden, 2010 - heute.
Folge 1 der Emma-Hansen-Serie.

  • Karlsruhe: Braun, 2013. ISBN: 978-3765084263. 381 Seiten.

'Und nie sollst du vergessen sein' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Für einen Kurzurlaub kehrt Hauptkommissarin Emma Hansen nach Nöggenschwiel zurück. Doch mit der Erholung ist es schnell vorbei, als ein grausamer Mord das Rosendorf im Südschwarzwald erschüttert. Ein alter Bauer wird erschlagen im nahe gelegenen Stausee gefunden. Als wenig später auch noch die Verkäuferin des Dorfladens erdrosselt wird, gehen Polizei und Presse längst von einem Serientäter aus. Aber welchen Zusammenhang gibt es zwischen den Opfern und was haben die Morde mit dem Verschwinden von Emmas Freundin Charlotte vor 15 Jahren zu tun? Als Emma mit eigenen Nachforschungen beginnt, stößt sie auf ein dunkles Geheimnis und erkennt zu spät, dass man die Vergangenheit besser ruhen lassen sollte.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein gelungenes Debüt« 70°

Krimi-Rezension von Maria Kusnierz

Emma Hansen braucht Urlaub. Sie wählt den Ferienort ihrer Kindheit – Nöggenschwiel im Schwarzwald. Doch schnell ist deutlich, dass dies kein Erholungsurlaub wird. Emma erfährt, dass ihre „Ferienfreundin» von früher ermordet wurde. Als dann auch noch 2 weitere Morde das Rosendorf heimsuchen, beginnt sie, zu ermitteln. Klar, dass sie damit in ein Wespennest sticht.

Der erste Kriminalroman von Jörg Böhm ist ein gelungenes Debüt. Der 380-Seitenschmöker macht es dem Leser leicht, sich in die Handlung zu vertiefen und eignet sich hervorragend für einen verregneten Sonntag mit Tee und Keksen auf der Couch. Obgleich der Autor Böhm mit seinem Erstling auf Nummer sicher geht und die klassische Herangehensweise nutzt, ist die Handlung nicht unbedingt vorhersehbar. Die Sprache ist flüssig und leichtgängig, die Handlung in sie konsistent.

Die Protagonistin ermittelt außerhalb ihres Zuständigkeitsbereiches, quasi privat, daher wird der Leser zwischendurch immer noch über die Polizeiarbeit vor Ort «aufgeklärt». Die Verbindung dieser beiden Seiten derselben Medaille ist schnörkellos und klar.

Die verschiedenen Figuren, allen voran Emma Hansen, die Protagonisten, werden hingegen mit viel Hingabe beschrieben und ihrer Wichtigkeit für die Story entsprechend behandelt. Dabei geht Böhm mit Liebe zum Detail vor, ohne blumig zu werden. Der Spannungsbogen wird langsam aber stetig aufgebaut und konstant bis zum Ende gehalten. Auch an charmantem, hintergründigen Witz fehlt es nicht. Dieser wird erst auf den zweiten Blick offenbar (etwa bei der Wahl des Handlungsortes «Nöggenschwiel". Der Klang dieses Namens lässt den geneigten Leser eher Schmunzeln, als an hinterhältige Morde denken), ist aber deswegen nicht weniger wirkungsvoll.

Alles in Allem handelt es sich beim Debüt von Jörg Böhm nicht um die große Kunst der Kriminalliteratur. Das muss es auch nicht. Wer einen spannenden Krimi für die Lektüre zwischendurch sucht, der geistig keine Höchstleistung vom Leser fordert sondern einfach nur richtig gut unterhält, der ist mit Und nie sollst Du vergessen sein gut beraten.

Maria Kusnierz, Februar 2016

Ihre Meinung zu »Jörg Böhm: Und nie sollst du vergessen sein«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Bettina zu »Jörg Böhm: Und nie sollst du vergessen sein« 04.04.2016
Jörg Böhm ist ein sehr sympathischer Schreiber. Ich hatte aber so meine Probleme, was seinen Schreibstil betrifft und ich habe manch blumige Übertreibung knirschend hingenommen - ABER: die Nachfolger dieses Debüts sind gereifter. Vor allem der 3. Teil der Emma-Hansen-Reihe. Ich freu mich mittlerweile sehr auf den 4. Band "Moffenkind", das gerade erschienen ist!
ginnykatze zu »Jörg Böhm: Und nie sollst du vergessen sein« 03.04.2016
Ich habe gerade die Rezension von Krimcouch (Maria Kusnierz) gelesen. Warum wird denn hier verraten, was doch so geheim bleiben soll und muss. Verstehe ich nicht, und das auch noch von einem Fachmann dieses Forums. Das ist für mich ein absolutes Nogo...sorry... Es steht oben extra für alle User: Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!" und selbst verrät KC hier doch Entscheidenes...
PMelittaM zu »Jörg Böhm: Und nie sollst du vergessen sein« 05.03.2016
Kriminalhauptkommissarin Emma Hansen gönnt sich in dem kleinen Schwarzwalddorf Nöggenschwiel, wo sie in ihrer Kindheit schöne Ferien verbracht hat, eine Auszeit. Sie freut sich darauf, ihre Ferienfreundin, Charlotte Nägele, wieder zu treffen, doch dann erfährt sie, dass diese kurz nach ihrer Krönung zur Rosenkönigin vor 15 Jahren spurlos verschwunden ist. Emma versucht, das Rätsel zu lösen, während es zeitgleich zu mehreren Mordfällen kommt.

Der erste Fall mit Emma Hansen (dem mittlerweile noch zwei weitere gefolgt sind), führt die Kommissarin an einen Ort, den sie als Kind gut kannte, in dem sie aber keine Amtsbefugnis hat, sie ermittelt daher sozusagen unter der Hand und ohne Unterstützung, ihr kommt aber zugute, dass sie den Ort und die Einwohner kennt, die ihr allerhand erzählen können. Parallel zu Emmas Ermittlungen wird von der Morduntersuchung der zuständigen Polizei berichtet. Jörg Böhm erzählt sehr detailreich und bildhaft,Sowohl Emma als auch die ermittelnden Beamten, ebenso wie eine ganze Reihe weiterer Charaktere, lernt man als Leser gut kennen. Sehr gut hat mir die Einführung Emmas gefallen, die verbunden wird mit der Beschreibung ihrer Autofahrt in ihren Ferienort. Auch Nöggenschwiel selbst und seine Besonderheiten spielen eine recht große Rolle. Ich habe mich während des Lesen öfter gefragt, ob es sich hier um einen fiktiven Ort handelt bzw. ob der Autor einen bestimmten Ort als Vorlage genommen hat – und tatsächlich gibt es Nöggenschwiel wirklich.

Der Roman lässt sich, auch wegen der recht kurzen Kapitel und der Perspektivewechsel sehr flüssig lesen und animiert den Leser zum Miträtseln. Geärgert habe ich mich allerdings einmal wieder über das, in meinen Augen, völlig unnötige und recht konstruierte Ingefahrkommen eines Hauptcharakters, spannend ist das für mich nicht.

Insgesamt ein lesenswerter Regionalkrimi, der Lust auf mehr macht. Ich freue mich schon auf die weiteren Emma-Hansen-Romane und empfehle den Roman gerne weiter.
Tommi aus Randbrand zu »Jörg Böhm: Und nie sollst du vergessen sein« 30.07.2015
Typisches Verbrauchsgut wie es zurzeit in Mode ist, diese Serie: Männlicher Autor macht weibliche Heldin im Männerberuf zru Serienfigur (politisch korrekter Gender Mainstreaming- Auftrag erfüllt), der geografische Hintergrund wird in den Vordergrund verschoben (gerade angesagt) und das Ganze wird verpackt in eine Baukastenhandlung, bei der man auch neben dem Lesen noch ein wenig fernsehen kann ohne den Faden zu verlieren.
Wers mag.
ginnykatze zu »Jörg Böhm: Und nie sollst du vergessen sein« 30.07.2015
Der Autor Jörg Böhm nimmt uns in seinem Debütkrimi mit in den Schwarzwald. Sehr schön beschreibt er hier die Umgebung. Den Nebel, der so oft in Nöggenschwiel herrscht, kann man fast spüren, riechen und sehen.

Der Schreibstil ist flüssig lesbar und die Spannung, die sich nach und nach aufbaut, hält bis zum Schluss. Dem Mörder war ich überhaupt nicht auf die Spur gekommen. Immer, wenn ich dachte, aha, der ist es also, war ich wieder kilometerweit vom wahren Täter weggelotst worden, denn in die vielen Sackgassen, die uns hier immer wieder von der Fährte weglockten, bin ich jedes Mal getappt. So hat mich das Ende absolut überrascht. Sehr gut, denn solche Krimis liebe ich.

Die Charaktere zeichnet der Autor sehr authentisch. Emma, die mir allerdings ein wenig zu naiv und manchmal schon nervig rüberkam, mochte ich trotzdem sehr gern. Sie ist ja schließlich erst am Anfang ihrer Kommissarskarriere und da muss man schon mal ein Auge zudrücken. Mein Lieblingsprotagonist war hier eindeutig Hauptkommissar Karl Strittmatter, den fand ich von Anfang an klasse. Er kam so überzeugend rüber, dass ich mich sofort in ihn hineinversetzen konnte. Seine Liebe zum Fußballschauen konnte ich voll und ganz nachvollziehen. Auch dem Mörder verleiht Jörg Böhm ein eindeutiges, wenn auch grausiges Gesicht, bei seinen Mordschilderungen lief mir die Gänsehaut den Rücken runter.

Ich hoffe, dass wir noch mehr von Emma lesen werden; denn sie soll sich ja noch weiterentwickeln.

Alles in Allem ein wirklich absolut empfehlenswerter Krimi, der von mir die vollen 5 Sterne bekommt.
luiserl zu »Jörg Böhm: Und nie sollst du vergessen sein« 30.07.2015
Ich kann mich den Vorrezensenten nicht anschließen. Selten habe ich einen so einfach gestrickten Krimi gelesen, den ich mir nach den vielen guten Bewertungen (zum Glück nur gebraucht) gekauft habe. Nach der Hälfte habe ich nur mehr quergelesen. Selbst das nur einige Zeit. Nicht einmal die Auflösung des/der Morde hat mich noch interessiert und die Folgebände erspare ich mir.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
ginnykatze zu »Jörg Böhm: Und nie sollst du vergessen sein« 30.07.2015
Der Autor Jörg Böhm nimmt uns in seinem Debütkrimi mit in den Schwarzwald. Sehr schön beschreibt er hier die Umgebung. Den Nebel, der so oft in Nöggenschwiel herrscht, kann man fast spüren, riechen und sehen.

Der Schreibstil ist flüssig lesbar und die Spannung, die sich nach und nach aufbaut, hält bis zum Schluss. Dem Mörder war ich überhaupt nicht auf die Spur gekommen. Immer, wenn ich dachte, aha, der ist es also, war ich wieder kilometerweit vom wahren Täter weggelotst worden, denn in die vielen Sackgassen, die uns hier immer wieder von der Fährte weglockten, bin ich jedes Mal getappt. So hat mich das Ende absolut überrascht. Sehr gut, denn solche Krimis liebe ich.

Die Charaktere zeichnet der Autor sehr authentisch. Emma, die mir allerdings ein wenig zu naiv und manchmal schon nervig rüberkam, mochte ich trotzdem sehr gern. Sie ist ja schließlich erst am Anfang ihrer Kommissarskarriere und da muss man schon mal ein Auge zudrücken. Mein Lieblingsprotagonist war hier eindeutig Hauptkommissar Karl Strittmatter, den fand ich von Anfang an klasse. Er kam so überzeugend rüber, dass ich mich sofort in ihn hineinversetzen konnte. Seine Liebe zum Fußballschauen konnte ich voll und ganz nachvollziehen. Auch dem Mörder verleiht Jörg Böhm ein eindeutiges, wenn auch grausiges Gesicht, bei seinen Mordschilderungen lief mir die Gänsehaut den Rücken runter.

Ich hoffe, dass wir noch mehr von Emma lesen werden; denn sie soll sich ja noch weiterentwickeln.

Alles in Allem ein wirklich absolut empfehlenswerter Krimi, der von mir die vollen 5 Sterne bekommt.
Magic_Bln zu »Jörg Böhm: Und nie sollst du vergessen sein« 08.06.2015
Ich hatte das Vergnügen den Autoren auf einer Kreuzfahrt kennenzulernen. Nach der Teilnahme an einer seiner Lesungen an Bord, bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden.
Gleich vorab: Wer einen Thriller mit brutalen Szenen, oder gar Grausamkeiten erwartet, der wird von diesem Buch enttäuscht sein. Es handelt sich vielmehr um einen gut durchdachten Krimi.
Der Debütroman " Und nie sollst Du vergessen sein", ist von Beginn an spannend geschrieben. Der Spannungsbogen wird bis zum Schluss aufrecht erhalten.
Der Schreibstil ist recht bildgewaltig, jedoch ist dieser leicht und fließend zu lesen.
Man kann sich die beschriebenen örtlichen Begebenheiten etc. sehr gut vorstellen und ist dadurch mittendrin in der Geschichte.
Sehr gut haben mir die kurzen Kapitel gefallen, die meistens mit einem Cliffhanger enden. Dies hat die Spannung noch mehr gesteigert.
Die Protagonistin "Emma Hansen" ist sehr sympathisch gezeichnet. Eine Figur mit Problemen und Schwächen. Also keine Superheldin.
Der Krimi endet mit einem nicht übertriebenen, aber durchaus spannenden und verständlichen Schluss.

Fazit:
Endlich wieder ein guter Krimi aus Deutschland. Ich kann nur sagen weiter so.
Ich bin gespannt wie die Entwicklung der Romanfigur Emma Hansen weitergeht, und freue mich schon wieder mit Ihr gemeinsam auf spannende Täterjagd zu gehen.
Magic_Bln zu »Jörg Böhm: Und nie sollst du vergessen sein« 08.06.2015
Ich hatte das Vergnügen den Autoren auf einer Kreuzfahrt kennenzulernen. Nach der Teilnahme an einer seiner Lesungen an Bord, bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden.
Gleich vorab: Wer einen Thriller mit brutalen Szenen, oder gar Grausamkeiten erwartet, der wird von diesem Buch enttäuscht sein. Es handelt sich vielmehr um einen gut durchdachten Krimi.
Der Debütroman " Und nie sollst Du vergessen sein", ist von Beginn an spannend geschrieben. Der Spannungsbogen wird bis zum Schluss aufrecht erhalten.
Der Schreibstil ist recht bildgewaltig, jedoch ist dieser leicht und fließend zu lesen.
Man kann sich die beschriebenen örtlichen Begebenheiten etc. sehr gut vorstellen und ist dadurch mittendrin in der Geschichte.
Sehr gut haben mir die kurzen Kapitel gefallen, die meistens mit einem Cliffhanger enden. Dies hat die Spannung noch mehr gesteigert.
Die Protagonistin "Emma Hansen" ist sehr sympathisch gezeichnet. Eine Figur mit Problemen und Schwächen. Also keine Superheldin.
Der Krimi endet mit einem nicht übertriebenen, aber durchaus spannenden und verständlichen Schluss.

Fazit:
Endlich wieder ein guter Krimi aus Deutschland. Ich kann nur sagen weiter so.
Ich bin gespannt wie die Entwicklung der Romanfigur Emma Hansen weitergeht, und freue mich schon wieder mit Ihr gemeinsam auf spannende Täterjagd zu gehen.
Kirsten Schuhmacher zu »Jörg Böhm: Und nie sollst du vergessen sein« 27.04.2015
Ich war total begeistert von diesem Buch.

Die Spannung baut sich stetig auf. Man grübelt und rätselt mit, wer denn nun der Mörder sein könnte. Es tauchen immer neue Verdächtige auf und ich habe wirklich lange gebraucht um auf den Mörder zu kommen.
Ich finde es auch sehr schön mal einen deutschen Krimi zu lesen.

Auch Emma Hansen - die Hauptfigur - ist eine sehr interessante Persönlichkeit. Ich fand sie sofort sympathisch und das ist für mich immer sehr wichtig.

Ich bin schon sehr gespannt auf weitere Bücher.

Ich kann das Buch nur sehr empfehlen!

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 13.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Und nie sollst du vergessen sein

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: