Durst von Jo Nesbø

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2017 unter dem Titel Tørst, deutsche Ausgabe erstmals 2017 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Norwegen, 2010 - heute.
Folge 11 der Harry-Hole-Serie.

  • Oslo: Aschhoug, 2017 unter dem Titel Tørst. 526 Seiten.
  • Berlin: Ullstein, 2017. Übersetzt von Günther Frauenlob. ISBN: 978-3-550-08172-9. 688 Seiten.

'Durst' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

Ein Serienkiller findet seine Opfer über die Dating-App Tinder. Die Osloer Polizei hat keine Spur. Der einzige Spezialist für Serientäter, Harry Hole, unterrichtet an der Polizeihochschule, weil er mehr Zeit für seine Frau Rakel und ihren Sohn Oleg haben möchte. Doch Holes alter Chef Mikael Bellmann kennt Olegs Vergangenheit und setzt Hole unter Druck. Der Kommissar gibt schließlich nach und arbeitet hochkonzentriert mit seinen Leuten an dem Fall. In einer Atmosphäre der Angst zögern viele Frauen, sich weiter über die App zu verabreden. Die schlimmsten Befürchtungen werden wahr, als tatsächlich eine weitere junge Frau verschwindet, ausgerechnet eine Kellnerin aus Holes Stammlokal. Und der Kommissar kann nicht länger die Augen davor verschließen, dass der Mörder für ihn kein Unbekannter ist.

Das meint Krimi-Couch.de: Dritte Zähne der ganz besonderen Art 95°Treffer

Krimi-Rezension von Andreas Kurth

Online-Dating ist denkbar einfach – und überaus hip. Und so nutzen auch in Oslo Männer und Frauen aus verschiedenen sozialen Schichten die Dating-App Tinder. Als nach einem Tinder-Rendevous eine junge Frau in ihrer Wohnung brutal getötet wird, steht die Polizei allerdings vor einem Rätsel. Es gibt keine Einbruchsspuren – kannte sie ihren Mörder? Die ersten Ermittlungsergebnisse verwirren die Osloer Polizisten. Offenbar war ein Eisengebiss die Tatwaffe – und dem Opfer fehlt ein halber Liter Blut. Dem neuen Polizeipräsidenten Mikael Bellman wird der Fall schnell zu heiß, er will Harry Hole als Ermittler dabei haben. Der ist nach wie vor Dozent an der Polizeihochschule, wo sich auch sein Stiefsohn Oleg auf seine Laufbahn vorbereitet. Harry will das seiner Frau Rakel gegebene Versprechen, nie mehr als Ermittler zu arbeiten, nicht brechen, aber Bellman erpresst ihn. Er droht, Olegs Drogen-Vergangenheit offen zu legen – der müsste die Hochschule sofort verlassen. Harry gibt nach, und als eine weitere Leiche mit dem gleichen Tatmuster gefunden wird, ist klar, dass es um einen Serientäter geht. Und Harry glaubt auch zu wissen, um wen es sich handelt.

Jo Nesbø macht seine Ermittler zu echten Statistik-Freaks

Jo Nesbø hat seinen Protagonisten drei Jahre Pause gegönnt. Harry Hole ist zufrieden mit seinem Job als Dozent an der Polizeihochschule, wo ihm die Studenten an den Lippen hängen – darunter sein Stiefsohn Oleg. Es bedarf also einer kleinen Erpressung durch Erzfeind Mikael Bellman, um Harry wieder ins Team zu holen. Ich halte diesen dramaturgischen Kniff für glaubwürdig, denn Harry Hole hat schon in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, wie wichtig ihm seine kleine Familie ist. Und als er dann sicher ist, dass die Spur zu einem lange gesuchten Sexualstraftäter führt, nimmt der Roman so richtig Fahrt auf.

Der Autor macht seine Ermittler übrigens zu echten Statistik-Freaks. In früheren Romanen ist mir das entweder nicht so aufgefallen, oder es ist ein neues Element. Jedenfalls zitieren Harry und seine Kollegen unentwegt irgendwelche FBI- und sonstigen Statistiken, womit sie ihre Schlussfolgerungen untermauern oder begründen. Vermutlich gehört das zur modernen Polizeiarbeit, ebenso wie Handy-Ortung und Recherchen im Internet. Da passt es gut, hier auch die Tinder-Dating-App als Element zu verwenden, auch so ein moderner Schnick-Schnack. Aber das ist wohl der Lauf der Zeit.

Polizei holt Vampirismus-Forscher als Experten ins Team

Zusätzliche Spannung entsteht, weil der Killer seinen Modus operandi offenbar verändert hat. So sieht es jedenfalls aus. Nesbø sich ein archaisches Mordinstrument einfallen lassen. Ein Eisengebiss – da läuft es dem Leser schon mal kalt den Rücken runter, jedenfalls ist es mir so ergangen. Und um das Ganze auf die Spitze zu treiben, holt sich die Polizei einen Vampirismus-Forscher als Experten ins Team.

Im Zuge der Ermittlungen, die sich kompliziert und schwierig gestalten, kommt irgendwann die Vermutung auf, dass es zwei Täter gibt, oder der eigentliche Killer zumindest eine Art Unterstützer hat. Nesbø hat hier einen ziemlich verwickelten Plot vorgelegt, der immer wieder neue Überraschungen für Ermittler und Leser mit sich bringt.

Zwischenmenschliche Konflikte bringen mehr Würze in die Handlung

Der Autor gewährt dem Leser in diesem Roman viele Blicke in die Seelen seiner Protagonisten. Harry ist sehr selbst-reflexiv, Rakel philosophiert über das Leben, Katrine Bratt macht sich ebenfalls tiefschürfende Gedanken, und auch andere Protagonisten sind sehr nachdenklich. Neben der enormen Spannung, die aufgebaut wird, hat mir das gut gefallen. Es gibt so einige zwischenmenschliche Konflikte, die zusätzliche Würze in die Handlung bringen. Harry selbst ist und bleibt der knorrige Macho, der aber auch einen weichen Kern hat. Seine Verzweiflung über die Bösen dieser Welt und die Gefahr für seine Familie wirkt für mich nach wie vor authentisch. Und auch, wie er darüber mit seinem engeren Umfeld kommuniziert.

Nesbø thematisiert nebenbei so einige moralische Fragen und Beziehungsprobleme, aber immer im erträglichen Rahmen, ohne den Kriminalfall oder den Spannungsbogen dabei zu vernachlässigen. Harrys Begegnungen mit dem Killer und einige erfolglose Zugriffsversuche heizen das Ganze dann noch so richtig an.

Dominanz von Harry Hole macht die Glaubwürdigkeit der Reihe aus

Harry Holes Gegenspieler sind wie er selbst Typen mit Ecken und Kanten. Im Blickpunkt steht dabei immer wieder der skrupellose Karrierist Mikael Bellman. Er betrügt nach wie vor seine Ehefrau, und lässt – wenn es ihm opportun erscheint – auch gute Freunde und Weggefährten ins Messer laufen. Dazu gehört auch sein Kumpel aus Kindertagen. Truls Berntsen ist seit vielen Jahren in Ulla Bellmann verliebt – und jetzt will er Mikael für zahlreiche Kränkungen büßen lassen. Ulla versucht ihrerseits, sich gegen ihren Mann zu wehren, bringt aber letztlich nicht die Kraft dafür auf. Isabelle Skøyen, Bellmans Geliebte und wie er eine selbstsüchtige Karrieristin, spielt ebenfalls nur ihr eigenes Spiel. Katrine Bratt ist mittlerweile zur Ermittlungsleiterin der Kripo in Oslo aufgestiegen. Aber sie bleibt am Ende eine blasse Figur, von persönlichen Probleme und Befindlichkeiten gehandikapt. Harrys schöne Gemahlin Rakel Fauke wird ernsthaft krank, und es zeigt sich deutlich, dass sie der Fixpunkt in Harrys Leben ist. Insgesamt ein interessantes Personaltableau, zu dem auch noch Oleg Fauke gehört. Die Dominanz von Harry Hole mag manchen Leser stören, aber ich finde, genau das gehört zur Glaubwürdigkeit dieser Reihe dazu.

Geschickte Wendungen und Überraschungen des Meister-Erzählers

Das Warten auf den neuen Harry-Hole-Roman hat sich in meinen Augen wirklich gelohnt. Nach Koma folgten zunächst Der Sohn und die beiden Blood-on-snow-Romane. Speziell die beiden kürzeren Geschichten fanden beim Publikum ein eher geteiltes Echo, zu sehr wurden die neuen Werke mit dem guten alten Harry Hole verglichen. Vier Jahre nach Koma – im Roman sind drei Jahre seither vergangen – holt der Autor seinen Star von der Polizeiakademie zurück ins Ermittler-Leben. Und der gibt wieder Vollgas, und das unter erschwerten Bedingungen. Seine Frau wird schwer krank, Stiefsohn Oleg wendet sich zeitweise von ihm ab, und Traumata der Vergangenheit holen ihn ein – kein Wunder bei Holes Vorgeschichte.

Es ist schon bemerkenswert, wie Jo Nesbø dieser Figur immer noch neue Facetten geben kann. Aber auch das Umfeld wird weiter entwickelt. Und als Mordwaffe ein Eisengebiss – war für mich neu, gruselig und für die Geschichte gab das richtig Drive. Was mir bei Jo Nesbø immer wieder gefällt: er baut nicht lange am Setting rum, sondern es geht direkt zur Sache. Der Leser kann von Beginn an miträtseln, und nicht wenige dürften sich mit ihren Vermutungen heftig verspekulieren. Zu geschickt sind die Wendungen und Überraschungen des norwegischen Meisters. Und nach der Lektüre bleibt uns allen nur noch die mittlerweile ewig junge Frage: Wird es einen weiteren Band mit Harry Hole geben? Ich bin mir sicher, dass Jo Nesbø zu diesem exzentrischen Ermittler noch einiges einfallen wird.

Andreas Kurth, Oktober 2017

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elke17 zu »Jo Nesbø: Durst« 15.01.2018
In Oslo treibt ein besonders brutaler Serienkiller sein Unwesen. Er datet Frauen über Tinder, stalkt sie und bringt sie schließlich um. Die Polizei hat zwar Spuren, kann sie aber nicht erkenntnisgewinnend einsetzen, zudem mangelt es seit Harry Holes Ausscheiden aus dem Dienst an einem Spezialisten für Serientäter. Hole, obwohl mittlerweile als freischaffender Dozent an der Polizeihochschule tätig, wird mit einer astreinen Erpressung zurückgeholt. Man droht ihm, die Drogenvergangenheit seines Stiefsohns an Licht zu zerren, und damit dessen berufliche Zukunft zu gefährden. Harry schützt diejenigen, die er liebt, und so lässt er sich zähneknirschend auf diesen Handel ein. Die Jagd kann beginnen!

Seit „Koma“, dem zehnten Band der Harry Hole-Reihe des Autors Jo Nesbø, sind vier Jahre vergangen, und nun gibt es endlich wieder Nachschub. „Durst“, so der Titel des aktuellen Thrillers mit dem norwegischen Kultkommissar, muss allerdings von Seiten der Kritik einige harsche Schläge einstecken. Der von mir sehr geschätzte Denis Scheck nannte das Buch „geistiges Ödland von bemerkenswerter Tristesse“, wobei ich mich dieser Einschätzung allerdings nicht anschließen mag. Natürlich kann man argumentieren, dass die Beschreibungen der Mordszenarien durch einen Killer, der seine Opfer durch Aufreißen der Halsschlagader mit einem Eisengebiss tötet und sich deren Blut einverleibt, übermäßig brutal sind. Aber Nesbø schreibt keine Häkelkrimis, genau so wenig wie Splatter-/Horrorthriller, auch wenn manche Szenen in „Durst“ diese Assoziation durchaus zulassen. Für ihn, ebenso für mich als Leser, steht nicht der „Geil-auf-Gewalt-Stuss“ (lt. Scheck) im Fokus, sondern die Zerissenheit des Protagonisten, der von der Mörderjagd die Nase voll und seiner Frau auch das Versprechen gegeben hat, der Polizeiarbeit fernzubleiben. Weil die Ermittlungen ihn in seinem tiefsten Innern berühren, ihn verletzen. Nicht umsonst ist er Alkoholiker, meistens trocken. Hole giert nicht nach Anerkennung, er macht das, was er am besten kann, was seine Bestimmung ist, nämlich Mörder dingfest machen.

Der Plot ist stimmig, gut aufgebaut, die Dialoge kurz und lakonisch, wobei immer wieder der trockene Humor des Autors aufblitzt. Der einzige Kritikpunkt, den ich habe, sind die Klischees, die Nesbø bei der Charakterisierung seiner Nebenfiguren verbrät. Eine penetrant schnüffelnde Reporterin und ein Vorgesetzter, der sein Mäntelchen nach jedem Windstoss neu ausrichtet, der seinem persönlichen Fortkommen dient, sind so neu ja nun auch wieder nicht.

Der Fortgang der Handlung ist durchgehend spannend, dafür sorgen schon jede Menge Finten und Cliffhanger. Und natürlich werden auch die persönlichen Beziehungen der Personen weiterentwickelt, was wahrscheinlich aber nur Leser entsprechend würdigen können, die Harry Hole über die Jahre begleitet haben.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
oberchaot zu »Jo Nesbø: Durst« 07.01.2018
"Durst" ist Harrys elfter Fall. Das Buch beginnt wie gewohnt schon fulminant. Frauen werden auf bestialische Art ermordet, der Mörder hinterlässt seine Handschrift an seinen Opfern. Harry ist zwar nicht mehr im Polizeidienst tätig, doch er wird von seinem alten Chef Mikael Bellmann gezwungen, sich an den Ermittlungen zu beteiligen. Dies natürlich nur, um selbst gut dazustehen. Und so sterben weitere Menschen, bis Harry erkennen muss, dass der Mörder kein Unbekannter ist.
Auch der elfte Fall ist durchs Band mitreissend. Ich finde es zum Teil ziemlich brutal, aber es wundert mich nicht, denn so sind die Bücher Nesbös nun mal. Zwischendurch entsteht mal eine kurze Atempause, in dieser es entspannt zu und her geht, aber man weiss, dass es noch einmal richtig zur Sache geht.
Von Vorteil ist es, wenn man Band 1 bis 10 auch gelesen hat, dann ist man richtig im Bilde und erkennt die Figuren aus früheren Büchern und dessen Geschichte. Zwingend ist das aber nicht, denn es wird immer recht gut erklärt.
Ich finde auch diesen Fall äusserst spannend und ich wurde nicht enttäuscht.
liva zu »Jo Nesbø: Durst« 04.01.2018
Mit diesem Krimi schickt uns der Autor in die nächste Runde mit dem Kommissar Harry Hole. Dieser ist schon eine Weile nicht mehr als Ermittler im Dezernat für Gewaltverbrechen tätig. Um etwas Abstand von der selbstzerstörerischen Routine eines Kriminalkommissars zu bekommen und sich mehr seiner Familie zuzuwenden, unterrichtet er zukünftige Polizisten an der Osloer Polizei Hochschule. Unter denen ist auch sein Stiefsohn Oleg, für den Harry stets ein Vorbild war. Und plötzlich fällt seine Frau Rachel aus unerklärlichen Gründen in ein Koma und katapultiert ihn selbst in einen Zustand der Verzweiflung.

Da kommt ihm der aktuelle Mordfall gerade recht. Der lässt den eingefleischten Ermittler die Füße nicht stillhalten. Denn selten in seiner Laufbahn hat es sich um ein so scheußliches Verbrechen gehandelt wie in diesem Fall. Eine junge Frau, die über das Dating Portal “Tinder“ einen Partner zu finden sucht, wird auf bestialische Weise ermordet. Nach ersten Untersuchungen findet man heraus, dass die Spuren am Hals der Toten auf eine Bissverletzung hindeuten. Diese wurde ihr mit einem Eisengebiss zugefügt und das Blut danach aufgefangen. Allem Anschein nach hat der Täter anschließend die Flüssigkeit mit Zitronensaft vermischt zu sich genommen.

Innerhalb kürzester Zeit kommt es zu weiteren Morden an Frauen. Die „Vampiristenmorde“, wie sie fortan genannt werden, halten die Osloer Kriminalpolizei in Atem. Ein inoffizielles Ermittlerteam wird gebildet. Zusammen mit dem neuen Polizeipsychologen, einem Mitglied der Spurensicherung und einem jungen Polizisten, dem Neuen im Dezernat, macht sich Harry Hole auf die Suche. Die Identität des Mörders scheint schnell geklärt, nur das Auffinden des bei allen bekannten Täters erfordert Zeit und Fingerspitzengefühl.

Jo Nesbø ist in seinen Beschreibungen des Schrecklichen keinesfalls zimperlich, lässt kein blutiges Detail aus. Dennoch konzentriert er sich in seiner Erzählung auf die umfangreiche Polizeiarbeit. Diese ist immer schlüssig und logisch und für den Leser absolut nachvollziehbar. Mit einer Spannung, die zu keiner Zeit nachlässt, führt er uns an der Hand durch jeden Ermittlungsschritt, ab und an gerne aber auch auf eine falsche Fährte. Mit kleinen Andeutungen und augenscheinlichen Zufällen schubst er uns in Richtungen, nur um uns bald wieder auf einen neuen Weg zu schleudern. Mit seinem Ermittler Harry Hole hat Jo Nesbø einen unangepassten, nicht immer sympathischen Protagonisten geschaffen, dessen Fehler und Unaufrichtigkeiten man ihm am Ende doch verzeihen kann; einen „Helden“ mit Schwächen aber gutem Herz.

Ein Krimi, nicht für zart besaitete Seelen, eine absolute Leseempfehlung aber für alle anderen!

https://buchlesetipp.blogger.de/
Oldman zu »Jo Nesbø: Durst« 25.12.2017
Nesbo hat seine unwiderstehliche Hauptfigur zum Glück literarisch wieder hervorgeholt. Seine letzten Bücher ohne Harry Hole habe ich gelesen, sie waren okay, nicht mehr nicht weniger. Aber dieser Hole Plot bringt nun wieder alles zutage, was diesen Autor auszeichnet. Auf ca. 600 Seiten erzählt er eine Krimistory, die alles für die Fans dieses Genres zu bieten hat. Es wird niemals langweilig, die Geschichte wird stringent zu Ende erzählt und man ist ständig mittendrin, um die falsche Fährten, die geschickt gelegt werden, aufzuspüren. Die Figuren sind stimmig, vor allem sicher die des Protagonisten, das Timing kann man wirklich nicht besser gestalten, und das Ende ist nicht nur spannend, sondern auch logisch. Das kriegen längst nicht alle so überzeugend hin. Kurz und gut, für mich einer der besten Krimis dieses Jahres, und das Gute ist, anhand der Schlußsequenz kann man mit Fug und Recht davon ausgehen, dass es nicht der letzte Band dieser Reihe sein wird. Harry Hole wird wohl noch einiges zu ermitteln und zu erleiden haben.
alain zu »Jo Nesbø: Durst« 15.12.2017
Was mich an der Harry Hole Serie gleichermassen fasziniert, wie regelmässig leicht schockiert ist, dass sich praktisch alle Bände sehr stark gleichen. Ich habe ständig Deja-vues. Es geht fast immer um einen Serienmörder, das Thema der Inszenierung ist sehr dominant sowie Eifersucht, Kindheitstraumata, Rache. Dasselbe Buch immer wieder neu geschrieben mit einer neuen Story drumherum. Durst gliedert sich sehr schön in diese Reihe ein, ich habe das Buch in wenigen Tagen verschlungen! Die unvorhersehbaren Wendungen sind eigentlich das, was ich am liebsten mag an Jo Nesbo. Sehr empfehlenswert!
TochterAlice zu »Jo Nesbø: Durst« 12.12.2017
Eine leichtsinnige Anwältin, dazu noch tot - das ist Elise, der wer trifft sich schon mit Online-Bekanntschaften zwecks Beziehungsaufbau, wenn er genau im dem Bereich bereits berufliche Erfahrungen gesammelt hat. Was sie, die im Bereich von Sexualstraftaten gearbeitet hat, ja wohl hinreichend getan hat! Doch das ist erst der Beginn, denn es folgt eine ganze Reihe von Serienmorden - die Leser dürfen gespannt sein!

Und Harry Hole wird mal zum Lösen des Falles rekrutiert- obwohl es ihm immer noch nicht richtig gut zu gehen scheint! Zumindest körperlich - seelisch strebt er ein stabiles, ruhiges Leben an der Seite von Rakel und Oleg an.

Ein neuer Nesbo der Hole-Reihe: mal wieder ausgesprochen spannend! Zumindest so etwa ab der Hälfte, denn zugegebenermaßen gestaltet sich der Start ein wenig schleppend. Aber als wahrer Harry-Hole-Fan verzeihe ich das seinem Autor Nesbo gern, zumal es diesmal ausführliche Einblicke ins - wie immer nicht undramatische - Privatleben des Protagonisten gibt. Nicht einer der besten, aber dennoch ein wahrer Harry Hole und die können nur gut sein!
Darts zu »Jo Nesbø: Durst« 07.12.2017
Ich hatte mich auf den neuen und elften Band gefreut. Harry is back. Leider bin ich nach Beendigung des Buches etwas enttäuscht.
Es begann schon mit der Schriftart, die ich nicht so angenehm zu lesen empfand.
Die Handlung begann gemütlich. Harry ist glücklich verheiratet, hat sein Polizistenleben an den Nagel gehängt und unterrichtet nun Polizeianwärter.
Als ein Mord mit vampiristischem Anzeichen passiert und ein Verdächtiger schnell ausgemacht wird, wird Harry Hole wieder rekrutiert. Denn Harry hat diesen Verbrecher bereits einmal verhaftet und kann sich am besten in ihn hineinversetzen. Harry bildet sein neues Team und arbeitet parallel zu dem Team um Katrin Bratt
Leider zieht sich die Handlung sehr hin. Es geschehen zwar noch einige Morde, alle mit vampiristischem Hintergrund. Und auch das Privatleben von Harry Hole läuft wieder aus der Bahn, denn Rakel wird ernsthaft krank.
Aber richtige Spannung findet erst im letzten Drittel statt.
Wie bereits oben geschrieben, war ich enttäuscht von der Handlung. Mir persönlich gefiel das Thema Vampirismus nicht, aber auch die Handlung war nicht sehr flüssig.
Vielleicht ist die Aera Harry Hole langsam beendet.
wampy zu »Jo Nesbø: Durst« 02.12.2017
Buchmeinung zu Jo Nesbo – Durst

„Durst“ ist ein Kriminalroman von Jo Nesbo, der 2017 in der Übersetzung von Günther Frauenlob bei Ullstein als Hardcover erschienen ist. Die norwegische Originalausgabe erschien 2017 unter dem Titel „Torst“. Dies ist der elfte Fall für Harry Hole.

Meine Meinung:
Dies ist mein zweiter Harry Hole und es hat mir Schwierigkeiten bereitet, das Buch zu Ende zu lesen. Der Einstieg fiel mir noch leicht und das Setting um den Täter, der seine weiblichen Opfer auf der Dating-Plattform Tinder findet, klang vielversprechend. Jo Nesbo ist ein erfahrener Autor, der sein Handwerk versteht und technisch saubere Romane schreibt. Dazu gehören viele Perspektivwechsel und fast zu jedem Kapitelende ein Cliffhanger. Und doch fand ich keinen richtigen Zugang zu den Figuren. Sie sind durch die Bank überzogen dargestellt und Harry Hole ist lange Zeit der normalste Mensch in diesem Buch. Weder zu ihm noch zu einer anderen Figur fand ich Zugang. Alle Figuren wirken klinisch steril und gekünstelt. Spannung kommt nur in kleinen Dosen auf und wird durch mehrere Nebenhandlungen immer wieder unterbrochen. Auch der Figurenzeichnung fehlt die Tiefe. Vieles wirkt stereotyp und nicht ausgegoren. Als ich glaubte, dass der Fall gelöst wäre und das Ende erreicht sei, gab es einen Twist und das Buch zog sich weiter hin. Beim nächsten Showdown war es dann besser und das Buch zu Ende. Dort zeigte sich, dass der Autor weitaus mehr kann, als er sonst gezeigt hat. Was mir vom Buch in Erinnerung bleiben wird, ist die Affenfalle. Das sagt schon viel.

Fazit:
Ich hatte viel erwartet und wurde sehr enttäuscht. Sowohl Handlung als auch Figurenzeichnung wurden dem großen Ruf des Autors nicht gerecht. Nur an wenigen Stellen schimmerte das Talent des Autors durch. So kann ich nur zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten) vergeben.
wampy zu »Jo Nesbø: Durst« 02.12.2017
Buchmeinung zu Jo Nesbo – Durst

„Durst“ ist ein Kriminalroman von Jo Nesbo, der 2017 in der Übersetzung von Günther Frauenlob bei Ullstein als Hardcover erschienen ist. Die norwegische Originalausgabe erschien 2017 unter dem Titel „Torst“. Dies ist der elfte Fall für Harry Hole.

Meine Meinung:
Dies ist mein zweiter Harry Hole und es hat mir Schwierigkeiten bereitet, das Buch zu Ende zu lesen. Der Einstieg fiel mir noch leicht und das Setting um den Täter, der seine weiblichen Opfer auf der Dating-Plattform Tinder findet, klang vielversprechend. Jo Nesbo ist ein erfahrener Autor, der sein Handwerk versteht und technisch saubere Romane schreibt. Dazu gehören viele Perspektivwechsel und fast zu jedem Kapitelende ein Cliffhanger. Und doch fand ich keinen richtigen Zugang zu den Figuren. Sie sind durch die Bank überzogen dargestellt und Harry Hole ist lange Zeit der normalste Mensch in diesem Buch. Weder zu ihm noch zu einer anderen Figur fand ich Zugang. Alle Figuren wirken klinisch steril und gekünstelt. Spannung kommt nur in kleinen Dosen auf und wird durch mehrere Nebenhandlungen immer wieder unterbrochen. Auch der Figurenzeichnung fehlt die Tiefe. Vieles wirkt stereotyp und nicht ausgegoren. Als ich glaubte, dass der Fall gelöst wäre und das Ende erreicht sei, gab es einen Twist und das Buch zog sich weiter hin. Beim nächsten Showdown war es dann besser und das Buch zu Ende. Dort zeigte sich, dass der Autor weitaus mehr kann, als er sonst gezeigt hat. Was mir vom Buch in Erinnerung bleiben wird, ist die Affenfalle. Das sagt schon viel.

Fazit:
Ich hatte viel erwartet und wurde sehr enttäuscht. Sowohl Handlung als auch Figurenzeichnung wurden dem großen Ruf des Autors nicht gerecht. Nur an wenigen Stellen schimmerte das Talent des Autors durch. So kann ich nur zwei von fünf Sternen (40 von 100 Punkten) vergeben.
c-bird zu »Jo Nesbø: Durst« 12.11.2017
Es beginnt mit einem Tinder-Date. Ein Serienmörder findet so seine Opfer, tötet sie und trinkt ihr Blut. Die Osloer Polizei steht vor einem Rätsel und Polizeipräsident Mikael Bellman unter Druck Kommissar Harry Hole ist mittlerweile aus dem Polizeidienst ausgestiegen und unterrichtet an der Polizeihochschule, wo er ein viel ruhigeres Leben führt. Doch der Vampiristen-Fall zwingt ihn wieder mit in die Ermittlungen einzusteigen. Denn eine junge Frau aus Harry Bekanntenkreis verschwindet und auch der Täter ist kein Unbekannter…

Es ist schon der elfte Fall mit Harry Hole. Und obwohl ich die Vorgänger einfach nur total spannend und super fand, hat Jo Nesbø es doch geschafft auch noch diese zu toppen. Meiner Meinung nach ist es schon empfehlenswert die Reihe in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, damit man gerade das Privatleben Harrys besser verfolgen kann. Der Fall selbst ist jedoch in sich geschlossen, es ist also nicht zwingend notwendig, die Vorgängerbände zu kennen.

Harry ist ein anderer geworden und mir noch sympathischer als bisher. Er ist ruhiger und hat auch dem Alkohol abgeschworen. Mit seiner Frau Rakel und dem Unterricht an der Polizeihochschule führt er ein zufriedenes Leben. Selbst mit dem Stiefsohn Oleg kommt er gut aus.
Das Thema mit dem Tinder-Dating fand ich sehr aktuell und klug ausgewählt. Eine Dating-App ist doch das Praktischste was es geben kann, besonders wenn man eh den ganzen Tag auf sein Smartphone starrt. Oder etwa nicht?

Spannung wird wie immer in den Büchern von Jo Nesbø groß geschrieben. Schnell ist man in der Geschichte drin und wie gefesselt. Der Erzählstil ist einfach brillant und das Buch bleibt von der ersten bis zur letzten Seite hochgradig spannend. Auch die Auswahl des Titels war sehr gelungen.

Für mich war es das Lesehighlight 2017, mehr Spannung geht nicht. Ich kann das Buch einfach nur jedem weiterempfehlen.
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