Vater unser von Jilliane Hoffman

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 unter dem Titel Plea of Iinsanity, deutsche Ausgabe erstmals 2007 bei Wunderlich.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Florida / Miami, 1990 - heute.

  • London: Michael Joseph, 2007 unter dem Titel Plea of Iinsanity. 571 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2007. Übersetzt von Sophie Zeitz. ISBN: 978-3805208321. 571 Seiten.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2007. Gesprochen von Andrea Sawatzki. ISBN: 3866101686. 6 CDs.

'Vater unser' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Mord in Miami. Der Täter: der angesehene Chirurg Dr. David Marquette. Die Opfer: seine Frau und seine drei kleinen Kinder. Hat der Familienvater unter dem Eindruck einer schizophrenen Wahnvorstellung gehandelt, wie seine Anwälte behaupten? Oder hat Marquette kaltblütig gemordet, wie Detective John Latarrino glaubt? Der routinierte Leiter der Mordkommission meint sogar, beweisen zu können, dass der Arzt ein lang gesuchter Serienkiller ist. Staatsanwältin Julia Valenciano ist fest entschlossen, in diesem Sensationsprozess die Wahrheit zu ergründen – und das gegen alle Widerstände: Ihr Chef will die Todesstrafe für Marquette, um den nächsten Wahlkampf zu gewinnen; die liberale Presse hingegen fordert, die Anklage gegen einen offensichtlich kranken Mann fallen zu lassen. Aber kann ausgerechnet Julia herausfinden, ob Dr. Marquette zum Zeitpunkt der Tat zwischen Gut und Böse unterscheiden konnte? Denn die junge Frau hat eine Vergangenheit, die sie seit fünfzehn Jahren erfolgreich verdrängt …

Das meint krimi-couch.de: »Der dritte Teil führt schon zum vierten Teil« 50°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Wenn ein Erstlingswerk eines Autoren / einer Autorin so einschlägt wie Cupido bei der deutschen Veröffentlichung im Jahre 2004, dann werden an die nachfolgenden Bücher meist große Erwartungen gestellt, die in der Regel kaum befriedigt werden können. Ein großer Teil der Leserschaft des Nachfolgebandes Morpheus war dementsprechend enttäuscht, auch wenn sich dieses nicht so deutlich in der Bewertungsskala zeigt, wie man es erwarten würde. Es erscheint auf jeden Fall etwas unglücklich, einen Krimi so eng mit dem Vorgängerband zu verbinden, dass dieser ohne das entsprechende Vorwissen kaum lesbar ist.

Jilliane Hoffmans drittes Buch Vater unser ist nun als eine Art Neuanfang zu sehen, bei dem die Autorin neue Figuren einführt, auch wenn der Ort der Handlung mit Miami unverändert bleibt und einige Anspielungen auf das frühere Geschehen eingeflochten werden, die jedoch keinerlei Rolle für den derzeitigen Fall spielen.

B-Anwältin in Triple A-Prozess

Für die junge B-Staatsanwältin Julia Valenciano (B steht dabei für zweite Garde) eröffnet sich die Möglichkeit, an einem großen Fall mitzuarbeiten. Durch ein Verhältnis mit Rick Bellido, dem stellvertretenden Leiter von Major Crimes, der Abteilung für Kapitalverbrechen, wird sie von diesem als zweite Vertreterin der Anklage vorgeschlagen. Die Anklageerhebung gegen Dr. David Marquette ruft von Beginn an ein großes Medieninteresse hervor. Der gutaussehende und erfolgreiche Chirurg soll seine Frau Jennifer und seine drei Kinder Emma, Danny und Sophie brutal ermordet haben. Der Verteidiger von Marquette spielt von Beginn an seine Karten gezielt aus: Er erklärt, sein Mandant sei zum Zeitpunkt der Tat nicht zurechnungsfähig gewesen. Er leide an Schizophrenie und könnte daher, sollte sich beweisen lassen, dass er tatsächlich der Täter sei, nicht zur Rechenschaft gezogen werden. Julia arbeitet sich in den Fall ein und muss dabei nicht nur berufliche Hürden überwinden. Sie wird dabei mit schmerzhaften Begebenheiten aus ihrer Vergangenheit konfrontiert, an denen sie zu zerbrechen droht.

Wie in Cupido auch verbindet Jilliane Hoffman das Schicksal ihrer Protagonistin sehr eng mit dem zugrundeliegenden Prozess und bindet den Leser auch gut in die Gedankengänge von Julia Valenciano ein. Zunächst erzeugt die Autorin Verständnis für Julias Situation, doch im Laufe der Zeit verliert sie an Glaubwürdigkeit. Dessen ungeachtet zeigt die Autorin nicht nur am Beispiel der Staatsanwältin, wie persönliche Erfahrungen und eigene Ziele unser Handeln beeinflussen.

Dabei vermittelt sie dem Leser viele Fakten rund um die Krankheit Schizophrenie und stößt eine Diskussion an, wie und ob solche Verteidigungsstrategien moralisch zu bewerten sind und ob ein Täter mit dieser Begründung tatsächlich straffrei aus einem Prozess herauskommen kann bzw. sollte, nachdem geistige Krankheiten nicht zweifelsfrei nachweisbar sind. Wie die beiden Vorgängerromane ist Vater unser als Justizthriller einzuordnen, in dem das Strafverfahren deutlich im Vordergrund steht. Polizeiliche Ermittlungen und die Tätersuche treten dahinter deutlich zurück.

Das Ende enttäuscht

Die Bewertung fällt schwer. Fest steht, dass ein aufmerksameres Korrekturlesen des Manuskriptes notwendig gewesen wäre. Zumindest fällt eine schwerwiegende Namensverwechslung selbst dem unaufmerksamsten ins Auge, doch über Hopp oder Top entscheidet dieses Detail nicht. Hierbei sind ganz andere Faktoren wichtig. Der Auftakt zum Roman ist zwar sehr vielversprechend angelegt, doch im Laufe der gelesenen Seiten wird die Erwartungshaltung des Lesers zunehmend enttäuscht. Die Spannung steigt nicht wie gewünscht an, sondern nimmt bis zum letzten Drittel deutlich ab. Immerhin führt uns die Autorin routiniert durch das Geschehen, ohne dass sich absolute Langeweile breit macht, doch der zündende Funke fehlt leider.

Das offene Ende tut sein übriges dazu. Hier greift die Autorin zu einem ähnlichen Trick, mit dem sie in Cupido den Leser bereits überraschte – dort allerdings positiv. Die Spannung auf den Nachfolger sollte offensichtlich geschürt werden. Doch wie bekannt, erwies sich dies weitestgehend Fehlschlag. Nun liegt Vater unser in allen Punkten deutlich hinter dem Erstling zurück. Inwieweit man daraus Rückschlüsse auf die Qualität einer eventuellen Fortsetzung ziehen kann, sollte jeder selbst beurteilen. Ein schaler Nachgeschmack bleibt jedoch ohne Zweifel zurück, verbunden mit der Frage: Was bezweckt Frau Hoffman mit diesem Ende?

Sabine Reiss, Januar 2008

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Biene zu »Jilliane Hoffman: Vater unser« 04.02.2010
Zuerst einmal muss ich sagen , dass ich mich sehr auf den 4. Teil freue - denn wie auch der 2. Teil , hatte "Vater unser" ein offenes Ende . Dazu muss ich sagen , dass ich diese immerwieder offenen Ende langsam nervig finde , zumal im darauffolgenem Band nicht einmal eine Aufklärung statt fand .

Der 1. Teil "Cupido" machte mich sehr neugirig auf weitere Teile , also las ich "Morpheus" und war wieder sehr ueberrascht und neugirig - Cupido sollte einen neuen Prozess bekommen .
Darüber wurde enttäschenderweise im "Vater unser" keine Silbe verloren .
Auch von CJ Townsed , von der ich in den ersten Teilen so begeistert war wurde nur wenig erzaehlt .

Man muss sagen , wenn man auf harte Thriller steht , wird einem dieses Buch wohl nicht so gefallen .
Nur am Anfang werden die Morde etwas detaillierter beschrieben und auch das lies mich nicht erschauern wie bei den anderen beiden Teilen .
Es dreht sich viel um die Psyche der Personen ... Auf die Dauer fand ich das langweilig.
Trotzdem war es auf seine Weise spannend , dass ich das Buch schwer aus der Hand legen konnte .

Ich hoffe im nachfolgedem Teil bekommen wir Leser endlich unsere Aufklaerungen . Auf die bin ich wirklich gespannt : was ist mit Cupido , wird er nun seine Todesstrafe bekommen ? Wer hat die Familie von David Marquette so ermordet , er selbst ? Warum waren David's Eltern so seltsam und wer war der Anrufer , der Julia gesagt hat , sie haben den Falschen ?
Annika zu »Jilliane Hoffman: Vater unser« 11.01.2010
Mal wieder ein gutes und spannendes Buch von Jilliane Hoffman mit leider etwas enttäuschendem Ende... ich bin bereit für Teil 4, der hoffentlich bald erscheinen wird! :-) Der "wahre" Serienkiller wird wohl dort entlarvt - hoffentlich!
Eine Namensverwechslung, wie oben angedeutet, ist mit allerdings nicht aufgefallen - wo kam die denn vor?
Natalie zu »Jilliane Hoffman: Vater unser« 04.01.2010
"Vater unser" hat mir mal wieder schlaflose Nächte bereitet, weil es derart fesselnd ist, dass man es nicht mehr aus der Hand legen kann.

Das Ende, dass viele Leser enttäuscht hat, fand ich persönlich eigentlich gar nicht so schlecht... denn ich bin mir ziemlich sicher, dass David Marquette in Ihrem nächsten Buch wieder auftauchen wird und wir die wirklichen Hintergründe erfahren werden.

Fazit: Spannend. Ende etwas unbefriedigend. Macht neugierig auf den nächsten Thriller.
Nachti zu »Jilliane Hoffman: Vater unser« 06.12.2009
Nachdem mich Cupido und Morpheus vor allem wegen der unsympathischen Protagonistin alles andere als begeistert haben, war ich schon gespannt auf Vater Unser und die neuen Figuren. Und alles hätte so schön sein können: Das Thema interessant, die Personen sympathischer und ein gefälliger Spannungsaufbau, dass ich es kaum erwarten konnte zu Ende zu lesen. Aber das Ende war einfach enttäuschend. Sicherlich kann man argumentieren, dass es zum nachdenken anregen soll, über Todesstrafe, Schizophrenie etc. aber ehrlichgesagt ist ein Denkanstoß in eine kritische Richtung nicht das, was ich mir von einem Thriller erhoffe. Zumal sich CJ, die Protagonisten der ersten beiden Büchern, alles andere als kritisch mit diesen Themen auseinander gesetzt hat und viel mehr die Prozesse für einen persönlichen Rachefeldzug genutzt hat, teilweise wider besseres Wissen. Dass dann ausgerechnet Miss Hoffman mit einem sozialkritischen Ende daher kommen möchte, kann ich mir schwerlich vorstellen und selbst wenn, passt es einfach nicht. Genau wie schon bei Cupido werden einfach wieder ganz andere Erwartungen geschürt (vergessen sie Hannibal Lecter zb) als das Buch letztendlich halten kann (oder will?). Ich bin jedenfalls enttäuscht, denn wenn ich über die Todesstrafe oder ähnliches nachdenken will, dann tue ich dies aus freien Stücken und nicht etwa deshalb, weil ich tagelang mit einem Buch verbracht habe, was mich auf den letzten, entscheidenden Metern einfach alleine lässt und rein gar nichts auflöst.
Andrea zu »Jilliane Hoffman: Vater unser« 24.11.2009
Ich habe Vater Unser gestern fertig gelesen, und muss sagen dass die Geschichte mich doch sehr aufgewühlt hat. Anfangs fand ich das Ende ein wenig enttäuscht, da noch so viele Fragen offen waren die mich sehr beschäftigt haben. Hat Marquette nur simuliert oder war er wirklich schizophren? Hat er die Tat wirklich begangen oder steckt doch ein anderer dahinter?
Außerdem fand ich es schade dass Bellido gegen Ende des Buches kaum noch präsent war, da ich ihn doch als wichtige Person empfand. Im Nachhinein jedoch muss ich sagen dass genau diese Art und Weise ein geschickter Schachzug von Frau Hoffmann war mit dem sie den Leser zum nachdenken bringen wollte, damit er sich seine eigene Meinung zu dem Thema bilden kann. Jedenfalls bin ich schon sehr gespannt auf ihren nächsten Roman und kann mich (hoffentlich) auf die Fortsetzung von Vater Unser freuen.
Kathrin zu »Jilliane Hoffman: Vater unser« 31.10.2009
nachdem ich viele gehört habe über dieses Buch und das unbefriedigende Ende muss ich sagen: das Ende ist nicht offen und auch nicht unbefriedigend. Dabei muss man sich aber vor Augen halten, dass dieses Buch vielleicht gar kein Krimi in dem Sinne ist, sondern zwar Verbrechen und Aufklärung beinhaltet aber letztendlich eben mehr sein soll. Das Verbrechen erscheint mir eher Mittel zum Zweck zu sein. Es geht mehr um die Themen "Todesstrafe" und "Unzurechenbarkeit". Ziel der Autorin scheint aus meiner Sicht zu sein, dass sich der Leser damit auseinander setzt, was Unzurechenbarkeit bedeutet - dieses Thema wird von allen Seiten beleuchtet. Die Staatsanwältin übernimmt sowohl die Rolle eines traumatisierten Opfers, des Anklägers sowie einer von Schitzophrenie betroffenen. Ihr Bruder ist ein Täter. Sie erlebt diesen als Täter und Opfer. Schuld und Sühne, ... Da spielt der aktuelle Fall für sie nur eine untergeordnete Rolle und das kommt im Buch und seinem Ende klar zum Ausdruck.

Ich möchte das Buch als besonders lesenswert empfehlen. Man darf eben nur nicht erwarten einen "normalen" Krimi in den Händen zu halten
Karo86 zu »Jilliane Hoffman: Vater unser« 03.09.2009
Ich bin so was von Entdeuscht! Der Anfang war Klasse.. danach ewiges geschwafel über "wie führe ich ein prozess". Die sicht von David kommt viel zu wenig herüber, bzw. überhaupt nicht! Am Ende wo es nach 300 Seiten durchquälen endlich Spannend wurde, kam es mir vor als ob die Schreiberin blos schnell fertig werden wollte mit diesem Buch! und wenn sie schon so ein schlechtes offenes Ende hinterlässt, sollte sie sich nich so viel Zeit lassen mit dem 4 Band! Hat warscheinlich genug Verdient mit dem ersten 3. Davon mal abgesehen ob ich mir den 4 auch noch antuh.. Dabei waren die ersten Bänder richtig Klasse! Ach ja dazu noch eine Anmerkung.. Ich habe im 3 Band schon auf eine kleine Weiterführung vom 2 gehofft.. da dieser ja ebenfalls ein sehr SPANNENDes offenes ende hatte.. tztztz
vaneea zu »Jilliane Hoffman: Vater unser« 25.08.2009
Im Grossen und Ganzen ist auch das dritte Buch von Jilliane Hoffman nervenzerreissend spannend und klasse - es kommt aber nicht an Cupido oder Morpheus ran! Ich habe das Buch trotzdem in weniger als zwei Tagen gelesen, ich konnt's einfach nicht weglegen. Das Ende ist sehr unerwartet und lässt offen was weiter passiert... ich freue mich auf das vierte Buch!
Natalia zu »Jilliane Hoffman: Vater unser« 06.08.2009
Das Buch war mal wieder absolut klasse. Es war zwar zwischenzeitlich etwas langatmig, aber trotzdem eines der besten Bücher, die ich gelesen habe. Ich kann Jilliane Hoffmann nur in höchsten Tönen für ihre tollen Werke loben. Ich konnte keines ihrer Bücher aus der Hand legen und freue mich auf weitere.
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killerknobl zu »Jilliane Hoffman: Vater unser« 23.07.2009
Nach Cupido und Morpheus war ich sehr gespannt auf das dritte Werk von Jilliane Hoffman. Nach einem spannenden Anfang wurde die Geschichte leider etwas langweilig und zog sich in die Länge. Zum Ende kam zwar erneut Spannung auf aber leider wurden nicht alle Fragen geklärt. Würde mich interessieren wie es mit dem Täter weitergeht. Es war nicht das beste ihrer drei Bücher aber unterhaltsam um teilweise auch spannend. Freue mich auf eine Fortsetzung die weitere Antworten liefert.

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