Kritik der mörderischen Vernunft von Jens Johler

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2009 bei Ullstein.

  • Berlin: Ullstein, 2009. ISBN: 978-3-548-26954-2. 544 Seiten.

'Kritik der mörderischen Vernunft' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Ein bekannter Wissenschaftler wird brutal ermordet. Der erste Verdacht fällt auf radikale Tierschützer, denn der tote Hirnforscher hatte Versuche an Affen vorgenommen. Ein Briefbombenanschlag auf einen Kollegen in Bremen deutet in dieselbe Richtung. Doch der Berliner Wissenschaftsjournalist Troller weiß mehr als die Polizei. Denn der Mörder, der sich Kant nennt und mysteriöse Botschaften hinterlässt, hat ihn persönlich kontaktiert. Gemeinsam mit der Nachrichtenjournalistin Jane kommt Troller einem Mann auf die Spur, der den freien Willen des Menschen bedroht sieht – und töten wird, um ihn zu bewahren.

Das meint Krimi-Couch.de: »Hirnforschung und Wissenschaftskritik« 72°

Krimi-Rezension von Jochen König

Ein Killer, der sich »Kant« nennt, hat es auf Deutschlands führende Hirnforscher abgesehen. Als Kronzeugen für seine mörderischen Taten hat er sich den Wirtschafts-Journalisten Richard Troller auserkoren, der neben seiner Tätigkeit für das Magazin »Fazit« ein wenig erfolgreiches Buch mit dem Titel »Der Terror der Wissenschaft« veröffentlicht hat. Kant erkennt in ihm den scheinbar Gleichgesinnten und weiht ihn mit kryptischen Andeutungen in seine Pläne ein. Als Troller eine Mail erhält, in der Kant ankündigt »mit unserer praktischen Kritik« zu beginnen, ist er sich nicht sicher, was er davon halten soll. Doch als am nächsten Tag der anerkannte Hirnforscher Prof. Dr. Herbert Ritter ermordet und auf erniedrigende Art zur Schau gestellt wird, weiß Troller, dass Kant es ernst meint. Und Kant hat mit seiner mörderischen »Kritik« gerade erst angefangen.

Also ermittelt Troller in eigener Sache. Zuerst allein, später gemeinsam mit Lebensgefährtin und Kollegin Jane Anderson. Die weilt zu Beginn der Mordserie in London, um über den Fall des »Erlösers« Frederick McKinnock zu berichten, einen Altenpfleger, der der vielfachen aktiven Sterbehilfe angeklagt ist. Glücklicherweise fällt McKinnock nach einem missglückten Selbstmordversuch ins Koma, sodass Anderson Kapazitäten frei hat, um sich Trollers Jagd anzuschließen und gleichzeitig ein Auge auf den attraktiven Sun-Reporter Frank Teschemacher zu werfen. Kabale und Liebe in reinster Form. Denn Troller seinerseits liebäugelt mit der attraktiven Kommissarin Rita Graf. Im Gegensatz zu Jane bleiben seine Bemühungen platonisch. Wobei die vielfältigen Liebeshändel unsere findigen Journalisten nicht davon abhalten, auf die Spur der mysteriösen Firma Braintech zu stoßen. Die fungiert als Sponsor eines elitären Clubs, der sich nicht nur die Erforschung des menschlichen Gehirns zur Aufgabe gemacht hat, sondern nach manipulativen Möglichkeiten sucht, um per Gehirnkontrolle eine bessere Menschheit bauen zu können. Sollte zwischen der Verneinung des freien Willens und der Unterjochung des denkenden, aber unvollkommenen Menschen nur noch ein Killer stehen, der den altehrwürdigen Immanuel Kant nach seinem Gusto auslegt?

Hirnforschung und Wissenschaftskritik, ein seltenes Sujet im weiten Feld der Kriminalliteratur. Jens Johler wirft einen genauen Blick darauf, wirft Schlaglichter auf die Schattenseiten einer Ethik, die keinen moralischen Impetus mehr kennt. Nur das Mögliche zählt. Wenn es der guten Sache dient. Einer guten Sache, deren Inhalte von Geheimdiensten und multinationalen Konzernen diktiert werden. Erfüllungsgehilfe ist der »Club« genannte Verbund führender Wissenschaftler, williger Philosophen und Geldgeber, die so uneigennützigen Bereichen wie Softwareentwicklung und repressiven Regierungsabteilungen angehören. Im Schatten des 11. September 2001 scheint ein derartiges Schreckensszenario kein Ding der Unmöglichkeit mehr. Das düstere Bild einer entfesselten Wissenschaft, die sich alleine am Machbaren orientiert, für die die Manipulation des Gehirns nur eine Möglichkeit von vielen ist; die in vorauseilendem Gehorsam bereits intensiv testet, bevor die Frage nach Sinn, Verantwortung und Folgen gestellt werden, ist Jens Johler einprägsam und nachhaltig, trotz eines Hangs zum ausschweifenden Dozieren, gelungen.

Leider reicht ihm das nicht. Johler will mehr. Er möchte herkömmlicher Spannungsdramaturgie genügen, deshalb tritt der wenig glaubwürdige und meist im Hintergrund agierende Serienkiller Kant auf den Plan; er will Human Interest, und so darf Troller immer mal wieder mit seiner Tochter Sarah über Problemchen parlieren, ohne dass es auch nur ansatzweise in die Tiefe geht. Vor allem darf sich Herzchen Jane schier zerreißen zwischen ihrem bärbeißigen Troller und dem Sonnyboy Teschemacher, dessen Vorhandensein mit der literarischen Brechstange erzwungen wird. Die Geschichte des »Erlösers« McKinnock dient als bloße Klammer, um Jane und ihren kickboxenden Tarzanersatz Frank zusammenzuführen. Wie Janes Entscheidung am Ende aussehen wird, ist ziemlich schnell klar; immerhin gelingt es Johler dies lakonisch und mit grimmigen Witz aufzulösen.

Wobei nicht nur hier auffällt, dass ihm Troller als Figur wesentlich anschaulicher gelungen ist, als sein weibliches Pendant Jane Anderson. Selbst, wenn Johler den Standards mehr schlecht als recht gehorcht, behält der alte Grantler Troller seine Bodenhaftung. Wie er mit seiner Verhaftung und dem anschließenden Verhör als möglicher Tatverdächtiger umgeht, besitzt eigenwilligen Humor und Charme. Da ist sogar der naheliegende, aber recht platte Spiegelzellen-Kalauer in der Untersuchungshaft verzeihlich.

Man wird das Gefühl nicht los, dass Johler der Kraft seiner Ideen nicht traut und den Roman deshalb unnötig aufbläht. Da müssen die ach so beliebten Verschwörungstheorien her, die mit der Involvierung der CIA, russischen Schlagetots und Geheimgesellschaften beginnen, aber bei weitem nicht enden. Fast jeder vergebene Name ist doppeldeutig und von Fiktion oder Realität geprägt; seien es Laurenz Block, Pit Kern oder Piet von Dijk. Damit auch der unbedarfteste Leser erfährt, dass Letzterer sich von Peter Sloterdijk ableitet, wird im Nachwort extra darauf hingewiesen. Dieser Hang zur Besserwisserei und kalkulierter Raffinesse nimmt der Kritik der mörderischen Vernunft einiges von ihrer möglichen Wirkung.

Größter Schwachpunkt ist jedoch die Figur des Kant. Während der Ermittlungen kaum präsent, in der Auflösung wenig überzeugend (Freunde flinker Zauberei zünden jetzt eine Kerze für Hut und Kaninchen an), hat er seinen Namensgeber entweder nicht genau gelesen, oder Kants Schriften sind ihm ziemlich egal. Den kategorischen Imperativ lässt er aufgrund seiner mörderischen Taten jedenfalls geflissentlich unter den Tisch fallen. Dass es die kleine Tochter des eigentlichen Opfers zerfetzt, wird als Kollateralschaden abgehakt. Am Ende steht die schlichte These, dass auch der Gerechte manchmal Ungerechtigkeiten begehen muss, um der Wahrheit, Moral oder was auch immer zum Sieg zu verhelfen. Keine Spur von: »Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.« Das ist dann doch etwas zu simpel für eine Geschichte, die sich vorher ausufernd darum bemüht hat, einen philosophischen Unterbau zu schaffen, der eben nicht nach der einfachsten Lösung strebt.

Johler hat sich auf glattes Parkett begeben, und er kommt nicht nur ins Rutschen, teilweise schlittert er Besorgnis erregend darüber, verliert mitunter den Überblick und gerät mächtig in Schieflage. Dass er nicht endgültig fällt, verdankt er seinem Geschick, einem äußerst spannenden Thema eigene und nachdenkenswerte Einsichten abzugewinnen. So bleibt die Kritik der mörderischen Vernunft trotz vorhandener Schwächen eine lesenwerte Kopfreise.

Doch was wäre wohl drin gewesen, wenn sich der freie Wille nicht populistisch ausgerichtet, sondern auf das Wesentliche konzentriert hätte ?

Jochen König, Mai 2009

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Frank zu »Jens Johler: Kritik der mörderischen Vernunft« 18.12.2010
Hat mir hervorragend gefallen.
Das Thema an sich war so interessant, dass ich die Stellen mit dem Mörder auch hätte überspringen können ;-).
Aber - auch der Kriminalfall an sich war nicht nur schmückendes Beiwerk. Wenn auch die Motivation des Täters mir etwas zu belanglos erschien. Da wäre etwas mehr Ausgewogenheit schön gewesen.
"Troller" ist auf alle Fälle eine Figur mit Potential - da werde ich auch eventuelle folgende Romane lesen.
85%.
Chrisu zu »Jens Johler: Kritik der mörderischen Vernunft« 10.12.2010
Wissenschaftler, die sich mit dem menschlichen Gehirn beschäftigen werden ermordet. Aber wer steckt dahinter? Der Mörder steht in Kontakt mit Troller, einem Wissenschaftsjournalisten, dem es wirklich gelingt, Licht in das ganze Geschen zu bringen. Ein Thriller, der in die Tiefe des freien Willens eines Menschen führt. Wie weit sind Menschen manipulierbar bzw. wirklich frei in ihrem Denken? Der wissenschaftliche Bereich des Denkens wird ziemlich starkt hervorgehoben, was für mich nicht immer verständlich war und dadurch eher dazu führte, einige Passagen zu überspringen. Ein guter Thriller für mich, aber kein Highlight.
Marv zu »Jens Johler: Kritik der mörderischen Vernunft« 19.07.2010
Jens Johler gelingt es mit seinem Roman ‚Kritik der mörderischen Vernunft‘ anders als bspw. mit ‚Gottes Gehirn‘ einen glaubwürdigen, spannenden „Wissenschaftsthriller“ zu schaffen. Grundsätzlich bin ich immer etwas skeptisch, wenn zwei unterschiedliche Bereiche (hier Hirnforschung/Ethik und Thriller) miteinander vermischt werden, da in der Regel entweder das eine oder das andere zu kurz kommt oder die Mischung gänzlich versagt. Johler gelingt es jedoch einen durchaus spannenden Thriller (mit einigen kleinen Schwächen) zu schreiben und diesen mit dem gegenwärtigen wieder aktuellen Wissenschaftsthema über Hirnforschung und die daraus entstehende Veränderung des Menschenbildes zu verbinden. Die wissenschaftlichen Passagen über Aspekte der Hirnforschung und die daraus entstehenden ethisch-moralischen Implikationen bleiben auch für Laien verständlich und sind im Umfang angemessen. Ein Buch, dass sich gut und flüssig lesen lässt und auch nach Abschluss der Lektüre noch lange einen Nachhall hinterlässt. Lediglich die Beziehungsgeschichte hätte man sich sparen können, da sie zur eigentlichen Story nichts oder nur sehr wenig beiträgt und somit in Summe überflüssig ist.
Dennoch ein empfehlenswertes und lesenswertes Buch.
ESTRELLA zu »Jens Johler: Kritik der mörderischen Vernunft« 27.08.2009
In das Buch wird gleich mit einem brutalen Mord an einem Wissenschaftler eingestiegen. Der Journalist Troller wird von dem Mörder, der sich selbst Kant nennt, kontaktiert. Während Troller mit einer anderen Journalistin versucht Kant zu stoppen, begeht dieser weiterhin bestialische Morde.Immer wieder wird Fachwissen zu Hirnforschungen und dem Philosophen Kant, von dem der Mörder seinen Decknamen hat, eingestreut. Dabei merkt man auch, dass der Autor ein gewisses Hintergrundwissen besitzt. Doch niemals werden die Informationen langweilig oder gar überflüssig.Die Spannung steigt durch das ständige Handeln von Kant, der mit dem Morden nie eine Pause macht, kontinuierlich und reißt nie ab. Die Erzählperspektiven wechseln sich ab, doch nach einiger Zeit greifen sie immer mehr ineinander über und der Leser begreift, dass hier alles miteinander zusammenhängt.Das Thema Moral in der Wissenschaft wird öfter aufgegriffen und einige interessante Denkanstöße werden gegeben.'Kritik der mörderischen Vernunft' ist ein anspruchsvoller, beängstigend realistischer Thriller, der sowohl Philosophie- als auch Wissenschaftselemente enthält.
mase zu »Jens Johler: Kritik der mörderischen Vernunft« 13.08.2009
Dieser eindrückliche Thriller hatte mich von der ersten Seite weg beeindruckt. Ich mag diese Art Schreibstil, bei dem der Leser in die stille Beobachterrolle schlüpft und alles nüchtern beobachten kann, ohne in die „Ich-Erzählperspektive“ schlüpfen zu müssen. Ist ein entspanntes lesen.

Die Themen Gehirnforschung und Philosophie sind schon sehr dominant, doch Johler gestaltet sie meist verständlich und interessant. Auch der Laie kann sehr gut folgen. Allerdings gibt es schon auch Passagen, die zu ausführlich und vor allem über zu viele Seiten am Stück ins Detail gehen. Auch die privaten Geplänkel fand ich (wie in jedem Thriller) nur störend. Es sollte verboten werden, dass Protagonisten liiert sein dürfen. Dazu noch die Vater-Tochter-Geschichte und die Seitensprung oder Nicht-Seitensprung-Affäre – das ist mir alles zuviel.

Ein wirklich interessantes Buch, aber für mich einfach im Ganzen zu trocken und zu ausschweifend. Etwas mehr „Thriller“ und dafür weniger Wissenschaft und Johler hätte mich mit seinem Schreibstil gewonnen. Würde man alles wissenschaftliche in diesem Buch auf ein Mindestmass reduzieren, dann befürchte ich, wäre es ein erbärmlicher Thriller geworden.
koepper zu »Jens Johler: Kritik der mörderischen Vernunft« 23.04.2009
Jens Johler hat mit seinem Wissenschaftskrimi ein sehr spannendes und innovatives Werk geschaffen.
Seine ausführlichen Exkurse in die Wissenschaft der Hirnforschung sind sehr informativ und beiten reichhaltige Ansatzpunkte für weitere Recherchen. Gut dass Johler im Nachspann des Buches Auskunft übder die Frage Fiktion und Realität gibt. Zu phantastisch und unglaubwürdig erscheint das Geschilderte. Erschreckend jedoch, wie weit die Wissenschaft inzwischen fortgeschritten ist und welche Möglichkeiten der Manipulation des menschlichen Hirns bereits genutzt werden.
Zwangsläufig schließen sich der wissenschaftlichen Betrachtung philosohische Fragen an. Was darf die Wissenschaft? Wie ist das mit dem freien Willen? Sind die geschilderten Eingriffe in den freien Willen des Menschen moralisch vertretbar?
Jens Johler gelingt es diese Exkursionen spannend zu führen und es gelingt ihm, dies mit einem spannenden Krimi zu verbinden. Das ist sehr ausgewogen. Auch das Private von Troller und Jane finden den richtigen Platz in der Geschichte.
Trotz der z.T. schwierigen Thematik gelingt es Johler durch seine sprachliche Fähigkeit, den Leser durch das Buch zu führen, ohne das an irgend einem Punkt zu Langeweile kommt. Er hat einen klaren, schnörkellosen guten Sprachstil.
"Kritik der mörderischen Vernunft" ist eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Bedingungslose Empfehlung!
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Sabine1980 zu »Jens Johler: Kritik der mörderischen Vernunft« 18.04.2009
Die äußerst anregende, wissensrelevante
Verknüpfung von aktueller Hirnforschung und den daraus resultierenden philoso-
phischen Gedanken und Fragestellungen
- ungemein spannend beschrieben am gruseligen Treiben eines Serienmörders -
ist ein absolut empfehelenswerter Thriller, nicht nur für Krimifans. Unbedingt lesen, im Bekannten- und Freundeskreis
diskutieren und weiterempfehlen!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Scooter zu »Jens Johler: Kritik der mörderischen Vernunft« 04.04.2009
Kritikder mörderischen Vernunft ist ein rasend spannender Thriller auf höchstem Niveau. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, nachdem ich einmal damit begonnen hatte. Die Figuren sind glaubhaft und sympathisch geschildert. Die Schauplätze stimmen. Und dass der Mörder sich "Kant" nennt und glaubt, im Sinne des Philosophen zu handeln, finde ich genial. Philosophie kämpft gegen Wissenschaft, das ist mal was Neues. Raffinierte Konstruktion, lebendige Figuren,eine immer wieder überraschende Handlung und ein gelungener Schluss! - 95*
MightyJoe zu »Jens Johler: Kritik der mörderischen Vernunft« 30.03.2009
Mal gibt es thematisch interessante Krimis, die in der Gestaltung der Figuren, im Aufbau und in puncto Glaubwürdigkeit zu wünschen übrig lassen, mal spannende Krimis, die man gleich wieder vergisst.
"Kritik der mörderischen Vernunft" jedoch vereint ein mehr als spannendes Thema mit Charakteren, die man gern kennenlernen würde, und Spannung bis zum intelligenten Finale, das Lust auf mehr macht.
Und dabei haut dieses Buch in Zeiten, in denen auf der Suche nach einfachen Lösungen der Biologismus um sich greift, mit harter Faust auf den Tisch – das aber mit klarem Kopf und offenem Herzen.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Thomas T. Tompson zu »Jens Johler: Kritik der mörderischen Vernunft« 27.03.2009
Johler hat es geschafft: Er hat mit "Kritik der mörderischen Vernunft" das Genre Wissenschaftsthriller zurück nach Deutschland geholt. Endlich ein Original mit allem Sprachwitz, Können und Eigenheiten der deutschen Sprache und keine Übersetzung. Ein Krimi der absoluten Spitzenklasse, der wohl bald ins Amerikanische übersetzt wird (eigene Prognose). Das allein wäre schon ein phantastischer Thriller.

Johler hat sich mit seinem Solo frei geschrieben, das tut dem schon aus Gottes Gehirn lieb gewonnenen Krimi-Duo Troller und Jane Anderson sehr gut: sie werden zu Personen aus Fleisch und Blut. Das macht Spaß. Die philosophischen Exkurse stören nicht, sie sind wohl gesetzte kurze Ruhe-Inseln im ansonsten den Leser um den Atem bringenden Spannungsfeuerwerk. Klare 99 Grad!

Die 100 halten wir uns offen, für die zu erwartenden weiteren Meisterwerke aus Johlers Geist und Feder.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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