Oxen. Der dunkle Mann von Jens Henrik Jensen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

deutsche Ausgabe erstmals 2014 .
Ort & Zeit der Handlung: , 2010 - heute.
Folge 2 der Oxen-Serie.

  • Kopenhagen: Politiken, 2014 De Mørke Mænd. Übersetzt von Friedrike Buchinger. 475 Seiten.
  • München: dtv, 2018. Übersetzt von Friedrike Buchinger. ISBN: 978-3423261791. 432 Seiten.

'Oxen. Der dunkle Mann' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Der schwer traumatisierte Elitesoldat Niels Oxen hat sich eine falsche Identität zugelegt und ist untergetaucht. Um dem Danehof das Handwerk zu legen, hat er dem Museumsdirektor Martin Bulbjerg Unterlagen aus dem Archiv des übermächtigen Geheimbundes zugespielt. Kurze Zeit später ist Bulbjerg tot, und ein weiterer Mord wird Oxen in die Schuhe geschoben. Ihm bleibt keine andere Wahl, als aus dem Untergrund zu agieren und sich wieder mit dem Geheimdienstchef Axel Mossman und dessen Mitarbeiterin Margrethe Franck zusammenzutun. Doch auf das Ermittlertrio wartet schon die nächste Falle des Danehof.

Das meint Krimi-Couch.de: Furioser zweiter Teil 85°Treffer

Krimi-Rezension von Jörg Kijanski

Auf Nyborg Slot wird Museumsdirektor Malte Bulbjerg geradezu hingerichtet. Ein Schuss in die Stirn, ein zweiter ins linke Auge, beide tödlich. Der stellvertretende Polizeidirektor H. P. Andersen übernimmt die Ermittlungen, tritt jedoch von Beginn an auf der Stelle. Derweil bittet Axel Mossmann, Chef des Inlands-Nachrichtendienst PET, seine Mitarbeiterin Margrethe Franck, ihre Suche nach dem früheren Elitesoldaten Niels Oxen zu intensivieren. Sollte dies ein Zufall sein, dass Oxen gerade jetzt verstärkt gesucht wird, wo Bulbjerg ermordet wurde?

Franck mag an derlei Zufälle nicht glauben, doch wie soll sie Oxen finden, der schon seit Monaten von der Bildfläche verschwunden ist? Kurz vor seinem Untertauchen schickte er damals Bulbjerg brisante Unterlagen über den Danehof, jenes mittelalterliche dänische Parlament, das offenbar als eine Art Geheimbund von einer einflussreichen Elite des Landes bis heute fortgeführt wird. Der Danehof jagt Oxen, denn dieser besitzt ein brisantes Video über den Justizminister Ulrik Rosborg, der politisch einflussreichste Mann des Danehofs. Als sich der Danehof entschließt, Rosborg zu opfern, ist auch Oxens Video, seine Lebensversicherung, nichts mehr wert …

Gelungene Fortsetzung einer spannenden Trilogie

»Oxen – Das erste Opfer« war der Beginn eines der Überraschungserfolge in Dänemark, der auch hierzulande großes Aufsehen erregte. Ein traumatisierter Ex-Elitesoldat, ausgezeichnet mit höchsten militärischen Ehren, wurde als Mörder gejagt. Oxen fand sich nur widerwillig zu einer Zusammenarbeit mit Franck bereit, verließ diese jedoch später und tauchte unter. Vor allem mit Mossmann, dem Chef des PET, hatte er Probleme, denn nicht nur dass seine wichtigste Maxime lautet »Vertraue niemandem«, so hält er Mossmann gar für ein Mitglied des Danehofs.

»Mal abgesehen davon, dass es Monate dauern würde, die Zuständigen davon zu überzeugen. Danehof? Eine Vereinigung der mächtigen Elite Dänemarks? Mit Wurzeln, die bis ins Mittelalter zurückreichen? Und dazu das Consilium, ein anerkannter, gesellschaftlich engagierter Thinktank als Tarnung? Das könntest du nicht mal meiner dementen Mutter einreden.«
»Okay, okay …war ja nur ein Versuch.«

»Oxen – Der dunkle Mann« setzt kongenial dort an, wo der erste Teil endet. Oxen ist untergetaucht, kämpft weiter mit seinen Dämonen und arbeitet irgendwo in Jütland auf einer abgelegenen Fischzucht. Nur ein alter Mann, genannt Fisch, lebt dort, der sich über die zusätzliche Arbeitskraft freut. Von der Außenwelt abgeschlossen, bekommen sie nichts von den Ereignissen in Dänemark mit.

Als es Franck jedoch gelingt, Oxen aufzuspüren, muss dieser sich entscheiden. Er entscheidet sich gegen eine Rückkehr, da er Mossmann nach wie vor feindlich gegenübersteht. Erst als der Danehof ihn in seiner Einöde aufspürt, Fisch tötet und Oxen erneut als Mörder landesweit gesucht wird, kommt es zum Zusammenschluss zwischen Franck, Mossmann und Oxen.

Da es sich bei »Oxen – Der dunkle Mann« um den Mittelteil einer Trilogie handelt, bleibt das Ende natürlich offen. So viel sei verraten, zwei der drei Führungsmitglieder des Danehofs werden enttarnt und die drei Hauptfiguren überleben, was nicht wirklich ein Spoiler ist (siehe Vorschau auf den letzten Band).

Den ersten Teil sollte man gelesen haben, wenngleich es viele Rückblenden gibt. Angesichts der Abstände zwischen dem Erscheinen der ersten beiden Bände sind die Wiederholungen aber nicht verkehrt, um schnell in die Handlung zurückzufinden. Erneut entwickelt Jens Henrik Jensen eine große Sogkraft mit häufig wechselnden Szenarios, überraschenden Wendungen und einer gelungenen Mischung aus Charakterbeschreibung, Handlungsaufbau, Action und reichlich Platz für unterschiedliche Verschwörungstheorien. »Oxen – Der dunkle Mann« ist eine ideale Lektüre für die kommenden Sommerferien, denn dann dauert das Warten auf den letzten Band nicht mehr lang. »Oxen – Gefrorene Flammen« erscheint am 31. August dieses Jahres.

Jörg Kijanski, April 2018

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