Operation Blackmail von Jenk Saborowski

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2011 bei Piper.
Folge 1 der Solveigh-Lang-Serie.

  • München; Zürich: Piper, 2011. ISBN: 978-3-492-26439-6. 382 Seiten.

'Operation Blackmail' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

In Paris wird eine junge Bankangestellte auf offener Straße erschossen, in Bologna stirbt ein ranghoher Mitarbeiter desselben Instituts bei einem Anschlag. Per E-Mail fordern Erpresser 500 Millionen Euro, sonst werden weitere der 60.000 Mitarbeiter irgendwo in Europa sterben. Ein Fall für die geheime, grenzüberschreitend agierende Eliteeinheit ECSB. Agentin Solveigh Lang und ihr Team ermitteln, kompromisslos und mit modernsten Methoden. Als sie erkennt, wie skrupellos und gerissen ihr Gegner wirklich ist, beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Thriller für die Generation facebook« 85°Treffer

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Eine durchaus brenzlige Fragestellung: Wie vielen Verbrechen kann aus juristischen Gründen überhaupt nicht nachgegangen werden, weil es Grenzen gibt? Selbst innerhalb der EU? Trotz Interpol? Damit beschäftigt sich Debütant Jenk Saborowski aus Frankfurt in seinem ersten Thriller Operation Blackmail (Erpressung). Und erfindet mir nichts, dir nichts, die pan-europäische Eliteeinheit ECSB, die es direkt mit einem durchgeknallten wie genialen Kriminalstrategen zu tun bekommt.

Der anfangs allerdings sehr im Hintergrund bleibt. Auf offener Straße mitten in Paris wird eine Bankangestelltin erschossen. Ein Sniper? Es scheint so, doch eine E-Mail, die bei einer großen deutschen Bank mit Sitz in der Mainmetropole aufläuft, sorgt für eben soviel Klarheit im Fall des Mordes wie für ungläubiges Kopfschütteln in der Vorstandsetage: Schlappe fünfhundert Millionen fordert der Erpresser, oder es werde weitere Morde geben.

Alarmstufe rot bei den Nadelstreifenträgern. Als letzte möglich wenden sie sich an die ECSB, Special Agent Solveigh Lang soll sich dem Fall annehmen. Doch schon bald gibt es das nächste Opfer bei einer Bombenexplosion in Bologna, der nächste Tote in Athen scheint geradezu auf sie zu warten – während der Erpresser ihren Rechner hackt …

Auf über 70 kurz-knackigen Kapiteln hetzt Jenk Saborowski seine Protagonisten Solveigh Lang quer über den Kontinent. Doch ihre Widersacher wissen permanent Kontra zu geben und sind Lang & Co. immer eine Spur bzw. eine Leiche voraus.

Dabei strahlt Lang, Spitzname »Slang«, eine große Faszination aus, ohne zu sehr ins Fahrwasser der Superheroine zu gelangen. Natürlich, sie ist absolut fit, was alle Belange ihres Jobs angeht, dazu mit der Fähigkeit ausgestattet, sich im übernormalen Tempo neue Kenntnisse anzueignen, aber glücklicherweise beherrscht Autor Saborowski sein Handwerk so weit, dass er ihr eine körperliche Schwäche aufbürdet. Eine, die ihr eigentlich den Job bei der ECSB unmöglich macht.

Dass Sujet von Operation Blackmail passt zudem absolut zum Zeitgeist. In Zeiten von horrenden Staatsschulden, Hedge-Fonds, Short-Gehens an der Börse, Leerverkäufen und Bankenkrisen mag man es dem Täter fast nicht verübeln, wen er hier erpresst. Freilich: Mit den Mitteln dazu wird sich kein Leser identifizieren können, mit der demonstrativen Kaltblütigkeit und teilweise auch brutaler Gewalt noch weniger.

Unter Strich liest sich Saborowskis Erstling wie ein Techno-Thriller für die Generation facebook mit schnellen Schnitten, Verbrechen 2.0 – da kennt sich der Autor wirklich aus. Geschickt baut er dazu Elemente der modernsten Forensik ein. CSI und Jeffery Deaver lassen grüßen. Was für Operation Blackmail allerdings letztendlich als großes Kompliment zu verstehen ist.

Lars Schafft, August 2011

Ihre Meinung zu »Jenk Saborowski: Operation Blackmail«

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stefed zu »Jenk Saborowski: Operation Blackmail« 12.11.2015
Schnell, schneller, Saborowski! Ein spannender und gut durchdachter moderner Thriller. Natürlich Mainstream, und vielleicht etwas zu geradlinig, es fehlen die überraschenden Wendungen. Die ganze Computerei kann ich als Laie zwar nicht nachvollziehen, finde es aber schon faszinierend. Insgesamt überdurchschnittlich gute Unterhaltung, von mir satte 80%.
Marta zu »Jenk Saborowski: Operation Blackmail« 26.01.2014
Finde ich gar nicht. Es liest sich sehr
spannend und flüssig. Guter Schreibstil!
Ich lese es als Ebook. Für einen Erstling
finde ich die Gedankengänge beachtlich.
Für Facebookgeneration würde ich nicht
sagen_ kein Vergleich mit Konsalik. Da
sollte man dem Autor noch mal eine
Chance geben, und genauer lesen. Ich mag
es bis jetzt. Und ich hoffe, auch das Ende
bleibt spannend.
Klaus Winter zu »Jenk Saborowski: Operation Blackmail« 08.02.2013
Ich habe das Lesen von Jenk Saborowskis Roman "Operation Blackmail" nach 50 Seiten abgebrochen. Die Charakterisierung der handelnden Personen ist oberflächlich, platt und dämlich, die positive Bewertung mancher Leser ein Rätsel! Mein Urteil: Konsalik für die Generation 2.0. Schlechter geht es kaum noch.
Kottan zu »Jenk Saborowski: Operation Blackmail« 17.10.2011
Mir hat "Operation Blackmail" sehr gut gefallen. Auch wenn dem Autor einige (ziemlich krasse) Recherche Fehler unterlaufen sind. Das KSK kommt ziemlich schlecht wegund wird falsch verglichen (KSK Angehörige sind in asymetrischer Kriegsführung, Terrorbekämpfung und Spionage ausgebildet). Die Charaktere könnten etwas detaillierter ausgearbeitet sein. Trotz der Kritik ein super Thriller und für ein Erstlingswerk - Ein Respektables Ergebnis
Michael zu »Jenk Saborowski: Operation Blackmail« 07.10.2011
Lose Fäden (s. Thanatos) und die Schwächen bei einigen Personendarstellungen (soll der junge Fotograf in zukünftigen Titeln wieder auftauchen) schmälern meinen Lesegenuss. Fraglich finde ich auch, dass rechtsstaatliche Prinzipien scheinbar nur wenig Beachtung finden. Ansonsten durchaus spannend und der Plot ist nicht schlecht.
Da Tilt zu »Jenk Saborowski: Operation Blackmail« 26.09.2011
Ein sehr guter rasanter Thriller. Die Story ist intelligent und sehr spannend. Daran gibt es gar nichts auszusetzen. Das Einzige, was mich ein wenig stört, ist die doch recht platte Charakterisierung einiger der handelnden Personen. Insbesondere die Charakterisierung der Hauptprotagonistin Slang ist hier zu nennen. Es gibt (fast) nichts, was ihr nicht gelingt, jeder Mann scheint ihr zu Füße zu liegen. Um sie dann doch nicht als Gott darstehen zu lassen, wird ihr eine chronische Krankheit vom Autor verpasst.
Aber hieran kann der Auto in den nächsten Büchern sicherlich noch ein wenig pfeilen, da andere Charaktere in diesem Roman durchaus zufiredenstellend charakterisiert werden.

Insgesamt ein starkes Erstlingswert.
Pela zu »Jenk Saborowski: Operation Blackmail« 26.09.2011
Auf den Punkt gebracht: ein sagenhaftes Debüt, ein richtig guter Thriller.doch leider aus meiner Sicht kein Meisterwerk.
Tatsächlich ist dieser Roman ein Thriller einer neuen Generation: Da wird per Datenfernübertragung ermittelt, dass man fast schon die Warnung auf den Buchrücken schreiben sollte: Nicht-Internetbenutzer Finger weg! Und mit Slang, ihren ermittelnden Kollegen und sogar der "Gegenseite" sind erstaunlich plastische Figuren entstanden. So schafft Saborowski es, der Story mächtig Rasanz zu geben. Genau das richtige für Thrillerfans, die es auch mal etwas tiefsinniger mögen, denn etwas "literature engagée" fehlt auch nicht: in diesem Fall die klare Aussage, dass nur eine länderübergreifende Polizei dem Verbrechen via Internet Paroli bieten kann.
Doch für einen Erstling spult Saborowski die Handlung dann doch leider so routiniert und in linearer chronologischer Abfolge ab, dass es einen wundert, dass am Ende nicht die Tatort-Melodie erklingt. Hier fehlt die Kunst der Handlungskomposition, wie sie wirklich gute Autoren aus dem eff-eff beherrschen. Und er begeht jede Menge kleinerer und für sich unwichtige Recherchefehler, die sich dann aber zu einem großen Ganzen summieren. Beispiel: Kein Mitglied des Ordens der Ritter des Britischen Empire würde einen Gesprächspartner ermutigen, doch den Adelstitel in der Anrede getrost wegzulassen. Und ein mit "Sir" Angesprochener würde dann korrekterweise nicht "Sir Thater", sondern mit dem Vornamen "Sir William" angeredet. Hier muss Saborowksi noch ordentlich dazulernen!
subechto zu »Jenk Saborowski: Operation Blackmail« 25.08.2011
Action-Thriller Made in Germany

Um es gleich vorwegzunehmen, „Operation Blackmail“ von Jenk Saborowski hat mir extrem gut gefallen, mein Thriller-Highlight des Sommers! Doch worum geht es?
Eine große, internationale Bank mit Sitz in Frankfurt/M. wird erpresst. Aber die Bank will nicht zahlen, schaltet stattdessen die Politik ein und diese wiederum die ECSB, eine Eliteeinheit der Polizei. Um ihre Forderung zu unterstreichen, ermorden die Erpresser zunächst eine Mitarbeiterin in Paris, danach Führungskräfte in Bologna und Athen. Eine Hetzjagd quer durch Europa beginnt. Schnell ist klar, dass es auch einen Maulwurf innerhalb der Euro-Bank geben muss. Doch das Motiv bleibt bis zum Schluss im Dunkeln…
Jenk Saborowski hat mit seiner Heldin Agentin Solveigh Lang, genannt Slang, eine Figur geschaffen, die an Superwoman erinnert, zudem einen äußerst empfindlichen Geruchssinn hat (originelle Idee!), aber auch ein Handicap. Sie leidet an Cluster-Kopfschmerz, was einen ihrer Kollegen fast das Leben kostet. Aber auch andere Protagonisten, wie ihr Chef Will Thater, die Kollegen Eddy und Dominique sowie Marcel sind gut gezeichnet.
Neue Technologien, Internetkriminalität, viele Szenen-/Ortswechsel, jede Menge Action und ein überraschendes Ende… alles drin, alles dran, was heute aktuell ist. Man mag es kaum glauben, dass „Operation Blackmail“ ein Debütroman ist, noch dazu von einem deutschen Autor! Positiv finde ich auch, dass die Geschichte nicht, wie in amerikanischen Thrillern üblich, vor Patriotismus und Testosteron trieft.
Da künstlerische Freiheit und Fantasie fast grenzenlos sind, verzeiht man ihm gerne die eine oder andere Ungereimtheit. Schließlich ist doch alles nur Fiktion oder? Herr Saborowski schreibt wie auf Speed! Ich mag es ja, wenn einer sich kurz fassen kann. Auf knapp 400 Seiten kein Wort zu viel, keins zu wenig. Und definitiv ist er jemand, der den Genitiv beherrscht;-)
Mich hat „Operation Blackmail“ jedenfalls sofort gefesselt und mir einfach Spaß gemacht. Deshalb bin ich auch schon sehr gespannt auf Slangs 2. Fall, auch wenn ich mich dafür noch ein Jahr gedulden muss…

Meine Empfehlung: Unbedingt Lesen!
Torsten zu »Jenk Saborowski: Operation Blackmail« 23.08.2011
Vorweg muss ich erst mal sagen, dass ich mich beim Lesen schon nach kurzer Zeit über die Rezension von Lars Schafft doch sehr gewundert habe - ohne zu viel zu verraten kann man doch sagen, dass es in Bologna keine Bombenexplosion gab.
Das zu lesen hat mir irgendwie den Eindruck aufgedrängt, dass der Rezensent hier das Buch doch evtl. nur teilweise gelesen und teilweise nur überflogen hat - bei einem Volltreffer des Monats muss so eine Verwechselung doch nicht sein.
Es ist natürlich eine verlockende und bestechende Idee, eine fiktive Polizeieinheit ins Spiel zu bringen: Man hat ganz Europa als Handlungsspielwiese und braucht auf tatsächlich vorhandene Strukturen etc. keine Rücksicht zu nehmen. Ob das ganze realistisch ist, darf man sich dabei allerdings nicht fragen, denn so manches daran ist es wohl wirklich nicht: Eine Heldin mit einer (anfangs arg dick aufgetragenen) speziellen Fähigkeit, die andererseits ein Handicap hat welches sie im wahren Leben an sich dienstunfähig machen müsste. Eine High-Tech Supereinheit, die dennoch so anfällig ist. Lauter super speziell ausgebildete Agenten, die einen Neuling ohne solche Ausbildung vom Stand weg in einen Hochrisikoeinsatz mitnehmen. Auch habe ich mir häufig die Frage gestellt, warum bei einem so zeitkritischen Einsatz die Agenten immer selbst langwierig quer durch Europa fliegen nur um Kleinigkeiten zu ermitteln.
Aber bei James Bond fragt auch keiner ob das glaubhaft ist, solange es unterhaltsam ist.
Und das ist der Roman in jedem Fall; eine spannend und flüssig zu lesende, bestens für den Urlaub geeignete Lektüre mit der Option auf Fortsetzungen, bei denen sich dann die eine oder andere Ungereimtheit sicher noch abschleifen wird, die mich ein bischen gestört haben. So gibt es mindestens einen kleinen Fehler mit einer Namensaufstellung und gegen Ende einen doch vermeidbaren weil zum Glück für die Handlung bzw. Lösung unerheblichen Logikfehler.
Ach ja, vielleicht noch etwas weniger Anhimmelei - nahezu jeder auftretende neue männliche Charakter war etwas zu aufgesetzt von slang angetan - wo doch jetzt schon ersichtlich ist, wohin der Hase zumindest im folgenden Buch hinläuft :-)
Schrodo zu »Jenk Saborowski: Operation Blackmail« 23.08.2011
In Paris wird eine junge Bankangestellte auf offener Straße erschossen, in Bologna stirbt ein ranghoher Mitarbeiter desselben Instituts bei einem Anschlag. Per E-Mail fordern Erpresser 500 Millionen Euro, sonst werden weitere der 60.000 Mitarbeiter irgendwo in Europa sterben. Ein Fall für die geheime, grenzüberschreitend agierende Eliteeinheit ECSB. Agentin Solveigh Lang und ihr Team ermitteln, kompromisslos und mit modernsten Methoden. Als sie erkennt, wie skrupellos und gerissen ihr Gegner wirklich ist, beginnt ein gnadenloser Wettlauf gegen die Zeit.
Na endlich mal wieder eine Top Ermittlerin. So wie sich die Powerschnitte Solveigh …wie spricht man diesen Namen denn aus…durch den Thriller stürzt, würde der Name „Jane Bond“, für das Brünettchen, auch richtig gut passen. Das Mädel wäre echt eine Gefahr für Lee Childs Helden Jack Reacher!
Dieses Buch zeigt. Man nehme, eine attraktive Superfrau, einen über alles erhabenen Chef, einen bösen Buben, noch einen bösen Buben der nahezu unschlagbar ist, eine gute Idee….wenn auch nicht mehr so neu….gute Recherche, Computerkenntnisse, und fertig ist der Thriller!!
Nein, soll nun keinesfalls abfällig gemeint sein…ich habe das Buch mit 93 von 100 Punkten bewertet, und kann es wirklich bedenkenlos weiterempfehlen.
Aber hier erkennt man, dass es nicht immer der klassische Serienkiller, die Kindesentführung, oder ähnliches sein muss, um einen TOP Krimi hinzubekommen.
Wenn das sein Erstling ist, dann Hut ab vor Herrn Saborowski! Da kann man auch geflissentlich über einige minimale Ungereimtheiten hinwegsehen.
Deshalb, weiter so….und wann kommt denn endlich das Nächste??
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