Lautloses Duell von Jeffery Deaver

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 unter dem Titel Blue Nowhere, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 1990 - 2009.

  • New York: Simon & Schuster, 2001 unter dem Titel Blue Nowhere. ISBN: 0684871270. 426 Seiten.
  • München: Goldmann, 2002. Übersetzt von Gerald Jung. ISBN: 3-442-45145-0. 511 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2003. Übersetzt von Gerald Jung. ISBN: 3828972489. 511 Seiten.
  • München: Goldmann, 2006. Übersetzt von Gerald Jung. ISBN: 978-3-442-05540-1. 511 Seiten.

'Lautloses Duell' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Der moderne Kriminelle surft im und um das Netz, er sieht und hört alles. Er dringt in Leben ein, bevor er sie nimmt. Ihm ist Cop Frank Bishop auf der Spur. Wyatt Gillette, ein idealistischer wie genialer junger Hacker, wird sein Gefährte, denn das ist die Bedingung für seine Entlassung aus dem Gefängnis, in dem er auf merkwürdige Weise gelandet ist.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein ´Infowar´ in den globalen Netzen«

Krimi-Rezension von Michael Matzer

Das Silicon Valley südlich von San Francisco ist so etwas wie der Software und Dollars gewordene Amerikanische Traum: vom Programmierer zum Multimillionär. Doch neuerdings treibt sich in diesem Paradies des Kapitalismus eine ziemlich tödliche Schlange herum. Ein Hacker mit dem Decknamen Phate (´fate´ = Schicksal) bringt mehrere Menschen um, darunter eine bekannte Frauenrechtlerin.

Die ermittelnde Polizeiabteilung für die Bekämpfung von Computerverbrechen findet heraus, dass sich Phate in die Computer seiner Opfer eingeloggt hat und sämtliche persönlichen Daten genauestens ausspähen konnte, ohne dass seine Opfer es merkten. Den dafür nötigen Virus namens Trapdoor (´Falltür´) hat Phate selbst programmiert, ein geniales Stück Programmcode, wie sich zeigen wird. Die Polizei steht vor einem Rätsel, aber unter enormem Zeitdruck. Wenn der Hacker in das Polizeinetzwerk ISLEnet eindringt, greift er auch das FBI und andere Sicherheitsbehörden an. Dann gute Nacht, Weltfrieden!

Lieutenant Andy Andersons Polizeiabteilung für die Bekämpfung von Computerverbrechen wählt einen unkonventionellen Weg, um Phate Paroli bieten zu können und ihm endlich bei seiner nächsten Tat zuvor zu kommen. Die Polizisten schlagen dem im Knast sitzenden Hacker Wyatt Gillette einen Deal vor: Er bekommt einen Rechner gestellt, wenn er der Polizei hilft, Phate in die Enge zu treiben.

Natürlich hat die Sache einen dicken Haken, der sich noch bitter rächen wird: Gillette sitzt in Haft, weil er angeblich den Sicherheitsschlüssel des Pentagon geknackt hat. Da aber Anderson das Pentagon nicht fragte, ob er Gillette »ausleihen« darf, bekommt sein Nachfolger – Phate hat Anderson kaltgemacht – mächtigen Ärger aus Washington an den Hals.

Während sich die Behörden gegenseitig an die Kehle gehen, büchst eines Tages Gillette aus und macht sich selbständig. Nun fragt sich Inspektor Bishop natürlich, auf welcher Seite Gillette, der früher den Hacker-Codenamen ´Valleyman´ trug, in Wahrheit steht? Und wer steckt hinter diesem mysteriösen Phate-Freund namens Shawn, der anscheinend jede Bewegung der Polizei an Phate weitermeldet?

Der Psychologe Deaver beweist in diesem Silicon-Valley-Thriller um Hacker und Serienmorde, wie genau er die ganze Hackerszene kennt: ihre Sprache, ihre Methoden, ihre Verhaltensweisen. Ebenso gründlich recherchiert hat er die Geschichte der Computerindustrie. Phate tötet nur an besonders wichtigen Jubiläumstagen, so etwa an dem Tag, als der frühe Rechner UNIVAC ausgeliefert wurde. Für Leser, die keine Computerfans sind, ist das natürlich nicht so wahnsinnig spannend – für mich aber war es das: Ich bin schon seit 1986 mit Personal-Rechnern zugange – und damals gab es noch nicht mal Microsoft-DOSe.

Die Spannung der Handlung steht und fällt natürlich mit dem Verhalten der Polizisten und ihres Hackerhelfers Gillette während des spannenden Duells zwischen den beiden Hackern. Das ist recht plausibel konstruiert, nur dachte ich die ganze Zeit, die Bullen können doch nicht so blöd sein und übersehen, dass ´Shawn´ ein Maulwurf in ihrem eigenen Team ist. Doch während ich felsenfest überzeugt war, es sei der unfähige Altprogrammierer Miller, war es natürlich jemand ganz anderes, und nicht mal ein Mann. Das zeigt sich aber erst ganz am Schluss, und daher will ich das auf keinen Fall verraten. Einen Schwachpunkt gibt es: Gillettes Motivation, Phate zu jagen, ist nicht ganz glaubwürdig begründet, zumindest nicht der Eifer, mit dem er das tut. Schließlich waren die beiden einst Mitglieder der gleichen Hackergang.

Was will uns Deaver mit dieser Story sagen? Ganz einfach: Wir alle, die wir E-Mails verschicken und persönliche Daten auf dem PC speichern, sind total angreifbar. Viren und Würmer sind nur die Publicity-trächtige Spitze des Eisbergs. ´Trapdoor´ ist eine – noch fiktive – Späh-Software, wie sie auch Behörden oder das Militär einsetzen könnten. Nicht nur, um Computer auszuspionieren, sondern auch um indirekt Menschen zu töten (eine solche Szene wird sogar im Buch durchgespielt) und rechnergesteuerte Gebäude in die Knie zu zwingen. Im Bosnien- und Kosovo-Krieg tobte – meist unbemerkt von der Öffentlichkeit – ein »Infowar« in den globalen Netzen (es gibt ja nicht nur das Internet), in dem Terroristen, Rebellengruppen und die Militärs einander bekriegten.

Was kann der einzelne PC-Nutzer tun? Sich so schnell wie möglich mit ordentlicher Antiviren-Software ausstatten und wenn möglich sogar eine Personal Firewall installieren. Regelmäßige Aktualisierungen nicht vergessen!

Ich habe »Lautloses Duell« in drei Tagen verschlungen. Es ist für einen Computerkenner leicht verständlich geschrieben. Schwierigere Sachverhalte erklärt der Autor mit Diagrammen, aber die taugen auch nicht als Programmieranleitung, keine Angst.

Ein Glossar erklärt wichtige Fachbegriffe, auch solche, die bekannt erscheinen wie etwa den Begriff »Zivilisten« – das sind einfach weder Hacker noch Hackerfeinde, sondern »normale« User.

Natürlich gibt es wieder die Deaver-typischen Überraschungen und plötzlichen Wendungen, wenn man meint, den oder die Täter schon zu kennen. Dies bleibt so bis zu den letzten Seiten, so dass es enorm schwerfällt, das Buch zur Seite zu legen.

Anmerkung zur Übersetzung:

Auf Seite 131ff findet sich der Begriff »Stenanografie«. Damit ist eine Methode gemeint, Daten wie etwa schädlichen Code in Bildern und dergleichen zu verbergen. Meines Wissens sollte dies aber »Steganografie« heißen.

Auf Seite 169 steht natürlich prompt »RFTM« statt »RTFM«, welches die klassische Anweisung abkürzt: Read the f**king manual!» – «lies das verdammte Handbuch!"

Ihre Meinung zu »Jeffery Deaver: Lautloses Duell«

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Schnumpumpel zu »Jeffery Deaver: Lautloses Duell« 24.02.2012
Ich fand das Buch super klasse! Ok, es kommt viel Computerzeug darin vor, aber die kann man ja querlesen.
Was mich an dem Buch so fasziniert hat war, dass es nie auch nur annähernd langweilig war oder sich so dahingezogen hat. Das ganze Buch war eine einzige Überraschung.
Ich kann das Buch nur weiter empfehlen.
Bernd zu »Jeffery Deaver: Lautloses Duell« 01.07.2010
Seit Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Computern, IT, Internet etc., Bücher begeistern mich eher weniger! Wenn ich mal ein Buch anfange, komme ich meist nicth über zwei Kapitel hinaus, dann lege ich es beiseite und widme mich mehr den "neuen" Medien ...

Ganz anders war es beim "lautlosen Duell", ich bekam es mit einer Empfehlung ("du beschäftigst dich doch mit sowas") geliehen und da war's passiert ... was interessierte mich da noch Internet & Co, der Rechner blieb aus und jede freie Minute wurde mit diesem Buch verbracht.

Eine hervorragende Story, manchmal nicht so ganz realitätsnah, aber dennoch sehr gut vorstellbar, auch wenn manche Begebenheiten im realen Leben ein wenig anders aussehen (und länger dauern) würden.

Kurzum: Mich an ein Buch zu fesseln, hält genau, aber Jeffery Deaver hat's geschafft --> meine Empfehlung!
Amelia zu »Jeffery Deaver: Lautloses Duell« 10.06.2009
"Lautloses Duell" hat mich zu JD gebracht. Ich habe das Buch damals verschlungen und es danach -zigmal empfohlen oder verschenkt... und natürlich verliehen und nicht zurück bekommen... ;-)... was mich dazu veranlasste, es mir vor ein paar Wochen noch einmal zu kaufen... und noch einmal zu lesen... und wieder kann ich nur sagen... super!!!
ronja._.raeubertochter zu »Jeffery Deaver: Lautloses Duell« 19.05.2009
Dieses Buch war das Erste was ich von Mr. Deaver gelesen habe. Ich muss sagen es lies sich leicht lesen ohne grosses Nachdenken aber es war mir von den Computerbegriffen eindeutig too much. Fast jede dritte Seite war halbvoll mit irgendwelchen Insiderbegriffen, die wenn man sie jemals wieder hört sowieso wieder vergessen hat und sich an die Bedeutung auch nicht mehr erinnert.
Aber ich denke ich werde es nochmal mit Mr. Deaver probieren aber diesmal mit einem anderen Themengebiet.
st3ini5 zu »Jeffery Deaver: Lautloses Duell« 01.05.2009
das ist da beste buch das ich jemals gelesen habe und ich lese viel.
durch einen zufall gelang es in meinen besitz und seit dem lese ich es jeden monat mindestens zweimal.
und ich kriege trotzdem nicht genug davon.
eine interessant und auf jeder seite spannende geschichte die sich jeffrey deaver da ausgedacht hat
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
krimiteufel82 zu »Jeffery Deaver: Lautloses Duell« 25.02.2009
dieses buch von jeffery deaver hat mich doch ein wenig enttäuscht.

das metier in dem das buch spielt, war nicht unbedingt mein geschmack.

für mich war es ein high-tech krimi zu sehr in der it branche angesiedelt.

dieses buch habe ich daher nur ein mal gelesen und danach nicht wieder.

auch wenn mir dieser deaver nicht gefallen hat, lese ich ihn doch sehr gern
Gera zu »Jeffery Deaver: Lautloses Duell« 31.03.2008
Ich mag meinen Computer und ich bin gerne und oft im Internet... auch nach dem Lesen dieses Krimis :-), aber ich muss zugeben, dass ich heute zweimal überlege, was ich denn so alles im interent eingebe ;-). Eine realistische Geschichte... zum Greifen nah, was meiner Meinung nach die Spannung zusätzlich unterstützt. Es macht auch gar nichts aus, wenn man sich im Computer-Fachausdruck-Dschungel nicht so gut auskennt, das Buch ist so spannend, da fliegt man über solche Ausdrücke einfach hinweg. Egal von was der da erzählt... ich will mehr davon! ;-)
Heaven23 zu »Jeffery Deaver: Lautloses Duell« 03.03.2008
auch dieses Buch hat wieder gezeigt, was in Deaver steckt, er hat mir spannenden Wendungen den Leser dazu gebracht, das Buch nicht aus der hand zu legen ! Echt spitzenklasse ! Auch wenn ich es nicht so mit Internet und Computern habe, zeigt sich hier eine Story die nicht abwegig ist, im Gegenteil, sowas kann jeder Zeit und überall passieren !
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
kissace zu »Jeffery Deaver: Lautloses Duell« 18.08.2007
Jeffery Deaver versteht es zu schreiben und einen mit der Story zu packen und zu fesseln.
Er ist mit Sicherheit einer der besten amerikanischen Thriller-autoren. Auch dieses Buch bildet dabei keine Ausnahme.
89 Grad
Björn zu »Jeffery Deaver: Lautloses Duell« 25.09.2006
mich hat das Buch sehr begeistert!!! Es ist auf jeden Fall weiterzuempfehlen.
Die Story mit ihren vielen Wendungen ist sehr spannend gestaltet!!!
Sie fesselt einen geradezu!!

kauft euch dieses Buch und ihr werdet es nicht bereuen!!!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

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