Die Schule des Schweigens von Jeffery Deaver

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1995 unter dem Titel A Maiden´s Grave, deutsche Ausgabe erstmals 1996 bei Goldmann. 505 Seiten. ISBN-10: 3-442-43458-0, ISBN-13: 978-3-442-43458-9. Übersetzt von Wulf Bergner.

'Die Schule des Schweigens' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Im »Weizenstaat« Kansas entführen drei entflohene Häftlinge einen Schulbus mit zwei Lehrerinnen und acht taubstummen Mädchen und flüchten mit ihnen in einen abgelegenen ehemaligen Schlachthof. Handy, der Anführer, stellt ein Ultimatum: Ein Hubschrauber müsse umgehend bereitgestellt werden, sonst werde jede Stunde ein Mädchen umgebracht. Arthur Potter, psychologisch geschulter FBI-Spezialist, leitet die Polizeiaktion. Dabei kämpft er nicht nur gegen Geiselnehmer der brutalsten Sorte, sondern auch gegen übereifrige Kollegen, die sensationslüsterne Presse, einen korrupten Staatsanwalt.

Das meint Krimi-Couch.de: »24 Stunden im Schlachthaus« 100°Treffer

Krimi-Rezension von Horst Ecke

von Friedrich-Glauser-Preisträger Horst Eckert
(zuerst in: kaliber38.de, Mai 2001)

Seit seinem Roman Die Assistentin (verfilmt mit Denzel Washington unter dem Titel »Der Knochenjäger«) ist der US-amerikanische Autor Jefferey Deaver auch hier zu Lande einem breiteren Publikum bekannt. Noch spannender und ein Muss für Krimifreunde ist allerdings sein zuvor erschienener Roman »Schule des Schweigens« (1998, Goldmann-Taschenbuch).

Drei schwerkriminelle Ausbrecher kidnappen auf eine Gruppe von acht gehörlosen Mädchen samt zweier Lehrerinnen und verschanzen sich mit ihnen in einem stillgelegten Schlachthaus. FBI-Agent Arthur Potter, erfahrener Spezialist für Verhandlungen mit Geiselnehmern wird an den Tatort gerufen und übernimmt das Kommando über eine Armada diverser Polizeikräfte. Potters Maxime: Die Gangster dürfen das Gebäude nur verlassen, um sich zu ergeben. Ein nervenaufreibendes Feilschen um das Leben der Geiseln nimmt seinen Lauf.

Das alte Schlachthaus wird zur Hölle für die Schülerinnen und die beiden Frauen, während draußen Potter an mehreren Fronten kämpfen muss: Gegen die Medien – immerhin verfügen die Geiselnehmer über einen Fernsehapparat und könnten Potters Täuschungsmanöver durchschauen – gegen die örtliche Polizei, die lieber schießen möchte als verhandeln, gegen das Spezialkommando des Bundesstaates Kansas, das angetrieben von einem geltungssüchtigen Gouverneur die Geiseln auf eigene Faust zu befreien plant, gegen einen Staatsanwalt, der den Gangstern nachgeben will, um das Leben der Mädchen zu retten, und sich dabei mit den Medien verbündet.

FBI-Mann Potter wird zunehmend von Selbstzweifeln geplagt. Drinnen findet die taubstumme Melanie, jüngere der beiden Lehrerinnen, zu ungeahntem Mut. Handy, der Anführer der Geiseln bleibt dagegen eiskalt, als hielte er Trümpfe in der Hand, von denen keiner etwas ahnt. Und tatsächlich nimmt die Geschichte kurz vor Schluss eine weitere, atemberaubende Wendung.

Deavers Sprache ist knapp und trocken, seine Figurenzeichnung plausibel und ohne die seitenlange Schilderung von Äußerlichkeiten, wie sie in schwächeren US-Krimis oft üblich ist. Die Vielzahl der Konflikte, die ständig drohende Katastrophe und vor allem die Authentizität der Beschreibung tragen den Plot mühelos über 506 Seiten. Keine Klischees, keine Heldenfiguren, Deaver verzichtet auf jede Schwarzweißmalerei. Nur ein Tag, fast ausschließlich ein Schauplatz – auch dadurch wird das Ganze aufregend dicht. Mit »Schule des Schweigens« hat sich Jefferey Deaver in die Spitzengruppe der zeitgenössischen Kriminalschriftsteller geschrieben. Es ist der spannendste Krimi, den ich in den letzten zwei, drei Jahren gelesen habe.

Das meinen andere:

»Herausragend, packend und erschreckend real« (Publishers Weekly)

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laney58 zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 09.04.2009
Nachdem ich bereits eine Reihe von Deavers Rhyme/Sachs-Geschichten gelesen habe, war ich -bei aller Spannung und Dichte, die 'Schule des Schweigens' besitzt, am Ende doch ein bisschen enttäuscht...
Die Plotkurve fand ich dann doch etwas zu rasant und durch nichts im Verlauf der Geschichte auch nur mit einem kleinen Hinweis(lein) antizipiert... Ein bisschen Schade, naja, und die Love-Story gehört einfach rein, ein wenig konstruiert kommt sie aber schon 'rüber...
Nicole zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 27.11.2008
Schule des Schweigens war das erste Buch, dass ich von Deaver las. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Mittlerweile zieren schon 12 Bücher von Herrn Deaver meine Bücherregale. Ein überragender Autor, der von der ersten bis zur letzten Seite die Spannung erhält. Ich kann das Buch "lautloses Duell" wärmstens empfehlen (ich hab es nun schon mindestens 6 mal gelesen und es ist immerzu wieder spannend)
Margit zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 20.06.2008
Ich kannte Jeffrey Deaver noch nicht als ich dieses Buch las. Das Buch ist sehr spannend und man kann es kaum aus der Hand legen. Es war eins der Highlights, welches ich in letzter Zeit gelesen habe.
Amouna zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 17.05.2008
Mein erstes Buch von J. Deaver, nicht schlecht aber auch nichts, was mich vom Hocker hauen würde. Ich stimme KrimiWolf zu, die Geschichte wäre nichts ohne die Telefonate zwischen Potter und Handy, dazu ist A. Potter absoluter Sympathieträger - weg mit Harry Potter, Arthur Potter ist mir lieber! Allerdings stört die Liebesgeschichte am Ende des Buches doch arg und wirkt doch sehr konstruiert. Die Auflösung ist aber megaspannend, von mir daher 85°.
KrimiWolf zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 26.02.2008
Anfangs war ich etwas skeptisch. Dies war mein erstes Deaver Buch nach der hervorragenden Lincoln Rhyme Reihe, also eigentlich mein achter Deaver.
Doch dieses Buch war auch wieder ein echter Knaller.
Superspannend erzählte Geschichte, obwohl die Story vom Thema eigentlich relativ einfach gestrickt ist.
Doch das Buch lebt von den hervorragenden Dialogen zwischen Potter und Handy. Vor allem die von Potter vermuteten Antworten von Handy fand ich teilweise recht amüsant.
Trotzdem ist Schule des Schweigens nichts für schwache Nerven.
Sehr eindrucksvoll gelang auch der Einblick in die Welt der Gehörlosen.
Das Ende ist, Deaver typisch, voller Überraschungen und Wendungen.
Eine absolute Empfehlung.
Diego zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 23.01.2008
Für mich auf jeden Fall eines seiner besten Bücher,ich hab es fast ohne Pause durchgelesen.Absolut spannend und ein überraschendes Finale.Toll geschrieben.Nie langatmig.SUPER!
Rolf.P zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 07.01.2008
Einer, der für mich besten Thrillerautoren der Gegenwart.

Jeffery Deaver zieht den Spannungsbogen kontinuierlich an.
Habe das Buch in einem Zug durchgelesen und war mehr als begeistert.

Ein echter VOLLTREFFER ! Hochgradig empfehlenswert !
lifeguard-ernst zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 04.08.2007
Die meisten Kommentare treffen genau ins Schwarze: Ein Klasse-Krimi. Was mir besonders gefällt: keine Überflüssigkeiten, keine seitenlangen Gefühlsbeschreibungen keine nebenherlaufende Liebesgeschichte. Einfach nur eine gute und detaillierte Story. Typisch Deaver. Danke.
Papa Rolf zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 11.05.2007
Eine spannende Geschichte mit vielen Wendungen. Immer wenn man glaubt, den weiteren Vorgang zu kennen nimmt die Geschichte einen neuen Verlauf.
Die einzigartige Klasse Deavers zog sich wie ein roter Faden bis zum exzellenten Schluss durch. Einer der intelligentesten und besten Krimis, die ich gelesen habe.
Ich kann dieses Buch nur uneingeschränkt empfehlen!
mac-knife zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 31.08.2006
Ich habe jetzt schon einige Deaver gerade aus der Lincoln Rhyme-Reihe gelesen. Gut gemachte "Pageturner" - durchaus. Die Tiefe der Figuren wird aber, wie ich finde, leider allzuoft dem rasanten Plot geopfert.
Schule des Schweigens ist da ein echter Rausrager. Die Geschichte entwickelt sich wie von selbst - wirkt weniger einem festen Drehbuch untergeordnet als viele andere seiner Thriller. Ich habe mich diesmal sehr, sehr gut unterhalten gefühlt.
Was mich aber schon fast als stereotyp und damit im Bereich des Vorhersehbaren bei Deaver stört sind die unvermeidlichen "dahinter-steckt-etwas-ganz-anderes"-Lösungen am Schluss.
Nichts desto trotz habe ich gerade die letzten 3 Seiten mit Genugtuung, Mitgefühl und leichter Gänsehaut mehrfach gelesen. Ein Klasse Abschluss - dann doch. Chapeau!

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