Die Schule des Schweigens von Jeffery Deaver

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1995 unter dem Titel A Maiden´s Grave, deutsche Ausgabe erstmals 1996 bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Kansas, 1990 - 2009.

  • New York: Viking, 1995 unter dem Titel A Maiden´s Grave. 422 Seiten.
  • München: Blanvalet, 1996. Übersetzt von Wulf Bergner. ISBN: 3-7645-0011-5. 505 Seiten.
  • München: Goldmann, 1998. Übersetzt von Wulf Bergner. ISBN: 3-442-43458-0. 505 Seiten.
  • München: Goldmann, 1999. Übersetzt von Wulf Bergner. 505 Seiten.

'Die Schule des Schweigens' ist erschienen als HardcoverTaschenbuch

In Kürze:

Im »Weizenstaat« Kansas entführen drei entflohene Häftlinge einen Schulbus mit zwei Lehrerinnen und acht taubstummen Mädchen und flüchten mit ihnen in einen abgelegenen ehemaligen Schlachthof. Handy, der Anführer, stellt ein Ultimatum: Ein Hubschrauber müsse umgehend bereitgestellt werden, sonst werde jede Stunde ein Mädchen umgebracht. Arthur Potter, psychologisch geschulter FBI-Spezialist, leitet die Polizeiaktion. Dabei kämpft er nicht nur gegen Geiselnehmer der brutalsten Sorte, sondern auch gegen übereifrige Kollegen, die sensationslüsterne Presse, einen korrupten Staatsanwalt.

Das meint Krimi-Couch.de: »24 Stunden im Schlachthaus« 100°Treffer

Krimi-Rezension von Horst Ecke

von Friedrich-Glauser-Preisträger Horst Eckert
(zuerst in: kaliber38.de, Mai 2001)

Seit seinem Roman Die Assistentin (verfilmt mit Denzel Washington unter dem Titel »Der Knochenjäger«) ist der US-amerikanische Autor Jefferey Deaver auch hier zu Lande einem breiteren Publikum bekannt. Noch spannender und ein Muss für Krimifreunde ist allerdings sein zuvor erschienener Roman »Schule des Schweigens« (1998, Goldmann-Taschenbuch).

Drei schwerkriminelle Ausbrecher kidnappen auf eine Gruppe von acht gehörlosen Mädchen samt zweier Lehrerinnen und verschanzen sich mit ihnen in einem stillgelegten Schlachthaus. FBI-Agent Arthur Potter, erfahrener Spezialist für Verhandlungen mit Geiselnehmern wird an den Tatort gerufen und übernimmt das Kommando über eine Armada diverser Polizeikräfte. Potters Maxime: Die Gangster dürfen das Gebäude nur verlassen, um sich zu ergeben. Ein nervenaufreibendes Feilschen um das Leben der Geiseln nimmt seinen Lauf.

Das alte Schlachthaus wird zur Hölle für die Schülerinnen und die beiden Frauen, während draußen Potter an mehreren Fronten kämpfen muss: Gegen die Medien – immerhin verfügen die Geiselnehmer über einen Fernsehapparat und könnten Potters Täuschungsmanöver durchschauen – gegen die örtliche Polizei, die lieber schießen möchte als verhandeln, gegen das Spezialkommando des Bundesstaates Kansas, das angetrieben von einem geltungssüchtigen Gouverneur die Geiseln auf eigene Faust zu befreien plant, gegen einen Staatsanwalt, der den Gangstern nachgeben will, um das Leben der Mädchen zu retten, und sich dabei mit den Medien verbündet.

FBI-Mann Potter wird zunehmend von Selbstzweifeln geplagt. Drinnen findet die taubstumme Melanie, jüngere der beiden Lehrerinnen, zu ungeahntem Mut. Handy, der Anführer der Geiseln bleibt dagegen eiskalt, als hielte er Trümpfe in der Hand, von denen keiner etwas ahnt. Und tatsächlich nimmt die Geschichte kurz vor Schluss eine weitere, atemberaubende Wendung.

Deavers Sprache ist knapp und trocken, seine Figurenzeichnung plausibel und ohne die seitenlange Schilderung von Äußerlichkeiten, wie sie in schwächeren US-Krimis oft üblich ist. Die Vielzahl der Konflikte, die ständig drohende Katastrophe und vor allem die Authentizität der Beschreibung tragen den Plot mühelos über 506 Seiten. Keine Klischees, keine Heldenfiguren, Deaver verzichtet auf jede Schwarzweißmalerei. Nur ein Tag, fast ausschließlich ein Schauplatz – auch dadurch wird das Ganze aufregend dicht. Mit »Schule des Schweigens« hat sich Jefferey Deaver in die Spitzengruppe der zeitgenössischen Kriminalschriftsteller geschrieben. Es ist der spannendste Krimi, den ich in den letzten zwei, drei Jahren gelesen habe.

Das meinen andere:

»Herausragend, packend und erschreckend real« (Publishers Weekly)

Ihre Meinung zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

Kasia zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 04.01.2015
"Die Schule des Schweigens" ist ein geniales Buch und das Beste, was ich in 2014 gelesen habe. Da bin ich mir fast sicher!
Ich werde nicht den Inhalt des Buches erneut ausbreiten, denn dieser ist ja einigermaßen bekannt (zumindest, wenn man sich für Herrn Eckes Rezension interessiert hat).
Was mich richtig gepackt hat, ist eine Geiselnahme in "Echtzeit". Die Verzweiflung, die Gedankengänge des Verhandlers und des GN, das Tempo des Buches - alles ist nachvollziehbar und für mich war es erlebbar.
Die Spannung war teilweise so hoch, dass der eine oder andere Fingernagel wieder den Weg in den Mund gefunden hat. Leider ...
Neben der sehr spannenden Geschichte bekam ich als Leserin sehr viele Hintergrundinformationen bezogen auf Verhandlungsstrategien und die Psyche von GN. Ebenfalls in Bezug auf Hörgeschädigte und stumme Menschen.
Ich kann und habe das Buch bereits mehrfach empfohlen. Der einzige Nachteil des Romans ist, dass man ihn kaum aus der Hand legen kann, um seinen Alltagsverpflichtungen nachzugehen ... :-)
99° !!!
McGarrett zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 31.08.2012
Wenn sich jemand eine Zeit lang bei einem fetzigen Thriller einfach entspannen möchte, ohne nachhaltige Eindrücke zu erwarten, dann ist Jeffery Deaver in aller Regel eine sichere Bank. Ich habe noch kein Buch von ihm gelesen, das mir nicht gefallen hätte (gemäß der obigen Ansprüche).
Dieses hier sticht für mich aber aus allen anderen, die ich kenne, heraus. Das hier ist ein überdurchschnittlicher Deaver (für mich der Beste bisher). Von dem Augenblick an, als die beiden Typen wie aus dem Nichts auftauchen, entsteht eine zugleich beklemmende wie auch atemlos machende Spannung, die bei mir bis zum Schluss des Buches anhielt.
Woran liegt das? Er trifft bei mir wahrscheinlich genau auf den Punkt. Er dehnt nicht nur die immer schwer zu ertragende Situation unendlich aus, in der der Starke den Schwachen quält, nein, hier sind es besonders ekelerregende Kreaturen, die wehrlose Schulkinder, die dazu noch taub sind, stundenlang in einem nahezu dunklen Raum ihrem Grauen überlassen.
Weitere Emotionen werden durch das Wechselspiel des guten (der Psychologe) und des bösen (der politisch ambitionierte Vorgesetzte) Polizisten erzeugt.
Meine Ansprüche an einen Thriller sind vollständig erfüllt, daher Höchstwertung.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Judith Puppe zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 03.12.2011
Ich habe selten ein Buch was ich nach der ersten Seite nicht mehr aus der Hand legen möchte. Dieses war so eins. Jede freie Minute habe ich mich mit dem Buch auf´s Sofa verzogen. Gut geschrieben, wirklich spannend. Ich habe mit den Geiseln gelitten und die Gangster verflucht. Dies ist ein Buch was lesenswert war. Weiter so.
HeJe zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 10.10.2010
Mein erstes Buch von Jeffery Deaver und ich muss sagen, ich denke auch das Letzte.
Prinzipiell kein so schlechtes Buch, allerdings zieht sich der Plot unheimlich in die Länge, ohne dass es von der Spannung her gesteigert wird. Für mich daher nur ein zweitklassiger Krimi.

Die beschriebenen Szenen im Schlachthaus waren gelungen, doch die ganze Verhanldungssache war langweilig, langatmig und trocken zu lesen (bis auf die Telefonate zw. Potter und Handy).

Dennoch: 70 Grad
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
laney58 zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 09.04.2009
Nachdem ich bereits eine Reihe von Deavers Rhyme/Sachs-Geschichten gelesen habe, war ich -bei aller Spannung und Dichte, die 'Schule des Schweigens' besitzt, am Ende doch ein bisschen enttäuscht...
Die Plotkurve fand ich dann doch etwas zu rasant und durch nichts im Verlauf der Geschichte auch nur mit einem kleinen Hinweis(lein) antizipiert... Ein bisschen Schade, naja, und die Love-Story gehört einfach rein, ein wenig konstruiert kommt sie aber schon 'rüber...
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Nicole zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 27.11.2008
Schule des Schweigens war das erste Buch, dass ich von Deaver las. Ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen. Mittlerweile zieren schon 12 Bücher von Herrn Deaver meine Bücherregale. Ein überragender Autor, der von der ersten bis zur letzten Seite die Spannung erhält. Ich kann das Buch "lautloses Duell" wärmstens empfehlen (ich hab es nun schon mindestens 6 mal gelesen und es ist immerzu wieder spannend)
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Margit zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 20.06.2008
Ich kannte Jeffrey Deaver noch nicht als ich dieses Buch las. Das Buch ist sehr spannend und man kann es kaum aus der Hand legen. Es war eins der Highlights, welches ich in letzter Zeit gelesen habe.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Amouna zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 17.05.2008
Mein erstes Buch von J. Deaver, nicht schlecht aber auch nichts, was mich vom Hocker hauen würde. Ich stimme KrimiWolf zu, die Geschichte wäre nichts ohne die Telefonate zwischen Potter und Handy, dazu ist A. Potter absoluter Sympathieträger - weg mit Harry Potter, Arthur Potter ist mir lieber! Allerdings stört die Liebesgeschichte am Ende des Buches doch arg und wirkt doch sehr konstruiert. Die Auflösung ist aber megaspannend, von mir daher 85°.
KrimiWolf zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 26.02.2008
Anfangs war ich etwas skeptisch. Dies war mein erstes Deaver Buch nach der hervorragenden Lincoln Rhyme Reihe, also eigentlich mein achter Deaver.
Doch dieses Buch war auch wieder ein echter Knaller.
Superspannend erzählte Geschichte, obwohl die Story vom Thema eigentlich relativ einfach gestrickt ist.
Doch das Buch lebt von den hervorragenden Dialogen zwischen Potter und Handy. Vor allem die von Potter vermuteten Antworten von Handy fand ich teilweise recht amüsant.
Trotzdem ist Schule des Schweigens nichts für schwache Nerven.
Sehr eindrucksvoll gelang auch der Einblick in die Welt der Gehörlosen.
Das Ende ist, Deaver typisch, voller Überraschungen und Wendungen.
Eine absolute Empfehlung.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Diego zu »Jeffery Deaver: Die Schule des Schweigens« 23.01.2008
Für mich auf jeden Fall eines seiner besten Bücher,ich hab es fast ohne Pause durchgelesen.Absolut spannend und ein überraschendes Finale.Toll geschrieben.Nie langatmig.SUPER!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.

Dies sind nur die ersten 10 Kommentare von insgesamt 30.
» alle Kommentare anzeigen

Ihr Kommentar zu Die Schule des Schweigens

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: