Die Assistentin / Der Knochenjäger von Jeffery Deaver

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1997 unter dem Titel The Bone Collector, deutsche Ausgabe erstmals 1999 bei Goldmann.
Ort & Zeit der Handlung: USA / New York, 1990 - heute.
Folge 1 der Lincoln-Rhyme-&-Amelia-Sachs-Serie.

  • London: Hodder & Stoughton, 1997 unter dem Titel The Bone Collector. 506 Seiten.
  • New York: Viking, 1997. 506 Seiten.
  • München: Goldmann, 1999 Die Assistentin. Übersetzt von Georg Schmidt. ISBN: 3-442-41644-2. 506 Seiten.
  • München: Goldmann, 2000 Der Knochenjäger. Übersetzt von Georg Schmidt. ISBN: 3-442-43459-9. 506 Seiten.

'Die Assistentin / Der Knochenjäger' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Ex-Detective Lincoln Rhyme ist nach einem Arbeitsunfall querschnittsgelähmt und zieht sich immer mehr in seine Privatsphäre zurück. Bis ein Serienkiller die Stadt in Angst versetzt: an jedem Tatort hinterlässt er einen Hinweis auf seinen nächsten Mord. Lincolns Interesse wird geweckt – denn langsam bekommt ihm der Verdacht, dass er den Mörder kennen muss.

Leseprobe

Das meint Krimi-Couch.de: »Nicht mehr aus der Hand zu legen« 81°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Der frühere Detective der Spurensicherungs-Abteilung der New Yorker Polizei, Lincoln Rhyme, ist seit einem Unfall im Dienst querschnittsgelähmt. Da er keinen Sinn mehr in seinem Leben sieht, will er seinem Leben mit Hilfe einer Sterbehilfe-Organisation selbst ein Ende setzen. Gerade an seinem geplanten Todestag wendet sich sein Ex-Kollege Lon Sellito mit der Bitte um Hilfe an einem ungewöhnlichen Fall an ihn:

Die junge Streifenpolizistin Amelia Sachs hat den senkrecht begrabenen Leichnam entdeckt. Nur eine Hand ragte aus dem Boden, am Ringfinger steckt ein Ring und das Fleisch ist bis auf den Knochen abgeschält. Mit ihrer Aktion, den Tatort großräumig abzusperren, löst sie ein ziemliches Chaos aus. Am Tatort werden Spuren gefunden, die der Täter offensichtlich absichtlich zurückgelassen hat.

Der zum Zyniker gewordene Rhyme lässt sich schließlich zur Mitarbeit überreden. Er fordert Amelia Sachs, die mit der Spurensicherung an sich überhaupt nichts zu tun hat, wegen ihrer unkonventionellen Art als Assistentin an. Nur langsam können sich die beiden zusammenraufen. Über Funk mit Rhyme verbunden sucht Amelia die Tatorte ab.

Man findet schließlich heraus, dass man einem Serienmörder auf der Spur ist, der durch fingierte Spuren jeweils Hinweise auf den nächsten Tatort legt. Das Rätselraten ist jedesmal ein Wettlauf mit der Zeit. Kann das nächste Ofer noch rechtzeitig gerettet werden?

Zug um Zug kombiniert das Team, dass alle Tatorte auf rätselhafte Weise mit historischen Schauplätzen im Untergrund von New York verbunden sind. Der Täter stellt dabei einen alten Kriminalfall aus dem Jahre 1906 nach: Ein deutscher Immigrant hatte damals willkürlich Menschen verschleppt und grausam ermordet.

Nur für ekelerprobte Leser ist dieser Thriller im Stile eines Thomas Harris geeignet. Abgeschälte Knochen, von Ratten angefallene Menschen oder Mord durch heißen Dampf sind eben nicht jedermanns Sache. Erst recht nicht, wenn sie so detailgenau geschildert werden wie hier.

Das besondere an diesem Buch ist die wissenschaftliche Schilderung der Spurenanalyse. Teilweise liest sich der Roman wie ein Lehrbuch der Forensik. Im Anhang findet man sogar eine Übersicht mir Erklärungen zu den wichtigsten fachspezifischen Ausdrücken.

Genial beschrieben ist die Untersuchung jeder einzelnen Spur, so daß der Leser den Ermittlungen im Detail folgen kann und sich gemeinsam mit dem Ermittlerteam Schritt für Schritt dem Täter nähert, ohne das nur einen Moment Langeweile aufkommt. Gut gemacht auch das Ermittlungsblatt, dass von Zeit zu Zeit im Buch ausgedruckt wird und sich immer mehr mit Hinweisen füllt, je weiter die Ermittlungen vordringen.

Die Hauptpersonen des Romans wirken zu Beginn nicht gerade sympathisch, man fiebert jedoch mit ihnen mit. Nicht gerade neu, aber doch immer wieder wirksam, wie die beiden sich entwickeln, sich besser kennenlernen und lernen miteinander umzugehen.

Jeffery Deaver hat dieses Buch überaus spannend geschrieben und es weist so gut wie keine Längen auf. Anders als z.B. bei Hannibal steht hier nicht der Schockeffekt im Vordergrund, sondern dient nur als fesselndes Begleitmittel der detailgenauen Schilderung.

Absolute Spitzenklasse ist der Schluß des Buches. Wenn man endlich die Lösung des Falles vor Augen hat und das Buch schon beiseite legen will, wird noch ein Hammer obendrauf gesetzt.

Der häufige Wechsel der Perspektive mit der jeweiligen Sichtweise von Täter, Opfer und Ermittlungsteam ist meiner Meinung nach gut gelungen, ohne daß beim Wechsel die Spannung gestört wird. Dies jedoch ist Geschmackssache, manch einer wird sich gerade daran stören.

Natürlich wird beim Herausfinden der Hinweise der Dramaturgie zuliebe gelegentlich etwas dick aufgetragen. Auf manches, was die genialen Spurensucher erraten, kann man eigentlich gar nicht kommen. Auch der Aufbau des Labors in einer Privatwohnung wirkt nicht gerade realitätsnah. Dennoch bleibt die Glaubwürdigkeit abgesehen von einigen dramaturgischen Stilmitteln in großen Teilen erhalten. Was jedoch am meisten stört, sind die Klischees, ohne die ein Thriller – zugegeben – selten auskommt.

Abgesehen von der Darstellung der wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden ist der Roman recht anspruchslos und als reiner Thriller zur Unterhaltung zu sehen. Man hätte vielleicht mehr daraus machen können, wie z.B. im Bereich der aktiven Sterbehilfe, das wäre dann jedoch sicher nur auf Kosten der Spannung gegangen.

Ein spannender Thriller, der einen so fesseln kann, dass man ihn nicht mehr aus der Hand legt. Jedoch nichts für zart besaitete Gemüter.

  • Der Roman wurde 2000 erfolgreich unter dem Titel »The Bone Collector« bzw. »Der Knochenjäger« verfilmt. Denzel Washington spielte Lincoln Rhyme, Angelina Jolie Amelia Sachs.

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Michelle6040 zu »Jeffery Deaver: Die Assistentin / Der Knochenjäger« 19.12.2009
Es war mein erster Roman von Deaver und ich bin restlos begeistert. Ich habe inzwischen fast alle Lincoln Rhyme/Amelia Sachs gelesen, aber für mich der erste einer der Besten (zu Der faule Henker und das Teufelsspiel)
Ich habe den Film gesehen, aber das Buch ist sehr viel besser. Einfach toll und echt spannend !!
meuniucic zu »Jeffery Deaver: Die Assistentin / Der Knochenjäger« 18.12.2009
Wow - mein erster Roman von Jeffery Deaver und gleich so ein Knaller! Ein Pageturner, den man wirklich nicht mehr aus der Hand legen möchte.

Sehr gelungen, wie sich das Ermittlerduo Rhyme und Sachs langsam annähern und zu einem unschlagbaren Team zusammenfinden.

Die ihnen gestellten "Aufgaben" sind teuflisch, bauen eine irre Spannung auf und münden in eine temporeiche Story.

Deaver erweist sich als Meister darin, durch ständig neue Ultimaten einen immensen psychischen Druck sowohl auf die handelnden Personen als auch den Leser aufzubauen.

Kleinere Schwächen wie die etwas zu dick aufgetragene Kompetenz des "Superhirns" Rhyme und zum Teil übertrieben technisch-forensische Schilderungen der Ermittlungsarbeit fallen kaum ins Gewicht und schmälern das Lesevergnügen nicht im Geringsten.

Fazit: ein brilliant geschriebener Krimi, der Lust auf mehr macht und locker 95 Grad in der Bewertung verdient hat.
Bibliophagos zu »Jeffery Deaver: Die Assistentin / Der Knochenjäger« 21.08.2009
Jeffrey Deavers Knochenjäger ist ja schon mal verfilmt worden. Aber das Buch zu lesen ist ein Genuss sondersgleichen. Das Büchlein ist schon ein wenig dicker und die Schriftgröße eher klein - aber der inhalt und der Plot überzeugen in allem. Sowohl der forensische Teil als auch die persönlichen Höhen und Tiefen der Charaktere werden dicht und gut beschrieben.
Fazit 90-100Grad. Der Ermittler Lincoln Rhyme lässt einen nie wieder los!
sabrina13582 zu »Jeffery Deaver: Die Assistentin / Der Knochenjäger« 18.06.2009
Ein absolut gelungenes Buch. Wenn man einmal anfängt zu lesen kann man es garnicht mehr aus der Hand legen, weil es so super spannend ist. Die Geschichte ist toll erzählt und manchesmal bekam ich richtig Gänsehaut so hab ich mitgefiebert. Die Spurenlesung und Sicherung ist sehr detailliert und ausführlich beschrieben und die Charaktere sind toll gewählt und klasse dargestellt. Wobei ich zwischen Sympathie und Antipathie gegenüber Lincoln Rhyme schwanke, da er sich manches mal total daneben benimmt. Aber ansonsten ein absolut empfehlenswertes Buch,voller Spannung und Rätselraten wer denn jetzt der Mörder ist bzw. wie und ob er gefasst wird. Einfach nur klasse!!!
tigerlilli zu »Jeffery Deaver: Die Assistentin / Der Knochenjäger« 11.06.2009
Großartige Handlung, mit vielen Wendungen und einem, für mich überraschenden Ende.
Einziger Störfaktor für mich war, daß Rhymes Krankheit, seine Krankheitsbedingten Gerätschaften, sowie die zahlreichen forensischen Hilfmittel sehr ausführlich und ausdauernd beschrieben wurden.
Dies erfolgte nur im ersten Rhyme/Sachs Krimi und war vermutlich unumgänglich, um den Leser, genaustens über Rhymes Krankheit und seine Fähigkeiten als Forensiker in Kenntnis zusetzten.
Dies war zweifelsfrei gut recherchiert, mir jedoch einfach zu ausführlich.
Der Knochenjäger ist sicher nichts für schwache Nerven, denn Deaver schafft es, das grausame dahin siechen seiner Opfer direkt in unser Wohnzimmer zu bringen. Er läßt einem genug Raum, sich in die Opfer hineinzuversetzten und dies verfolgt einen über das Ende des Buches hinaus.
Mesotron zu »Jeffery Deaver: Die Assistentin / Der Knochenjäger« 19.12.2008
Die Rhyme/Sachs Reihe ist wirklich das bestes was ich seit langem an Krimis gelesen habe. Und auch die anderen Bücher von Jeffery Deaver sind sehr gut und spannend. Der Knochenjäger war nicht mein erstes Buch von Deaver, aber es ist eines meiner liebsten. Der Film ist sehr sehr viel schlechter und nicht zu empfehlen.
tedesca zu »Jeffery Deaver: Die Assistentin / Der Knochenjäger« 12.06.2008
Dieses Buch lebt für mich vor allem durch die Figur des Lincoln Rhyme, der mit seiner sarkastischen Art alle auf Trab hält und doch mit dem Fortlauf der Geschichte immer menschlicher wirkt.

Der Krimi selbst ist spannend, aber nicht herausragend - gute Unterhaltung, wenn man keine großen Ansprüche an Originalität und literarische Qualität stellt.
Dino zu »Jeffery Deaver: Die Assistentin / Der Knochenjäger« 01.05.2008
Das schlechteste Buch das ich je gelesen habe.Von der ersten bis zur lezten Seite ist die Glaubwürdigkeit gleich null.(Dies gilt für den Täter ebenso wie für die Fahnder)
Dieser Rhyme weiss absolut alles ( z.B. dass der kleine Tintenfleck auf einem gefundenem Blatt Papier einer Tintenart entspricht die der Stempeltinte der Nationalbibliothek entspricht, und dies ohne Nachforschungen)
0 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Dino zu »Jeffery Deaver: Die Assistentin / Der Knochenjäger« 01.05.2008
Das schlechteste Buch das ich je gelesen habe.Von der ersten bis zur lezten Seite ist die Glaubwürdigkeit gleich null.(Dies gilt für den Täter ebenso wie für die Fahnder)
Dieser Rhyme weiss absolut alles ( z.B. dass der kleine Tintenfleck auf einem gefundenem Blatt Papier einer Tintenart entspricht die der Stempeltinte der Nationalbibliothek entspricht, und dies ohne Nachforschungen)
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pupp135 zu »Jeffery Deaver: Die Assistentin / Der Knochenjäger« 25.04.2008
Weil ich nicht zu lesen mehr hatte, habe ich mir das 5.Buch mitgebracht, was gerade als Taschenbuch erschienen war und mit beim Einkaufen aus den Regalen entgegendstrahlte.
Danach musste ich mir das erste besorgen, weil ich einfach nur wissen wollte wie alles begann.
Also Achtung, ds Buch macht süchtig. Deaver ist einer der wenigen, der die Menschen wirklich an den Sessel, mit seinen Thrillern, fesseln kann. Ich konnte nicht mahr aufhören zu lesen.
Die Figuren haben mich einfach fastzienert. Ein querschnittsgelähmte Tatortspezalist und die naive Amelia. Einfach ein super Duo.
Auch hat Deaver es gut drauf in seinen Büchern uns am Ende immer zu überraschen, denn es ist sicherlich nicht immer der Täter, von den man denkt das er es sein sollte.
Sehr zu empfehlen!!

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