Westküstenblues von Jean-Patrick Manchette

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1976 unter dem Titel Le petit bleu de la côte ouest, deutsche Ausgabe erstmals 1983 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich, 1970 - 1989.

  • Paris: Gallimard, 1976 unter dem Titel Le petit bleu de la côte ouest. 181 Seiten.
  • Paris: Gallimard, 1980. 181 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Berlin; Wien: Ullstein, 1983 Killer stellen sich nicht vor. Übersetzt von Wolfgang Proll. 176 Seiten.
  • Heilbronn: Distel-Literatur, 2002. Übersetzt von Stefan Linster. 169 Seiten.
  • Zürich: Ed. Moderne, 2006 Killer stellen sich nicht vor. Übersetzt von Martin Budde. Graphic novel. ISBN: 978-3037310083. 78 Seiten.

'Westküstenblues' ist erschienen als Hardcover

In Kürze:

Georges Gerfaut ist leitender Angestellter eines Konzerns in Paris. Dynamisch, erfolgreich, glücklich verheiratet, zwei kleine Töchter. Er macht mit seiner Familie Urlaub im Südwesten Frankreichs. Beim Baden im Meer versuchen plötzlich zwei unbekannte Männer, ihn umzubringen. Er weiß nicht warum. Als er am nächsten Tag von den gleichen Killern wieder angegriffen wird, flieht er, statt zur Polizei zu gehen, ins Zentralmassiv. Aber auch dort ist er nicht in Sicherheit. Nun schlägt der gejagte Gerfaut zurück: er muß sich die Killer vom Halse schaffen und deren Auftraggeber finden.

Das meint Krimi-Couch.de: »Vorher und hinterher das normale Leben « 40°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Georges Gerfaut ist eigentlich ein Durchschnittspießer, der recht erfolgreich einem kaufmännischen Beruf nachgeht und jedes Jahr mit Frau und Kindern an die Atlantikküste in Urlaub fährt. Doch in diesem Jahr folgen ihnen zwei Männer in das Kaff an der See, die den Auftrag haben, Georges umzubringen. Ihr Versuch, ihn im hüfttiefen Wasser zu ertränken misslingt und Georges flieht, Frau und Kinder zurück lassend, zunächst nach Paris. Doch die beiden Killer bleiben ihm auf den Fersen und Bürohengst Georges wird sich ihnen im Nahkampf stellen müssen.

Für Kenner der Romane Manchettes ist Westküstenblues eine Enttäuschung. Ziemlich uninspiriert erzählt der Autor die Geschichte eines Mannes, der durch seine Hilfsbereitschaft indirekt in Lebensgefahr gerät und der sich auf seine Weise zu helfen weiß. Trotz gerade mal 160 Seiten hat der Roman seine Längen. Ihm fehlt vollkommen die politische Dimension bzw. der Autor schafft es gerade mal andeutungsweise und alibihaft, eine solche einfließen zu lassen.

Ein Bösewicht wird präsentiert, der dann erst wieder im unspektakulären Finale in Erscheinung tritt. Stattdessen holpern die meiste Zeit dessen beiden Klischeebeladenen Handlanger durch den Roman, die sich von einem Sesselpupser vorführen lassen müssen. Nein, als Roman kann Westküstenblues eigentlich zu keiner Zeit überzeugen.

Als Drehbuch wiederum hat er seine Qualitäten. Manchette spielt mit einem überzeugenden Rahmen, der Fahrt auf der nächtlichen Peripherique rund um Paris und dem Motiv, dass Gerfaut vor und nach den Ereignissen einem spießig konservativen Lebensstil frönt. Er beschreibt Actionszenen und eine abenteuerliche Flucht, eine unglückliche Lovestory und eine finale Abrechnung. Mit Alain Delon in der Hauptrolle kann das funktionieren. Als Roman fällt es durch.

Thomas Kürten, September 2009

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Lundegaard zu »Jean-Patrick Manchette: Westküstenblues« 20.02.2005
Jen-Patrick Manchette erzählt hart und prägnant die Geschichte eines Mannes der plötzlich aus seinem gemächlichen, normalen Lebensfluß herausgerissen wird – warum das passiert und wie Georges Gerfaut darauf reagiert ... einfach lesen.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
rod zu »Jean-Patrick Manchette: Westküstenblues« 27.06.2003
harter roman mit hang zur detail-verliebtheit,macht süchtig nach mehr...
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Nathalie zu »Jean-Patrick Manchette: Westküstenblues« 08.01.2003
Mega cool
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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