Total Cheops von Jean-Claude Izzo

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1995 unter dem Titel Total Kheops, deutsche Ausgabe erstmals 2000 bei Unionsverlag.
Ort & Zeit der Handlung: Marseille, 1990 - 2009.
Folge 1 der Fabio-Montale-Serie.

  • Paris: Gallimard, 1995 unter dem Titel Total Kheops. 250 Seiten.
  • Zürich: Unionsverlag, 2000. Übersetzt von Katarina Grän und Ronald Voullié. ISBN: 3293201644. 250 Seiten.

'Total Cheops' ist erschienen als TaschenbuchHörbuch

In Kürze:

»Total Cheops«, rappen die Kids vom Marseiller Hafen, wenn es mal wieder drunter und drüber geht. Daran ist Fabio Montale nicht ganz unschuldig, der Polizist mit dem Hang zum guten Essen und einem großen Herz für all die verschiedenen Bewohner der Hafenstadt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Eine romantische, harte, südländische Ballade« 89°Treffer

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Nach Jahren freiwilligem Exil kehrt Ugo zurück nach Marseille. Manu, Ugos Jugendfreund, wurde umgebracht und Ugo hat nur eins im Sinn: Rache. Dass er dabei auch Lole, frühe Liebe Ugos und mittlerweile mit Manu liiert, über den Weg läuft, setzt eine Kettenreaktion in Gang. Denn auch Ugo wird umgebracht, mit Kugeln durchsiebt auf offener Straße.

Mittendrin steht Fabio Montale, der – als es ob es im Melting Pot Marseille als Polizist nicht genug zu tun gäbe – sich nun auch noch mit seiner eigenen Vergangenheit auseinandersetzen muss. Denn Ugo, Manu, Lole und er waren in ihrer Jugend eine schlagkräftige Clique, eine Bande, die vor Überfällen nicht zurückschreckte, sich aber auch die Zeit mit Büchern vertrieb.

Ein Mensch auf der Suche nach sich selbst und seiner Zukunft

Es kam damals wie es kommen musste. Ein Überfall lief schief und schon hatten die vier einen Toten am Hals. Jeder zog daraus seine Konsequenzen, der eine flüchtete auf eine Reise in die entlegensten Gebiete der Welt, der andere rutschte tiefer in die Kriminalität ab, ein anderer wechselte die Seiten und wurde Polizist – Montale, der Ich-Erzähler. Ein Einzelgänger, hart nach außen, scheu vor zu intimen Kontakten, ein Mensch auf der Suche nach sich selbst und seiner Zukunft.

Mit Manus Tod, Ugos Rückkehr und Mord hat Montale also einiges zu klären, privat wie beruflich. Und dabei gerät er in eine gefährliche Melange, in denen die rechtsgerichtete Front National eine ebenso wichtige Rolle spielen soll wie die Mafia. Und Marseille droht dabei weiter im Chaos zu versinken.

Ein genüsslich zu lesender südländischer Krimi-Cocktail

Total Cheops hat alles, was zu einem guten Krimi gehört: eine spannende Handlung, eine ebenso gut durchdachte wie letztendlich banale Lösung, interessante, vielschichtige, vom Leben gekennzeichnete und vom Autor hervorragend akzentuierte Figuren. Dazu eine Prise Liebe und Sex, ein Schuß Mafia und fertig ist ein genüsslich zu lesender südländischer Krimi-Cocktail.

Aber Total Cheops ist mehr, weit mehr als ein guter Krimi. Es ist zum einen eine Hommage an die Stadt Marseille (obwohl Autor Jean-Claude Izzo dabei jegliche Romantik abstritt). Wohlgemerkt: Die Hommage zielt allein auf Marseille selbst, auf seine Ab- und Eigenarten. Frankreich bzw. die französische Gesellschaft stellt Izzo hingegen an den Pranger, hält ihr den Spiegel vor. Und was sie und der Leser dort erkennt, ist beängstigend. Intoleranz gegenüber Fremden, ob nach Couleur oder Gesinnung. Gettobildung. Rohe, sinnlose Gewalt. Eine ermattete Polizei, die schon die Kontrolle über manche Viertel verloren zu haben scheint. Das Erstarken der Front National.

Hoffnung, Freundschaft, Sehnsucht, Illusion

Zum anderen ist es aber auch eine wunderbare Geschichte über Hoffnungen, Freundschaft, Sehnsucht und vor allem: Illusion. Denn nicht jede (körperliche) Zuneigung ist Liebe, nicht jede Cliquenbildung Garantie für eine Jahrzehnte währende Freundschaft, Frankreich für Übersiedler aus Nordafrika kein Paradies mehr.

Dass Jean-Claude Izzo diese Probleme und Fragestellungen in einem Kriminalroman thematisiert, ist schon lange nichts ungewöhnliches mehr. Spätestens seit den Schweden Sjöwall/Wahlöö wird der Krimi zur Gesellschaftskritik benutzt, auch Bestseller-Autoren wie Mankell oder Leon greifen diesen Punkt auf. Doch wirkt Brunetti im Vergleich zu Montale wie ein braver Onkel, Wallander in seiner Lethargie gar wie eine Schlafpille.

Scharf beobachtet, augenöffnend, schmutzig und durchdringend deutlich

Deswegen ist Total Cheops alles andere als ein »schöner« Krimi. Er ist scharf beobachtet, ungemein augenöffnend, schmutzig und durchdringend deutlich. Er zieht den Leser einem gewaltigen Strudel gleich hinunter in die Abgründe der mordernen französischen Gesellschaft; in die sich abzeichnende Auswegslosigkeit, in die Desillusion. Doch Izzo ist eben doch ein Romantiker. Denn am Ende siegt – überhaupt nicht in dieses Bild passend – die Liebe. Und das ist das einzige, was ich an diesem Roman wirklich zu bemängeln habe.

Anmerkung zur Ausgabe des Unionsverlags:

So gut die metro-Reihe des Unionsverlags auch sein mag, der Klappentext ist ein Schuss in den Ofen. Total Cheops rappen die »Kids« nicht, sie hören es. Außerdem hat es eine viel negativere Bedeutung, als dass es »mal wieder drunter und drüber« geht. Fabio Montale daran als »nicht ganz unschuldig« zu bezeichnen ist genau so eine Übertreibung wie die Behauptung, dass er »ein großes Herz für all die verschiedenen Bewohner hat«.

Fabio Montale ist an den Zuständen in Marseille insofern beteiligt, dass er ermittelt. Mehr nicht – eher ist er ein Spielball mafiöser Machenschaften denn Drahtzieher eines Chaos. Und ein großes Herz? Naja, gestehen wir dem durchaus sympathischen Polizisten zumindest ein Gewissen zu. Mehr nicht. Oder war da noch etwas mit Marie-Lou, dem Vater Leilas, Gérard, ...?

Hervorragend gelungen hingegen sind die Anmerkungen zu Total Cheops: Thomas Wörtche erläutert den Autor und sein Buch, es gibt sehr informative Worterklärungen und ein Kapitel »Izzo über Izzo«. Das wünscht sich der wissbegierige Leser.

Das meinen andere:

»Strahlend und verdreckt, edel und käuflich, sinnlich und verwelkt, brüderlich und hasserfüllt – in Total Cheops wird Marseille zur Bühne eines antiken Theaters.« (Le Monde)

»Total Cheops ist wie ein langes Stück Jazz« (Magazine Littéraire)

»Izzo hat die Saga von Marseille geschrieben« (A Suivre)

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Fabio Montale zu »Jean-Claude Izzo: Total Cheops« 11.04.2016
Total Cheops von Jean-Claude Izzo.
Im Rahmen des Französischunterrichts in der Oberstufe lasen wir diesen Krimi, um uns detailliert mit den Charakteren und den Landschaftsbeschreibungen auseinander zu setzen. Das Cover und die Dicke des 270-seitigen Buches luden schon nicht gerade zum Lesen ein.Einige Faktoren führten unsererseits zum Unmut bezüglich dieser Lektüre. Der größte Teil unseres Leistungskurses war zum Zeitpunkt der Lektüre 16 bis 17 Jahre alt, was ein entscheidender Grund für die fehlende Identifikationsmöglichkeit mit den Charakteren (die fast alle über 50 waren) darstellte. Der Altersunterschied wurde nicht einmal durch Sympathie aufgehoben, da Fabio Montales Verhalten als Polizist und Mensch nicht nachvollziehbar dargestellt wurde. Auch die Geschehnisse, die unter anderem Morde, Liebesaffairen und die unverhohlene Zuneigung zu der Stadt Marseille in allen Details und Facetten darstellten, fanden in unserem Kurs keine Fürsprecher.Besonders die Gestaltung der Sprache, der lokale Jargon und die kurzen bedeutungsschweren Sätze bereiteten uns besonders Schwierigkeiten. Ein angenehmer Lesefluss war nicht gegeben, da man relativ oft nach unbekannten Wörtern schauen musste.Zudem wurde es auf Dauer doch recht eintönig, wenn sich Landschaftsbeschreibungen über Seiten und Seiten zogen. Die Kriminalgeschichte an sich wird dadurch so sehr in den Hintergrund gerückt, dass man am Ende von der Lösung keineswegs überrascht war, da man sich durch alle Wendungen kaum an die einzelnen Charaktere erinnern konnte. Durch die KOmplexität und den Sprachgebrauch wurde es um so komplizierter, überhaupt der Handlung folgen zu können. Dies führte dazu, dass sich fast alle Schüler überfordert fühlten. Das lag nicht nur an der Sprachbarriere, da viele sich die deutsche Ausgabe zugelegt hatten, dennoch blieben die Unverständnisse.
Außerdem halten wir es nicht für angebracht, im Unterricht detaillierte Beschreibungen der Mordopfer sowie explizite sexuelle Gewaltdarstellungen besprechen zu müssen.Alles in Allem handelt es sich bei "Total Cheops" um ein fremdes, jedoch nicht weit entferntes Universum, in das wir freiwillig nie wieder zurückkehren wollen.
Ergo: Der zweite und dritte Teil der Trilogie werden sicherlich nicht gelesen werden.
Alex Bechthold zu »Jean-Claude Izzo: Total Cheops« 10.04.2015
Tja, wer hier Donna Leon erwartet ist fehl am Platz. Die Personen, welche von Izzo beschrieben werden, fühlen sich echt an. Es sind alltägliche Dinge und eben doch nicht so ganz alltägliche, die Izzo beschreibt. Die Gedanken gehen, wie im richtigen Leben, verschiedene Wege. Ein Gesicht, mag an ein Lied erinnern, das Lied an eine bestimmte Situation. Das beschreibt Izzo, konsequent. Die wenige französischen Begriffe lassen sich leicht nachschlagen und machen den Charme des Romans aus. Wer daran schon scheitert, dem ist nicht zu helfen. Natürlich muß man auch ein interesse an dem Ort und seinen problemen, bzw. Schönheiten haben. Wer Marseille und/oder Frankreich nicht interessant findet, ließt besser etwas anderes. Die "verwirrende" Erzählstruktur, ist eher dynamisch und "real" als verwirrend und läßt einen nicht los. Man will mehr über die verschiedenen Figuren und Personen wissen. Ein gelunges Buch, eine gelunge Triologie, die einen eintauchen läßt in die Persönlichkeit einer Stadt und eines Mannes.
Puma D. Ace zu »Jean-Claude Izzo: Total Cheops« 23.10.2014
Fabio Montale ist Polizeibeamter in Marseille: Ein melancholischer, frustrierter Einzelgänger, unfähig sein Leben in den Griff zu bekommen. Von Selbstzweifeln und Zukunftsängsten geplagt, ist er unfähig seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, insbesondere gegenüber den Frauen, die er liebt. Erst als zwei Jugendfreunde ermordet werden, erwacht Montale aus seiner Erstarrung. Die Suche nach ihren Mördern bringt Montale auf die Spur einer großen Intrige, in die die Mafia und die militante Rechte verwickelt sind. Er lernt die Regeln des Spieles kennen, das andere mit Marseille spielen und muß begreifen, das dieses Spiel ehrenvoll nicht gewonnen werden kann. Jean-Claude Izzo beschwört in seinem ersten Fabio Montale-Roman „Total Chepos" die Schönheit Marseilles, dessen Antlitz durch die Macht des organisierten Verbrechens, durch die Korruptheit und Brutalität der Polizei und den immer stärker werdenden Rassismus zunehmend entstellt wird. Der Schmelztiegel Marseille ist bedroht durch die wachsende Arbeitslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Kriminalität. Izzo besingt aber auch die Schönheit dieser Stadt und die ihr innewohnende pure Lebenslust. „Total Chepos" ist eine poetische Liebeserklärung, ein Roman voller Sprachgewalt, mitreißend und verführerisch. Ein Kriminalroman, der Zeitgeschichte und Spannung kunstvoll verwebt und eine Geschichte der Gewalt und sozialen Verwahrlosung mit viel Kenntnis und Anteilnahme erzählt.
Johannes Molitor zu »Jean-Claude Izzo: Total Cheops« 19.03.2011
Meine Erwartungen waren ziemlich hoch, als ich dieses Buch zu lesen begann. Ich war auf eine sehr lobende Rezension der `Marseiller Trilogie' gestoßen, hatte dann auch hier Reaktionen begeisterter Leser gefunden und war gespannt auf Krimis, die so viel mehr als Krimis sein sollten. Manchmal sind hohe Erwartungen eher schädlich. Ich jedenfalls wurde in diesem Fall enttäuscht. Die ganze Trilogie werde ich nicht lesen. Band 2 und 3 bringen ja anscheinend nicht wirklich Neues.
Mir ging's so: Ich begann wohlgemut zu lesen, ganz darauf eingestellt, das Buch gut zu finden. Aber so jenseits von Seite 100 setzte langsam eine leise Ernüchterung ein, zuerst von mir noch verdrängt. Doch dann musste ich mir bald eingestehen, dass mir das Buch nicht so gefiel wie erhofft. Und die letzten 50 Seiten oder so las ich mit wachsendem Unmut - der wohl größer als unbedingt notwendig war, eben weil ich zuviel erwartet hatte. Jedenfalls störte mich jetzt fast alles.
Mein persönlicher Eindruck: Inhaltlich eine eher wirre und verwirrende und deshalb wenig spannende sex and crime-Geschichte mit vielen Namen, aber ganz wenig halbwegs eindrücklichen Figuren; stattdessen nicht wenigen Charakterklischees (der desillusionierte Polizist, der zuviel trinkt, die Prostituierte mit dem goldenen Herzen, die mütterliche Haushälterin, die Verbrecher, die tolle Kumpels sind, die Mafia-Figuren von der Stange, die rassistischen Finsterlinge, etc). Geschrieben in einem Stil, der hard-boiled sein will, sich aber zu oft in schicken, fast genüßlichen Zynismen ergeht und, schlimmer, zu nicht immer kitschfreien Sentimentalitäten neigt, mit nur gelegentlich geglückten, allzu oft aber effekthascherischen Sprachbildern. Das kann nicht alles an der Übersetzung liegen. So etwas wie künstlerische Darstellungskraft kann ich nur mit gutem Willen gelegentlich entdecken.
Wäre das alles in Los Angeles beispielsweise angesiedelt, wäre der Roman bestimmt nicht so gelobt worden. Dass er dem Leser das eher exotische und viel weniger abgegraste Marseille nahe bringt mit seinen Vorort-Siedlungen (statt amerikanischer Gettos), ist meines Erachtens der Grund, warum diese Trilogie so günstig aufgenommen worden ist. Man bekommt das Gefühl, eine neue Welt mit ihrer Atmosphäre und ihren Problemen kennenzulernen. Aber auch da scheint mir, dass zum einen die Schilderung von Atmosphäre sich ein bisschen oft auf das Nennen von Straßennamen beschränkt. Und ob andererseits die Darstellung der Situation und der Zustände im modernen Marseille realistisch ist, kann wohl kaum ein Kritiker beurteilen, ich natürlich eingeschlossen. Selbst wenn sie authentisch sein sollte, bedeutete das nur eine journalistische Leistung und machte das Buch nicht literarisch bedeutsam.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
BZKKAI zu »Jean-Claude Izzo: Total Cheops« 21.09.2009
Eine gute Geschichte. Jedoch komme ich mit dem Stil des Autors nicht wirklich zurecht. Hinzu kommen viele Namen und Örtlichkeiten, und dass alles in Französisch.
Das Beste an dem Roman ist der Einblick in die multikulturelle Geschichte Marseille und die dahinter steckende Rassenproblematik.
Man muss glaub ich schon Frankreich-Fan sein, um diesen Stil und den Autor zu mögen. Für mich war es nichts.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
jur_70 zu »Jean-Claude Izzo: Total Cheops« 19.07.2009
Die Marseille-Trilogie lag nicht zuoberst auf meinem SUB, dennoch hat sie mich, ein langes wochenende vor mir habend, gradezu angesprungen, ich habe sie aufgefangen, aufgeschlagen und "Total Cheops" verschlungen. Monsieur Izzo beschreibt das leben in den ghettos abseits der touristengebiete in einer fesselnden mischung aus härte und traurigkeit, die mich von der ersten bis zur letzten seite fasziniert haben.
ich bin froh, die beiden anderen geschichten noch vor mir zu haben!
muprl zu »Jean-Claude Izzo: Total Cheops« 14.03.2009
"Total Cheops" ist ein Krimi, der wirklich unter die Haut geht. Die Waage des Lebens neigt sich hier ganz stark in Richtung Hass, Desillusion und Hoffnungslosigkeit. Es schwer zu lesen, einfach weil es von dieser Hoffnungslosigkeit tief durchdrungen ist. Nein, froh macht dieses Buch nicht - eher traurig. Und doch ist es genau diese Qualität, die "Total Cheops" zu etwas so besonderem und wichtigem macht. Es ist hart, es ist nicht gerecht, es ist halt das Leben in den französischen Vorstädten. Vor einigen Jahren konnte man in den Nachrichten ja das Ausbrechen des Gewaltpotentials und der Frustation in diesen "Einwanderergürteln" um die Großstädte verfolgen. Da zeigte sich, wie wahr Izzos Einschätzung dieses Milieus ist.
Izzo gibt den Leser nur ein sehr kleines Gegengewicht zu dieser Welt, durch Freundschaft, mütterliche Liebe, immer wieder ein wenig Lebensfreude und dem Versuch Montales, sich selbst treu zu bleiben.
Ich kann dem Rezensenten aber nicht zustimmen, dass am Ende "die Liebe siegen" würde. Montale hatte schon vorher genügend Liebesbeziehungen, die nie über das Anfangsstadium hinausgekommen sind - warum sollte es diesmal anders sein? Es ist nur ein weiterer Versuch zu entkommen, es ist ein weiteres Aufflammen von Lebensfreude. Aber Ändern wird es nicht viel für Montale und erst recht nicht für die düstere Perspektive des Romans.
Eva-Lotte zu »Jean-Claude Izzo: Total Cheops« 30.10.2007
Ich habe vor einiger Zeit den Sammelband mit allen drei Romanen gelesen und fühlte mich in Marseille aufgrund der hervorragenden Beschreibungen gleich "zuhause". Die Geschichten strömten für mich eine Traurigkeit aus, die durch die Liebesgeschichte im ersten Band abgemildert wurde, ich möchte diese nicht missen.
Schade, dass es keine weitere Fortsetzung geben kann...
Brio zu »Jean-Claude Izzo: Total Cheops« 31.08.2007
Roh, unverblümt, so wie das Leben in uns meist unbekannten Schichten zu sein scheint. Und gerade deswegen scheint Fabio leichter zu leben...
Sehr empfehlenswerte Bücher..Schade dass es nie mehr geben wird.
Conny-van-Haan zu »Jean-Claude Izzo: Total Cheops« 11.05.2007
Einfach großartig zu lesen. Mit jedem Satz verliert man sich in den Gassen, Träumen und Widersprüchen von Marseille.
Ein Muss für die Liebhaber freier Erzählungen, denn: es gibt keine Wahrheit, sondern nur Geschichten.

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