Der steinerne Kreis von Jean-Christophe Grangé

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Le concile de pierre, deutsche Ausgabe erstmals 2002 bei Ehrenwirth.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich und Mongolei, 1990 - 2009.

  • Paris: Albin Michel, 2000 unter dem Titel Le concile de pierre. 383 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Ehrenwirth, 2002. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 3-431-03543-4. 383 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2003. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 3828971733. 383 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2004. Übersetzt von Barbara Schaden. ISBN: 3-404-15072-4. 383 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe, 2008. Gesprochen von Tanja Geke. ISBN: 3-404-77321-7. 6 CDs.

'Der steinerne Kreis' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Ein Kind, das vom Ende der Welt kommt und ein geheimes Wissen in sich trägt. Gnadenlose Mörder, die seinen Tod wollen. Eine Frau, die alles tun wird, um es zu retten. Eine Reise, die die Gesetze des wissenschaftlich erklärbaren außer Kraft setzt. und bis in die Tiefen der mongolischen Taiga führt. Dort, wo der steinerne Kreis übers Leben und Sterben bestimmt. Dort, wo der letzte Kampf ausgetragen wird. Dort, wo Mensch, Tier und Geist eins werden. Die Apokalypse kann kommen.

Das meint Krimi-Couch.de: »300 Seiten Hochspannung 80 Seiten Fantasy-Quatsch« 53°

Krimi-Rezension von Lars Schafft

Diane Thiberge, junge und erfolgreiche Tierwissenschaftlerin, erfüllt sich ihren Traum: In Vietnam adoptiert sie ein Kind namens »Lü Sian«, dass sie kurzerhand Lucien nennt und mit ihm zurück nach Frankreich kehrt. Kurze Zeit später hat sie einen verheerenden Autounfall. Sie überlebt nahezu unverletzt, doch um Lucien steht es nicht gut. Nach zwei Wochen Kampf um das Leben des Jungen geben die Ärzte auf. Bis ein deutscher Heilpraktiker auftaucht und Diane durch eine außergewöhnliche Behandlung wieder Hoffnung gibt. Doch der Arzt wird am nächsten Tag tot aufgefunden. Ermordet auf eine absonderlich brutale Weise.

Mit dem Mut einer jungen Mutter recherchert Thiberge auf eigene Faust und findet heraus, dass der Unfall keineswegs ein tragischer Zufall sein musste. Parapsychologie – gibt es das? Und kann sie tatsächlich einen lebensgefährtlichen Unfall herbeizwingen? An Lucien muss etwas besonderes dran sein, konstatiert Thiberge. Und tatsächlich: Der kleine Junge kommt nicht aus Vietnam, auch nicht aus Südostasien – sondern aus der mongolischen Steppe. Von dem kleinen Volk der Tsewenen, das schon so gut wie ausgerottet galt. Damit nicht genug: Lucien soll ein »Wächter« sein, ein Kleinkind ausgestattet mit übersinnlichen Fähigkeiten …

Je tiefer die junge Mutter forscht, desto mehr Leichen pflastern ihren Weg. Auch sie selbst gerät in Gefahr, kann einer hochtechnisierten Killergruppe nur knappstens entkommen. Das gelingt ihrem einzigen Vertrauten in dieser verzwickten Sache, Inspector Patrick Langlois nicht, den sie tot an seinem Schreibtisch im Büro auffindet.

Verfolgt, verwirrt und gehetzt will Thiberge nun endlich an die Wurzeln des Rätsels um Lucien. Und in Moskau beginnt sie zu verstehen: Es dreht sich alles um ein Tokamak, ein riesiger Atommeiler für Kernfusion, den »steinernen Kreis«, in dem es 1972 einen enormen Störfall gegeben hat und große Teile des mongolischen Flachlands radioaktiv verseucht worden ist. Außerdem besagen Gerüchte, dass dort Tsewenen Opfer parapsychologischer Experimente geworden sind. Doch Thiberge ist nicht die einzige, die sich auf den Weg in die mongolische Steppe macht.

Bis dahin hat man dann gut und gerne 300 Seiten gelesen, ja gerade zu verschlungen. Wie die Protagonistin treibt es auch den Leser wie ein wildes Tier nach vorne. Das kann Grangé, zweifellos. Ein Meister des Thrillers. Je weniger es sich ausmalen lässt, was wirklich hinter dieser brutalen Story gemischt mit Parapsychologie steckt, desto spannender ist »Der steinerne Kreis«.

Doch, und das ist das traurige an Grangés neuestem Werk: Dort, wo der Leser die Antworten auf seine Fragen erhält und Protagonistin Diane Thieberge dem Rätsel ihres Adoptivkindes auf die Spur (und damit in die Mongolei) kommt, zerplatzt diese riesige Blase aus parapsycholigischen Ereignissen, sowjet-russischer Spitzel und ostasiatischer Mythologie. Originell, diese Verknüpfung? Nein, unbefriedigend ist das. Irgendwie wirkt das Ganze dann völlig übertrieben, zu skurril, wie aufgezogen und nicht mehr anzuhalten. Und der Schluss – Action. Pure Action, die nicht mehr nachvollziehbar ist.

War die Auflösung in Der Flug der Störche als abartig kranke Phantasie noch annehmbar, in Die purpurnen Flüsse schon so verworren, dass der Leser lieber nicht darüber nachdachte und sich einer hervorragenden und spannenden Handlung erfreute, ist sie in »Der Steinerne Kreis« eine Zumutung. Sie ist Humbug. Schmarrn. Stuss. Ein Griff völlig daneben, der jeden Leser, der von einem Thriller wenigstens eine halbswegs logisch nachvollziehbare Auflösung erwartet, aufs tiefste beleidigt. 300 Seiten hochklassiger Thriller, 80 Seiten Fantasy-Wahnwitz. Irgendwie wird man das Gefühl auch nicht los, dass Grangés tatsächliche Reise in die Mongolei ihm nicht wirklich gut bekommen ist. Aller guten Dinge drei – nicht so bei Jean-Christophe Grangés drittem Thriller.

Lars Schafft, August 2002

Das meinen andere:

»Einmal mehr zieht Grangé alle Register seines Könnens, versetzt den Leser in einen Zustand faszinierten Grauens und atemloser Spannung.« (Norddeutscher Rundfunk)

»´Der steinerne Kreis´ ist ein ausgezeichneter Thriller, der Fakten und Fiktion gekonnt vermischt und archaisches Wissen moderner Technologie gegenüberstellt.« (Evolver.at)

Ihre Meinung zu »Jean-Christophe Grangé: Der steinerne Kreis«

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Laurent zu »Jean-Christophe Grangé: Der steinerne Kreis« 03.09.2015
Ein hervorragend vielschichtiges Buch, das die Grenzen zwischen Weiss und Schwarz relativiert, das zeigt, dass das Unerklärliche nicht zwingend unbeschreibbar sein muss, mit einem Ende, das an eine Mickey-Mouse-Parade im Disneyland erinnert ... Starker Anfang, äusserst spannende Durchführung bis zum äusserst lausigen Ende ... Wer das Buch von hinten nach vorne liest, hat von Anfang an verloren, wer sich den Schluss nicht spart ebenso ...
Angie zu »Jean-Christophe Grangé: Der steinerne Kreis« 23.03.2015
Für mich ist es das erste Werk, welches ich von Grangé lese. Es ist interessant, inwieweit man Einblick in andere Kulturen bekommt. Die Verknüfung von Physik, Naturwissenschaften und "normales Leben" (Diane, deren biolog. Uhr tickt, ein Kind aus einer anderen Kultur adoptiert...etc.) und sogenannten PSI-Phänomenen finde ich interessant und absolut lesenswert. Allerdings habe ich das Buch auch noch nicht "ausgelesen"...Bin etwa im letzten Drittel.
azurit zu »Jean-Christophe Grangé: Der steinerne Kreis« 14.04.2014
Für mich war das Buch super. Ich mag die Hauptfigur und den armen Polizisten, der sterben muss (schade um ihn!) Russland, Tokamak, Mongolei...die wahnsinnigen Wissenschaftler, Totemtiere...
Das Ende ist ein bisschen fantastisch, aber sehr gut. Mir hat es gefallen. Bei Grange darf man sich sowieso nicht allzuviel Realismus erwarten.
BELSL zu »Jean-Christophe Grangé: Der steinerne Kreis« 18.09.2012
Ich glaube wenn der Steinerne Kreis mein erstes Buch von Grangé gewesen wäre, hätte ich kein weiteres gelesen.
Die Stärke des Herrn Grangé ist seine unerschöpfbare Phantasie, die Schilderung ferner Lande, die mich, die ich Erdkunde in der Schule haßte, dazu brachte, nach diesen Ländern zu googeln, seine Schwäche ist die Zeichnung von Charakteren, nur die Zeichnung anders strukturierter Polizisten und Jäger gelingt ihm gut.
Noch schlechter gelingt ihm, wie ich schon einmal sagte, die Darstellung weiblicher Akteure, sie bleiben blass und farblos, so auch Diana, die weibliche Hauptgestalt dieses Buches.
ronja._.raeubertochter zu »Jean-Christophe Grangé: Der steinerne Kreis« 13.06.2009
Meiner Meinung nach geht dieses Buch nun gar nicht. Es fängt vielleicht noch ganz gut an aber das Ende geht gar nicht. Es kommt einem so vor als hätte der gute Herr Grange mal kurz einen Aussetzer. Herr im Himmel so viel Phantasie das sich Menschen in Tiere verwandeln kann man vielleicht in ein Phantasiebuch einbringen aber doch bitte nicht in einen Thriller. Alle anderen Bücher von ihm fand ich bisher echt genial aber von diesem sollte man die Finger lassen.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Georg zu »Jean-Christophe Grangé: Der steinerne Kreis« 13.06.2009
In der Beschreibung oben ist ein Fehler :
"Diane Thiberge, junge und erfolgreiche Tierwissenschaftlerin, erfüllt sich ihren Traum: In Vietnam adoptiert sie ein Kind namens »Lü Sian«, dass sie kurzerhand Lucien nennt und mit ihm zurück nach Frankreich kehrt. Kurze Zeit später hat sie einen verheerenden Autounfall."

Sie adoptiert ihn in Thailand !

Das Buch ist am Anfang sehr spannend. Doch im Ververlauf des Buches wird alles unwahrscheinlicher und wirr. Bis zum schlechten Ende des Buches.
Dimitri zu »Jean-Christophe Grangé: Der steinerne Kreis« 22.05.2009
Der steinerne Kreis ist im klaren Gegensatz zu den vorhergehenden Werken Granges. Die Spannung ist die selbe, doch der Autor erkundet hier eine neue Ebene. Ich teile die Vorwürfe über den "Esoterismus" des Thrillers nicht: es gibt ware Begebenheiten die zum Beispiel ähnlichkeiten mit den Mutationen zeigen. Eigentlich bin ich schon ein bisschen über denn Schluss entäucht, alles geht etwas schnell und bricht mit den gewöhnlichen Auflösungen, aber im ganzen ist es wirklich gut gelungen.
TalkerOnline zu »Jean-Christophe Grangé: Der steinerne Kreis« 12.05.2009
Der "Steinkreis" war das erste Buch von Grangé, das ich gelesen habe - und fast hätte ich gesagt: auch gleichzeitig das letzte. Ok, man erhält Einblicke in andere Kulturen, aber dazu brauche ich nicht unbedingt einen Krimi, noch dazu einen, der viele Klischees bedient und Real-und Scheinwelt auf derartige Weise miteinander vermischt. Phantasie hat der Autor ja, aber was da zum Schluss als Lösung angeboten wurde, könnte vielleicht noch in einem Esoterikgeschäft unter der Ladentheke angeboten werden.
Dass ich vielleicht noch ein anderes Buch von Grangé lese, ist allein auf die Kommentare meiner geschätzten Mitleser hinsichtlich einiger anderen Werke zurück zu führen.
tedesca zu »Jean-Christophe Grangé: Der steinerne Kreis« 31.03.2009
Einmal mehr eine raffiniert angelegte Geschichte, die einen sofort in ihren Bann zieht. Diane wird rasant in Geschehnisse verstrickt, die bald ihren Verstand übersteigen. Geschickt lockt Grangé seine Protagonisten zu einem temporeichen Finale, das allerdings einiges an Toleranz des Lesers erfordert und vor allem den Esoterikfreunden Spaß machen wird, denn letztendlich ist die Lösung des Rätsels nicht von dieser Welt.



Zum Audiobook: Tanja Geke liest gut, verleiht der Geschichte noch zusätzlich Leben und Spannung.
Rolf.P zu »Jean-Christophe Grangé: Der steinerne Kreis« 15.01.2009
Das ist ein Thriller mit ein bisschen Fantasy, ein bisschen Science-Fiction, viel Action und ganz viel Frauenpower.
Leider kann das dritte Buch des Autors nicht mit den überragenden ersten beiden mithalten, es ist aber rasant geschrieben und sehr spannend.
Dieses Buch ist anders als die anderen Grangé-Romane. Er ist nicht weniger mysteriös oder spannend, aber er hält einige neue Elemente bereit. So begibt sich Grangé auf den etwas wackeligen Untergrund der Parapsychologie, und trotz meiner anfänglichen Skepsis halte ich diesen Roman für eine gelungene Gradwanderung zwischen Thriller und Fantasyroman.
Wer sich also mit parapsychologischen Phänomenen, auf die der Schluss des Buches hinausläuft, anfreunden kann und nicht so sehr an der Realität hängt, kann es sich gerne antun, allen anderen, die von einem Thriller einen gewissen Realismus erwarten, sollten sich dann doch Grangés anderen Büchern zuwenden. Sicher kann man dem Autor vorhalten, dass seine Geschichten wüste, an den Haaren herbeigezogene Erzählungen seien. Aber die genialen Einfälle, die Spannung die er aufbaut, die Charaktere, die er dem Leser an die Seite stellt, die unvorherzusehenden Wendungen machen die Bücher Grangés zu einem Lesevergnügen der besonderen Art.
Unbestritten ist, dass Grangé sehr gute Recherchearbeit liefert - ohne jemals dort gewesen zu sein - erhält man Einblicke in fremde Länder, Sitten und Gepflogenheiten - man kann davon ausgehen, dass er die Stätten seiner Bücher selbst bereist hat.
Das Buch endet zum Teil etwas unrealistisch, ist allerdings auch die notwendige Folge der Geschichte.

Also ein gutes Buch, aber nichts für Realisten!

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