Tatort Töwerland von Jan Zweyer

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2001 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Ruhrgebiet, 1990 - 2009.
Folge 6 der Rainer-Esch-Serie.

  • Dortmund: Grafit, 2001. ISBN: 3-89425-253-7. 220 Seiten.

'Tatort Töwerland' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Kurz vor Weihnachten erhält Rechtsanwalt Rainer Esch ein lukratives Mandat: Er soll zukünftig die Unternehmen von Marian Dezcweratsky juristisch beraten und vertreten. Ganz aktuell bekommt Rainer den Auftrag, nach Juist zu fahren und einige Leute zum Verkauf ihrer Grundstücke zu überreden, an denen Dezcweratsky interessiert ist. Allerdings ist des Anwalts Geschäftspartnerin und Lebensgefährtin Elke Schlüter weder von Mandat noch von dem Auftrag begeistert, ist doch Dezcweratsky im Hauptberuf ein Bordellbetreiber. Trotzdem lässt sie sich überreden, Rainer über die Feiertage zu begleiten. Auf Juist werden die beiden nicht gerade freundlich empfangen: Das Wetter ist rau und wird immer rauer, genau wie die Insulaner. Denn ein Golfplatz soll gebaut werden, und damit zusammen hängt auch Dezcweratskys Interesse für bestimmte Grundstücke. Und nicht alle Juister sind von dem Vorhaben begeistert. Aber noch etwas anderes beschäftigt die Menschen auf der Insel: Wenige Tage zuvor wurde eine Tote halb vergraben in den Dünen gefunden. Keiner weiß zunächst, wer die junge Frau überhaupt ist. Fest steht nur, dass sie ermordet wurde. Daher müssen auch die Kommissare Günter Müller und Dieter Buhlen die Feiertage auf der Insel verbringen, um den einzigen Juister Polizisten Enno Altehuus bei den Ermittlungen zu unterstützen. Dann stellt sich heraus, die Tote ist Marlies Wübber, die Tochter eines Bremer Teehändlers, der ebenfalls in die Grundstücksgeschäfte verwickelt ist. Stehen der Mord und das Gerangel um die dem Golfplatz nahen Grundstücke in Zusammenhang? Aber wie? Was hatte die 19-jährige Marlies mit den Geschäften ihres Vaters zu tun? Unversehens hat Rainer Esch ein neues Mandat: Er soll dem mutmaßlichen Täter helfen …

Ihre Meinung zu »Jan Zweyer: Tatort Töwerland«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

RiaKlug zu »Jan Zweyer: Tatort Töwerland« 01.06.2011
Jan Zweyer ist ein Scherzkeks. Jedenfalls kann ich mir nicht anders erklären, warum er Marian D. diesen unaussprechlichen Namen verpasst hat. Selbst beim Lesen bin ich ständig darüber gestolpert und fragte mich, was er damit bezweckte. zu seinen Gunsten nehme ich an, dass er sich über die Vorstellung beölt hat, wie die Leserinnen sich ihre Zungen daran verknoten.
Glücklicherweise spielt Marian D. über weite Strecken keine Rolle.
Dafür taucht ein zwielichtiger, vorbestrafter, drogensüchtiger, verhaltensgestörter Immobilien und Versicherungsheini auf, der von D. beauftragt wird, auf Juist Grundstückskäufe anzubahnen.
Das ist genauso glaubwürdig, als würde man (beispielsweise) Rainer Brüderle zur Wahl von Mr. Universum nominieren. Dieser Typ, Schwiebus benamt, was passend schmierig klingt, verursacht folgerichtig auch nur Spesen.
Daneben wird er als einkommensschwach (letzter Immoverkauf liegt lange zurück) und heroinabhängig beschrieben (pfeifft sich täglich was rein). Auch das ist nicht gerade logisch, denn wie ein heruntergekommener Landstreicher, was er nach lage der Dinge sein müsste) sieht er nicht aus.
Der Rechtsanwalt wird also hinterher geschickt und macht noch mehr Spesen. Das ist alles völlig unglaubwürdig. Ein gewiefter Aufkäufer würde sich einen lokalen Partner suchen und sich vor allem schlau machen, unter welchen Umständen überhaupt auf einer kleinen Insel Grundstücke zu haben sind.
Noch etwas, worüber ich stolperte:
Ein Aktivist gegen den Golfplatzbau postiert sich bei beißender Kälte mit Stand und Infomaterial am Fähranleger, statt vor einem Lebensmittelmarkt, beispielsweise. Logischerweise steht er da mehr oder weniger umsonst. Oder auch nur, damit die Leserin ihn und seine Aktivitäten kennenlernt.
Nachdem ich über diese Logiklöcher hinweg gehüpft war, entspann sich eine gut lesbare, solide erzählte Geschichte, die auch ein bisschen mit dem Klischee des gesunden, wind und wettergegerbten Insulanerpolizisten spielt, der sich diverse Köhm hinter die Binde kippt und trotzdem fitter als seine dort gestrandeten Hamburger Kollegen ist.
Das ist ganz amüsant, ohne wirklich allzuviel Tiefgang zu entwickeln.
Für die Figuren gilt ähnliches. Der Bremer Pfeffersack ist böse, habgierig, gefühlskalt und grabbelt Lehrmädchen an. Da passt es gut, dass er für einen Mord verantwortlich ist.
Den anderen Mord begeht einer, der erst kurz vor Schluss in der Geschichte auftaucht. Der rote Kennzeichnungspunkt für den Täter pappt ihm gleichsam auf der Stirn. Für FreundInnen des 'whodunnit', die gerne raten mögen, ist das ein Kick in die Magengrube.
Auch auf die Gefahr hin, dass ich mit meiner Litanei nerve: Im Text wimmelt es von kommentierenden Sprechworten. Manchmal auch ein neutrales Sprechwort (z. B. sagte), oft aber mit einem Adjektiv (z. B. genervt) versaut.
Das ist wirklich überflüssig und ärgerlich. Es widerspricht dem Grundsatz 'zeigen statt behaupten' und gängelt die Leserin, die sich an Hand des Gesagten selbst ein Bild machen möchte.
Trotzdem: Durchaus lesbare und unterhaltsame Lektüre.
Volker Hartmann zu »Jan Zweyer: Tatort Töwerland« 11.10.2009
Ich war eben für eine Woche auf Juist in den Ferien, und wenn man die kleine Insel einmal kennen und lieben gelernt hat, dann kommt dieser Krimi gerade recht. Spannend, gut lesbar, viel Inselflair, ein wenig politische Brisanz. Der Inselpolizist Enno Altehuus ist spitze. Ich bin sonst eher ein Fan englischer Krimis, aber Jan Zweyer lasse ich mir gern gefallen.
Ihr Kommentar zu Tatort Töwerland

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: