Franzosenliebchen von Jan Zweyer

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2007 bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Ruhrgebiet, 1910 - 1929.
Folge 1 der Peter-Goldstein-Serie.

  • Dortmund: Grafit, 2007. ISBN: 978-3-89425-605-0. 348 Seiten.

'Franzosenliebchen' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Weimarer Republik, Januar 1923: Keine zwei Wochen ist es her, dass die Franzosen wegen ausstehender Reparationsleistungen das Ruhrgebiet besetzt haben, da wird die Deutsche Agnes Treppmann ermordet. In unmittelbarer Nähe der Leiche findet sich ein französisches Armeekoppel. Für die Herner Nachbarschaft der Toten und die Polizei ist damit klar, französische Soldaten haben die junge Frau erwürgt. Doch die Gerichtsbarkeit steht unter Aufsicht der Besatzer und das Militärgericht spricht die in Verdacht geratenen Männer frei. In Berlin will man das nicht auf sich sitzen lassen. Die oberste Polizeibehörde schickt Peter Goldstein, der fließend Französisch spricht, an die Ruhr, damit er die Mörder überführt. Kein ungefährlicher Auftrag, denn sowohl die Besatzer als auch die heimlichen Widerstandskämpfer werden auf Goldstein aufmerksam …

Ihre Meinung zu »Jan Zweyer: Franzosenliebchen«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

detno zu »Jan Zweyer: Franzosenliebchen« 21.12.2010
Ein historischer Roman, bei dem der Mord an einem jungen Mädchen einen Berliner Polizisten in das Rheinland führt. Zwischen politischem (und somit nationalem) Widerstand und französischer Besatzungsmacht muss sich der Aufklärer äußerst konspirativ verhalten, da beide Seiten nicht lange fackeln, Gegner aus dem Weg zu räumen. Die Besatzer nutzen ihre Militärjustiz mit Erschießungskommando, die Widerständler (zum Teil Nationalsozialisten) den simplen Kopfschuss.

Die wirtschaftliche Lage im besetzten Gebiet und die politische Gewaltbereitschaft werden sehr einfühlsam geschildert, die einzelnen Peronen genau gezeichnet. Lediglich Kommissar Goldstein bleibt - finde ich - etwas blaß.

Der (kleine) Mörder wird letztendlich überführt, der (große) Täter mit dem weißen Kragen kommt davon.

Wie im Leben.

91°
anath zu »Jan Zweyer: Franzosenliebchen« 24.06.2009
Beim Lesen fühlte ich mich an den Film "Das Schlangenei" erinnert : die gleiche beklemmende Atmoshäre des aufkommenden Faschismus atmete mich an. Dabei ist mir das Ruhrgebiet nicht nur räumlich eher fern. Ich habe mich einfach nie sonderlich für seine Geschichte interessiert. Dieses Buch hat sie mir näher gebracht,mich Zusammenhänge besser verstehen und Ursachen erkennen lassen. Das macht mir das Buch wertvoll.
Hochinteressant die Schilderung der ersten Nazi-Gruppen,differenzierte Charaktere,greifbare Persönlichkeiten.Schade nur, daß die Schilderung der politischen Gegner eher plakativ und fast kabarettistisch blieb.
Kommissar Goldstein ist nicht wirklich ein Sympathieträger,vielleicht gerade darum glaubhaft.Fast liebevoll die Schilderung der Ruhrpott-Familie Treppmann und ihrer Nachbarn, mit all den Ängsten und kleinen Freuden, den Versuchen, sich irgendwie durch's Leben zu schlagen.
Relativ schnell ist klar, daß die beschuldigten französischen Soldaten wohl eher nicht als Täter in Frage kommen. Wer aber wirklich der Mörder ist bleibt lange offen und nicht nur Goldstein sondern auch der Leser wird auf manche falsche Fährte gelockt.
Alles in Allem ein empfehlenswertes Buch.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Jürgen Rieß zu »Jan Zweyer: Franzosenliebchen« 19.06.2008
Warum werden die Wertungen für dieses Buch denn eigentlich nicht gezeigt ?
Ich habe vor einiger Zeit bereits auf 94° bewertet. Gestern ist mir aufgefallen daß keine Wertung vorliegt und habe nochmals auf 94° bewertet. Heute ist wieder keine Bewertung vorhanden ?
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Franzosenliebchen

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.

Seiten-Funktionen: