Ein allzu schönes Mädchen von Jan Seghers

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2004 bei Wunderlich.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Frankfurt/Main, 1990 - 2009.
Folge 1 der Robert-Marthaler-Serie.

  • Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2004. ISBN: 3805207794. 464 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2005. ISBN: 3-499-23624-9. 479 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2006. ISBN: 978-3-499-24312-7. 478 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2010. Großdruck. ISBN: 978-3-499-33278-4. 733 Seiten.
  • [Hörbuch] Hamburg: Jumbo, 2004. Gesprochen von Miroslav Nemec. Texteinrichtung: Franziska Paesch. Produktion & Regie: Ulrich Maske. ISBN: 3833711647. 4 CDs.
  • [Hörbuch] Berlin: Argon, 2010. Gesprochen von Miroslav Nemec. ISBN: 3839890365. 4 CDs.

'Ein allzu schönes Mädchen' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Im Frankfurter Stadtwald werden die grauenhaft zugerichteten Leichen zweier junger Männer gefunden. Hauptkommissar Robert Marthaler wird mit der Aufklärung dieses schwierigen Falls betraut. Die grausamen Morde machen dem bedächtigen Mann zu schaffen, denn alle Spuren weisen auf eine Frau als Täterin hin. Und dann gerät auch Marthalers Privatleben aus den Fugen, denn seine neue Mitbewohnerin stellt eine ernsthafte Versuchung für den eigenwilligen Junggesellen dar.

Das meint Krimi-Couch.de: »Ein Start, der Lust auf mehr macht« 76°

Krimi-Rezension von Sabine Reiss

Robert Marthaler hat Urlaub. Er hat jedoch keine Chance, auch überhaupt nur den ersten Tag zu genießen, weil ihn ein Anruf erreicht, der ihn zurück in den Dienst ruft. Im Stadtwald zwischen Neu-Isenburg und Frankfurt hat ein Radfahrer eine Leiche gefunden, die aufgrund fehlender Papiere nicht identifiziert werden kann. Der Kriminaltechniker bietet ihm zunächst nur eine Spur: die Reste einer Tankquittung. Marthaler entschließt sich kurzfristig, zusammen mit einem Kollegen zu der Tankstelle in der Nähe von Bruchsal zu fahren, von der die Quittung stammt. Der Neffe der Tankstellenbesitzerin erinnert sich, das Opfer mit zwei anderen Männern und einer jungen Frau in einem metallicgrünen Fiat Spider gesehen zu haben. Und er kann ihnen sogar ein Teil des Kennzeichens geben. Bei drei in Frage kommenden Haltern suchen sich die Polizisten gleich jenen aus, der schon einmal mit dem Gesetz in Konflikt gekommen ist, aber der hat laut Aussage seines Bruders das Auto gerade verkauft. Eine Antwort, die sie der Identität des Toten nicht näher bringt, ehe sie nicht mit dem Vorbesitzer selbst sprechen können, dessen Aufenthaltsort jedoch unbekannt ist. Dann wird ein Bräutigam als vermisst gemeldet, der nicht zu seiner Hochzeit erschienen ist. Marthaler geht dieser Anzeige nach …

Ein europäischer Krimi

Als Jan Seghers alias Matthias Altenburg Krimis von Henning Mankell las, wusste er laut eigener Aussage, wie ein europäischer Krimi aussieht. Dass die Presse damit aus seinem Helden Robert Marthaler gleich einen deutschen Kurt Wallander macht, ist klar, aber meines Erachtens ein wenig übertrieben. Da wäre ja jeder alleinstehende Polizist gleich ein zweiter Wallander. Zugegeben, unser Held hier ist vielleicht einsam, ein bisschen kauzig, aber so melancholisch wie sein schwedischer Kollege nun doch nicht. Seine Einsamkeit ist nicht selbst gewählt, seine über alles geliebte Frau Katharina starb vor vielen Jahren als Geisel bei einem Banküberfall. Nach diesem traumatischen Ereignis entschied er sich für den Polizeidienst und zog nach Frankfurt. Eine sympathische Figur.

Eine zweite Aussage des Autors ist, dass ein Krimi vorwiegend aus Schauplätzen besteht und dass eine gute Recherche sehr wichtig ist. Dies spürt man ohne Zweifel bei der Lektüre, in der wir sehr viele Details über Frankfurt erfahren, minutiös verfolgen, auf welcher Route Marthaler sich durch die Stadt bewegt und wie wir mit seinem Auge alles beobachten. Vielleicht fällt es mir auch speziell auf, weil ich ihn Frankfurt wohne. Aber auch vor den Menschen macht die genaue Beschreibung nicht halt, glücklicherweise aber vor wirklich banalen Dingen.

Kein Erstlingsroman, aber ein Erstlingskrimi

Insgesamt ist der Stil recht prägnant, mit kurzen und eindringlichen Sätzen, die bei der Lesung von Miroslav Nemec sehr angenehm waren und auch ansonsten für einen guten Lesefluss sorgen.

All diese Vorzüge machen eines deutlich: »Ein allzu schönes Mädchen« ist kein Erstlingsroman, er ist sprachlich ausgefeilt und wäre ungetrübtes Lesevergnügen, wenn der Plot ebenso ausgefeilt wäre. Die Geschichte ist durchschaubar, was an sich kein großes Problem wäre, aber das Ende erscheint mir ein missglückter Versuch, das Ruder herumzureißen. Wo sich der Autor am Anfang noch viel Zeit ließ, wird es am Ende leider ein wenig wirr. Trotzdem, Jan Seghers macht mit seinem Start Lust auf mehr, sein zweiter Krimi ist schon in Arbeit.

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Berlin-Krimi zu »Jan Seghers: Ein allzu schönes Mädchen« 12.09.2011
Sympathisch. Der Kommissar, Marthaler, ist sympathisch. Er fährt Fahrrad. Er ist beziehungsgestört. Er hat überhaupt eine tiefe Verletzung... herrlich sympathisch.

Am schönsten fand ich aber, dass Jan Seghers alias Matthias Altenburg einen so schönen Handlungsstrang zu Beginn des Buches dargestellt hat. Wie ein Märchen wird dort das Dorf und der Bauernhof dargestellt, die Liebesgeschichte und das rätselhafte Wesen der "allzu schönen Mädchens".

Ich konnte mich kaum von diesem ersten Teil lösen - dachte ich, doch schon nach einem Absatz war ich "drin" und habe mit Freude auch den Szenenwechsel akzeptiert und den eigentlichen Krimi gelesen, der erst später und nur fragmenthaft wieder auf das "allzu schöne Mädchen" überblendet, bis...

...bis zu einem schlüssigen und befriedigenden Ende der Story.

Lyrisch und romantisch lässt Seghers den Krimi ausblenden.

Wirklich gut gemacht.
Detective Scotty zu »Jan Seghers: Ein allzu schönes Mädchen« 07.01.2011
Nach den vielen guten Meinungen habe ich diesen Roman in der Hoffnung angefangen, ein sprachlich ausgereiftes Werk zu lesen. Meine Hoffnung wurde gleich im ersten Teil erfüllt. Voll wunderbarer Poesie wurde das allzu schöne Mädchen eingeführt.
Als dann im 2. Teil der eigentliche Krimi anfing, wirkte der Stil sehr sehr hölzern. Straßenname um Straßenname wurde ohne Not aufgezählt ohne dass dies irgendetwas zum Flair beigetragen hätte. Unglaubwürdige Dialoge voller Trivial-Psychologie (Z. B. Marthaler am Anfang seine Kollegin tröstet). Naive Zufälle und völlig unglaubwürdiges Verhalten (Ich sag nur Junge Kunststudentin und steifer Beamter, und ach wie der Zufall es will, der liebe Gott hilft ein bißchen nach...ihr wisst schon).Die Hauptfigur kann man mögen oder nicht. Auf mich wirkte sie nicht schlüssig und stimmig. Allzu explizit wird seine Persönlichkeit skizziert (z.B. am Anfang seine Schusseligkeit).
Auch wenn das Buch alles andere als spannend war, es lies sich einfach und gut lesen. Und dass Jan Seghers Erzählungen schreiben kann, zeigt der erste Teil. Allerdings ist die internationale Konkurrenz so groß, dass der Krimi Fan nichts verpasst, wenn er auf dieses Werk verzichtet. 60 Points
Toyota zu »Jan Seghers: Ein allzu schönes Mädchen« 08.05.2010
Es war irgendwie langweilig geschrieben und richtige Spannung wollte nicht aufkommen. Anfängliche Autorenschwierigkeiten? Das Lesen hat sich für mich ziemlich gezogen. Ich bin froh, das ich mit der Braut im Schnee angefangen habe zu lesen (das war klasse!), sonst hätte ich mir kein weiteres Buch gekauft. Ich bin wahrscheinlich Andreas Franz verwöhnt :-)
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Sascha König zu »Jan Seghers: Ein allzu schönes Mädchen« 02.03.2010
Ich habe bewusst nach einem Krimi, der in Frankfurt spielt gesucht. Als ich dann im Internet und im Buchhandel gesucht hatte, bin ich auf Jan Seghers gestoßen. Das Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen! Ich konnte es kaum abwarten, bis sein nächstes Band raus kam. Und so ist auch noch heute... Wunderbarer Schriftsteller!!!
Dr.Dieter Rohnfelder zu »Jan Seghers: Ein allzu schönes Mädchen« 05.09.2009
Auch ich finde Kommissar Marthaler eine interessante Figur, aber die Story ist völlig unglaubwürdig und konstruiert. Ich kann bei Weitem keine 76 Grad geben wie die Rezensentin von Krimi-Couch.de, sondern - wegen einzelner sehr guter Szenen - nur 60 Grad. Jan Seghers sollte sich besser schlüssige und stimmige Plots ausdenken, schreiben kann er nämlich!
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ines Kretzschmar zu »Jan Seghers: Ein allzu schönes Mädchen« 26.12.2008
Das war eine Empfehlung - erst war ich nicht so begeistert - ein deutscher Krimi - oh je - aber dann folgte eine schlaflose Nacht und der Herr Kommisar wuchs mir an Herz - schöner Schreibstil- kurze ausdruckstarke Sätze - schöne Story wenn das Ende auch etwas zu gemütlich war - ich bin gespannt wie sich der Kommisar entwickelt - im Laufe der nächsten Bücher .
Mir gefällt diese etwas kauzige Figur die Jan Seghers geschaffen hat .
Freue mich auf das Weiterlesen.
Thorsten F zu »Jan Seghers: Ein allzu schönes Mädchen« 15.11.2008
Ich weiß nicht ganz genau, was ich von diesem Roman halten soll. Er hat mich auf irgendeine Weise fasziniert, so daß ich das Buch mehr oder weniger in einem Rutsch gelesen habe. Auf der anderen Seite hat er kommt mir aus jetziger Sicht die Story sehr fad vor. Sie ist nicht nur fad, sie wirkt auch total unrealistisch. Dazu kommt die wirklich unbefriedigende Auflösung des Falles. Von dem total verhunzten Epilog möchte ich nicht reden. Das wirkt handwerklich irgendwie unrund. Dazu kommt, daß ich das irgendwie schon mal alles gelesen habe, der depressive Kommissar und seine Probleme mit Beziehungen usw. . Aber wie gesagt, das Buch hat auch eine gewisse Faszination auf mich ausgeübt, weil die Schauplätze und die Personen sehr anschaulich beschrieben werden. Dies ist handwerklich wieder sehr gut gelungen. Wenn das Buch kein Kriminalroman wäre sondern würde das Leben eines Mittvierzigers in Frankfurt beschreiben, wäre es wirklich ein gelungenes Werk. Nun ja, trotzdem werde ich wohl noch die weiteren Bücher der Kommissar Marthaler Reihe lesen.
Maureen Lutz zu »Jan Seghers: Ein allzu schönes Mädchen« 18.06.2008
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es war gut und spannend geschrieben und hat mich positiv überrascht. Das es in meiner Gegend spielt war auch interressant.Das einige Fragen offen blieben und einiges etwas unrealistisch war sehe ich es als schriftstellerische Freiheit an.
Ich hätte auch gerne ein Bild von Manon gesehen.
Ich hoffe er macht weiter in diesem Stil
HerrHansen zu »Jan Seghers: Ein allzu schönes Mädchen« 18.12.2007
Für viele ist Seghers nur ein Versuch eines deutschen Mankells, aber so ganz passt dieser Ansatz nicht - Mankell liest sich etwas "runder", Seghers Handlung stock so einge Male und die nächsten Schritte sind entweder vorhersehbar oder für de Handlung etwas unangemessen.

Trotzdem ist "Ein all zu schönes Mädchen" ein gutes Buch, das man durchaus gelesen haben kann.

Leider habe ich zuerst "Die Braut im Schnee" gelesen... deshalb war ich etwas enttäuscht - TIPP: erst "ein all zu schönes Mädchen" und dann "die Braut im Schnee" lesen...
mase zu »Jan Seghers: Ein allzu schönes Mädchen« 26.03.2007
Der ungewöhnliche, vertäumte Prolog hat mir am besten gefallen.

Die Story plätschert vor sich hin, nicht schlecht nicht gut. Wallander hatte ich immer vor Augen, besonders durch die kleinen Reibereien in der Ermittlungsgruppe. Ein Buch, welches nach dem Lesen schnell wieder vergessen wird.

Aber, ein Foto hätte ich schon gerne von Manon gesehen!

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