Rosenrot, mausetot von James Patterson

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2000 unter dem Titel Roses are red, deutsche Ausgabe erstmals 2003 bei Ehrenwirth.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 1990 - 2009.
Folge 6 der Alex-Cross-Serie.

  • Boston: Little, Brown, 2000 unter dem Titel Roses are red. 400 Seiten.
  • Augsburg: Weltbild, 2003. Übersetzt von Edda Petri. 302 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Ehrenwirth, 2003. Übersetzt von Edda Petri. ISBN: 3-431-03313-X. 302 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 2004. Übersetzt von Edda Petri. ISBN: 3-404-15173-9. 301 Seiten.
  • [Hörbuch] Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2002. Gesprochen von Ulrich Pleitgen. ISBN: 3-7857-1225-1. 5 CDs.
  • [Hörbuch] Köln: Lübbe Audio, 2010. Gesprochen von Dietmar Wunder. ISBN: 978-3-7857-4232-7. 6 CDs.

'Rosenrot, mausetot' ist erschienen als HardcoverTaschenbuchHörbuch

In Kürze:

Alex Cross ist wieder im Einsatz, um gegen das Böse zu kämpfen, und jagt den gefährlichsten Gegner seiner Laufbahn: das »Superhirn«. Der brutale Killer hält ganz Washington in Atem.Die Menschen geraten in Panik und verlieren das Vertrauen in die Polizei. Kann Cross den raffinierten Mörder aufhalten?

Das meint Krimi-Couch.de: »Kaum einer der anderen Cross-Romane hat mich derartig bewegt wie dieser« 80°

Krimi-Rezension von Michael Matzer

Eine Reihe von Banküberfällen hält Dr. Alex Cross und das FBI in Atem. Bei den Überfällen finden regelmäßig unschuldige Menschen den Tod, offenbar mit voller Absicht. Die Skrupellosigkeit, Präzision und Brutalität der Ausführung schreiben sie einem »Mastermind« genannten Planer und Leiter zu. Die eigentlichen Ausführenden, die Handlanger, leben meist nicht allzu lange nach ihrer Tat. Mastermind istdarauf bedacht, keine Risiken einzugehen. Will sich Mastermind nur an den Banken für ungerechte Behandlung rächen? Die Ermittler tappen im Dunkeln.

Bis eines tages Mastermind seinen größten Coup landet. Mitten in Washington, D.C., lässt er mit seinen handlangern einen Touristenbus entführen. Im Bus befinden sich die Kinder und Gattinnen der Manager einer Versicherung aus Hartford, Connecticut. Mastermind fordert 30 Millionen Dollar Lösegeld, zum Teil in Diamanten. Die Übergabe des Geldes artet zu einem demütigenden katz-und-Maus-Spiel für die FBI-Agenten und Alex Cross. Doch sie haben Glück: Wenig später wird der Touristenbus in Virginia gesichtet, die Geiseln können – oh Wunder! – unverletzt – werden und wenig später sind sogar die Täter in New York City ausgemacht.

Mastermind ist leider nicht darunter, doch die geschnappten Cops geben Hinweise auf sein Aussehen und sogar auf seinen Aufenthaltsort. Und so kommt es, dass Alex Cross und seine Polizisten in einer psychiatrischen Anstalt Dienst tun. Nach mehreren Verfolgungsjagden haben sie zwei Verdächtige ausgemacht: Der eine hat die Banken auf dem Kieker, und der andere hat möglicherweise das Ding in Washington, D.C., durchgezogen. Doch sind sie Mastermind? Denn beide behaupten: »Sie ahben den Falschen erwischt.«

Alex Cross gerät heftig ins Schwitzen, als jemand beginnt, seine Kollegen vom FBI umzubringen, einen nach dem anderen, und alle waren an der Jagd auf Mastermind beteiligt. Und dies berührt ihn ganz persönlich.

Denn wie stets in Pattersons Romanen um den Polizeipsychologen Dr. Alex Cross spielt auch dessen Privatleben eine bedeutende Rolle, so etwa in dem soeben auf Deutsch erschienenen Roman »Wer hat Angst vorm Schattenmann« (O-Titel: »Pop goes the weasel«). Seine Familie bewahrt Cross praktisch davor durchzudrehen. In dem eben erwähnten Roman erleidet seine Freundin Christine schwere seelische Schäden. Dies führt dazu, dass sie nach ihrer Befreiung und Wiedereingliederung in Job und Familie ihre Beziehung zu Cross nicht aufrechterhalten kann. Die Belastung, die Furcht durch seine Arbeit ist ihr zuviel. Lediglich ihr Sohn Alex junior darf bei ihm bleiben, doch sie selbst verschwindet.

Beim FBI lernt Cross Betsey Buccieri kennen, die die Jagd auf Mastermind leitet, eine toughe und doch humorvolle Frau. Die beiden verlieben sich ineinander, und es ist bewegend mitzuerleben, wie die beiden ihre Beziehung vertiefen. Doch die Serie der Morde an Betseys Kollegen reißt nicht ab, und so kommt, was kommen muss: Alex Cross´ schwerste Stunde.

Dieser von der ersten Seite an mit Schockeffekten gespickte Roman endet mit einer Szene, die man sich nur aus Thomas Harris´ Hannibal-Romanen vorstellen könnte. Die Sätze kommen daher wie Hammerschläge. Und so bleibt der Leser voll Begierde zu erfahren, wie es weitergeht (in »Violets are blue«) – ein echter cliffhanger-Schluss.

Patterson hat seine patentierte Methode, pro Minikapitel nur eine Aussage oder eine Handlung zu schildern vervollkommnet. Auf drei bis fünf Seiten erzählt er das, worauf es ankommt. Sicher entsteht dadurch zuweilen der Eindruck, dem Leser würde etwas Wichtiges vorenthalten. Doch dieser Eindruck beruht lediglich auf der Weigerung, die eigene Vorstellungs- und Einfühlungskraft zu aktivieren. Es wäre schon sehr auffällig, wenn Patterson bzw. der von sich selbst berichtende Dr. Cross auf einmal anfangen würde, seine Gefühlswelt zu sezieren und vor unserem gelangweilten Auge auszubreiten.

Dennoch bewirkt diese Erzählmethode eine Art blinden Fleck im Informationsstand des Lesers bzw. der Protagonisten. Ich habe mich mehrmals gefragt: Wenn Cross oder Betsey nur einmal für fünf Minuten nachdenken würden, dann kämen sie bestimmt endlich auf die zündende Idee. Denn an Hinweisen besteht ja kein Mangel. Man kann Cross & Co. lediglich zugutehalten, dass Masterminds Aktionen sie ständig auf Trab und derart unter Stress halten, dass sie nicht zum Nachdenken innehalten können. Auch Cross´ Privatleben ist ja nicht ganz stressfrei. Signifikanterweise hat er seinen rettenden Geistesblitz, als er und Betsey eine Art Auszeit nehmen und es sich gut gehen lassen.

Unterm Strich: Ich kann nur sagen, dass mich kaum einer der anderen Cross-Romane derartig bewegt und erschüttert hat wie »Roses are red«. Die Szenen aus dem Familien- und Liebesleben sind emotional und humorvoll, das Finale hingegen packend und hammerhart – genau deshalb wohl, weil man es nicht erwartet.

Anmerkungen:

Am Anhang zum Haupttext findet der neugierige Leser drei Kapitel als Auszug aus Pattersons nächsten Roman »1st to die« (das ist zweideutig), in der ein Geisteskranker versucht, das schlimmstmögliche Verbrechen zu begehen. Er beginnt mit dem Meucheln von glücklichen Flitterwöchnern in ihrer Hochzeitsnacht.

»Roses are red« wurde inzwischen fortgesetzt in dem Roman »Violets are blue«. Wie so oft bei Patterson gehören diese Titel zu einem einfachen Song oder Kinderlied: »Roses are red, violets are blue, I´m so happy I´m home, I love all of you«. Es wird in »Roses are red« von Cross´ Tochter in – vermutlich abgewandelter Form – gesungen, nachdem sie aus dem Krankenhaus entlassen worden ist.

Ihre Meinung zu »James Patterson: Rosenrot, mausetot«

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kianan zu »James Patterson: Rosenrot, mausetot« 08.01.2013
Eine Ergänzung zu meinem vorhergegangene Kommentar zu dem Buch.

Für den einen oder anderen mag der Schluß nicht ganz schlüssig oder zu abrupt sein.

Daher einen kleinen Hinweis: Wem es so geht, sollte im Anschluß an "Rosenrot, mausetot" das Buch "Die Stunden der Rache" von JP lesen, dann wird dieses Gefühl aus meiner Sicht aufgelöst, da die beiden Bücher zusammenhängen.
kianan zu »James Patterson: Rosenrot, mausetot« 08.01.2013
Das sechste Buch um Alex Cross.

Wie von James Patterson gewohnt in einer einfachen und in kurzen Sätzen und Kapiteln gehaltenen Sprache, wird auch hier aus meiner Sicht wieder die spannende Geschichte in den Vordergrund gestellt.


Daher: Kein literarischer oder tiefgründiger Krimi, aber sehr spannend geschrieben, ich habe mit Alex Cross auf der Spur nach dem "Superhirn" mitgefiebert. Aus meiner Sicht gehört es sogar mit zu den besten Büchern von James Patterson.
Kom_Ombo zu »James Patterson: Rosenrot, mausetot« 05.01.2013
Ein überraschendes, ziemlich apruptes Ende ... mit einem "Superhirn", dass überhaupt nicht als "dieser" auf meinem Schirm war - nicht mal ansatzweise. Nun ja, bei den ganzen "Superhirnen" in diesem Buch auch nicht verwunderlich. :)

Das Buch ist flüssig geschrieben und die Story war ganz gut erzählt - war aber nicht bei Weitem so spannend, dass ich ohne längere Pausen ausgekommen wäre.

Es war schlicht gesagt, ganz okay!
Mango zu »James Patterson: Rosenrot, mausetot« 26.05.2012
Nach dem Buch komme ich mir irgendwie erschlagen vor.
Dieses "er ist das Superhirn" - "nein - er ist das Superhirn" - und ätsch - es gibt noch ein Superhirn ... ist etwas überstrapaziert worden.
Dankenswerterweise werden einem die schlimmsten Brutalitäten als Zeugen erspart, man erfährt immer erst hinterher, dass wieder jemand tot ist (Leichen pflastern seinen Weg).
Am Ende bleibt ein etwas leeres Gefühl: welches Superhirn wollte sich denn nun fortpflanzen? Das erste, zweite oder dritte? Und warum? Die Auflösung am Ende ist insofern unbefriedigend, als der Leser vom Denkprozess ausgeschlossen wurde. Denn auf DIESES Superhirn hätte man selbst nie kommen können.
Ich habe hier ziemlich das Gefühl, vom Autor geleimt worden zu sein. Außerdem bleibt der Eindruck von schlampiger Arbeit: so wurde zum Beispiel nicht untersucht, ob die Treffen der Gruppe mit Superhirn 1 zeitlich mit dem "Ausgang" zusammenfielen, den S1 hatte.

Immerhin muss ich zugeben, dass es nie langweilig wird und immer neue Spannungsbögen aufgespannt werden.
Thierrys-Liebste zu »James Patterson: Rosenrot, mausetot« 25.04.2010
Rosenrot, Mausetot war mein erstes Buch aus der Alex Cross Reihe und wird sicher nicht das letzte bleiben. Patterson hat einen flüssig zulesenden Schreibstil und beschreibt die Protagonisten anschaulich, ohne sich mit Belanglosikeiten aufzuhalten.
Auch das nicht ganz schlüssige Ende, lässt, zumindest mich, auf den nächsten Krimi von Patterson, hoffen. Auf jedenfall ein Krimi, den man weiterempfehlen kann.
Anni zu »James Patterson: Rosenrot, mausetot« 23.04.2010
Also von einem offenen Ende kann ja keine Rede sein. Ich möchte den Leuten, die dieses Buch noch nicht zu Ende gelesen haben nicht die ganze Spannung nehmen, aber im letzten Satz ist deutlich beschrieben, wer genau das Superhirn ist...

Ich fande, dass dieses Buch eines der Besten aus der Cross Reihe ist und den Nachfolge habe ich mir auch schon besorgt. Es ist äußerst spannend geschrieben, man kann das Buch zwar sehr schnell lesen, allerdings tut dies dem Buch keinen Abbruch.

Das Buch hat für mich persönlich keinesfalls das Niveau eines Groschenbuches, dass man für 2€ auf irgendeinem Grammeltisch erstehen kann! Es ist sehr lesenswert und man wird mit in die Geschichte hinein gezogen, gerade auch wegen den persönlichen Beziehungsschilderungen aus Cross's Leben.

Das Buch ist absolut empfehlenswert und wenn man mal so richtig mitfiebern will, ist dies genau die richtige Vorlage dafür!
CSIler zu »James Patterson: Rosenrot, mausetot« 22.11.2009
Das Buch ist etwas enttäuschend.
Da nicht aufgelöst wurde, wer das Superhirn ist und somit ein offenes Ende entsteht. Und man als Leser praktisch gezwungen wird, die Reihe weiter zulesen.

Durch dieses Buch ist mir auch klar geworden, dass man die Alex-Cross-Reihe der Reihe nach lesen muss!

Ich finde die Figur Alex Cross sehr sympathisch und sehr menschlich. Ein Vater der sich um seine Familie und Freunde kümmert.
Die sexuelle Beziehung zwischen Alex Cross und Betsey Buccieri hätte nicht so genau beschrieben werden sollen.

Die Ermordung von den 3 FBI-Agenten gegen Ende des Buches war auch nicht umbedingt der Renner.

Da die Kapitel wieder recht kurz sind, kann man das Buch sehr schnell lesen.
Bivo zu »James Patterson: Rosenrot, mausetot« 02.09.2009
Ich bin nicht der Ansicht, daß dieser Roman sich auf Groschenheftniveau reduziert. Es ist ein spannender Krimi in dem die Hauptfigur auch Schwächen im Privatleben zeigen darf. Das macht ihn nicht fiktiv, sondern real.
Den Roman DEAD habe ich auch gelesen und ich wurde nicht enttäuscht. Für mich werden noch weitere Alex Cross Romane folgen.
Friedrich zu »James Patterson: Rosenrot, mausetot« 10.07.2009
Mir ist schleierhaft, wie ein ein solch schlechter Schriftsteller dermaßen erfolgreich sein kann.Rosenrot Mausetot ist das erste und auch das letzte Buch von Patterson, das ich gelesen habe (glücklicherweise nur geliehen, nicht gekauft). Ein Roman auf Groschenheftniveau für die ganz anspruchslosen. Der unglaublich schlechte Schreibstil, der wahrscheinlich noch zusätzlich unter einer schwachen Übersetzung leidet, verhindert jegliches Interesse an den Figuren genauso wie das Aufkommen von Spannung. Ganz schlimm finde ich das ständige Verwenden des Kursivformats, quasi als Hinweis für den dummen Leser, dass hier was wichtiges oder ein ganz toller Gedankenblitz betont werden soll.Ein selbstmitleidiger Ermittler, der privat im Akkordtempo von schlimmen Schicksalsschlägen gebeutelt wird, völlig unglaubwürdige Verbrecher, die allesamt konturlos und banal bleiben, eine überflüssige Liebesgeschichte mit Dialogen, dass einem die Spucke wegbleibt ob der unfreiwilligen Komik sowie eine Handlung, die im Eilzugtempo geschildert wird mit viel zu vielen Schauplatzwechseln und Toten, als ob sich so die Spannung von alleine einstellt.Wenn ich ein solch oberflächliches Machwerk mit den tollen Büchern vieler skandinavischer Krimiautoren, allen voran Henning Mankell, oder den Montalbano-Krimis von Andrea Camilleri vergleiche, kommt mir Patterson vor wie ein Halbwüchsiger, der in der Schülerzeitung erste unbeholfene Schreibversuche unternimmt, mit dem Unterschied, dass hier keine Weiterentwicklung bzw. Besserung zu erwarten ist.
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Mali zu »James Patterson: Rosenrot, mausetot« 29.05.2009
Es ist das erste Buch, das ich von Ihm gelesen habe und es hat mir sehr gut gefallen. Ich war manchmal so sehr in das Buch vertieft als wäre ich ein Teil davon. Es ist als würde man alles hautnah miterleben. Mittlerweile habe ich auch noch weitere Bücher von Ihm gelesen und auch die gefallen mir sehr gut. Das Buch " Der Tag an dem der Wind dich trägt" ist mein absolutes Lieblingsbuch.

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