Im Dunkel jener Nacht von James M. Cain

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1953 unter dem Titel Galatea, deutsche Ausgabe erstmals 1972 bei Bastei Lübbe.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Maryland, 1950 - 1969.

  • New York: Knopf, 1953 unter dem Titel Galatea. 242 Seiten.
  • Bergisch Gladbach: Bastei Lübbe, 1972. Übersetzt von Annelie Christian. 154 Seiten.
  • München: Goldmann, 1999. Übersetzt von Annelie Christian. ISBN: 3-442-05859-7. 154 Seiten.

'Im Dunkel jener Nacht' ist erschienen als Taschenbuch

Das meint Krimi-Couch.de: »Zum Kriminalfall wird das Buch erst spät« 60°

Krimi-Rezension von Peter Kümmel

Der 26-jährige Duke Webster wurde wegen einer Schlägerei verhaftet , jedoch vom ausbeuterischen Mr. Valenty, genannt Mr. Val, freigekauft und von diesem als Landarbeiter zwangsweise angestellt. So musste er zum Beispiel Pflanzlöcher für Bäume ausgeheben. Als Holly Valenty, die korpulente Ehefrau des Tyrannen Duke das Mittagessen bringen will, fällt sie in eines dieser Pflanzlöcher und kann sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien. Duke hilft ihr und versucht, den Unfall zu vertuschen. Die beiden sind sich gleich sympathisch und nach und nach entwickelt sich eine Freundschaft zwischen ihnen.

Als Holly auf Grund ihrer Fettleibigkeit zunehmend gesundheitliche Probleme bekommt, entwickelt Duke, der früher Boxer trainiert hat, eine wohlschmeckende Diät für sie. Mit Dukes heimlicher Hilfe schafft sie es auch tatsächlich, ihre Pfunde loszuwerden und wird wieder zur hübschen Frau. Ihrem Mann gefällt dies jedoch gar nicht, denn dieser sah seine Frau lieber von ihm abhängig. Denn nur sein Geld konnte ihre Freßsucht befriedigen.

Natürlich verlieben sich Duke und Holly ineinander. Doch zwischen ihrem Glück steht noch immer Hollys Ehemann.

»Im Dunkel jener Nacht« ist mit 154 Seiten einer dieser handlichen Kriminalromane, wie sie früher geschrieben wurden, die man mal an einem Urlaubstag lesen kann. Cain bevorzugte überhaupt kurze Romane oder Kurzgeschichten. Sein längstes von etwa 40 Büchern hatte 373 Seiten.

Das Buch kann man keinesfalls als reinen Kriminalroman bezeichnen. Er ist eher von allem ein bißchen. Cain erzählt hier die Geschichte einer Freundschaft, die zur Liebesgeschichte wird. Außerdem stellt er die Verhältnisse in Maryland in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts sehr gut dar und spart dabei nicht an einer gehörigen Portion Gesellschaftskritik. Zum Kriminalfall wird das Buch erst auf den letzten 30 Seiten. Die Gerichtsverhandlung endet dabei mit einer überraschenden Pointe.

Die Handlung wird aus der Sicht von Duke geschildert und ist in der Ich-Form geschrieben. Cains Schreibstil ist einfach und durch viele direkte Rede sehr leicht lesbar. Störend wirken einzig zwei Rückblenden, die ohne erkennbaren Übergang zur Gegenwart eingeflochten sind.

Die Charaktere der Hauptfiguren sind sehr gut dargestellt. Besonders der Ausbeuter Mr. Val erscheint einem richtig plastisch. Ich könnte mir in einer Verfilmung in dessen Rolle sehr gut einen Edward G. Robinson oder einen James Cagney vorstellen. Auch die Charaktere von Duke und Holly sind hervorragend gelungen, wenn es mir auch schwerfällt, mir beim Lesen die überaus schnelle Verwandlung vom fetten häßlichen Entlein in eine Schönheit vorzustellen. Ich finde dies etwas zu dick aufgetragen vom Autor, der dabei autobiografische Züge verarbeitet hat, denn auch er war stark übergewichtig und hat anschließend viel Gewicht verloren.

Die Randfiguren dagegen bleiben doch recht farblos und sind nicht mehr als notwendiges Beiwerk. Ich hatte des öfteren Probleme, die Namen den entsprechenden Rollen zuzuordnen.

Ein Buch, das man häufiger auf den Wühltischen findet. Für kleines Geld sicher kein Fehlkauf, aber auch kein Roman, der einen noch lange beschäftigen wird. Eher eine leichte Urlaubslektüre.

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Marc zu »James M. Cain: Im Dunkel jener Nacht« 20.09.2003
Das Buch entstand nicht in Cains Zeit in Hollywood, es entstand in seinem neuen Heim in Maryland. Cain hat immer bereut, dass er Hollywood den Rücken kehrte und somit auch keine Deals mehr für lukrative Drebücher abschließen konnte. So kommt auch das Buch an seine besten Werke nicht mehr an. Ungewöhnlich sanft geht Cain mit seinen Protagonisten um und ein Scheitern der Beziehung am Ende, wie beispielsweise in seinen früheren Werken, findet nicht statt. Trotzdem ein Muss für jeden Liebhaber dieses Autoren.
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