Die Rechnung ohne den Wirt (Wenn der Postmann zweimal klingelt) von James M. Cain

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1934 unter dem Titel The Postman Always Rings Twice, deutsche Ausgabe erstmals 1950 bei Rowohlt.

  • New York: Knopf, 1934 unter dem Titel The Postman Always Rings Twice. 187 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1950 Die Rechnung ohne den Wirt. Übersetzt von Hilde Spiel & Peter de Mendelssohn. 192 Seiten.
  • Frankfurt am Main: Ullstein, 1956 Die Rechnung ohne den Wirt. Übersetzt von Hilde Spiel & Peter de Mendelssohn. 155 Seiten.
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 1969 Die Rechnung ohne den Wirt. Übersetzt von Hilde Spiel & Peter de Mendelssohn. 124 Seiten.
  • München: Heyne, 1978 Die Rechnung ohne den Wirt. Übersetzt von Hilde Spiel & Peter de Mendelssohn. 125 Seiten.
  • München: Heyne, 1981. Übersetzt von Hilde Spiel & Peter de Mendelssohn. ISBN: 3-453-10563-X. 125 Seiten.
  • München: Heyne, 1981. Übersetzt von Hilde Spiel & Peter de Mendelssohn. ISBN: 3-453-01527-4. 125 Seiten.
  • München: Heyne, 1992. Übersetzt von Hilde Spiel & Peter de Mendelssohn. ISBN: 3-453-05451-2. 127 Seiten.
  • Taucha: Festa, 2011. Übersetzt von Hilde Spiel & Peter de Mendelssohn. ISBN: 978-3865521385. 160 Seiten.

'Die Rechnung ohne den Wirt (Wenn der Postmann zweimal klingelt)' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Frank Chambers, im Leben bisher ziemlich glücklos, findet in Nicks Tankstelle einen bezahlten Job und in Nicks Ehefrau eine Bettgenossin. Die hat schnell erkannt, dass Frank wie Wachs in ihren Händen ist. Mit seiner Hilfe will sie ihren alternden, ungeliebten Ehemann um die Ecke bringen. Der Plan gelingt. Wenn da nur nicht eine Lebensversicherung wäre …

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Buboter zu »James M. Cain: Die Rechnung ohne den Wirt (Wenn der Postmann zweimal klingelt)« 27.01.2012
Der Rumtreiber Frank Chambers "strandet" beim griechischen Lokalbesitzer Nick Papadakis. Er beginnt eine Affaire mit dessen Frau und die beiden beschließen den Grichen umzubringen. Nachdem der erste Versuch mißlingt, versuchen die beiden es ein weiteres Mal und zunächst scheint alles glattzulaufen.

Der Roman erstreckt sich über nur ca. 160 Seiten. Die Geschichte wird kurz, knackig, schnörkellos und spannend erzählt. Man merkt ihr das Alter kaum an. Cora ist in Anbetracht des Entstehungszeitpunktes erstaunlich eigenständig und emanzipiert. Ich konnte das Buch stellenweise nicht aus mehr aus der Hand legen. 90 °
Stefan83 zu »James M. Cain: Die Rechnung ohne den Wirt (Wenn der Postmann zweimal klingelt)« 15.08.2010
James Mallahan Cain. Ein Name, der sogar bei dem ein oder anderen belesenen Krimi-Freund auf ein Stirnrunzeln stoßen könnte, sind doch die Werke dieses amerikanischen Schriftstellers bereits seit Jahren von der Bildfläche der lieferbaren Bücher verschwunden. Dabei gilt Cain, der seine erfolgreichste Phase in den späten 30er Jahren hatte, als einer der Begründer des „Roman noir“ sowie des „Hardboiled“ in der Krimi-Kultur der Vereinigten Staaten. Er selbst hat sich besonders gegen letztere Etikettierung immer wieder gewehrt, da er sich eher als zeitgenössischer Romancier und weniger als Kriminalautor verstand. Von der Kritik angestellte Vergleiche mit Chandler sowie Hemingway zeigen, dass auch der Öffentlichkeit eine Einordnung zuweilen schwer fiel.

Fakt ist: Im Mittelpunkt der fast immer kriminalistischen, spannenden Handlung stand stets ein harter Kerl und Einzelgänger, welcher wie Chandlers Marlowe oder Hammetts Spade, zum Prototyp des toughen Ermittlers avancierte. Im Gegensatz zu den beiden anderen Autoren, war Cains Hauptfigur jedoch zumeist eine kriminelle oder gar der Täter selbst, was, für damalige Zeit noch unüblich, später von vielen anderen Schriftstellern (u.a. Donald E. Westlake) aufgegriffen wurde. Das ist auch in seinem Roman „Die Rechnung ohne den Wirt“ (auch bekannt unter „Wenn der Postmann zweimal klingelt“) nicht anders, der gleich dreimal verfilmt wurde. Besonders die zweite Fassung mit John Garfield und Lara Turner in den Hauptrollen gilt bis zum heutigen Tag als eines der Meisterwerke des Film Noir.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Ich-Erzähler Frank Chambers, der im USA zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise als rastloser Vagabund durchs Land reist und sich mit kleinen Gaunereien über Wasser hält. Bei einer seiner vielen Wanderungen macht er in der Gaststätte von Nick Papadakis halt. Der Tankstellen- und Restaurantbesitzer griechischer Herkunft stellt Frank kurzerhand als Hilfskraft ein, nichtsahnend, dass sich dieser sich auf den ersten Blick in Nicks attraktive junge Frau Cora verliebt und sich nur wegen ihr dazu entschieden hat, seinen Aufenthalt zu verlängern. Schon bald erwidert Cora Franks Gefühle und jedes sich bietende Schäferstündchen wird genutzt. Als jedoch für beide die Lage immer schlimmer wird, versucht Frank sie dazu zu bewegen, Nick zu verlassen. Cora aber fürchtet die Konsequenzen und den finanziellen Verlust einer Trennung, weshalb man sich schließlich darauf einigt, das Hindernis aus dem Weg zu schaffen. Der Mord scheitert in letzter Sekunde am Auftauchen eines Streifenpolizisten. Doch Frank und Cora lassen nicht locker und ersinnen einen neuen, teuflischen Plan. Alles scheint zu klappen … bis ein gewiefter Staatsanwalt Frank und Cora in die Mangel nimmt.

Weiter sei die Handlung an dieser Stelle nicht angerissen, da das Buch von James M. Cain (zumindest in der „Heyne Crime Classic“-Ausgabe) mit gerade mal knapp 125 Seiten nicht sehr komplex geraten ist. Ein guter Appetitmacher ist dieser Ausschnitt deshalb zwar nicht, was jedoch auch daran liegt, dass der 1934 im Original veröffentlichte Roman besonders im letzten Drittel seine Stärken ausspielt. Zu Beginn wird sich der eifrige Leser erstmal wundern, wo denn der Auftritt des titelgebenden Postmanns bleibt. Soviel sei gesagt und verraten: Er wird nicht in Erscheinung treten, da sich Cain damit auf die Veröffentlichungsgeschichte seines Romans bezogen hat. Nach 13 Absagen wurde das Manuskript erst vom 14. Verlag akzeptiert, wodurch sich die doppelte Bedeutung des englischen Titels herleiten lässt. „The Postman Always Rings Twice“ darf also an dieser Stelle so verstanden werden, dass „es immer eine zweite Chance“ gibt. Dies wiederum kann auch auf den Inhalt des Buchs bezogen werden, wo Frank und Cora ja ebenfalls einen weiteren Mordversuch wagen.

Nun zum Stil des Buches. Cain verblüfft mit einer altmodischen, aber doch sehr kantigen, direkten Sprache, welche extrem vom Naturalismus geprägt ist. Nichts wird geschönt, ausschweifende Beschreibungen sucht man vergebens. Alles was man liest, sieht man durch Franks Augen, welcher wiederum trotz seines unmoralischen und opportunistischen Charakters mit einer schon erschreckend nachvollziehbaren Logik handelt. Auf was sein Blick fällt, das gehört ihm. Und getreu diesem Motto schleudert der Leser an seiner Seite in das geplante Verbrechen hinein, welches Cain mit erbarmungsloser Kälte abhandelt. Wofür heutzutage ein Gros der Kriminalautoren dutzende Seiten sowie Blut und Gedarm bedarf, entfaltet hier auf kleinstem Raum eine noch viel schockierendere Wirkung. Gerade weil jegliches Gefühl fehlt, der Mord zur unausweichlichen Handlung stilisiert wird, schockt und bedrückt es. Ich fühlte mich während dieser Passagen unweigerlich an Truman Capotes „Kaltblütig“ erinnert, das eine (diesmal auf einer wahren Begebenheit beruhende) ähnliche Geschichte behandelt und letztlich deshalb auch ähnliche Gefühlsregungen bei mir zur Folge gehabt hat.

Was ebenfalls in diesem Roman auffällt, ist die doch sehr starke Rolle der Frau. Cora ist alles andere als eine junge Maid in Nöten, sondern eine zielgerichtete, überzeugende Femme Fatale, durch die Frank eigentlich erst in die kriminellen Handlungen verstrickt und somit vom Gelegenheitsdieb zum Mörder wird. Sie verschafft ihm den langvermissten Ehrgeiz, gibt ihm etwas worauf er hinarbeiten kann. Aber sie ist es schließlich auch die ihn verführt und korrumpiert.

Trotz dieser interessanten Personenkonstellation wäre „Die Rechnung ohne den Wirt/Wenn der Postmann zweimal klingelt“ wohl ohne das bereits oben erwähnte Ende nie zu so einem Erfolg geworden. Da man zwischendurch, trotz eigentlich anders gearteter moralischer Vorstellungen, stets auf das Glück des Paares hofft, fällt der abrupte, völlig unvorhersehbare Abschluss umso tragischer und berührender aus. Ohne Kenntnis des Films und damit der Geschichte hat mich dieses genial in Szene gesetzte Finale schlichtweg vom Hocker gehauen und nachhaltig beeindruckt. Das sahen 1990 auch eine Reihe von Krimi-Kritikern, Krimi-Buchhändlern und Krimi-Autoren so, die bei einer Rundfrage vom Bochumer Krimi-Archiv zum besten Kriminalroman, Cains Roman auf Platz 1 wählten.

Insgesamt ist „Die Rechnung ohne den Wirt/Wenn der Postmann zweimal klingelt“ zweifelsfrei ein Klassiker des Krimi-Genres, welcher auch heute noch zu bannen und zu beeindrucken weiß. Eine kurzweilige, aber tiefgründige und meisterhaft erzählte Geschichte, die trotz ihrer Kürze mit einer ganzen Reihe von Wendungen und Überraschungen aufwartet und verdienterweise im Juni des nächsten Jahres eine Neuveröffentlichung beim Festa Verlag erfahren wird. Dass ich mir diese zulegen werde, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
9 von 12 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Platinspoon zu »James M. Cain: Die Rechnung ohne den Wirt (Wenn der Postmann zweimal klingelt)« 05.05.2008
Hier hat Cain sein Gesellenstück geschrieben. Die Story ist ffür jeden nachvollziehbar und es kann jedem so passieren, eventuell in anderer Situation doch in ähnlicher Konstelation.

Zudem sind beide Verfilmungen jeweils im oberen Bereich des Genres anzusiedeln.
Lana Turner um Klassen besser als Jessica Lange anderseits Jack Nicholson gemeiner als John Garfield. Doch alle vier Protagonisten sind Schauspieler der Sonderklasse. Deshalb beide Verfilmungen unbedingt ansehen.

Das Buch 2+
1. Verfilmung 1
2. Verfilmung 2
Dr. Sanati zu »James M. Cain: Die Rechnung ohne den Wirt (Wenn der Postmann zweimal klingelt)« 09.04.2007
Mit diesem Buch hat James. M. Cain einen kurzweiligen, sprachlich gewöhnungsbedürftigen, spannenden und tragischen Kriminalroman geschrieben. Besonders das Ende ist dramatisch und unvorhersehbar. Sehr empfehlenswert. Von mir bekommt das Buch 90 °. Hut ab !!
Lundegaard zu »James M. Cain: Die Rechnung ohne den Wirt (Wenn der Postmann zweimal klingelt)« 27.04.2005
Diese Buch plätschert nicht einfach so hin ... es begleitet brutale Mörder von A-Z und vermag ihnen noch Menschlichkeit mitzugeben die es unerträglich werden lässt. Es stockt einem der Atem und man fliegt über die Zeilen. Ich glaube nicht, dass ich dies genial-glaubwürdige Buch irgendwann nochmal zu Hand werde nehmen können. „Wenn der Postmann zweimal klingelt“ ist ein Klassiker wie es nur ein Klassiker sein kann.
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
manu zu »James M. Cain: Die Rechnung ohne den Wirt (Wenn der Postmann zweimal klingelt)« 25.08.2004
keine frage, eines der besten bücher in der krimnalliteratur! caine ist einfach ein muss für alle krimifans! ein guter, spannender plot und eine anpruchsvolle literarische schreibweise zeichnen den autor aus. seine stories spielen im amerika der dreissiger jahre, sind also auch zeit-u- kulturreise. infos mit spannung und spass für den aufmerksamen leser.sehr empfehlenswert!
RolfWamers zu »James M. Cain: Die Rechnung ohne den Wirt (Wenn der Postmann zweimal klingelt)« 14.08.2004
Egal, ob man für Sayers oder Spillane schwärmt, dieses Buch MUSS man gelesen haben, wenn man über das Genre mitreden will.Ein echtes Meisterwerk !
Marc zu »James M. Cain: Die Rechnung ohne den Wirt (Wenn der Postmann zweimal klingelt)« 20.09.2003
Cain lässt wahrlich seine Protagonisten leiden: sie werden angeschossen, angeklagt, verprügelt, erleben Unfälle, doch immer wieder wendet es sich scheinbar für sie zum Guten. Aber nur scheinbar - das Ende dieses Romans steht in seiner Brillanz einer griechische Tragödie in nichts nach. Wohl einer der besten Romane, die Cain je schrieb. 1980 von Bob Rafelson verfilmt, mit den beiden Oscarpreisträgern Jack Nicholson und Jessica Lange in den Hauptrollen.
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