Mississippi Delta - Blut in den Bayous von James Lee Burke

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1988 unter dem Titel Heavens Prisoners, deutsche Ausgabe erstmals 1991 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Louisiana, 1970 - 1989.
Folge 2 der Dave-Robicheaux-Serie.

  • New York: Henry Holt, 1988 unter dem Titel Heavens Prisoners. 292 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Berlin: Ullstein, 1991 Blut in den Bayous. Übersetzt von Jürgen Behrens. ISBN: 3-548-10692-7. 318 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Berlin: Ullstein, 1993 Blut in den Bayous. Übersetzt von Jürgen Behrens. ISBN: 3-548-10734-6. 317 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Berlin: Ullstein, 1996. Übersetzt von Jürgen Behrens. ISBN: 3-548-24103-4. 317 Seiten.
  • München: Ullstein, 2000. Übersetzt von Jürgen Behrens. ISBN: 3-548-24814-4. 383 Seiten.

'Mississippi Delta - Blut in den Bayous' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Nach seinem Abschied von der Mordkommission in New Orleans hat sich Dave Robicheaux ins Delta des Mississippi zurückgezogen und einen Bootsverleih aufgemacht. Als er beim Krabbenfischen Augenzeuge eines Flugzeugabsturzes wird, holt das Verbrechen ihn wieder ein. Der Expolizist, der selbst ein kleines Mädchen aus dem Wrack rettet, wird stutzig, als die Behörden bei der Zahl der Opfer mogeln. Als er auf eigene Faust Nachforschungen anstellt, hagelt es Drohungen, und die Welt des Bayou versinkt versinkt in einen blutigen Alptraum.

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Juristan zu »James Lee Burke: Mississippi Delta - Blut in den Bayous« 19.11.2009
20°
Trist,humorlos,jeder Baum in den Bajous wird einzeln erwähnt,eine die Grenze zum Grotesken überschreitende Gebrochenheit des Helden,der zum Kontrast von geradezu perfekten Menschen umgeben wird,korrupte Regierungsbeamte,brutale Gangster,die Handlung besteht darin,die Spirale der Gewalt ständig weiterzudrehen (trittst Du mich montags zusammen,schlag ich Dir dienstags das Billardqueue über den Schädel).
Mich wunderts nicht,dass es die Bücher der Reihe nicht mehr gibt.
0 von 7 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Stefan83 zu »James Lee Burke: Mississippi Delta - Blut in den Bayous« 02.11.2009
Hardboiled.

Eine Genrebezeichnung mit der heutzutage immer mehr Schindluder betrieben wird und welche in den seltensten Fällen auf die damit bezeichneten Bücher zutrifft. Nur wenige schreiben sowohl stilistisch als auch thematisch noch im Stile der Begründer Raymond Chandler und Dashiel Hammett, und James Lee Burke, renommierter amerikanischer Kriminalautor, ist einer davon. Umso ärgerlicher also, dass seine Werke vom deutschen Buchmarkt inzwischen völlig verschwunden sind und auch die neueren Titel von ihm nicht mehr übersetzt werden. Was uns Lesern in Deutschland damit entgeht, zeigt sich einmal mehr anhand des zweiten Teils der Reihe um Dave Robicheaux, "Mississippi Delta - Blut in den Bayous".

Der ehemalige Ermittler von der Mordkommission in New Orleans hat sich nach seinem Abschied vom Dienst gemeinsam mit seiner Frau Annie in das Delta des Mississippi verzogen und dort einen Bootsverleih aufgemacht. Seine gewaltreiche Vergangenheit scheint wie sein Alkoholproblem hinter ihm zu liegen, die Zukunft ebenso rosig auszusehen, wie die Sonnenaufgänge über dem Bayou. Bis ein Flugzeugabsturz der Idylle ein Ende macht. Robicheaux, der den Aufprall während des Krabbenfischens beobachtet und ein kleines Mädchen aus dem sinkenden Wrack gerettet hatte, sieht sich plötzlich von der Gewalt eingeholt. Das Mädchen, auf den Namen Alafair getauft, ist eine illegale Einwanderin aus El Salvador und auch die anderen Besatzungsmitglieder haben eine mehr als schillernde Vergangenheit. Während die Einwanderungsbehörde Druck auf Dave ausübt und im offiziellen Bericht die Zahl der Opfer fälscht, droht nun auch noch Gefahr von anderer Seite. Einer der Toten hatte als Muli für den Rauschgiftbaron Bubba Roque gearbeitet. Dave, der von zwei Schlägern "dezent" darauf hingewiesen wird, sich herauszuhalten, verfällt in alte Muster und stellt auf eigene Faust Ermittlung an. Und sticht damit in ein kugelreiches Wespennest...

Spätestens nach der Lektüre dieses Buchs genießt James Lee Burke jetzt auch bei mir absoluten Kult-Status. Man kann einfach nicht anders als beeindruckt zu sein, wenn uns der Autor, selbst in den Bayous aufgewachsen, farbenreich und beinahe poetisch schön eine Landschaft malt, die man selbst zu sehen, zu schmecken und zu fühlen glaubt. Diese Intensität, diese Eindringlichkeit bezüglich der Wahrnehmung der Umgebung und der Figuren ist meisterhaft und durchsetzt von einer Tiefgründigkeit, welche man bei der Konkurrenz vergeblichen suchen wird. Dave Robicheaux ist weit entfernt von all den anderen schablonenhaften, stereotypen Figuren, die mittlerweile die Kriminalliteraturwelt bevölkern. Wenn er leidet, säuft, abstürzt, verzweifelt und kaputt zu brechen droht, sind wir direkt an seiner Seite, unfähig uns in irgendeiner Art davon zu distanzieren, derart aufwühlend sind Burkes Worte. Das der Autor dabei wohl streckenweise auch seine eigene Autobiographie mit einbringt, schimmert zwischendurch immer wieder durch.

Das allein würde genügen, um das Buch über die Masse zu erheben, aber auch der Krimiplot selbst hat es in sich. Spannend, mit stets bedrohlicher Atmosphäre durchsetzt, zieht er in den Bann, sich immer wieder in actionreichen Szenen entladend, durch die man sich selbst mitten im Geschehen glaubt. Am Ende, das mir persönlich etwas zu abrupt gekommen ist, bleibt schließlich nur eins: Der Hunger auf den nächsten Dave Robicheaux.

Insgesamt ist "Mississippi Delta - Blut in den Bayous" ein grandioser Hardboiled-Krimi aus den heißen Sümpfen Louisianas, an dem Freunde dieses Genres einfach nicht vorbeikommen. Die stark vom Buch abweichende Verfilmung kann da leider in keinster Weise mithalten.
4 von 4 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Bio-Fan zu »James Lee Burke: Mississippi Delta - Blut in den Bayous« 10.08.2009
Nun hat auch mich das James Lee Burke- Fieber gepackt. Obwohl ich schon sehr viel Gutes über ihn gehört hatte, war ich doch von der Intensität der Charaktere und des Plots angenehm überrascht. Ohne ihn gelesen zu haben, weiss ich nun, warum der 1. (sehr seltene)Teil der Dave Robicheaux-Reihe "Neonregen" heisst, denn Neon-Farben dominieren die Lokalitäten und Landschaften des Mississippi-Deltas. In dieser schwül-heissen Atmosphäre bestreitet Dave seinen Lebensunterhalt als Bootsverleiher und Angelzubehörverkäufer. Doch ein Flugzeugabsturz zwingt ihn, seine alte Profession als Cop wieder aufzunehmen und die Ereignisse lassen ihn auf seinen ganz persönlichen Abgrund zu steuern.
Man merkt, dass die Figur des Dave Robicheaux Burkes Alter Ego ist. Da ist mit Sicherheit viel Autobiographisches in die Handlung mit eingeflossen.
Für alle, die es hardboiled mögen, ein Muss!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Rolf.P zu »James Lee Burke: Mississippi Delta - Blut in den Bayous« 15.03.2009
Endlich einmal ein Hardboiled-Thriller, der das Attribut wirklich verdient.
Das Ganze ist aus meiner Sicht wieder in einer Burke typischen Manier locker-flockig zu Papier gebracht worden. Das Schöne dabei ist, dass er zum großen Teil auf Klischees verzichtet und sich auf die Story konzentriert.
Was die Bücher von James Lee Burke mit dem Protagonisten Dave Robicheaux so lesenswert macht, ist insbesondere dessen Darstellung. Dem Autor gelingt es, den Charakter facettenreich und in sich stimmig darzustellen, was nach leidiger Erfahrung des Reszensenten durchaus nicht jeder Schreiber kann.
Burke ist einfach ein guter Erzähler. Auch actionreiche Szenen vermag er ohne weiteres so zu beschreiben, dass der Leser jederzeit gut folgen kann und sich vor seinem geistigen Auge quasi ein Film abspielt. Auch das ist keine Selbstverständlichkeit. Hinzu kommt, dass Burke sich auch aufs Plotten versteht. Der Autor führt verschiedene Handlungsstränge zusammen, überrascht mit einigen originellen Einfällen und der Plot wirkt, obwohl der Handlungsverlauf zum Ende hin nicht wirklich lebensnah ist, kaum konstruiert. Und jede Seite vermittelt "Atmosphäre", wirkt nie kalt oder steril. Das ist nicht nur nicht langweilig, sondern richtig gut. Spannend bleibt die Geschichte bis zum Ende.

Fazit: absolut empfehlenswert für Krimifans!
Bartensen zu »James Lee Burke: Mississippi Delta - Blut in den Bayous« 25.09.2007
Mein erster Burke, hat mir sehr gut gefallen ... ein (Anti-)"Held" mit allen möglichen Ecken, Kanten und Schwächen ... eine spannende und fesselnde Story und die stimmungsvolle Atmosphäre der Bayous wirkt sehr sehr lebendig. Dazu ein Haufen gut beschriebener Charaktere, die man direkt lieben oder hassen wird.
Macht Spaß zu lesen, auch wenn man viel mit dem Hauptprotagonisten mitleiden muss.
Die anderen Bücher von J.L. Burke warten schon ... NUR warum sind einige davon so schwer zu bekommen ???
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