The Cutting von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2009
unter dem Titel The cutting,
deutsche Ausgabe erstmals 2011
bei Blanvalet.
Ort & Zeit der Handlung: USA / Maine / Portland, 1990 - 2009.
- New York: Minotaur Books, 2009 unter dem Titel The cutting. 326 Seiten.
-
München: Blanvalet, 2011.
Übersetzt von Leo Strohm.
ISBN:
978-3-442-37357-4. 509 Seiten.
'The Cutting' ist erschienen als
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In Kürze:
Als die nackte Leiche eines 16-jährigen Mädchens gefunden wird, deren Herz mit chirurgi-scher Präzision entfernt wurde, wird Detective Sergeant Michael McCabe, vor einiger Zeit von New York City in die vermeintliche Idylle der Kleinstadt gezogen, um ein neues Leben zu beginnen, mit dem Fall betraut. Unter Hochdruck machen McCabe und seine Partnerin, die toughe Maggie Savage, sich an die Arbeit. Doch mit der Entführung einer weiteren Frau hat das Grauen Portland endgültig erreicht: Jemand stiehlt die Herzen schöner junger Frauen.
Das meint Krimi-Couch.de: »Treibendender Plot, guter Mainstream-Thriller.«
Krimi-Rezension von Jörg Kijanski überspringen
Auf einer Mülldeponie wird die Leiche der sechszehnjährigen Katie Dubois gefunden, die vor einer Woche spurlos verschwunden ist. Bei der Untersuchung des Mädchens machen die Ermittler unter der Leitung von Detective Sergeant Michael McCabe eine schaurige Entdeckung, denn dem Opfer wurde mit äußerster Präzision das Herz entfernt. Offenbar war ein Chirurg oder ein Fachmann mit vergleichbaren medizinischen Kenntnissen am Werk, so dass McCabe den führenden Kardiologen der Stadt, Dr. Philip Spencer, befragen möchte. Dieser leitet zudem die Transplantationschirurgie im Cumberland. Doch die Zeit drängt bereits, denn noch am gleichen Tag, an dem die Leiche der kleinen Katie gefunden wird, wird die achtundzwanzigjährige Lucinda Cassidy als vermisst gemeldet. Beide Frauen sind bzw. waren jung, hübsch und aktive Sportlerinnen. Sollte sie das nächste Opfer eines Serienmörders sein, der es auf die Entnahme von Herzen abgesehen hat?
McCabes Verdacht , dass hier möglicherweise gezielt Herzen gesucht werden, um sie womöglich im Wege einer Transplantation einem anderen Menschen einzusetzen, wird von Dr. Spencer nachhaltig widersprochen. Eine Transplantation könne nur über offizielle Wege erfolgen, ein wie auch immer organisierter Schwarzmarkt sei völlig undenkbar. McCabe stößt das arrogante Gehabe des Doktors unangenehm auf; auch kann er nicht glauben, dass Katies Herz nicht für eine Transplantation infrage kommen soll. Als er bei seinen Recherchen auf den unaufgeklärten Fall der im Jahr 2002 ermordeten Elyse Andersen stößt, welcher ebenfalls das Herz entnommen wurde, ist allen Ermittlern klar, dass Lucinda Cassidy nur noch wenige Tage zu leben hat, denn der Mörder stieß immer binnen einer Woche zu. Konkrete Verdächtige gibt es allerdings zunächst nicht…
James Hayman hat mit The Cutting einen gradlinigen Pageturner vorgelegt, der trotz seiner rund 500 Seiten problemlos in zwei Tagen zu lesen ist. In »Echtzeit« beschreibt der Autor die detaillierten Ermittlungen der Polizei, die sich zunächst äußerst mühsam darstellen. Da mit dem Auffinden von Katies Leichnam fast zeitgleich Lucinda verschwindet, geht die Geschichte von Beginn an hohes Tempo und es gelingt dem Autor bis zum Schluss, dieses weitgehend zu halten. Die Hauptfigur des DS Michael McCabe wird sympathisch beschrieben, so dass man sich mit ihm durchaus anfreunden kann. Als alleinerziehender Vater einer dreizehnjährigen Tochter gelingt es ihm oftmals nur mit Hilfe von Bekannten und seiner Lebensgefährtin Kyra alles unter einen Hut zu bekommen. Dabei wollte McCabe eigentlich im beschaulichen Portland ein etwas ruhigeres Leben als Polizist führen, denn zuvor war er beim NYPD aktiv, wo er mit einer glänzenden Aufklärungsquote eine Art Kultstatus erreichte. Nicht zuletzt wegen seines fotografischen Gedächtnisses, dass es ihm ermöglicht, beispielsweise Augenzeugenberichte auch nach längerer Zeit noch wortwörtlich zu zitieren. McCabe vergisst nichts. Abgesehen davon, dass dieser Punkt vielleicht ein wenig überzogen erscheint sind die Figurenzeichnungen recht ordentlich.
Die Pluspunkte von The Cutting sind das treibende Tempo des Plots, die Einblicke in die – nicht immer – offizielle Transplantationschirurgie und die gelungene Figur des Protagonisten. Leider hat es der Autor versäumt genügend verdächtige Personen aufzubauen, so dass, abgesehen von einer kleinen Finte, die Lösung womöglich dem einen oder anderen Leser schon frühzeitig klar sein dürfte. Zudem überschlagen sich auf den letzten rund hundert Seiten die Ereignisse, was dem vorhergehenden Erzählstil ein wenig widerspricht. Alles in allem aber ein klarer Kauf bei dem am Ende die Vorfreude auf den nächsten Fall die Oberhand behält.
Jörg Kijanski, Juli 2011
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| Sarah_Ch zu »James Hayman: The Cutting« | 22.11.2011 |
|---|---|
| volker.reads zu »James Hayman: The Cutting« | 09.09.2011 |
