Stiller Schrecken von James Ellroy

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1986 unter dem Titel Killer on the road, deutsche Ausgabe erstmals 1989 bei Ullstein.

  • New York: Avon Twilight, 1986 unter dem Titel Killer on the road. 266 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Berlin: Ullstein, 1989. Übersetzt von Rainer Schmidt. ISBN: 3-548-22057-6. 278 Seiten.
  • Frankfurt am Main; Berlin: Ullstein, 1995. Übersetzt von Rainer Schmidt. ISBN: 3-548-23713-4. 278 Seiten.
  • München: Ullstein, 2002. Übersetzt von Rainer Schmidt. ISBN: 3-548-25258-3. 278 Seiten.

'Stiller Schrecken' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Marty war ein seltsamer Junge, hochbegabt, blitzgescheit und ungeheuer eigenbrötlerisch. Wie ungeheuer sollte sich erst Jahre später herausstellen.

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oblomow zu »James Ellroy: Stiller Schrecken« 19.09.2011
Meiner bescheidenen Ansicht nach der beste Serienmörderkrimi. Las den Roman vor ca. 20 Jahren, mit der Taschenlampe, nachts, allein, am See, beim Fischen.Es war schon stockdunkel, ich war auf den letzten Seiten, als es plötzlich aus einem nahen Busch heraus hustete.Es dauerte lange, quälend lange, (ich, nach längerer Erstarrung, aufspringend, die Taschenlampe wie eine Lanze in den Busch: Wer ist da? etc.) bis es sich herausstellte, dass das ein Igel war (die können wirklich husten, hört sich schrecklich an...).Ach ja. Vielleicht nur deshalb.Werd den Roman jetzt nochmal lesen, womöglich denk ich jetzt anders drüber.Was mich aber damals, soweit ich mich erinnere, überzeugte, war, dass der Begriff des Bösen, der in vielen Krimis leichtfertig gebraucht wird, hier, und zwar besser als in vielen anderen Romanen zum Thema, sehr genau untersucht, ja seziert und als eine Form der Freiheit definiert wird, die dem Guten überlegen ist, überlegen sein muss.
DAS IST DER BESTE ELLROY!Und, noch einmal: wenn von allen Serienkillerromanen (umgangssprachlich: Psychopathenschinken) nur ein einziger übrigbleiben sollte, der Beste, der... (sorry, ein starkes Wort:) Ultimative... (und seltsamerweise wahrscheinlich der Kürzeste...) dann ist es dieser.Wie weit die angesagten GewaltpornographInnen von der Beherrschung des Themas entfernt sind sieht man hier.LESEN LEUTE!PS:
Leider hat Herr Ellroy beschlossen später ein so ein richtig ernsthafter Schriftsteller zu werden. Nicht das ihm dass das nicht gelungen wäre...
Aber sein ganzes L.A. Spätwerk sagt mir nix. Sorry James.Stattdessen hier eine Lanze für das Frühwerk. In den Hopkins-Romanen ist der Fünfkilovorschlaghammer, den er in Interviews gern geschwungen hat, wesentlich präsenter.Reines weißes Licht!LESEN!Oblomow
Djan zu »James Ellroy: Stiller Schrecken« 20.08.2010
Danke auch an Lars Mielke das er hier die komplette Handlung und das Ende des Romans verrrät! Wirklich sehr toll, anscheinend ist es für manche Zeitgenossen zu viel verlangt den oben genannten Hinweis zu lesen oder vielleicht selbst daruaf zu kommen bestimmte Teile des Buchs nicht zu verraten da andere dieses auch noch lesen wollen, vielleicht sollte der Kommentar entfernt werden.
Christian Wilkens zu »James Ellroy: Stiller Schrecken« 05.09.2005
Das einzig Wahre von James Ellroy. Ich war gefesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Ich habe zwar noch ein paar andere Romane von ihm, aber Begeisterung wollte einfach nicht mehr aufkommen. Kann man nur weiteremphelen, sofern man es noch bekommt.


Gruß

Christian
Lars Mielke zu »James Ellroy: Stiller Schrecken« 15.10.2002
Ein verstörendes Buch.
Es wird die Geschichte des Marty Michael Plunkett erzählt. Plunkett, der zum Massenmörder wird.
Wie es dazu kam, wird zwar erklärt, aber so richtig verständlich ist es nicht. Scheidung der Eltern, Hänseleien in der Schule - das alles sind keine wirklichen Gründe, Amok zu laufen. Der Trick besteht aber genau darin. Das ist das Mysterium, dessen sich Ellroy bedient. Eine eigentlich unspektakuläre Kindheit, und trotzdem wird aus dem jungen Plunkett ein grausamer und effizienter Killer.
Anders als in Ellroys Cop Romanen möchte man sich in dieser Geschichte nicht mit der Hauptfigur identifizieren. Jeder kleine Anflug von einem potentiellen Verständnis oder sogar Sympathiebekunden wird von Ellroy ohne große Umschweife zunichte gemacht.
Und so nimmt er den Leser mit auf Martys Höllentrip quer durch das Land und die Zeit. Man hat teil an seinen Morden und den Reaktionen, die sie hervorrufen. Mal werden die Morde von der Gesellschaft als das was sie sind wahrgenommen, nämlich als Verbrechen. Mal wird mehr über das Leben und die Verfehlungen der Opfer diskutiert. Je nachdem welche Stellung das Opfer in der Gesellschaft hatte. Unschuldiger Teenager oder homosexueller Pfarrerssohn. In den eingestreuten Zeitungsberichten oder F.B.I. Dossiers legt Ellroy die Ambivalenz der amerikanischen Öffentlichkeit im Verhältnis zur Gewalt offen.
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