Stiller Schrecken von James Ellroy

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

. ISBN-10: 3-548-25258-3, ISBN-13: 978-3-548-25258-2.

'Stiller Schrecken' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Marty war ein seltsamer Junge, hochbegabt, blitzgescheit und ungeheuer eigenbrötlerisch. Wie ungeheuer sollte sich erst Jahre später herausstellen.

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Christian Wilkens zu »James Ellroy: Stiller Schrecken« 05.09.2005
Das einzig Wahre von James Ellroy. Ich war gefesselt von der ersten bis zur letzten Seite. Ich habe zwar noch ein paar andere Romane von ihm, aber Begeisterung wollte einfach nicht mehr aufkommen. Kann man nur weiteremphelen, sofern man es noch bekommt.


Gruß

Christian
Lars Mielke zu »James Ellroy: Stiller Schrecken« 15.10.2002
Ein verstörendes Buch.
Es wird die Geschichte des Marty Michael Plunkett erzählt. Plunkett, der zum Massenmörder wird.
Wie es dazu kam, wird zwar erklärt, aber so richtig verständlich ist es nicht. Scheidung der Eltern, Hänseleien in der Schule - das alles sind keine wirklichen Gründe, Amok zu laufen. Der Trick besteht aber genau darin. Das ist das Mysterium, dessen sich Ellroy bedient. Eine eigentlich unspektakuläre Kindheit, und trotzdem wird aus dem jungen Plunkett ein grausamer und effizienter Killer.
Anders als in Ellroys Cop Romanen möchte man sich in dieser Geschichte nicht mit der Hauptfigur identifizieren. Jeder kleine Anflug von einem potentiellen Verständnis oder sogar Sympathiebekunden wird von Ellroy ohne große Umschweife zunichte gemacht.
Und so nimmt er den Leser mit auf Martys Höllentrip quer durch das Land und die Zeit. Man hat teil an seinen Morden und den Reaktionen, die sie hervorrufen. Mal werden die Morde von der Gesellschaft als das was sie sind wahrgenommen, nämlich als Verbrechen. Mal wird mehr über das Leben und die Verfehlungen der Opfer diskutiert. Je nachdem welche Stellung das Opfer in der Gesellschaft hatte. Unschuldiger Teenager oder homosexueller Pfarrerssohn. In den eingestreuten Zeitungsberichten oder F.B.I. Dossiers legt Ellroy die Ambivalenz der amerikanischen Öffentlichkeit im Verhältnis zur Gewalt offen.
Jahrelang kann Plunkett seinen Verfolgern durch geschickte Maßnahmen entkommen. Gestellt wird er erst, als er in dem jungen Policeman "Ross the Boss" einen Gleichgesinnten findet. Und nicht nur das, abgesehen davon, daß er Ross inspiriert, wird aus den beiden auch ein Liebespaar. Zwei Außenseiter, die aufgrund ihres ausgefallenen Hobbys ständig neben der "normalen" Gemeinschaft daherleben. Da Ross durch einen Fehler enttarnt wird und Marty verrät, ist die blutige Odyssee beendet. Obwohl die mögliche Todesstrafe erwartend, ist es Marty, der letztendlich triumphiert. Seine Memoiren werden von Buchverlagen, Psychatern und der sensationslüsternen Öffentlichkeit sehnsüchtig erwartet. Es scheint, als hätte er seine Morde nicht umsonst begangen. Sein F.BI. Widersacher zerbricht an der Vorstellung, ein Biest eingefangen zu haben nur damit dieser ein gefeierter Held der Medien wird und erschießt sich. Der Triump des Marty Michael Plunkett ist vollständig. Die Verwirrung des Lesers auch.
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