Jakob Arjouni

Jakob Arjouni (eigent. Jakob Bothe, geb. Michelsen) wurde am 8. Oktober 1964 in Frankfurt am Main geboren. Er wuchs in Frankfurt und Oberroden auf und besuchte ein Internat im Odenwald. Das Frankfurter Bahnhofsviertel lernte er bereits in seiner Jugend durch Pool-Billard kennen. Dort sowie durch Hammett-Romane und Leone-Filme wurde er bereits früh für seine späteren Romane inspiriert.

Nach dem Abitur zug es ihn nach Montpellier in Südfrankreich. Sein dortiges Studium brach er ab. Durch Jobs als Kellner sowie Badeanzug- und Erdnussverkäufer hielt er sich fortan über Wasser, bevor er 1985 seinen ersten Kayankaya-Roman Happy Birthday, Türke veröffentlichte, der später von Doris Dörrie verfilmt wurde. Danach schrieb er sein erstes Theaterstück.

1986 zog es ihn nach Berlin und er ging an eine Schauspielschule. Diese brach er jedoch ebenso ab wie sein Studium an der Freien Universität. Dann entstanden die nächsten beiden Kayankaya-Romane sowie ein weiteres Theaterstück. Für Ein Mann, ein Mord wurde er 1992 mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnet.

Zwischenzeitlich zog er nach Paris, wo er das Theaterstück »Edelmanns Tochter« schrieb, danach lebte er in Berlin, wo er in der Nacht auf den 17. Januar 2013 infolge einer schweren Krebs-Erkrankung starb.

Krimis von Jakob Arjouni(in chronologischer Reihenfolge):

Kemal-Kayankaya:
Happy Birthday, Türke (1985)
Mehr Bier (1987)
Ein Mann, ein Mord
(1991)
Kismet (2001)
Bruder Kemal (2012)
Magic Hoffmann (1996)
Chez Max
(2006)
Der heilige Eddy
(2009)
Cherryman jagt Mister White (2011)

»Wenn es in Deutschland einen Krimiautor gab, dessen Bücher nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich ernst genommen wurden, dann war es Jakob Arjouni, der dieses Privileg kennt und genießt, indem er es einfach für selbstverständlich hält.« (Profil)

»Jakob Arjouni – ein Markenzeichen unter Krimifans.« (Annabelle)

»Er versteht es so meisterhaft, einen deutsch-türkischen Marlowe in Frankfurt wiederaufstehen zu lassen, dass man manchmal sogar die Handlung vergißt und sich einfach auf den nächsten Dialog, den nächsten Szenenbeschrieb freut.« (Tages-Anzeiger)

Mehr über Jakob Arjouni:

  1. Förster, Jochen: »Mach mal langsam. Jakob Arjouni hört endlich auch auf Zwischentöne und wird vom Mäkler zum Menschenversteher«. In: Die Welt, 03.05.2003.
  2. Kaiser, Johannes: »Ein unsympathischer Held«. In: Deutschlandfunk; online in: dradio.de, 04.01.2005.
  3. nrc: »Jakob Arjouni«. Online in: hr-online.de, 26.02.2004.
  4. Tantow, Lutz: »Robin Hood aus Istanbul: Privatdetektiv Kemal Kayankaya im Gespräch mit Lutz Tantow«. In: Die Horen: Zeitschrift fur Literatur, Kunst und Kritik, Nr. 37, 1992, S. 44-47.
  5. Teraoka, Arlene A.: »Detecting Ethnicity: Jakob Arjouni and the Case of the Missing German Detective Novel«. In: German Quarterly, 1999, S. 265-289.

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