Eifel-Blues von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 1989
bei Grafit.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / Eifel, 1970 - 1989.
Folge 1 der Siggi-Baumeister-Serie.
- Köln: Weltkreis, 1989. 260 Seiten.
-
Dortmund: Grafit, 1989.
ISBN:
3-89425-442-4. 260 Seiten.
-
[Hörbuch] Frankfurt am Main: Lido, 2003.
Gesprochen von Dietmar Bär & Günter Lamprecht.
ISBN:
3-8218-5247-X. 3 CDs.
'Eifel-Blues' ist erschienen als
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In Kürze:
»Was will eine Prostituierte aus Köln nachts in der Eifel? Es ist kaum zwei Tage her, wir haben drei Leichen, zwei halbtotgeschlagene Männer, und eigentlich wissen wir nichts, absolut nichts. Sie sollten mit schnell die Rechnung machen, Herr Doktor.« »Glauben Sie, dass Sie keine Zeit mehr haben, um mich zu bezahlen?« Er grinste. Drei Tote neben einem scharf bewachten Bundeswehrdepot in der Eifel: Verkehrsunfall? Eifersuchtstragödie? Spionageaffäre? Der Journalist Baumeister wird krankenhausreif geschlagen, sobald er seine Recherche begonnen hat. Aber das macht seine verbissene Wut nur noch größer.
Das meint Krimi-Couch.de: »Humorvoll, in sich schlüssig, mit spannenden Momenten und überraschendem Schluß«
Krimi-Rezension von Peter Kümmel überspringen
Um seinen Garten wollte er sich eigentlich kümmern in seinem Urlaub. Doch das scheint wohl wieder nichts zu werden, denn sein Chef möchte gerne, dass Siggi Baumeister für ihn ein paar private Ermittlungen anstellt und das Ganze dann zu einer Reportage ausarbeitet.
Ein Mann und eine Frau sind vor ein paar Tagen nahe eines Bundeswehrdepots erschossen aufgefunden worden. Ein paar hundert Meter davon entfernt wurde ein weitere weibliche Leiche entdeckt. Die Bewohner des kleinen angrenzenden Eifeldorfes wissen zwar davon, doch keiner sagt etwas. Auch der Kriminalpolizei wurden vom MAD jegliche Ermittlungen untersagt.
Baumeister, der angelnde Feriengast
So bricht Baumeister als angelnder Feriengast getarnt auf, um sich in der Wirtschaft des an das Militärgelände angrenzenden Dorfes einzumieten und dort unauffällig ein paar Ermittlungen anzustellen. Dort kommt er ins Gespräch mit dem Studienrat Messner aus Köln, der dort ebenfalls angelnderweise ein paar Tage mit seiner Frau zusammen verbringt.
Nachts klopft es plötzlich an Baumeisters Tür. Der Gast ist eben dieser Messner, der den Journalisten auffordert, auf der Stelle abzureisen und jegliche Ermittlungen sofort zu beendet. Als Baumeister sich weigert, wird er von Messner brutal zusammengeschlagen. Nur mit Mühe kann er sich zu seinem Auto schleppen und nach Hause zurückkehren, wo unterdessen seine Freundin Elsa eingetroffen ist. Gemeinsam mit dem Arzt Dr. Naumann versorgen sie den verletzten Baumeister, dessen Neugier nun erst so richtig geweckt ist. Dr. Naumann war auch der Arzt, der geholt wurde, als die Leichen gefunden wurden. Er ist zwar auch zum Stillschweigen verdonnert worden, doch kann ihn dies nicht hindern, seine heimlich gemachten Fotos vom Tatort Baumeister zu übergeben.
Im Bundeswehrdepot soll eine Spionagegeschichte vertuscht werden
Baumeister findet heraus, dass der angebliche Messner als Hauptmann Hartkopf in eben diesem Bundeswehrdepot tätig ist und daß dort irgendeine Spionagegeschichte vertuscht werden soll. Denn am Tag des Mordes wurde ein LKW aus der DDR (der Roman stammt schließlich noch aus der Zeit kurz vor der Wende) in der Gegend beobachtet.
Mit dem Reporter Siggi Baumeister hat Jacques Berndorf einen durchweg sympathischen Typen geschaffen, der – wie wir Berndorfs Biografie entnehmen können – einiges von ihm selber hat, vielleicht sogar ein Wunschbild darstellt. Denn obwohl Baumeister ein wenig brummelig wirkt, hat er durchweg positive Züge. Er ist kein Held, aber überaus ehrlich und mag keine linken Tricks, wie sie in der Journalistenbranche durchaus üblich sind. Er engagiert sich für die ihm übertragene Aufgabe und nimmt dabei wenig Rücksicht auf sich selber. Doch ist es ihm sehr wichtig, diejenigen in Schutz zu nehmen, die ihn unterstützt haben, und auch seine Freunde können sich auf ihn verlassen.
Der Schreibstil Berndorfs ist einfach, flüssig und gut zu lesen. Auch eine gehörige Portion Humor fehlt nicht. Die Dialoge sind treffend, natürlich und entbehren nicht einer gehörigen Portion Wortwitz.
Mit dem Protagonisten zusammen
Das Buch ist in der Ich-Form aus Sicht von Siggi Baumeister geschrieben, so daß man als Leser immer mit dem Protagonisten zusammen ist, das weiß, was dieser weiß und sozusagen mit ihm mitfiebert. Gelungen ist auch der Spannungsaufbau, obwohl man keinen absoluten Reisser vor sich hat.
Die Charaktere sind durchweg detailliert und glaubhaft dargestellt, wenn er auch der prügelnden Soldatentruppe ein wenig das Image verpasst hat, wie man es sich gerne vorstellt. Glaubhaft auch, obwohl es mit Alfred, dem Arzt Dr. Naumann, Kommissar Rodenstock und dem alten Bauern Manning ein paar eindeutig positive Typen gibt und auf der anderen Seite mit Messner der ebenso eindeutig »Böse« steht. Auch die Randfiguren sind mit viel Liebe dargestellt und oft etwas pointiert gezeichnet. Sei das nun ein Schäfer oder ein Gastwirt
Ganz so idylisch wie die Eifel ist der Krimi nicht
Auch das Lokalkolorit der kleinen Eifeldörfchen fehlt nicht. Man kann sich gut in die schöne Landschaft mit Feldern, weidenden Schafherden und abgelegenen Gaststätten hineinversetzen. Und wer die Gegend zwischen Gerolstein und Adenau vielleicht sogar selber kennt, der wird noch mehr Gefallen an der genauen Beschreibung finden können. Doch ganz so idyllisch geht es in der Handlung nicht ab. Der Leser bekommt einige Actionszenen geboten und Siggi Baumeister hat einiges einzustecken. Doch dadurch, dass diese Szenen mit ruhigeren abwechseln, wirkt der Roman keineswegs hektisch. Gerade die starken Kontraste zwischen der Idylle auf der einen und dem Sumpf von Gewalt auf der anderen Seite machen eine gewisse Faszination des Buches aus.
Die Ende schließlich ist überraschend, wenn auch die Aufklärung ein wenig schnell und ohne großes Nachdenken erfolgt. Zwar ein klein wenig konstruiert, aber dennoch kann man dem Autor den logischen Aufbau nicht absprechen.
Ein solider Krimi mit sympathischen Figuren, humorvoll, in sich schlüssig, mit spannenden Momenten und überraschendem Schluß. Also durchweg positiv und ohne Kritikpunkte. Doch fehlt irgendwie das gewisse Etwas, das das Buch über andere seines Faches herausheben würde. Aber als Auftaktroman einer Krimiserie kann man ja nicht gleich das Nonplusultra erwarten. 250 in dreizehn Kapitel unterteilte Seiten bieten zumindest gute Unterhaltung.
Das meinen andere:
»Eine Eifel, völlig in der Hand der Bundeswehr, angesiedelt um Giftgasdepots, abhängig von betrunkenen Soldaten, überwacht von MAD-Schurken. Dazwischen nun der Journalist Baumeister, der eigentlich nur seine Ferien im ehemaligen Bauernhaus genießen will.« (Echo West/WDR)
»Ein Buch voller Wut« (Wilhelm Roth/FR)
»Ein Krimi von der echten Art, und das mit jeder Menge Eifelkolorit.« (SWF)
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| Stefan83 zu »Jacques Berndorf: Eifel-Blues« | 16.09.2009 |
|---|---|
| WelpeMax zu »Jacques Berndorf: Eifel-Blues« | 19.07.2008 |
| sonja100 zu »Jacques Berndorf: Eifel-Blues« | 20.06.2008 |
| Sherlock_Holmes zu »Jacques Berndorf: Eifel-Blues« | 18.11.2007 |
| serenata zu »Jacques Berndorf: Eifel-Blues« | 11.03.2007 |
| Tim zu »Jacques Berndorf: Eifel-Blues« | 09.02.2006 |
| Michael P. Stark zu »Jacques Berndorf: Eifel-Blues« | 28.12.2005 |
| mase zu »Jacques Berndorf: Eifel-Blues« | 01.08.2005 |
| Zizibee zu »Jacques Berndorf: Eifel-Blues« | 08.02.2005 |
| Alex zu »Jacques Berndorf: Eifel-Blues« | 22.11.2004 |
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