Verzeihliche Lügen von
Buchvorstellung und Rezension
Bibliographische Angaben
Originalausgabe erschienen 2005
unter dem Titel Pardonable Lies,
deutsche Ausgabe erstmals 2006
bei Wunderlich.
Ort & Zeit der Handlung: Großbritannien / England / London, 1930 - 1949.
- New York: Henry Holt, 2005 unter dem Titel Pardonable Lies. 342 Seiten.
- London: John Murray, 2006. 328 Seiten.
-
Reinbek bei Hamburg: Wunderlich, 2006.
Übersetzt von Sonja Schuhmacher.
ISBN:
978-3805208215. 408 Seiten. -
Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2007.
Übersetzt von Sonja Schuhmacher.
ISBN:
978-3-499-24325-7. 408 Seiten.
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[Hörbuch] Freiburg im Breisgau: Audiobuch, 2006.
Gesprochen von Franziska Pigulla.
ISBN:
3899642155. 6 CDs.
'Verzeihliche Lügen' ist erschienen als
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In Kürze:
Auf dem blanken Messingschild neben der Tür steht: Maisie Dobbs – Privatdetektivin. Ein skandalöser Beruf für eine junge Frau im London der dreißiger Jahre, aber Maisie ist schon immer ihren eigenen Weg gegangen. Mit dreizehn Jahren arbeitete sie als Hausmädchen, mit achtzehn studierte sie in Cambridge. Von dem geheimnisvollen Franzosen Maurice Blanche erlernte Maisie später ihr »Handwerrk«. Maisie Dobbs’ Spezialität – sie ermittelt mit Hilfe übersinnlicher Fähigkeiten. Eines Tages bittet Sir Cecil Lawton sie um Hilfe. Er hat seiner Frau auf dem Sterbebett versprochen, nach dem im Krieg gebliebenen Sohn zu suchen. Nie hatte Lady Agnes sich damit abfinden können, dass ihr geliebtes Kind tot sein solle. Ihre Verzweiflung trieb sie erst in den Wahnsinn, dann in den Tod. Maisie, die selbst in Frankreich als Krankenschwester Schreckliches erlebte, muss nun schweren Herzens dorthin zurückkehren. Dort macht sie eine Entdeckung, die ihren verehrten Mentor Maurice schwer! belastet …
Das meint Krimi-Couch.de: »Maisie Dobbs – Agentin mit Herz«
Krimi-Rezension von Sabine Reiss überspringen
Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg übt Maisie Dobbs in London einen recht ungewöhnlichen Beruf aus: Sie ist Privatdetektivin mit einer eigenen Agentur. Nachdem der Wunderlich-Verlag in Deutschland ihren Auftritt leider erst mit ihrem dritten Abenteuer startet, muss man sich ihren Werdegang aus den wenigen Anspielungen zusammenreimen:
Da ihre Mutter verstarb, als Maisie vierzehn Jahre alt war, wächst sie allein bei ihrem Vater auf, der bei Lord und Lady Rowan im Dienst steht. Lady Rowan fördert das junge Mädchen und ermöglicht ihr den Collegebesuch. Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs schwindelt Maisie bei ihrem Alter und verdingt sich als Krankenschwester in Frankreich an der Front – eine psychisch belastende und sehr prägende Zeit für ihr weiteres Leben. Nach dem Krieg wird sie von einem Freund der Rowans, Maurice Blanche, zur Detektivin ausgebildet und seit 1929 steht sie auf ihren eigenen Beinen, mittlerweile sogar mit einem Angestellten, der wiederum bei ihr die Geheimnisse der Recherche erlernt.
Alte und neue Geheimnisse
Der Krieg – The Great War – spielt in den Gedanken der Menschen immer noch eine große Rolle, zu tief sind die Wunden, die er im Land und in vielen Familien hinterlassen hat. So erhält Maisie von Sir Cecil Lawton den Auftrag, den Tod seines Sohnes Ralph zu bestätigen, ein Umstand, den seine Frau bis zu ihrem eigenen Tod nie akzeptieren konnte. Diese versuchte nicht nur einmal, durch ein Medium Kontakt zu ihrem einzigen Kind aufzunehmen. Schweren Herzens plant die Detektivin eine Reise nach Frankreich, da Ralph Lawton dort als Flieger seinen Tod gefunden haben soll. Ihr Mentor Maurice Blanche will sie aus unerklärlichen Gründen begleiten. Auch Maisies Schulfreundin Priscilla Evernden, deren drei Brüder im Krieg ebenfalls den Tod fanden, bittet sie um einen Freundschaftsdienst. Maisie soll herausfinden, wo ihr Bruder Peter in Frankreich gefallen ist, da die Familie von den Behörden hierzu keine näheren Auskünfte erhielt. Aber nicht nur die Reise nach Frankreich stellt eine Belastung für die Privatdetektivin dar, es scheint, als wollte jemand ihr Leben drastisch verkürzen …
Jacqueline Winspear bietet mit ihrem Roman eine überzeugende Darstellung der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen und zeigt die politische, kulturelle und wirtschaftliche Lage Englands in besagtem Zeitraum auf. Leise wird angedeutet, dass Hitlers Griff nach der Macht die Menschen bereits in ihren Entscheidungen beeinflusst. Der Hintergrund erscheint alles in allem gut durchdacht und durch umfangreiche Recherchen unterstützt. Obwohl Verzeihliche Lügen zeitlich nicht direkt in den Kriegesjahren angesiedelt ist, sind sie für den Leser dennoch sehr greifbar, nicht nur, weil die Protagonistin mit ihren Nachforschungen den Bezug zur Vergangenheit herstellt, sondern auch, weil das Leben davon immer noch beeinflusst wird. Emotional wird Maisie Dobbs durch ihre Reise so stark belastet, dass sie in Frankreich sogar einen Zusammenbruch erleidet.
Für Junge und Junggebliebene
Auch wenn die Detektivgeschichte nicht immer im Vordergrund steht, versteht es die Autorin, mit Andeutungen über Geheimnisse und Wahrheiten, die nicht ans Tageslicht treten dürfen, die Spannung zu schüren. Zwar wird dem geschulten Leserauge bald klar, dass die verschiedenen Handlungsstränge irgendwie zusammenhängen müssen, doch die Neugier auf den weiteren Verlauf der Geschichte bleibt erhalten. Trotz des etwas antiquierten Stils präsentiert Jacqueline Winspear einen lockere Geschichte, die sich sehr gut lesen lässt.
Geeignet wäre der Krimi sicherlich für Leute, die Walter Satterthwaits Miss Lizzie für gut befunden haben, auch wenn dazu noch ein Quäntchen fehlt; ganz sicher auch für junge Erwachsene und Erwachsene, die jung geblieben sind, und für die nicht jede Seite eines Buches mit Thrill voll gestopft sein muss. Aber auch Fans von historischen Kriminalromanen in der Art von Charles Todd kommen auf ihre Kosten. Verzeihliche Lügen ist ein originelles Buch, das ein wenig Abwechslung in den Krimialltag bringt.
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| tassieteufel zu »Jacqueline Winspear: Verzeihliche Lügen« | 29.08.2008 |
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