Evil von Jack Ketchum

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 1989 unter dem Titel The Girl Next Door, deutsche Ausgabe erstmals 2006 bei Heyne.
Ort & Zeit der Handlung: USA, 1950 - 1969.

  • New York: Leisure Books, 1989 unter dem Titel The Girl Next Door. 370 Seiten.
  • München: Heyne, 2006. Übersetzt von Friedrich Mader. ISBN: 978-3-453-67502-5. 335 Seiten.
  • München: Heyne, 2008. Übersetzt von Friedrich Mader. ISBN: 978-3-453-72188-3. 335 Seiten.

'Evil' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

In die nur äußerlich heile Welt einer US-Kleinstadt bricht 1958 das Grauen ein, als eine psychotische Frau systematisch ihre Nichte zu misshandeln beginnt und damit einen Strudel in Gang setzt, der nach und nach sie selbst, ihr Opfer, ihre Kinder und deren Freunde in einen Abgrund niederträchtiger Gräuel zieht …Unerhört düsterer, geradezu quälender Roman, dessen Verfasser der Versuch gelingt das schwer erklärbare Phänomen menschlicher Grausamkeit als verhängnisvolle Kette sich unmerklich und unkontrollierbar aufbauender Gewalt zu beschreiben.

Das meint Krimi-Couch.de: »Das wahrhaft Böse brütet im Nachbarhaus« 95°Treffer

Krimi-Rezension von Michael Drewniok

Im Jahre 1958 ist die kleine Welt der US-amerikanischen Mittelschicht noch in Ordnung. Man fürchtet nur die gottlosen Roten drüben in Russland und lässt die Haustür ständig offen, denn den Nachbarn kann man vertrauen und ein guter Bürger und Kirchgänger hat selbst nichts zu verbergen. Kinder sind rechtlose Wesen und haben nicht nur den Eltern, sondern allen Erwachsenen zu gehorchen. Wenn sie sich einfügen, haben sie in dem kleinen Städtchen, in dem diese Geschichte spielt, ein angenehmes Leben, denn es gibt viele Freunde und natürliche Abenteuerspielplätze an der frischen Luft. In diesem Sommer wird es sogar noch interessanter, denn der zwölfjährige David erfährt, dass ins Nachbarhaus zwei neue Bewohnerinnen eingezogen sind.

Die Schwestern Meghan und Susan Loughlin haben bei einem Autounfall ihre Eltern verloren. Sie ziehen zu Ruth Chandler, ihrer Tante, die selbst drei Kinder versorgen muss – eine schwere Aufgabe, nachdem sie ihr Mann verlassen hat. Ruth ist verbittert und grämt sich ob ihrer vergeudeten Jugend. Die Kinder der Straße schätzen sie jedoch, denn sie hat immer ein offenes Ohr für ihre Sorgen.

Doch Ruth ist eine psychisch kranke Frau, die an ihrem frustrierten Zorn auf die ganze Welt schier erstickt. In ihren Nichten, vor allem in der hübschen, selbstbewussten Meg, findet sie ihr Ventil. Erst langsam, dann immer hemmungsloser beginnt sie diese zu piesacken, zu quälen, zu misshandeln. Ein verhängnisvolles »Spiel” hat seinen Anfang genommen, das bald auch die Kinder der Umgebung in seinen Bann zu ziehen beginnt. Meg wird zum Prellbock für die Nachbarschaft und muss für immer neue, krasser werdende Folterungen herhalten.

Die Erwachsenen bleiben ahnungslos, während Ruth ihr irres Schreckensregiment ausübt. Auch David kann sich dem nicht entziehen. Der krankhafte Zwang mitzutun oder wenigstens tatenlos zuzuschauen ist stärker. Für Meg ist ihr Alltag längst die Hölle auf Erden. Schläge, Demütigungen, Vergewaltigung – bald beginnt auch David zu ahnen, wie dies alles enden wird. Endlich versucht er einzugreifen, doch er befindet sich längst unter Wilden, die sich ihr «Spiel” keinesfalls verderben lassen wollen …

Vom späten deutschen Starts eines bösen Klassikers

Unterhaltungsliteratur hilft ihren Lesern sich die Zeit zu vertreiben und kann anschließend vergessen werden, »richtige” Literatur (auch Belletristik genannt) greift ernsthaft die echten Probleme des Menschseins auf und bringt die Leserschaft zum Nachdenken: Stephen King, der für «Evil” ein langes, kluges und engagiertes Vorwort verfasst hat, weist auf die Sinnlosigkeit dieser willkürlichen Unterscheidung hin. Er verdammt den Spagat zwischen den beiden literarischen Welten, die in Wirklichkeit nur eine sind, und weist darauf hin, dass die Stimme der Vernunft oder der Kritik auch in einfachen Worten erklingen kann, welche zudem eine unterhaltsame Geschichte formen.

King gibt sein Bestes, denn er hat in »Evil” ein Werk erkannt, dass es einfach nicht verdient im Ghetto der Ex-und-Hopp-Literatur begraben zu werden. Zwar liegt es wohl an seinem wohlklingenden Namen, doch vielleicht sind es auch eigene Argumente, die «Evil” ein Nachleben jetzt auch in Deutschland sicherten: Mit 16-jähriger (!) Verspätung erscheint endlich ein Roman, der Maßstäbe setzt.

»Hardcore” heißt die neue Reihe des Heyne-Verlags; der Name scheint eigens für dieses Buch ausgesucht worden zu sein. Denn dies ist keine Geschichte für die Zartbesaiteten: Über 300 Seiten müssen wir den moralischen Zerfall einer Menschengruppe verfolgen, während wie nebenbei ein junges Mädchen zu Tode gefoltert wird. Letzteres geschieht nicht zwischen den Zeilen; in der Unterhaltungsliteratur muss sich ein Autor solche Fesseln nicht anlegen lassen. Ketchum lässt seinen Lesern keine Hintertür offen und beschreibt explizit was geschieht.

Dafür werden ihn jene, die dem Bösen im Menschen lieber literarisch verbrämt und mit einigem Abstand begegnen, zweifellos einen Gewaltpornografen nennen; diesen Vorwurf hat Ketchum in seiner Karriere in vielen Variationen immer wieder gehört. Doch wer genau liest wird umgehend erkennen, dass «Evil” für Voyeure nichts zu bieten hat: Was hier geschieht und in eine einfache, klare Sprache gefasst wird, ist einfach nur fürchterlich und soll so – und nur so – wirken.

Eine Reise ins Herz der menschlichen Finsternis

Ketchum plante durchaus Großes mit seinem Werk. Er versucht nichts Geringeres als eine Erklärung für ein logisch nicht nachvollziehbares Verhalten zu finden: Wie kommt es, dass ganz normale Menschen zu Tätern, zu Mitläufern, zu tatenlosen Zuschauern degenerieren, während andere, ebenfalls normale Menschen zu Opfern degradiert werden? Welche Mechanismen kommen dabei in Gang? Wie lassen sich innere Schranken in Gestalt ethischer Grundsätze so nachhaltig aushebeln, dass alltägliche Zeitgenossen im Denken und Handeln zu Bestien werden?

Solche Fragen sind selbstverständlich nicht neu. Gerade in diesem unseren Lande werden sie in den mehr als sechs Jahrzehnten nach dem Ende des Naziterrors nachhaltig und zu Recht diskutiert. Darüber hinaus werden sie jedes Mal dann gestellt, wenn wieder ein Kind bis zum Tod und womöglich von der eigenen Familie misshandelt wurde. »Wie konnte das bloß geschehen?”, wird dann in den Medien wieder in allen Tonlagen geklagt, während kluge Köpfe darüber zerbrochen werden, ob dem Fernsehen oder den Computerspielen die Hauptschuld zuzuweisen ist.

In «Evil” übernimmt es Jack Ketchum zu antworten. Man hat es ihm nicht gedankt, denn die Schlüsse, die er zieht, sind unbequem. Einfache Erklärungen, aus denen sich Lösungen destillieren ließen, verweigert er. Er nimmt uns einfach mit auf die dunkle Seite der Menschenseele. Ob wir verstehen, was wir dort beobachten, bleibt uns überlassen – schließlich kann uns auch David, der die Geschichte erzählt, nie wirklich begreiflich machen, was wirklich und wieso im Haus der Chandlers geschehen ist.

Eine Interpretation: Das Grauen benötigt einen Meister und gewisse Regeln. Ruth übernimmt diese Rolle und ihre Aufgabe, die auf einen einfachen Nenner gebracht folgendermaßen lautet: Nimm dem Opfer seine Persönlichkeit, bis es als Mensch nicht mehr präsent ist. Um ein »Ding” zu quälen , muss man keine hohe Hemmschwelle überschreiten. Regel 2: Zieh die Schraube langsam an. Gewalt muss fast unmerklich gesteigert werden. Erst wenn ein Gräuel für den Folterknecht quasi zur Selbstverständlich geworden ist, darf sein Meister die «nächste Stufe” anordnen. Stück für Stück, womöglich ohne es selbst zu bemerken, wird der Knecht in seine Rolle gleiten.

Regel 3: Enthebe das Individuum seiner Verantwortung, indem du es in der gesichtslosen Masse verschwinden lässt. Ruth foltert, vor allem jedoch lässt sie foltern und sorgt dafür, dass jede/r an die Reihe kommt: In der Gruppe verwandelt sich der Mensch leicht in einen Mob, ein Kollektivwesen, das zu beachtlichen Grausamkeiten in der Lage ist, weil seine »Zellen” nicht wirklich erkennen, wohin sein Gesamthandeln steuert.

Was schließlich bleibt sind das Opfer auf der einen und der oder die Täter auf der anderen Seite, systematisch seiner anerzogenen oder gesetzlich verordneten Menschlichkeit beraubt und fasziniert von der Möglichkeit, pure Macht jenseits aller Grenzen über einen anderen Menschen auszuüben.

Hat Ketchum das Regelwerk des «banalen Bösen” in allen Details begriffen? Natürlich nicht, denn wieso sollte ihm gelingen, woran schon weisere Zeitgenossen scheiterten? "Evil” ist zudem ein Roman, der seinen Verfasser ernähren und deshalb Leser = Käufer finden soll. Dennoch hat Ketchum seinen Beitrag zur Diskussion eines grundsätzlichen Themas geleistet. Was ihm dabei hoch anzurechnen ist, wird andererseits erneut kritisiert: »Evil” ist Botschaft als spannende Lektüre. Fern jeglicher Didaktik greift sich Ketchum sein Publikum. Stephen King ist in mehrfacher Hinsicht eine gute Wahl als Verfasser des Vorworts. «Evil” beginnt wie ein typisches »Coming of Age«-King-Werk über den Verlust der »unschuldigen” Jugend im Angesicht der brutalen Realität. King selbst spricht dies in seiner meisterlichen Novelle «Die Leiche” an. Weitere Ähnlichkeiten gibt es im beherzten Aufgreifen schwieriger Themen. Immer wieder gelingen auch King qualvoll realistische Szenen einer Unmenschlichkeit, die keinerlei übernatürliche Verstärkung bedarf. »Der Mensch ist des Menschen Wolf”, heißt ein uraltes Sprichwort völlig zu Recht. «Evil” ist – es sei noch einmal hervorgehoben – kein »phantastischer” Roman im Sinne des Genres, d. h. hier treten keine Zombies, Vampire oder ähnliche Halloweengestalten auf. Das Grauen wird von Menschenhand angerührt. Die Wirkung ist durchschlagend.

Das Personal einer schrecklich banalen Tragödie

Dazu trägt die präzise Figurenzeichnung ihren Teil bei. Ketchum hat seine Protagonisten überaus sorgfältig charakterisiert. Sie stehen stellvertretend für das bereits skizzierte Dreieck der alltäglichen Gewalt, das aus Opfer – Täter – Mitläufer/Zuschauer besteht. (Die tatsächlichen Ahnungslosen lassen wir wie Ketchum hierbei außen vor, obwohl der Autor auch hier böse Seitenhiebe verteilt: Beispielsweise bemerken Davids Eltern vor allem deshalb nichts von dem, was im Nachbarhaus vor sich geht, weil sie in ihrer eigenen Ehehölle gefangen sind.)

Ketchums hauptsächliches Augenmerk gilt den Kindern. Sie sind im US-Amerika der 1950er Jahre aber auch generell «unfertige” Menschen, denen keine besondere Seelentiefe und vor allem keine seelischen Abgründe zugebilligt werden. Wie gänzlich falsch das ist, verdeutlicht Ketchum u. a. am Beispiel der drei Chandler-Söhne Donny, Willie und »Woofer”. «The New York Times” vermerkte in einer Rezension von »Evil” die inhaltliche Verwandtschaft zu William Goldings Klassiker «Herr der Fliegen”: In Abwesenheit der Zivilisation fällt der (junge) Mensch in die Barbarei zurück. Ketchum weist auf eine Variante dieser Entwicklung hin: Umgekehrt können Kinder i. S. von »formbaren” Menschen zur Barbarei erzogen werden. Donny, Willie und Woofer werden von ihrer Mutter zu Folterknechten ausgebildet. Wie sollten sie sich dagegen auflehnen?

Die Ambivalenz von Gut und Böse wird von Ketchum konsequent durchgehalten. Ruth Chandler steht zwar nicht im Mittelpunkt des Geschehens – diese Rolle übernimmt David, der tragische Anti-Held – aber sie bildet in gewisser Weise das Zentrum des Übels. Sie «verrät” ihre klassisch idealisierte Mutterrolle auf das Gröbste, indem sie ihre eigenen Kinder zur Brut des Bösen verkommen lässt und diese Degeneration sogar aktiv unterstützt. Andererseits ist Ruth eine kranke Frau. Zusätzlich haben sie die Enttäuschung über ein Leben, das gänzlich anders verlaufen ist als erträumt und geprägt wird von Einsamkeit und Geldsorgen, in ihrem Wahn bestärkt. (Dieser Wahn, der von Ketchum hervorgehoben wird, gibt übrigens Anlass zur einzigen echten Kritik an »Evil”: Das «banale Böse” benötigt keinen Irrsinn als Treibstoff.) Irgendwie versteht der Leser Ruth sogar – und verfängt sich prompt in einer von Ketchum geschickt aufgestellten Falle.

Denn Ketchums eigentliches Anliegen zielt außerdem in eine ganz andere Richtung: Die Wahl des David als Hauptperson verwandelt den Leser in einen Komplizen. David ist eine interessante Figur: Er foltert nicht mit aber er greift auch (zu) lange nicht ein. Statt dessen erhält er eine unvergessliche Lektion: Der Mensch ist frei in seiner Entscheidung Gutes wie Böses zu tun. David ist anders als Ruths Kinder nicht gezwungen an der Folterung Megs teilzunehmen. Mehrfach lässt ihn Ketchum betonen, dass er im Chandler-Haus ein- und ausgehen kann, von Megs Martyrium weiß – und sich davon angezogen fühlt.

Die furchtbare Wahrheit ist: David wurde ein Weg gewiesen unterdrückten Gefühlen, die kanalisiert und »zivilisiert” werden müssten, freien Lauf zu lassen. Er gibt dem nicht völlig nach, d. h. er legt nicht selbst Hand an Meg. Freilich entschuldigt ihn das in keiner Weise und das weiß er auch: David hätte eingreifen können und hat es nicht. Weniger die Tatsache, dass ihm womöglich niemand geglaubt hätte, sondern die Faszination am Leiden Megs war dabei der Beweggrund. David ist ein Mitläufer. Auch wenn er schließlich Megs Partei ergreift, hat er versagt. Die Erinnerung daran wird ihn, den Mitläufer, ein Leben lang verfolgen, wird sein Leben prägen und ihn zu einem freudlosen, von Erinnerungen verfolgten Dasein als beziehungsgestörten Mann verurteilen.

Denn die Ereignisse des Sommers 1958 werden niemals wirklich verarbeitet. Dem Gesetz geschieht zwar Genüge. Donny, Willie und Woofer landen im Waisenhaus, Ruth stirbt, Susan wird befreit, David psychotherapiert. Doch die seelischen Wunden aller Überlebenden sind zu tief. Woofer wird im späteren Leben ein sadistischer Frauenmörder, David ein unglücklicher Mensch, der niemals Ruhe finden wird – Kapitel 1 des ersten Teils beginnt nicht umsonst mit der Frage «Ihr glaubt, ihr wisst, was Schmerz ist?”. David weiß es und er bzw. Ketchum zeigen brillant die zerstörte Seele des David mehr als dreißig Jahre nach dem Geschehen, das er auf den folgenden 300 erzählen wird.

Man möchte es nicht glauben, doch Meg Laughlin ist in diesem Pandämonium nur eine Randfigur, obwohl sie als Folteropfer das allgegenwärtige »Motiv« der Handlung bildet. Ketchum gelingt das finstere Kunststück Meg auch für uns, die Leser, zu einer Unperson zu machen. In einem Hollywoodfilm würde sie irgendwann den Spieß herumdrehen und ihre Peiniger zur Strecke bringen. Dass dies nicht geschieht, machen wir ihr zum Vorwurf. Dabei interessiert nicht, dass Meg hilflos ist und gegen die Übermacht ihrer Gegner nicht ankommt. Ihre tapferen Versuche einer Gegenwehr nehmen wir nicht zur Kenntnis, denn auch wir nehmen Meg als »Opfer” an. Dass Ketchum uns in diese Lage manövriert, das nehmen wir ihm übel!

Fazit: Wer lesend durchhält, erfährt Außerordentliches

Viele Emotionen für einen kleinen, schmutzigen Psychothriller …«Evil” ist wohl doch mehr als das, vielleicht ein Meisterwerk, auf jeden Fall ein rohes Stück Literatur, das an seelischen Fundamenten rührt, die man normalerweise lieber unbeobachtet lässt. Ob absichtlich oder nicht: Für seine »Hardcore”-Reihe hat der Heyne-Verlag als zweiten Band ein echtes Juwel ausgewählt. (Schade nur, dass ein denglischer Nulltitel wie «Evil” gewählt wurde. "Das Mädchen von nebenan”, so der übersetzte Originaltitel, wird dem Werk wesentlich gerechter.) Es bleibt zu hoffen, dass Jack Ketchums weitere Werke hier ebenfalls (und ebenso gut übersetzt) veröffentlicht werden – dieser Schriftsteller hat höchst unterhaltsam noch viele unbequeme Wahrheiten zu bieten!

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Markus zu »Jack Ketchum: Evil« 11.02.2016
Ein Meisterwerk! Viele hier haben das Buch scheinbar nicht verstanden, denn anders ist es nicht zu erklären, dass hier von Pädo Porno geredet wird.
Ich habe es in 2 Tagen gelesen und war und bin schockiert. Ein knallhartes Werk über menschliche Abgründe, die sich wohl zwangsläufig auftun, wenn eine Gruppe Menschen absolute Macht über andere besitzt. Mir gingen immer wieder die Bilder von Auschwitz durch den Kopf, oder die Fälle von perversen Triebtätern, die ihre Opfer gefangen hielten und folterten.
Das Buch ist wie ein Schlag in Magengrube und doch so geschrieben, als könnte es nebenan geschehen. Der Firnis unserer zivilisierten Gesellschaft ist dünn und was passiert wenn er reißt, dass kann man hier nachlesen. Ein Buch das ich sicher nicht jedem empfehlen würde, andererseits aber denke, es sollte von möglichst vielen gelesen werden. Ich habe schon viele Bücher gelesen, aber noch keines hat mich so beeindruckt und ratlos und angewidert zurückgelassen. Stellenweise musste ich mich zwingen weiterzulesen und kam mir selbst schmutzig vor, in meiner Beobachterrolle.
franziska zu »Jack Ketchum: Evil« 12.06.2014
Also wenn ich die kommentare mancher vorigen user lese kann ich nur den kopf schütteln. Diese haben wohl alle noch keine horrorfilme bzw. Härtere bücher geschaut/ gelesen. Dieses buch ist wirklich ein meisterwerk! Eines der besten bücher die ich je gelesen habe. Der erzählstil ist in ich-form. Der leser taucht wirklich in die story mit ein.ausserdem ist es schockierend bis zur letzten seite.(ACHTUNG KÖNNTE EIN SPOILER SEIN)immer hofft man das noch der held auftaucht und die armen mädchen aus ihrer hölle befreit, auch wenn man eigentlich genau weiss dass das nie passieren wird. (SPOILER ENDE). Das buch bringt einen zum weinen, zur verzweiflung, in rage und macht wirklich nachdenklich. Selbst tage nach dem das eher kurze buch ausgelesen ist, hängt es in gedanken noch nach.
Sunshine78 zu »Jack Ketchum: Evil« 27.04.2014
Dieses Buch ist das heftigste, was ich je gelesen habe. Ich habe es in einem stuck gelesen , so gefesselt war ich. Für mich ist es ein Meisterwerk. Ich fand es eklig,spannend und faszinierend zu gleich. Ich habe mitgelitten,geweint und wütend . Die Leute die über dieses Buch schimpfen haben nichts verstanden. Hier geht es darum das Menschen weg gucken obwohl sie wissen das was nicht stimmt .
*UARGH* zu »Jack Ketchum: Evil« 24.01.2014
Dieses Pervertierte Werk ist sicher
Lesenswert es ist ein total pervertiertes Thema aber wen es interessiert sollte es lesen

Der Film ist widerlich abgrundtief Böse und eher einem Sadistischen-Kinder-Porno-Vergewaltigung film gleichzusetzen

allerdings geht es auf eine Thematik ein die in abgewandelter form noch existiert

ES IST SO PERVERTIERT UND SO ABARTIG DAS ES VOM THEMA NICH LESENSWERT IST
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NT zu »Jack Ketchum: Evil« 19.01.2014
Dieser Film kriegt von mir nicht mal einen Stern. Außerdem sollte dass produzieren und veröffentlichen solch eines Filmes verboten werden. Meiner Ansicht nach ist das ein Insider Pädo-Porno. Die Verbreitung und das loben solcher Filme beweist wieder einmal nur dass Menschen dadurch abstumpfen. Die komprimierte Filmversion des Romans von Jack Ketchum konzentriert sich fast ausschließlich auf die verstörenden Handlungen, der Regisseur scheint gefallen an den abartigen Szenen gefunden zu haben. Angenommen es passiert ein Wunder und dieser Film gelangt nicht in die Hände von Kindern, was jedoch passiert mit den ganzen Kindern die in diesen Film mitspielen mussten.
Mein Rat wäre diesen Film nicht anzuschauen um den Erfolg solch eines Kinder-Folter-Pornos nicht zu fördern.
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A. zu »Jack Ketchum: Evil« 17.04.2013
Jeder, der dieses Buch als brilliant, großartig, genial o.ä. bezeichnet, widert mich mit Verlaub gesagt an.

Ich habe in meinem Leben schon tausende Bücher gelesen, doch keines war wie dieses.

Es packt mich eine unglaubliche Wut, dass jemand mit solchen Grausamkeiten Geld verdient. Wie jemand, der nur darauf bedacht ist, das beste Foto von einer Kinderleiche zu knipsen.

Das einzig positive, was ich dem abgewinnen kann: die Welt kann wohl froh sein, dass jemand, der solche Handlung im Kopf hat und sie so schildern kann NUR AUTOR geworden ist!

Wenn ich mir vorstelle, wie solche Bücher in Hände von jemandem geraten, in dem eine kranke Faszination erwacht, wird mir schlecht.
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Der Schachfloh zu »Jack Ketchum: Evil« 12.02.2013
Der Erzählstil Ketchum’s zieht einen in seinen Bann – klare, einfache Sprache und eine detaillierte Beschreibung der Charaktere. Alles sehr realistisch, so dass man schnell die Perspektive des ‚Ich-Erzählers’ David einnimmt.

Was als beinahe idyllische Adaption des Films ‚Stand by me’ beginnt, wo sich für die pubertierenden Jungen alles um Freundschaft, Mädchen und verbotene Streiche dreht, bringt ‚Evil’ jedoch alsbald ‚unheilvolle Vorboten’ hervor – allein die schaurige Beschreibung des hauseigenen Bunkers der Nachbarfamilie Chandler, lässt einen ‚nichts Gutes’ erahnen…

Die Spannung wird langsam, merklich gesteigert - aber - als die ersten unerträglichen Grausamkeiten beschrieben wurden, musste ich das Buch zur Seite legen – es ging nicht mehr …

Über den weiteren Inhalt und auch über die dem Buch zugrunde liegende wahre Begebenheit, den Fall ‚Sylvia Likens’, informierte ich mich nachträglich grob via Internet.

Dennoch kann ich mit dem Buch nicht abschließen:
Bin ich jetzt feige, weil ich dem ‚Bösen’ nicht mit allerletzter Konsequenz ins Auge blicken kann? Muss ich daraus gar fürchten, zur ‚Weg-guck-Gesellschaft’ zu gehören? Muss ich nicht das Buch komplett lesen, um überhaupt mitdiskutieren zu können? Mache ich mich andererseits nicht zum Voyeur, wenn ich mir die detaillierten Folterszenarien zu Gemüte führe? Und warum schäme ich mich, wenn immer wieder der Impuls des Weiterlesens aufkommt?

Wie dem auch sei, Ketchum hat sein Ziel erreicht – das Nachdenken und die Reflexion über die Themen: alltägliche, allgegenwärtige häusliche Gewalt, Machtmißbrauch, Voyeurismus, Mitverantwortung und Zivilcourage.

Hinter all dem steht die erschütternde Erkenntnis, wie ‚dünn das Eis’ zwischen ‚zivilisierten Handeln’ und dem ‚abgrundtief Bösartigen’ ist - keine Fiktion, sondern grausame Wirklichkeit – nur einige Stichworte: Holocaust, Vietnam, Uganda, Srebrenica oder Abu Ghraib, aber auch fernab kriegerischer Auseinandersetzungen, kommen einem schnell die Fälle ‚Fritzl’ und ‚Kampusch’ in den Sinn.

Irgendwie rief mir das Buch eine Erinnerung aus meiner Kindheit hervor, die mich jetzt erschaudern lässt:
Auf einer Familienfeier im Garten, hatte der hauseigene Kater eine Maus gefangen und begann sie langsam zu Tode zu quälen. Alle schauten zu und trotz mehrfacher Einwände, dem grausigen Treiben ein Ende zu setzen, griff niemand aktiv ein. Alle verfolgten ‚das Schauspiel’ bis zum endgültigen Tod der Maus und – wandten sich dann wieder Kaffee und Kuchen zu…
Holymowli zu »Jack Ketchum: Evil« 01.02.2013
Ich habe das Buch vor einigen Monaten gelesen.
Ich halte es für absolut grandios.
Selten hat mich ein Buch derart emotional gerüttelt.. grenzenlose Fassungslosigkeit erfasste mich beim Lesen... oft genug musste ich das Buch erstmal zumachen um mich zu sammeln, und konnte erst dann wieder weiter lesen, vielleicht wisst Ihr was ich meine wenn ich sage, dass dieses Buch mir wirklich in der Seele weh getan hat.
Und grade weil dieses Buch einen so packt.. mitreisst und am Ende wie durch den Fleischwolf gedreht wieder ausspuckt, hat Ketchum von mir 98 Grad verdient..Respekt !
Und ja. wer zart besaitet ist, sollte dieses Buch lieber meiden.
megaeggi zu »Jack Ketchum: Evil« 14.12.2012
Kein Wort mehr zu Handlung, dafür ein paar Worte mehr zum Buch.

Das Buch ist etwas vom unglaublichsten und unvorstellbarsten was ich je in den händen gehabt habe. es ist einfach brilliant geschrieben, die ich form verleiht das gefühl des voyeurs und des selbst dabei seins.

ich kann meine vorredner nicht verstehen, die von gemetzel oder splatter schreiben. im gegenteil, es ist ein subtiles und brilliant orchestriertes buch mit einem spannungsbogen der zu keiner sekunde bricht oder is sureale abgleitet.

Das unglaubliche am buch ist aber das, dass solche geschichten in der welt da draussen tatsächlich existieren; all die fritzels oder prikropils (kampusch) sind keine einbildung. was ketchum in seinem buch beschreibt ist die konsequenteste und endgültigste form des mobbings so wie es dutzende male passiert. und das ist das wirklich erschütternde und das wirklich brutale an diesem buch - es ist eben nur ein kleiner teil fiktion...
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MickyWinter zu »Jack Ketchum: Evil« 22.04.2012
Ein unter dem Strich enttäuschendes Buch, da ich zu keinem Zeitpunkt eine psychologische Motivation erkennen konnte. Es fehlt eine für diese Art der Story notwendige Tiefe, die Verhaltensweise sind unrealistisch. Daß die Geschichte dennoch hängen bleibt, hat also andere Ursachen. Die "große" naturalistische Schule hat ganz andere Brocken zu bieten. Dazu gehört Ketchum freilich nicht - und trotzdem werden die Schlagworte, mit denen gerade dieses Werk bedacht wurde, nicht im mindesten erfüllt. Persönlich hat mir das alles zu wenig Klasse.
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