Der Sünde Sold von Inge Löhnig

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2008 unter dem Titel Der Sünde Sold, bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland / München, 1990 - 2009.
Folge 1 der Konstantin-Dühnfort-Serie.

  • Berlin: Ullstein, 2008 unter dem Titel Der Sünde Sold. ISBN: 978-3-548-26864-4. 432 Seiten.

'Der Sünde Sold' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Mariaseeon, im Süden Münchens: Nach tagelanger Suche findet man den fünfjährigen Jakob nackt, gefesselt und verstört auf einem Holzstoß im Wald. Wenig später wird seine Erzieherin zu Tode gemartert. Eine biblische Opferszene, ein Mord nach Art der Inquisition – unter den Dorfbewohnern geht die Angst um. Einer von ihnen ist ein sadistischer Mörder und Kommissar Konstantin Dühnfort muss ihn finden, bevor er wieder zuschlägt.

Das meint Krimi-Couch.de: »Bemerkenswertes Debüt« 78°

Krimi-Rezension von Thomas Kürten

Um eines direkt eingangs zu erwähnen: Der Sünde Sold ist ein rundum gelungenes Debüt. Inge Löhnig, die bislang in der Krimiszene noch nicht als Autorin in Erscheinung getreten ist und als Grafikdesignerin ihre Brötchen verdient, hat eigentlich alles richtig gemacht. Ihre Charaktere sind sehr tiefgründig, haben hohen Wiedererkennungswert und in der Handlung kann sie durch falsche Spuren und eine Reihe von Verdächtigen die Spannungskurve sehr lange hoch halten. Warum dann trotzdem bereits eingangs dieser Hinweis von mir?

Weil nach der Schilderung der Handlung ansonsten wahrscheinlich niemand mehr weiter lesen würde. Die wirkt nämlich auf den ersten Blick so was von antiquiert und zigfach durchgenudelt. Aber urteilen Sie selbst: Agnes Gaudera zieht ein Jahr nach dem Feuertod ihres Mannes und ihrer Tochter in einen Ort vor den Toren Münchens. In Mariaseeon scheint ihr die Welt noch in Ordnung, doch schon bald verschwindet ein Nachbarjunge und Polizei und Presse suchen nach Spuren bzw. einer verwertbaren Story.

Einmal aufatmen, dann geht es aber weiter…

Als sich nach ein paar Tagen das ganze Dorf zu einem Bittgottesdienst versammelt hat, entdeckt Agnes den Jungen im Wald, gefesselt und auf einer Art Scheiterhaufen. Das Dorf atmet auf und Kommissar Konstantin »Tino« Dühnfort kann also eigentlich fürs erste einpacken, doch noch läuft der Entführer unerkannt herum. Und schon bald soll die Kindergärtnerin der kleinen Ortschaft das nächste Entführungsopfer werden. Agnes hatte gerade Freundschaft mit ihr geschlossen. Gerät nun auch die immer noch sehr attraktive Grafikerin in das Visier des oder der Verbrecher?

Nein, das klingt wirklich nicht nach dem Stoff eines Bestsellers. Doch es gibt diese kleinen Glücksmomente, wenn man merkt, dass alle Vorurteile sich nach und nach in Luft auflösen. Die Handlung klingt so genüsslich plätschernd, dass das vermutete Einschlafpotenzial schon mal von Anfang an recht hoch ist. Der Sünde Sold ist aber mitnichten ein beschaulicher Landhauskrimi, in dem sich eine warum-auch-immer-ach-so engagierte Amateurdetektivin in die Polizeiarbeit einmischt. Agnes Gaudera ist eine traumatisierte Person, die ihre eigenen oben bereits genannten Erlebnisse erst noch verarbeiten muss. Der Trubel im neuen Wohnumfeld macht ihr dabei aber vorerst einen Strich durch die Rechnung.

Ganz starke Figuren

Diese Vergangenheitsbewältigung ist bei Agnes das beherrschende Motiv. Durch ihren unbekümmerten Umgang mit einzelnen Personen im Dorf wird sie jedoch immer mehr in den Fall verwickelt. Auch Kommissar Dühnfort ist eine facettenreiche Figur, der einen inneren Kampf gegen die Einsamkeit führt, Zeichen seiner Umwelt dabei aber nicht erkennen kann oder will. Die anderen Beamten der Mordkommission besitzen ebenfalls Potenzial für eine weitere, tiefgründigere Entwicklung. Stark aber auch, wie die Autorin andere Bewohner des Dorfes mit Wesenszügen ausstaffiert.

Besonders gelungen ist der Roman jedoch für die Gratwanderung der Erkenntnis, die die Autorin mit ihren Lesern treibt. Dass in Mariaseeon jeder jeden kennt, ist schnell klar. Ebenso, dass hier eigentlich keine Geheimnisse unentdeckt bleiben können. Doch das ganze Dorf trägt seit Jahrzehnten ein blutiges Geheimnis mit sich, was letztlich den Schlüssel zum Täter weist. Eigentlich unglaublich, dass Der Sünde Sold tatsächlich ein Debüt ist. Manch erfahrenem Kollegen kann diese Autorin schon mit diesem ihrem ersten Roman eine lange Nase machen.

Thomas Kürten, Januar 2009

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Krimitante zu »Inge Löhnig: Der Sünde Sold« 30.01.2012
ein gelungenes buch, wenn auch kein erstklassiges. i.löhnig bedient sich altbekannter stilmittel (erzählstrang aus der sicht des psychopathischen mörders/hobbyermittlerin, die in die handlung involviert ist/ ermittlungteam mit sympatischem chef...), die sie gut mixed.
leider ahnt man schon recht bald wer der täter ist, was der spannung etwas den "drive" nimmt. mir wird ein bisschen zu viel gegessen und getrunken (merkwürdigerweise nur soave...). ich nehme an die autorin hat da aus ihrem privatleben geschöpft, wie auch bei dem beruf der hobby-ermittlerin (grafik-designerin).
Dripdrip zu »Inge Löhnig: Der Sünde Sold« 06.11.2011
Tino Dühnfort ist ein guter Ermittler. Er verlässt sich nicht auf seiner Intuition und ist sehr logisch. Wenn er einhundert Männer dieselben Fragen stellen muss, um den Mörder zu entdecken, dann tut er das. Wenn er ein Fahrzeug, von dem er nur weißt, dass es hell ist, dann sucht er es.
Es gibt in diesem Buch eine Menge Verdächtigen aber es ist nicht schwer, den schuldigen Teil zu identifizieren. Viele Anhaltspunkte gibt es zwar nichts aber der achtsame Leser sollte sie bemerken.
Ich möchte nicht, dass das Buch zum Ende kam, trotzdem wollte ich den Schluss lesen.
rolandreis zu »Inge Löhnig: Der Sünde Sold« 26.11.2010
Die Story fängt sehr vielversprechend an, bekommt aber zwischendurch einige Längen. Meine Vermutung bzgl. des Täters wurde letztendlich bestätigt. Gegen Ende wurde es aber wieder spannend und so werde ich auch mal weitere Fälle des Kommissar Dühnfort lesen. In Summe für dieses Buch von mir 80 von 100 Punkte.
HeJe zu »Inge Löhnig: Der Sünde Sold« 24.10.2010
Ziemlich lauwarme Kost. Leider sehr anstrengend und schleppend zu lesen. Der Anfang ist gut und spannend, aber der Mittelteil ist zäh und unspektakulär. Habe mir wirklich mehr erhofft von diesem Buch.

Für "einfache" Krimiliebhaber a la Inspector Barnaby (zdf) sicherlich geeignet.

Nur 30 Grad von mir.
HelgaR zu »Inge Löhnig: Der Sünde Sold« 26.08.2010
Agnes Gaudera, die ihre Familie verloren hat, zieht in den schönen Ort Mariaseeon und hofft, dort zur Ruhe zu kommen. Gleich am ersten Tag wird sie gebeten bei der Suche nach dem fünfjährigen Jakob zu helfen, der plötzlich verschwunden ist. Da er nicht gefunden wird, übernimmt der Münchner Kommissar Konstantin Dühnfort den Fall, möglicherweise handelt es sich ja auch um eine Entführung.

Bei einer ihrer Joggingtouren verirrt sich Agnes im Wald und findet Jakob nackt auf einem Holzstoß angebunden. Es ist ihm aber zum Glück nichts passiert, er ist aber sehr verstört und redet nicht mehr. Niemand weiß den Hintergrund für die Entführung und warum er in dieser Position vorgefunden wurde. Da wird kurz darauf Jakobs Erzieherin ermordet aufgefunden und alles deutet darauf hin, dass der Mörder aus religiösen Motiven handelt.

Obwohl die Ermittlungen fast ins Stocken geraten, wird es nie langatmig, da auch sehr viel über das Privatleben einzelner Personen erzählt wird, ohne dass es aber von den Ermittlungen ablenkt. Es ist sehr flüssig geschrieben, in nicht zu langen Kapiteln, die außerdem noch mit dem Datum versehen sind, damit man immer weiß, wie viele Tage vergangen sind.

Es gibt mehrere Erzählstränge, wobei man das Schicksal von Agnes erfährt, welches wunderbar in die Geschichte eingeflochten ist und trotzdem sehr intensiv erzählt wird. Auch in das Privatleben von Kommissar Dühnfort erhält man einen Einblick, der so gar nicht den Vorstellungen seines Vaters entspricht. Und nicht zu vergessen das Dorfleben, welches ja doch auf ziemlich engem Raum stattfindet und jeder jeden kennt. Zwischendurch erfährt man immer aus der Sicht des Täters, seine religiöse Einstellung, sein Glaube, dass er erkoren ist, abtrünnige Seelen zu retten, indem er sie ermordet.

Eine spannend aufgebaute Geschichte, die mir auch vom Inhalt her sehr gut gefallen hat und deren Personen alle gut dargestellt sind. Ein Debüt, über welches ich mich besonders freue, da es der Beginn einer Serie um Kommissar Dühnfort ist.
carolook zu »Inge Löhnig: Der Sünde Sold« 01.08.2010
"Der Sünde Sold" ist mir eher durch Zufall in die Hände geraten und ich bin doch sehr dankbar, für diesen Zufall.
Schnell gewinnt man die Protagonisten für sich und kann sich gut in sie hereindenken. Trotz der nett gelegten Fallen ist der/die Mörder/in schon auf den ersten Seiten entlarvt. Aber das macht dieses Buch nicht unspannender. Es ist kurzweilig geschrieben und fordert nach dem letzten Satz nach einer Fortsetzung um Dühnfort und seiner Umgebung... ich freue mich darauf
sapkowski zu »Inge Löhnig: Der Sünde Sold« 04.04.2010
„Der Sünde Sold“ ist der erste Teil aus Inge Löhnigs Kriminalreihe“ um Kommissar Konstantin Dühnfort.
Ich fand das Buch durchgehend spannend und auch das Thema und die ganze Atmosphäre gefiel mir sehr gut.
Dennoch fand ich manches in Bezug auf Dühnfort nicht ganz nachvollziehbar und auch in der Mitte der Handlung fand ich das Buch eher langatmig.
Am Ende gab es dafür umso mehr Spannung und ich werde auch die weiteren Krimis um Dühnfort lesen.

3 von 5 Sternen!
simsa zu »Inge Löhnig: Der Sünde Sold« 23.01.2010
Zuerst einmal sei gesagt, dass Inge Löhnig mit „Der Sünde Sold“ ein ganz toller Start für eine Krimireihe geglückt ist.
Ich persönlich war sofort von Kommissar Dühnfort und seiner Art begeistert und fand den ersten Fall spannend und sehr fesselnd geschrieben. Zuerst verschwindet der kleine Jakob und man fühlt sofort, dass dieses Kind gefunden werden MUSS. Dann geht es immer weiter und wird immer schlimmer und so langsam kommt eine Vermutung auf, wer der Verbrecher gewesen sein könnte.
OK, meine Vermutung war richtig, so viel sei gesagt… trotzdem waren es gerade die letzten 100 Seiten, die mich zwangen immer weiter zu lesen. Schließlich will man ja auch wissen, ob man richtig gedacht hat und was noch passieren wird.
Ich freu mich nun schon auf den zweiten Fall und bin gespannt, wie es mit Dühnfort weitergeht.
Bell zu »Inge Löhnig: Der Sünde Sold« 17.12.2009
Das war mal wieder ein richtig guter Krimi - wobei er fast schon ein Thriller ist, durch die immer wieder eingeschobene Täterperspektive. Die Charaktere waren glaubwürdig und hatten Profil, die Kulisse sagte mir zu und die ganze Atmosphäre hat mir einfach gefallen. Ich finde es besonders gut, dass es kaum grausige Beschreibungen gab, obwohl diese, wenn sie auftauchten, schon sehr grausig waren - da reichte ein Satz und man hatte ein schauderhaftes, einmal extrem ekelhaftes Bild vor Augen. Aber eben, dass die Autorin das schafft, ohne groß ins Detail zu gehen, muss man ihr anrechnen.

Ich mag es nicht so, die Gedanken des psychopathischen Mörders immer wieder eingestreut zu lesen. Hier ist das der Fall und ich habe mich auch daran gewöhnt, nur ist das generell nicht so mein Fall.

Sehr unglaubwürdig fand ich den Brief Rainers an Agnes, das war mir viel zu überzogen.

Ich freue mich auf den zweiten Teil, der Anfang Februar erscheinen soll!

80 Grad erhält dieser wirklich gute Krimi von mir.
Schrodo zu »Inge Löhnig: Der Sünde Sold« 16.02.2009
Das Buch fängt gleich reichlich spannend an mit der Entführung eines kleinen Jungen. Nach einigen Seiten Leerlauf steigert sich die Spannung mit einigen inquisitorischen (gibt es das Wort überhaupt) Frauenmorden bis zum finalen Ende. Ein bisschen Herz – Schmerz und Liebesgeschichte ist natürlich auch dabei…hat ja auch eine Frau geschrieben. Insgesamt ein lesenswertes Buch.
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